Ehrentafel der Freiwilligen Feuerwehr Vohwinkel

Es war ein Sonn­tag, der 2.August 1925 als man in Voh­win­kel anläss­lich des 11. Kreis­feu­er­wehr­ta­ges die Ehren­ta­fel der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Voh­win­kel für die im Ers­ten Welt­krieg gefal­le­nen Kame­ra­den ent­hüll­te. Die Tafel aus Kup­fer­blech wur­de fei­er­lich von Brand­di­rek­tor Rich­ter an den Bür­ger­meis­ter Dr. Land­wehr der damals noch selbst­stän­di­gen Stadt Voh­win­kel über­ge­ben.
Ehren­ta­fel der FFW Voh­win­kel

Die Tafel, ver­mut­lich geschaf­fen von Prof. Hans Fischer,  besteht aus Kup­fer­blech und weist unter den drei Spit­zen links und rechts zwei Hel­me auf, einen Stahl­helm mirt Eichen­laub und einen Feu­er­wehr­helm, die sym­bo­lisch die Ver­bin­dung der Feu­er­wehr­män­ner und der Sol­da­ten dar­stellt.
Stahl­helm

Feu­er­wehr­helm

Unter dem Eiser­nen Kreuz in der mitt­le­ren Spit­ze ist fol­gen­de Inschrift zu lesen:

1914 — 1918
Den im Welt­krie­ge
gefal­le­nen Kame­ra­den
der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Voh­win­kel
zum ehren­den Gedächt­nis”

Es fol­gen die Namen und Todes­da­ten der zwölf Gefal­len und anschlie­ßend folgt das Mot­to:
“Einer für Alle — Alle für Einen”
Die Tafel hing an der Außen­wand der Wache Spitz­weg­stra­ße, dann in einem Schu­lungs­raum. Heu­te ist sie in den Räum­lich­kei­ten der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr im ehe­ma­li­gen Rat­haus Voh­win­kel unter­ge­bracht.1

Ich bedan­ke mich bei Brand­in­spek­tor Eric Tribb­le für die Mög­lich­keit die Tafel zu foto­gra­fie­ren.


Kriegerdenkmal im Ehrenhain Vohwinkel

Das Ehren­mal auf einer Foto­gra­fie vor 1943. Bild ent­nom­men aus: RMK, S. 269. Dor­ti­ge Quel­len­an­ga­be: Samm­lung Stadt­ar­chiv Wup­per­tal.

Am 7. Juli 1929, ein Sonn­tag im letz­ten Monat der Selbst­stän­dig­keit Voh­win­kels, weih­te Bür­ger­meis­ter Dr. Land­wehr das Voh­wink­ler Krie­ger­denk­mal für die Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­kriegs ein. 345 von 3000 Voh­wink­ler Sol­da­ten hat­ten ihr Leben im Fel­de gelas­sen. Ent­wor­fen hat­te die Anla­ge Prof. Hans Fischer aus Bar­men. Auf einer halb­run­den Ter­ras­se, zu der sechs Stu­fen hin­auf führ­ten, stand im Schei­tel auf einem Pos­ta­ment mit einer unbe­kann­ten Inschrift ein dunk­les Holz­kreuz. Davon aus­ge­hend waren acht fla­che Stein­so­ckel auf dem Boden im Halb­rund ange­ord­net, die Bron­ze­ta­feln mit den Namen der Gefal­len tru­gen.


Das Denk­mal um 1929. Bild ent­nom­men aus: Zieg­ler, Geschich­te der Stadt Voh­win­kel, 1929, Neu­druck 1982, Ver­lag Ute Kier­dorf, Rem­scheid, S. 160.

Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de der Ehren­hain und das Denk­mal zer­stört. Auf Antrag des Bezirks­ver­eins Wup­per­tal-Voh­win­kel-Süd wur­de die Anla­ge 1950 not­dürf­tig her­ge­rich­tet. Am 1.Juli 1956 wur­de der Ehren­hain erneut der Bevöl­ke­rung im Rah­men der 600-Jahr-Fei­er über­ge­ben. Auch dies­mal hielt Dr. Land­wehr die Anspra­che am Krie­ger­denk­mal, das seit­dem den Toten bei­der Welt­krie­ge gewid­met ist. Es besteht nun nur noch aus einem Holz­kreuz und einer davor im Boden ein­ge­las­se­nen Inschrift: 1



Die Inschrift.

Den Toten
bei­der
Welt­krie­ge”


Die Grund­form des Denk­mals ist noch erkenn­bar.


Ergän­zung vom 3. Janu­ar 2018:
Im Okto­ber 2017 wur­de das Kreuz ent­fernt, da es maro­de und z.T. durch­ge­fault war. Die Stadt bemüht sich um Ersatz im Jahr 2018.2 Vor dem Volks­trau­er­tag 2017 wur­de vom Res­sort Grün­flä­chen und Fors­ten ein 3 Meter hohes Pro­vi­so­ri­um erstellt und auf­ge­stellt.3


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


 

Kriegerdenkmal der Gemeinde Schöller


Ganz im Wes­ten Wup­per­tals liegt -sehr gut ver­steckt- die Gemein­de Schöl­ler. Genau genom­men gehört die­se alte Gemein­de um den alten Wehr­turm erst seit 1975 zur Stadt Wup­per­tal. Im Kirch­gar­ten der roma­ni­schen Saal­kir­che der refor­mier­ten Gemein­de fin­den sich ver­schie­de­ne Grab­stei­ne. Die Kir­che selbst stammt aus dem Mit­tel­al­ter und ist damit eines der ältes­ten Bau­ten der Stadt Wup­per­tal. Laut Wiki­pe­dia wur­de das Hof­gut erst­mals 1182 erwähnt.



Die wei­ße Tafel an der hin­te­ren Wand des Kirch­gar­tens ist die Gedenk­ta­fel für die Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­krie­ges. Von nahem sieht sie so aus:



Wir sehen oben das Eiser­ne Kreuz und dar­un­ter die Inschrift:

“Den im Welt­krie­ge für König [sic!]
und Vater­land Gefal­le­nen
[9 Namen]
“Die dank­ba­re Gemein­de Schöl­ler”

Der Gedenk­stein schließt mit einer Inschrift aus dem Johan­nes Evan­ge­li­um (15,13):

 “Nie­mand hat grö­ße­re Lie­be denn die, daß er
sein Leben läßt für sei­ne Freun­de”.

Die Tafel ver­zeich­net 9 Namen inklu­si­ve Todes­da­tum und Todes­ort. Der ers­te Schöl­ler Bür­ger fiel bereits 27 Tage nach Kriegs­aus­bruch, vier wei­te­re noch 1914. Die ande­ren vier fie­len im April und Juni 1917, August 1918 und der letz­te am 10.Oktober 1918, knapp einen Monat bevor die Waf­fen schwie­gen.

Die­ser Gedenk­stein spricht nicht für sich selbst, jeder wird ihn anders inter­pre­tie­ren. Ein Mann, eine Frau, ein Kind im Jahr 1922 wird es anders gese­hen haben, als wir im Jah­re 2010. Für uns mute­te es heut­zu­ta­ge komisch an, ja fast maka­ber, für den Tod eines Mit­bür­gers, der im Krieg fiel, “dank­bar” zu sein. Doch damals emp­fand man so, dass man dank­bar war, dass die­se Men­schen als Sol­da­ten den Ver­tei­di­gungs­kampf für “König und Vater­land” führ­ten und dies so hel­den­haft taten, bis sie fie­len. Die Gefal­le­nen wer­den — gera­de nach Ein­set­zen des Stel­lungs­krie­ges in den mör­de­ri­schen Schüt­zen­grä­ben an der West­front — unter unmensch­li­chen Bedin­gun­gen gelebt haben. Sie wer­den Schreck­li­ches gese­hen haben, das man nicht in Wor­te fas­sen kann, son­dern nur erah­nen, wenn man bei­spiels­wei­se die Ver­ar­bei­tung des Erleb­ten bei Otto Dix sieht. Auf mich macht gera­de das Zitat aus dem Evan­ge­li­um des Johan­nes eines hilf­lo­sen Ein­druck, denn es passt so gar nicht in die Wirk­lich­keit des Abschlach­tens des maschi­ni­sier­ten Krie­ges von 1914–18. Es scheint der Ver­such zu sein, den Kampf und das Ster­ben erträg­li­cher zu machen, für die, die ihn über­lebt haben und die­je­ni­gen, denen der Bru­der, Vater, Sohn, Freund, Kame­rad genom­men wur­de.

Am 22. Juli 1922 wur­de das Denk­mal, das vom Bar­mer Prof. Hans Fischer ent­wor­fen und einem Düs­sel­dor­fer Stein­metz aus­ge­führt wor­den war, ein­ge­weiht. Die Kos­ten von 1000 RM und 2 Mark pro Buch­sta­ben wur­den durch Spen­den erbracht. Ein zuerst aus­ge­such­ter Ent­wurf vom Archi­tek­ten Frit­sche aus Elber­feld wur­de wegen zu hoher Kos­ten ver­wor­fen. Zunächst fand das Denk­mal sei­nen Platz zwi­schen zwei Fens­tern im Inne­ren der Kir­che, also in dau­er­haf­ter Gegen­wart der Gemein­de. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg soll­te eine zwei­te Gedenk­ta­fel ange­fer­tigt wer­den, für die aller­dings kein Platz in der Kir­che war. Man ent­schloss sich 1948 anläss­lich der Reno­vie­rung der Kir­che bei­de Tafeln außen anzu­brin­gen und ver­leg­te die Tafel schon mal neben den dama­li­gen seit­li­chen Ein­gang. Doch die zwei­te Gedenk­ta­fel wur­de zunächst nicht ange­fer­tigt. 1962 schuf man dann auf dem alten Kom­mu­nal­fried­hof ein eigen­stän­di­ges Denk­mal für die Gefal­le­nen des Zwei­ten Welt­kriegs. 1970 wur­de die Tafel bei einer aber­ma­li­gen Reno­vie­rung der Kir­che an sei­nen heu­ti­gen Platz ver­setzt.1


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te