Figurenschmuck am Barmer Rathaus

Die Atti­ka des Bar­mer Rat­hau­ses im Herbst 2012.

Am 23.April 1921 wur­de das neue Bar­mer Rat­haus ein­ge­weiht. Der Grund­stein für den vom Darm­städ­ter Pro­fes­sor Karl Roth ent­wor­fe­nen Bau wur­de bereits am 23.Mai 1908 durch Kai­ser Wil­helm II. gelegt, doch finan­zi­el­le Schwie­rig­kei­ten und der Ers­te Welt­krieg sorg­ten dafür, dass der Bau erst fer­tig gestellt wur­de, als Deutsch­land bereits eine Repu­blik war. Karl Roth, der zuvor bereits das Dresd­ner Rat­haus geplant hat­te, beauf­trag­te den Dresd­ner Bild­hau­er Richard Guhr mit der Aus­schmü­cken des Rat­hau­ses durch Bau­plas­ti­ken. Für die Atti­ka schuf Guhr dar­auf­hin die Model­le für die “acht Bei­ge­ord­ne­ten”, die vor Ort vom Bar­mer Bild­hau­er Hein­rich Ost­lin­ning geschaf­fen wur­den. Sie stel­len — von links nach rechts — die fol­gen­den Zwei­ge der städ­ti­schen Ver­wal­tung dar:


Wohl­fahrts­pfle­ge und All­ge­mei­ne Ver­wal­tung

Tief­bau und Rechts­pfle­ge
Gesund­heits­pfle­ge und Hoch­bau

Finanz­we­sen und Schul­we­sen.

Im Zwei­ten Welt­krieg wur­den die Figu­ren auf der Atti­ka beschä­digt und ent­fernt, bis sie ab 1953 vom Wup­per­ta­ler Bild­hau­er Joa­chim Wolf-Mül­ler und der Werk­statt Hugo Wes­sel­mann restau­riert wur­den, eini­ge Figu­ren wur­den auch in der Fir­ma Dor­gatehn in Duis­burg-Ham­born auf­ge­ar­bei­tet. Im Dezem­ber 1957 konn­ten sie ihren Platz in luf­ti­ger Höhe wie­der ein­neh­men.
An den Sei­ten der Frei­trep­pe fin­den sich — eben­falls von Guhr ent­wor­fen und von Ost­lin­ning aus­ge­führt — die alle­go­ri­schen Dar­stel­lun­gen der Rhein­pro­vinz und der Bar­me­nia, die das Selbst­ver­ständ­nis der Stadt selbst und ihrer Zuge­hö­rig­keit zur preu­ßi­schen Rehin­pro­vinz aus­drü­cken sol­len.


Die alle­go­ri­sche Figur der Rhein­pro­vinz “Rhen­ania” mit Kind, Schild und Adler.

Rhen­ania von der ande­ren Sei­te.

Bar­me­nia mit Helm.

… Kind und Löwe.

Über dem Sei­ten­ein­gang an der Weg­ner­stra­ße wur­de ein wie­der­um von Richard Guhr ent­wor­fe­nes und dies­mal vom Bar­mer Bild­hau­er Georg Kau­per in Muschel­kalk aus­ge­führ­tes Reli­ef ange­bracht.


Das Reli­ef an der Weg­ner­stra­ße. Es zeigt unter ande­rem einen Löwen­kopf, Put­ten, einen ver­wun­de­ten Sol­da­ten, ein jun­ges Mäd­chen, zwei Non­nen, und meh­re­re Gelehr­te oder auch Rats­her­ren. Außer­dem ist eine Flam­me auf einem Sockel aus­zu­ma­chen, an deren Scha­le ein Eiser­nes Kreuz zu sehen ist.

An der West­sei­te des Rat­hau­ses, am heu­te geschlos­se­nen Ein­gang am Heu­bruch, fin­det sich eine Bron­ze­fi­gur des aus Elber­feld stam­men­den und in Ber­lin arbei­ten­den Bild­hau­er Paul Wyn­and. Die Figur, die frü­her ver­gol­det war, sym­bo­li­siert die für Bar­men so wich­ti­ge Tex­til­in­dus­trie.


Die Figur der Tex­til­in­dus­trie mit ihrer Spin­del von Paul Wyn­and.

Paul Wyn­and ent­warf auch die Model­le der Put­ten aus Stein für den Innen­hof des Rat­hau­ses, die vom Düs­sel­dor­fer Bild­hau­er Theo­dor Haa­ke aus­ge­führt wur­den und nicht mehr exis­tie­ren. Paul Wyn­and schuf außer­dem die Bron­ze­so­ckel der bei­den Fah­nen­mas­ten auf dem Rat­haus­platz.1


Der figu­ren­rei­che Sockel.

Detail­an­sicht

Ende Mai 1999 muss­ten die 80 Jah­re alten Mas­ten wegen Rost­schä­den ent­fernt und durch rost­freie Nach­fol­ger ersetzt. Bei der Gele­gen­heit wur­den die Bron­ze­so­ckel mit ihren Figu­ren gerei­nigt und poliert. Die für 80.000 DM sanier­ten Mas­ten mit ihren Sockeln wur­den Ende Juni 2000 wie­der auf­ge­stellt.2


nsicht des Rat­hau­ses auf einer Post­kar­te, die 1932 ver­schickt wur­de. Die ursprüng­li­che Dach­form ist gut zu erken­nen. (Bild ergänzt am 7.November 2012)

Posi­ti­on der Kunst­wer­ke auf der Kar­te


Denkmal zur Erinnerung an die Befreiungskriege

Peter de Weerth (1767–1855) — Mit­glied des Elber­fel­der Stadt­rats und der in Wup­per­tal bekann­ten Fami­lie de Weerth, Stif­ter des Deweerth­schen Gar­tens — ent­schloss sich im Jahr 1815, nach dem Ende der Napo­leo­ni­schen Krie­ge und dem Beginn der Restau­ra­ti­on, den “gro­ßen Welt­ver­än­de­run­gen […] ein Denk­mahl [sic!] zu set­zen.” Dazu erhielt er am 1.März 1815 vom Düs­sel­dor­fer Bau­meis­ter Peter Cre­mer den Ent­wurf des Denk­mals und ließ ihn dann durch den Bild­hau­er Ger­hard Holt­kott aus­füh­ren. “In den ers­ten Tagen des Mona­ths [sic!] Sep­tem­ber 1815” wur­de das Denk­mal im pri­va­ten Gar­ten der Fami­lie an der Lui­sen­stra­ße errich­tet.1[1]


Foto­gra­fie des Denk­mals zur Erin­ne­rung an die Befrei­ungs­krie­ge (Datum unbe­kannt). Ver­mut­lich auf­ge­nom­men nach 1926, als der Deweerth­sche Gar­ten der Öffent­lich­keit zugän­gig gemacht wur­de. Im Hin­ter­grund ist die heu­te noch an die­sem Ort ste­hen­de Vil­la Froh­wein (s.Wikipedia) zu sehen. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 2.11.5

Das Denk­mal bestand aus einem Block aus Zie­gel­stei­nen, in deren ers­ter Rei­he laut Peter de Weerth mit­tig eine Glas­fla­sche mit Doku­men­ten zur Erklä­rung des Denk­mals und Doku­men­te des
Zeit­ge­sche­hens ein­ge­mau­ert wur­de. An der Außen­sei­te befan­den sich je vier Stein­plat­ten, die oben mit vier kup­fer­nen Ankern ver­bun­den waren. Auf ihnen befan­den sich Emble­me und Inschriften.1926 kam das Denk­mal in den Besitz der Stadt Elber­feld (zusam­men mit dem Deweerth­schen Gar­ten). 1948 ent­schloss man sich es zu ent­fer­nen, da es der Ver­brei­te­rung der
Lui­sen­stra­ße im Weg stand. Dabei fand die aus­füh­ren­de Fir­ma Hugo Wes­sel­mann die angeb­li­che Glas­fla­sche nicht, dafür aber eine Mün­ze, Medail­len und eine Plat­te mit der Inschrift:

Die­ses Denk­mal wur­de
gesetzt im August 1815
von Peter de Weerth“2[2]


Foto­gra­fie des Denk­mals, auch hier ist das Auf­nah­me­da­tum unbe­kannt. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/8/52

Peter de Werth beschrieb die Emble­me und Inschrif­ten in sei­nen pri­va­ten Auf­zeich­nun­gen fol­gen­der­ma­ßen:

“1
den Jah­res­tag der
Leip­zi­ger Völ­ker­schlacht
ein strah­len­des, all­se­hen­des Auge
1815
18.October
Gott
Vater­land
Freyheit2
zum Andenken
der Gefal­le­nen
ein Eichen­kranz
Den Hel­den
des Vaterlands3
Tag und Jahr
des Pari­ser
Frie­dens als
End­punkt der
Völ­ker­schlacht
————
Ein strah­len­der
Stern
1814
Dank dem
Ewigen4
Ende des Kon­gres­ses und
Welt­frie­dens
des­sen Tag und
Jahr noch unbe­stimmt
Ein Anker mit
Öhl­zweig
1815
Kraft
und
Dau­er“3

Sie­he auch: Gedenk­stein für Peter de Weerth


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


 

Georg Kolbes Brunnen und Skulptur “Bellona”

Foto­gra­fie des Bel­lo­na-Brun­nens, ent­stan­den  ver­mut­lich zwi­schen 1933 und 1943, da die Fah­ne im lin­ken Bild­ab­schnitt das Haken­kreuz der Natio­nal­so­zia­lis­ten zu tra­gen scheint. Im Hin­ter­grund das Hotel Kai­ser­hof, hier fin­det sich heu­te die Asphalt­wüs­te des Döp­pers­berg. Die Stra­ße, die links hin­ab führt, ist die Alte Frei­heit, man kann den Schwe­be­bahn­hof Döp­pers­berg (Köbo-Haus) erken­nen. Post­kar­ten­samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum. (Bild hin­zu­ge­fügt am 27.12.2011)

1914 bemüh­ten sich Elber­fel­der Bür­ger eine Brun­nen­an­la­ge in der dama­li­gen Grün­an­la­ge am Haupt­bahn­hof  zu errich­ten und spen­de­ten dafür 4.600 Mk, im Juli 1915 waren unter ande­rem mit­hil­fe der Zin­sen der Lüh­dorf-Platz­hoff-Stif­tung 10.000 Mk zusam­men- gekom­men. Am 6.Juli 1915 konn­te Ober­bür­ger­meis­ter Funck den Stadt- ver­ord­ne­ten mit­tei­len, dass man erfolg­reich um Mit­tel aus dem Lan­des­kunst­fonds gewor­ben hat­te und das Kul­tus­mi­nis­te­ri­um sich bereit erklärt habe, für Elber­feld einen Brun­nen zu spen­den. Die Kos­ten in Höhe von 30.000 Mk soll­ten zu einem Drit­tel von der Stadt getra­gen wer­den. Aus einem Wett­be­werb war bereits ein Ent­wurf des Bild­hau­ers Georg Kol­be als Preis­trä­ger her­vor­ge­gan­gen. Der Brun­nen besaß zwei Scha­len, aus der klei­ne­ren ergoss sich das Was­ser in eine grö­ße­re. In der Mit­te fan­den sich die bei­den Bron­ze­fi­gu­ren: Die Kriegs­göt­tin reich­te einem “erwa­chen­den Krie­ger”, so die zeit­ge­nös­si­sche Beschrei­bung, ein Schwert.1


Foto­gra­fie des Bel­lo­na-Brun­nens in der Grün­an­la­ge vor dem Haupt­bahn­hof. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum 010/3/45 (Bild hin­zu­ge­fügt am 27.12.2011)

Auf die­ser Post­kar­te ist zuse­hen, wie der Brun­nen in Betrieb mög­li­cher­wei­se aus­sah. Post­kar­te gelau­fen am 10. Janu­ar 1933. (Bild hin­zu­ge­fügt am 9. Juli 2018)

OB Funck war erfreut, dass “jedem Besu­cher der Stadt schon beim Ein­tritt eine Vor­stel­lung davon gege­ben wird, daß bei uns nicht nur die nüch­ter­ne Arbeit, son­dern auch Sinn für Höhe­res zu Hau­se ist.“2 Aller­dings dau­er­te es noch bis 1922, bis die Besu­cher den Brun­nen bewun­dern konn­ten. Roh­stoff­man­gel wäh­rend des Krie­ges und die Infla­ti­on in Fol­ge des Krie­ges ver­hin­der­ten die Auf­stel­lung. Die Kos­ten für die Stadt stie­gen so von 10.000 Mk Eigen­be­tei­li­gung und 3.00 Mk Neben­kos­ten auf 13.333 Mk Eigen­be­tei­li­gung und 12.000 Mk Neben­kos­ten (!) im Mai  1919, im Novem­ber 1921 war die Gesamt­hö­he von 47.000 MK erreicht.3


Die Figu­ren des ehem. “Elber­fel­der Brun­nens”, bzw. “Brun­nen am Haupt­bahn­hof” vor der Zen­tral­bi­blio­thek.

Kol­be scheint dem Brun­nen kei­nen Namen gege­ben haben (er nann­te es ein­fach den Elber­fel­der Brun­nen), sodass schon vor dem Auf­stel­len ver­schie­de­nen Bezeich­nun­gen kur­sier­ten. Es ging von “Krie­ger­ge­denk­brun­nen”, über “Auf­ruf” bis zur Bezeich­nung “Das Erwa­chen”, 1933 folg­te die Bezeich­nung “Krie­ger und Geni­us” durch Rudolf Bin­ding, die Bun­des­bahn­di­rek­ti­on Wup­per­tal sprach in der Fest­schrift zum 100jährigen Jubi­lä­um 1950 von “Trost und Leid” und erklär­te, dass eine Gott­heit dem ermat­te­ten Krie­ger ein Schwert rei­che. 1949 sprach die West­deut­sche Zei­tung erst von einem “Ster­ben­dem Krie­ger” und spä­ter von der “Bel­lo­na”.


Die Bel­lo­na-Grup­pe mit der klei­nen Brun­nen­scha­le vor der Zen­tral­bi­blio­thek. Post­kar­ten­samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum (Bild hin­zu­ge­fügt am 27.12.2011)

In die­sem Jahr (1949) wur­de die Figu­ren­grup­pe von der Grün­an­la­ge am Haupt­bahn­hof zur klei­nen Grün­an­la­ge neben der Stadt­bi­blio­thek (Kol­ping­s­tr.) ver­setzt. Die Fir­ma Hugo Wes­sel­mann nahm die Umset­zung vor, zunächst wur­de auch die klei­ne Brun­nen­scha­le mit­ver­setzt, spä­ter aber wie­der ent­fernt.4



Gedenkstein für Peter de Weerth

Im Som­mer 1961 ließ die Stadt am Trep­pen­auf­gang von der Lui­sen­stra­ße zur Otten­bru­cher Stra­ße einen Gedenk­stein für Peter de Weerth errich­ten. Jener Peter de Werth, an den hier erin­nert wer­den soll, wur­de am 29.Dezember 1767 in Elber­feld gebo­ren. Die ange­se­he­ne Fami­lie de Weerth läßt sich seit der Mit­te des 16.Jahrhundert in Elber­feld nach­wei­sen, im Werth in Bar­men wur­de sie 1466 erst­mals urkund­lich erwähnt. Peter de Weerth war wie einst sein Vater Wer­ner von 1798–1805 und von 1807–1831 Mit­glied des Elber­fel­der Stadt­rats und erleb­te die fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on, die Fran­zo­sen­zeit 1806 in Berg, deren Abzug 1813 und die Restau­rie­rung 1815, Berg kam zu Preu­ßen und schließ­lich kam es im März ’48 zu einer Revo­lu­ti­on.

Peter de Weerth, ver­hei­ra­tet mit Eli­sa­beth Ger­trud Wül­fing, ließ 1802 vom kur­fürst­li­chen Hof­gärt­ner Peter Joseph Len­né aus Bonn den Deweerth­schen Gar­ten anle­gen, der bis 1926 in vol­lem Umfang in den Besitz der Stadt Elber­feld über­ging.1


Gedenk­stein für Peter de Weerth.

Der Gedenk­stein wur­de von Hugo Wes­sel­mann aus Bar­men ange­fer­tigt und er trägt fol­gen­de Inschrift.

“Zur
Erin­ne­rung an
Peter de Weerth
1767 — 1855
der die­sen
Gar­ten
im Jah­re 1802
anle­gen liess”

 

Sie­he auch das von Peter de Weerth gestif­te­te Denk­mal zur Erin­ne­rung an die Befrei­ungs­krie­ge


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Denkmäler für die Gefallenen des Kapp-Putsches (1): Elberfeld

Im März 1920, vor fast hun­dert Jah­ren, putsch­ten in Ber­lin meh­re­re rechts­ge­rich­te­te Natio­na­lis­ten und ehe­ma­li­ge Offi­zie­re um den Gene­ral­land­schafts­di­rek­tor Wolf­gang Kapp, den Reichs­wehr­ge­ne­ral Walt­her von Lütt­witz und die Mari­ne­bri­gar­de Ehr­hardt. Die Regie­rung der Wei­ma­rer Repu­blik floh erst nach Dres­den und dann nach Stutt­gart. Nach fünf Tagen brach der Auf­stand, der bür­ger­kriegs­ähn­li­che Zustän­de in die jun­ge Repu­blik gebracht hat­te, zusam­men.
Auch im Wup­per­tal wur­de gekämpft. Zen­trum der Kämp­fe waren die Stadt­gren­zen zwi­schen Elber­feld und Bar­men am Osters­baum, Neu­en­teich und Klau­sen. Um die 50 Tote wur­den — je nach Quel­le — gezählt. Ein Jahr spä­ter, am 20.März 1921, wur­den auf den Ehren­fried­hö­fen der Städ­te Bar­men und Elber­feld Denk­mä­ler ein­ge­weiht, am 18.März 1923 folg­te ein Denk­mal auf dem ev.ref.Friedhof in Cro­nen­berg.
In die­sem Bei­trag soll es zunächst um das Elber­fel­der Denk­mal gehen, die ande­ren wer­den in den nächs­ten Tagen fol­gen. Bei­de Denk­mä­ler wur­den -bezeich­nen­der­wei­se- auf den Ehren­fried­hö­fen errich­tet, vom Elber­fel­der Archi­tek­ten Hein­rich Mül­ler ent­wor­fen und man bestat­te­te eini­ge der Gefal­le­ne dort. Auf dem Elber­fel­der Ehren­fried­hof wur­de der unte­re Bereich der gro­ßen Lich­tung aus­ge­wählt. In einer Rei­he fin­den sich dort die 20 Grab­mä­ler, in der Mit­te steht als Denk­mal ein stei­ner­ner Sar­ko­phag.
Denk­mal und Grab­mä­ler des Kapp-Put­sches

Die Gestal­tung der Grab­mä­ler unter­schei­det sich deut­lich von denen der Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­kriegs, denen der Ehren­fried­hof gewid­met ist. Es sind ein­fa­che Stein­ta­feln, oben spitz zulau­fend, die Namen und Lebens­da­ten des Toten ver­zeich­nen.


Denk­mal und Grab­stein von Karl Dahl, im Hin­ter­grund Gedenk­stei­ne von Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­kriegs

Eine Bron­ze­ta­fel an der Vor­der­sei­te des Sar­ko­phags ver­zeich­net fol­gen­de Inschrift:

Doch fall ich unbe­siegt,
und mei­ne Waf­fen sind nicht gebro­chen
-nur mein Her­ze brach.”

Die Zei­len stam­men aus einem Gedicht von Hein­rich Hei­ne: “Enfant per­du”.
Blick auf den Elber­fel­der Ehren­fried­hof

Die Tafeln, Grab­stei­ne und Denk­mä­ler sind kei­ne Ori­gi­na­le. 1933 lie­ßen die Natio­nal­so­zia­lis­ten die Denk­mä­ler zer­stö­ren. 1946 wur­de die Grab­stei­ne erneu­ert, 1947 erneu­er­teJ Hugo Wes­sel­mann den Sar­ko­phag. 1981 wur­de die Bron­ze­ta­fel ver­misst, wann sie erneu­ert wur­de, ist unklar. Seit 2003 gibt es am Osters­baum ein wei­te­res Denk­mal. 1


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Denkmal für ermordete russische Zwangsarbeiter auf dem ev.-ref. Cronenberger Friedhof

Es war der 28.August 1945, als man nach Ver­hö­ren von drei Poli­zis­ten im Burg­holz ein Mas­sen­grab mit 28 ermor­de­ten Rus­sen, Polen und Bel­gi­ern fand. Es waren Zwangs­ar­bei­ter, dar­un­ter fünf Frau­en, die in den letz­ten Tagen des Krie­ges getö­tet wur­den. Am 31.August 1945 wur­den sie ein­zeln auf dem Refor­mier­ten Fried­hof in Cro­nen­berg an der Schor­fer Str. beer­digt. Anwe­send waren deut­sche Poli­zis­ten, fran­zö­si­sche, eng­li­sche und rus­si­sche Sol­da­ten.
Der genaue Tat­her­gang ist im Ein­trag zur 2004 am Ort des Ver­bre­chens errich­te­ten Gedenk­ta­fel beschrie­ben.

Im Okto­ber des Jah­res wur­de eine Anord­nung des eng­li­schen Mili­tär­re­gie­rung aus­ge­führt und vom Bar­mer Stein­bild­hau­er Hugo Wes­sel­mann nach einem Ent­wurf rus­si­scher Offi­zie­re ein Denk­mal errich­tet.


Denk­mal für ermor­de­te rus­si­sche Zwangs­ar­bei­ter

Die rus­si­sche Inschrift lau­tet in Über­set­zung laut einer Infor­ma­ti­ons­ta­fel:

“Ewi­ges Geden­ken den Kämp­fern
gegen den Faschis­mus.
Hier lie­gen die Lei­chen von
30 sowje­ti­schen Patrio­ten.
Erschos­sen von deut­schen
faschis­ti­schen Hen­kern.”

Die Grä­ber, die sich unmit­tel­ba­rer Nähe befin­den, stam­men von 23 rus­si­schen Zwangs­ar­bei­tern, die bei Luft­an­grif­fen auf Cro­nen­berg ums Leben kamen.


Grab einer rus­si­schen Zwangs­ar­bei­te­rin

Die Grab­plat­ten ver­zeich­nen in der Regel Namen und Lebens­da­ten der Ver­stor­be­nen. Unter den Toten waren auch zwei Kin­der.


Grab einer rus­si­schen Zwangs­ar­bei­ters

Die­ses anony­me Grab ist eine Aus­nah­me. Die Grab­mä­ler wur­den 1987 erneu­ert.

Schon wäh­rend des Krie­ges wur­den auf dem evan­ge­lisch-refor­mier­ten Fried­hof, rus­si­sche (viel­leicht ortho­do­xe, viel­leicht athe­is­ti­sche) Zwangs­ar­bei­ter bestat­tet.1 2004 wur­de am Ort des Ver­bre­chens eine Gedenk­ta­fel ein­ge­weiht.
2015 wur­de die Anla­ge saniert.2

 


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Kriegerdenkmal des Reserve-Infanterie-Regiments 53

Am 17. Juli 1938 wur­de in den Bar­mer Anla­gen, auf dem Ernst-v.-Eynern-Platz, ein Denk­mal des Reser­ve-Infan­te­rie-Regi­ments 53 ein­ge­weiht. Es besteht aus frän­ki­schem Musche­kalk und ist “Den gefal­le­nen Hel­den des Reser­ve Inf. Reg. 53” geweiht.
Bereits seit 1930 wur­de das Ehren­mal geplant. Der Sockel, in dem eine Kas­set­te mit Doku­men­ten hin­ter­legt wur­de, misst 180 x 90 x 20 cm, das Pos­ta­ment ist 150 cm lang, 60 cm tief und 258 cm hoch und besteht aus drei auf­ein­an­der gesetz­ten, gleich gro­ßen Ele­men­ten. Der Ent­wurf stamm­te vom Bild­hau­er Fritz Lücken und wur­de von Hugo Wes­sel­mann aus­ge­führt.

Das Reser­ve-Infan­te­rie-Regi­ment 53 bestand aus Solin­gern, Bar­mern und Elber­fel­dern und wur­de bereits im August 1914 ein­ge­setzt und hat­te im Ers­ten Welt­krieg bei den Schlach­ten um Peron­ne, Ver­dun, der Mar­ne-Ais­ne-Schlacht und bei Cer­ny gro­ße Ver­lus­te erlit­ten. Von drei Batail­lio­nen kehr­ten nur zwei im Dezem­ber 1918 zurück. Von 2000 Mann fie­len 1500, dar­un­ter 800 Bar­mer. Auf dem Bar­mer Ehren­fried­hof, der sich in der Nähe befin­det, sind 33 Kame­ra­den die­ses Regi­ments bei­ge­setzt.
Ins­ge­samt waren aus dem Wup­per­tal 11.920 Män­ner gefal­len, rief Stadt­rat Weh­rens den Teil­neh­mern der Ein­wei­hungs­fei­er in Erin­ne­rung. Er nahm das Denk­mal in die Obhut der Stadt.1


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te