Kriegerdenkmal der niederländisch-reformierten Gemeinde

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Das Krie­ger­denk­mal der nie­der­län­disch-refor­mier­ten Gemein­de auf dem Fried­hof an der Katern­ber­ger Stra­ße.

Am 8. Dezem­ber 1953 beschloss das Pres­by­te­ri­um der nie­der­län­disch-refor­mier­ten Gemein­de das bestehen­de Krie­ger­denk­mal für die Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­kriegs, das bis­lang nicht doku­men­tiert ist, durch ein Krie­ger­denk­mal für die Gefal­le­nen bei­der Welt­krie­ge zu erset­zen. Ver­mut­lich wur­de der neue Gedenk­stein vom Wup­per­ta­ler Stein­metz Aretz her­ge­stellt.1 1961 wur­de der Basis­kör­per nach unten ver­län­gert und die alten drei Gedenk­ta­feln wur­den durch sechs neue, ein­heit­li­che ersetzt. Auf dem Denk­mal sind neben den Namen der Gefal­le­nen das Todes­da­tum, zwei Stahl­hel­me, vier Schwer­ter und die Inschrift zu sehen:


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1914 1918
Für’s Vater­land
1939 — 1945”


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Die unte­re rech­te Tafel trägt zusätz­lich noch vier Namen von Opfern des Luft­an­griffs auf Elber­feld vom 25. Juni 1943

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Gedenkstein für Johan Bastiaan Benner

Den Gedenk­stein ziert ein Rosen­strauch, wie alle Grä­ber des Fried­hofs.

Am 25. Sep­tem­ber 2015 weih­te die nie­der­län­disch-refor­mier­te Gemein­de auf ihrem male­ri­schen Fried­hof am Katern­berg einen Gedenk­stein für den nie­der­län­di­schen Zwangs­ar­bei­ter Johan Bas­tia­an Ben­ner, genannt Bas, ein. Er wur­de 1907 in Rot­ter­dam gebo­ren, mach­te eine Schrei­ner-Leh­re, hei­ra­te­te 1935 sei­ne Frau Fien und bekam mit ihr 1942 ein lang­ersehn­tes Kind namens Hans. Am 10. und 11. Novem­ber 1944, in den letz­tem Kriegs­mo­na­ten, zwan­gen die Deut­schen in Rot­ter­dam 50.000 Män­ner zur Arbeit nach Deutsch­land. Meh­re­re nie­der­län­di­sche Zwangs­ar­bei­ter fan­den Hil­fe und auch Unter­schlupf im Haus von Pas­tor Bück­mann, der der nie­der­län­disch-refor­mier­ten Gemein­de in die­ser Zeit vor­stand. Bas Ben­ner hat­te schon in den Nie­der­lan­den mit einer Lun­gen­krank­heit zu kämp­fen und ver­lor den Kampf unter den Bedin­gun­gen der Zwangs­ar­beit am 22. Febru­ar 1945. Am 1. März 1945 wur­de er auf dem Fried­hof an der Katern­ber­ger Stra­ße bei­gesetzt. Ver­mut­lich 1955 wur­den sei­ne Gebei­ne auf den Ehren­fried­hof für die nie­der­län­di­schen Kriegs­op­fer in Düs­sel­dorf-Ober­bilk über­führt.


Nach­dem eine Enke­lin Bas Ben­ners die Spu­ren ihres Groß­va­ters such­te, wur­de der Kon­takt zur Gemein­de in Wup­per­tal wie­der her­ge­stellt. Die nie­der­län­disch-refor­mier­te Gemein­de erklärt zu dem Gedenk­stein:

Wir möch­ten der Erin­ne­rung an das Leben und Lei­den von Bas Ben­ner mit dem Gedenk­stein eine blei­ben­de Gestalt geben. Sei­ne Ver­schlep­pung und das dar­aus ent­stan­de­ne Elend ste­hen stell­ver­tre­tend für das Leid von 20.000 bis 25.000 Zwangs­ar­bei­tern, die in den Kriegs­jah­ren in Wup­per­tal ver­sklavt und aus­ge­beu­tet wur­den. Min­des­tens 1.107 von ihnen star­ben dabei. Mit dem Gedenk­stein erin­nern wir an das Leid, das ver­meint­lich min­der­wer­ti­gen Men­schen ange­tan wur­de. Und gleich­zei­tig erin­nern wir an die klei­nen, unschein­ba­ren Taten des Mit­leids und der Güte.“1


Eine aus­führ­li­che­re Beschrei­bung von Bas Ben­ners Leben und der Geschich­te des Gedenk­steins fin­det sich in einem Info­blatt der Gemein­de.

Der Gedenk­stein

Die Inschrift lau­tet:

Im Geden­ken an
Johan Bas­ti­an Ben­ne­rIm 2.Weltkrieg als einer von
vie­len tau­sen­den Zwangs­ar­bei­tern
nach Wup­per­tal ver­schleppt
geb. 14. Sept. 1907 in Rot­ter­dam, NL
gest 22.Febr.1945 in Elber­feld
hier am 1. März 1945 beerdigt“Kommt, wir wol­len
wie­der zum herrn!
Denn er hat uns zer­ris­sen,
er wird uns auch hei­len.”
hosea 6,1″

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te