Kugelpyramide

Die Kugel­py­ra­mi­de von Rein­hold Baron in Ober­bar­men.

1989 wur­de das ehe­ma­li­ge “Lud­wigs­plätz­chen” in der Elber­fel­der Nord­stadt nach Plä­nen der Archi­tek­ten­grup­pe “Baron & Part­ner” und mit Mit­teln der Stadt­er­neue­rung des Lan­des NRW umge­stal­tet und in “Hele­ne-Weber-Platz” umbe­nannt. Im Zen­trum stand bei der Ein­wei­hung am 8. Dezem­ber 1989 die von Rein­hold Baron ent­wor­fe­ne Kugel­py­ra­mi­de aus brau­nen Beton­ku­geln mit einem Durch­mes­ser von 35cm. Zwar waren die Beton­ku­geln mit Eisen­stan­gen ver­bun­den, das ver­hin­der­te jedoch nicht, dass die Skulp­tur mehr­fach zer­stört und schließ­lich ein­ge­la­gert wur­de.1 Im Juli 1997 wur­de sie vor der Alten Fär­be­rei in Ober­bar­men auf­ge­stellt und befin­det sich dort noch heu­te.2

Berliner Pumpe

Die Ber­li­ner Pum­pe auf dem Ber­li­ner Platz.

Am 21. Juni 1987 weih­ten der Wup­per­ta­ler Bür­ger­meis­ter Kurt Drees und der Ber­li­ner Bezirks­bür­ger­meis­ter von Schö­ne­berg, Rüdi­ger Jakesch, auf dem Ber­li­ner Platz sowohl das Namens­schild des so benann­ten Schö­ne­ber­ger Ufers, als auch die soge­nann­te Ber­li­ner Pum­pe ein. Ber­lin-Schö­ne­berg ist seit 1964 Part­ner­stadt von Wup­per­tal. Stif­ter waren die Spar­kas­sen Ber­lin und Wup­per­tal. Die “Ber­li­ner Pum­pe” war zum Zeit­punkt der Auf­stel­lung voll funk­ti­ons­fä­hig und schöpf­te trink­ba­res Was­ser aus 30 Metern Tie­fe, das dann in ein fla­ches Sand­stein­be­cken floß. Die Pum­pe ist ein 1978 ange­fer­tig­ter Nach­guss einer der ca. 2000 erhal­ten geblie­be­nen Lauch­ham­mer Pum­pen, die im Ber­li­ner Stadt­ge­biet seit 1894 das Was­ser schöp­fen und nach der Kunst­gie­ße­rei in Ober­schle­si­en benannt sind. Auch wenn kein Schild vor­han­den ist, so macht die Kenn­zeich­nung an der Pum­pe und der Ort des Gesche­hens deut­lich, dass die Pum­pe die Ver­bun­den­heit der Wup­per­ta­ler mit der damals geteil­ten deut­schen Haupt­stadt bezeu­gen soll.1





Mutter mit Kind

Mut­ter mit Kind.

Am 11. Juni 1981 wur­de im neu­ge­stal­te­ten “Park” an der Rosen­au am Ende der Schwe­be­bahn­stre­cke in Ober­bar­men die Plas­tik “Mut­ter mit Kind” des Wup­per­ta­ler Bild­hau­ers Udo Mey­er ein­ge­weiht. Im Vor­feld hat­te es eini­ge Ver­stim­mun­gen zwi­schen der Stadt und der Bezirks­ver­tre­tung gege­ben, da sich die Kunst­kom­mis­si­on bei der Ver­ga­be der künst­le­ri­schen Arbei­ten aus Zeit­man­gel dazu ent­schloss, kei­nen Wett­be­werb durch­zu­füh­ren und die Plas­tik ein­fach bei einem Besuch im Ate­lier des Künst­lers, dem ehe­ma­li­gen Som­mer­sitz der Von der Heydts auf der Königs­hö­he, aus­such­te.


Die Plas­tik zeigt eine sit­zen­de Mut­ter mit einem Säug­ling, hat eine Höhe von 65 cm und ist auf einem Gra­nit­so­ckel ange­bracht. Udo Mey­er erklär­te, er habe die Ruhe und Gelas­sen­heit mit­tel­al­ter­li­cher Male­rei vor Augen gehabt. Kind und Mut­ter sei­en zwar abge­na­belt, bil­den aber immer noch eine Ein­heit. Die Kos­ten betru­gen 56.000 DM.1

Wasserspiele auf dem Berliner Platz

1968 beschloss die Stadt Wup­per­tal in Bar­men und Ober­bar­men zwei “Was­ser­spie­le” zu errich­ten. Die Anla­ge an der Kreu­zung Alter Markt, zwi­schen Fischer­tal und der Schwe­be­bahn­sta­ti­on wur­de aller­dings nie ver­wirk­licht. Am Ber­li­ner Platz wur­den die  “Was­ser­spie­le” aber gebaut. Sie bestan­den aus einem qua­dra­ti­schem, fünf Meter brei­ten Was­ser­be­cken mit unter­schied­li­chen Boden­hö­hen und sechs in zwei Rei­hen ange­ord­ne­ten Fon­tä­nen. Wahr­schein­lich Anfang 1970 wur­de die Anla­ge fer­tig­ge­stellt.1


Der Ber­li­ner Platz auf einer unda­tier­ten Foto­gra­fie. Auf­grund der O-Bus-Lei­tun­gen und des Andert­halb­de­ckers im Hin­ter­grund dürf­te die Auf­nah­me spä­tes­tens 1971 ent­stan­den sein. (Dank an Micha­el Schad (@wupperbild) für den Hin­weis) Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 13.3.4

1991 wur­de der Platz, der damals den Bus­bahn­hof und eine Stra­ßen­bahn­hal­te­stel­le mit Unter­füh­rung beher­berg­te, bei der Umge­stal­tung der B7 zu einer bus­frei­en Zone. Die Bus­hal­te­stel­len wur­den vor den Bahn­hof ver­legt, die Schwe­be­bahn­sta­ti­on umge­baut (neue Auf­gän­ge) und die Stra­ßen­bahn­hal­te­stel­le zurück­ge­baut. Im Zuge des Umbaus  ver­schwan­den höchst­wahr­schein­lich auch die Was­ser­spie­le.2

Berliner Bär

Das Ber­li­ner Wap­pen­tier, der Bär, ziert den Gedenk­stein auf dem Ber­li­ner Platz.

Am 30. April 1971 wur­de um 15 Uhr auf dem Ber­li­ner Platz in Ober­bar­men der Ber­li­ner Bär vom Wup­per­ta­ler Bild­hau­er Fritz Ber­nuth ein­ge­weiht. Der “Ber­lin-Gedenk­stein” besteht aus hell­grau­em Gra­nit, ist 3,5 Meter hoch und 2,5 Ton­nen schwer. Zur Ein­wei­hung war eine Ber­li­ner Dele­ga­ti­on zu Gast, der Ber­li­ner Bezirks­bür­ger­meis­ter des Paten­stadt­teils Schö­ne­berg, Hans Kett­ler, nahm die Ein­wei­hung vor. Die Wup­per­ta­ler CDU war die­sem Akt fern­ge­blie­be­nen, das sie vier Tage zuvor in einer Abstim­mung über den Abriss das Mahn­mals zur Ber­li­ner Mau­er im Rat­haus unter­le­gen hat­te.

In sei­ner Ein­wei­hungs­re­de erklär­te Ober­bür­ger­meis­ter Gott­fried Gur­land, dass der Ber­li­ner Bär zwar eine künst­le­ri­sche Berei­che­rung des Plat­zes dar­stel­le, die­se aber hin­ter der poli­ti­schen Bedeu­tung zurück­tre­te, näm­lich der Tei­lung Ber­lins. Die Ber­li­ner wüss­ten bes­ser, was die Tei­lung bedeu­te und sie woll­ten kein Pathos, womit er Bezug zur Debat­te im Wup­per­ta­ler Rat­haus nahm.1

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Kreuzigungsgruppe St. Johann Baptist

1938 wur­de der neu­go­ti­sche Altar­raum der 1890 von Ger­hard August Fischer gebau­ten Ober­bar­mer Kir­che St. Johann Bap­tist umge­stal­tet. Die Ver­ant­wor­tung hier­für lag bei Prof. Dr. Hup­pertz, einem Mit­glied der Düs­sel­dor­fer Kunst­aka­de­mie. Für die Umge­stal­tung ent­warf der Düs­sel­dor­fer Bild­hau­er  Ernst Gott­schalk 1941 eine Kreu­zi­gungs­grup­pe und fer­tig­te bis zum zu sei­nem plötz­li­chen Tod im fol­gen­den Jahr den Kru­zi­fix an. Nach sei­nem Ent­wurf voll­ende­te der Bild­hau­er Edu­ard Kauf­mann die Sei­ten­fi­gu­ren und die Kreu­zi­gungs­grup­pe wur­de in der Kir­che auf­ge­stellt. Beim Luft­an­griff auf Ober­bar­men am 13. März 1945 wur­de die Kir­che teil­wei­se zer­stört und die Kreu­zi­gungs­grup­pe so beschä­digt, dass eine Restau­rie­rung not­wen­dig wur­de. Mit­te der 1960er Jah­re wur­de sie an süd­li­chen Außen­wand unter frei­em Him­mel auf­ge­stellt.


Die Kreu­zi­gungs­grup­pe an der Kir­che St. Johann Bap­tist.

Die Kreu­zi­gungs­grup­pe aus Sand­stein befin­det sich auf einem etwa drei Meter brei­ten und 50cm hohen Sockel. Auf ihm erhebt sich in der Mit­te das vier Meter hohe Kreuz mit dem gekreu­zig­ten Chris­tus. Vom Betrach­ter aus an sei­ner lin­ken Sei­te ste­hen die zu ihm auf­schau­en­de Maria Mag­da­le­na und der trau­ern­de Jün­ger Johan­nes, der den Blick abwen­det. An der rech­ten Sei­te steht auf­recht der Namens­pa­tron der Kir­che, Johan­nes der Täu­fer, der mit einem über­lan­gen Fin­ger der rech­ten Hand auf Jesus Chris­tus zeigt. Die Dar­stel­lung spielt dabei auf einen Bibel­vers aus Johan­nes 1,29 an (“Sie­he, das ist Got­tes Lamm, das der Welt Sün­de trägt”) und erin­nert an das Isen­hei­mer Altar­bild von Mat­thi­as Grü­ne­wald.1


Bernhard-Letterhaus-Gedenktafel in der Kirche St. Johann Baptist

Am 6. Novem­ber 1999 wur­de in der Ober­bar­mer Kir­che St. Johann Bap­tist durch den Weih­bi­schof Dr. Klaus Dick eine Gedenk­ta­fel für den in die­ser Kir­che getauf­ten Wider­stands­kämp­fer Bern­hard Let­ter­haus ein­ge­weiht. Sie wur­de neben dem Ein­gang der Tauf­ka­pel­le ange­bracht. Weni­ge Tage spä­ter, am 14. Novem­ber 1999 jähr­te sich der gewalt­sa­me Tod Let­ter­haus’ zum 55.Mal.1


Links die Gedenk­ta­fel für Bern­hard Let­ter­haus.

Emil Bern­hard Let­ter­haus wur­de am 10.Juli 1894 in Bar­men gebo­ren. Sein Vater war Schuh­ma­cher­meis­ter und das Eltern­paar streng katho­lisch. Er absol­vier­te die Volks­schu­le, anschlie­ßend eine Leh­re als Band­wir­ker und ging dann an die Preu­ßi­sche Höhe­re Fach­schu­le für Tex­til­in­dus­trie, wo er zum Tex­til­tech­ni­ker aus­ge­bil­det wur­de. Im Ers­ten Welt­krieg erlitt er meh­re­re Ver­wun­dun­gen und erhielt das Eiser­ne Kreuz I.Klasse. 1920 ging er zum Zen­tral­ver­band der christ­li­chen Tex­til­ar­bei­ter nach Düs­sel­dorf und bil­de­te sich an der Staat­li­chen Fach­schu­le für Wirt­schaft sowie in eige­nen Stu­di­en fort. 1927 kam er zum West­deut­schen Ver­band der katho­li­schen Arbei­ter­ver­ei­ne, 1928 wur­de er Abge­ord­ne­ter im Rhei­ni­schen Pro­vin­zi­al­land­tag und im Preu­ßi­schen Land­tag für den Wahl­kreis Düs­sel­dorf-Ost, den er als Mit­glied der katho­li­schen Zen­trums­par­tei gewann. Bereits Anfang Sep­tem­ber 1930 rief er als Vize­prä­si­dent des Deut­schen Katho­li­ken­ta­ges zur Abwehr der NSDAP auf. Nach­dem die­se 1933 die Regie­rungs­ge­walt über­nom­men hat­te, warb er in katho­li­schen Krei­sen für den Wider­stand gegen den Natio­nal­so­zia­lis­mus. Bis 1939 ver­lor er peu á peu sei­ne Beschäf­ti­gungs­fel­der in kirch­li­chen Ver­ei­nen und Orga­nen, da die­se ver­bo­ten und auf­ge­löst wur­den. 1939 wur­de er zum Wehr­dienst ein­ge­zo­gen und nahm an Kriegs­hand­lun­gen sowohl an der West- als auch an der Ost­front teil. 1942 wur­de er zum Haupt­mann beför­dert und zum Ober­kom­man­do der Wehr­macht nach Ber­lin ver­setzt. Spä­tes­tens seit 1942 war Let­ter­haus Mit­glied des sog. “Köl­ner Krei­ses” in dem sich Geg­ner der NS-Regimes aus den ehe­ma­li­gen katho­li­schen Arbei­ter­ver­ei­nen, christ­li­chen Gewerk­schaf­ten und der Zen­trums­par­tei tra­fen. Er hat­te enge Kon­tak­te zu den Atten­tä­tern des 20.Juli 1944 und war von ihnen als “Poli­ti­scher Beauf­trag­ter” des Wehr­krei­ses VI mit Sitz in Müns­ter vor­ge­se­hen und soll­te im Kabi­nett Goerde­ler Auf­bau­mi­nis­ter wer­den. Eine per­sön­li­che Betei­li­gung am Hit­ler-Atten­tat lehn­te Let­ter­haus aller­dings ab. Auf eine Flucht in die Nie­der­lan­de nach dem Schei­tern des Atten­tats ver­zich­te­te er. Am 25.7.1944 wur­de er ver­haf­tet. Am 13.11.1944 wur­de Bern­hard Let­ter­haus vom berüch­tig­ten Volks­ge­richts­hof zum Tode ver­ur­teilt und am nächs­ten Tag im Straf­ge­fäng­nis Ber­lin-Plöt­zen­see hin­ge­rich­tet.2


Die Gedenk­ta­fel.

Die Gedenk­ta­fel, die “Beleg sein soll, für die Kraft eines leben­di­gen Glau­bens in gott­lo­ser Zeit“3 trägt fol­gen­de Inschrift:

” ‘Ihr sollt mei­ne Zeu­gen sein’
Zum Geden­ken an
Bern­hard Let­ter­haus
Mär­ty­rer des 20.Jahrhunderts

Gebo­ren am 10.7.1894 in Hecking­hau­sen
getauft am 23.7.1894 in die­ser Kir­che
Ver­bands­se­kre­tär der kath. Arbei­ter­ver­ei­ne
Mit­glied des Preus­si­schen Land­ta­ges
Vize­prä­si­dent des 69.Deutschen Katho­li­ken­ta­ges
wegen Wider­stand gegen das NS-Regime
am 14.11.1944 in Ber­lin hin­ge­rich­tet.”


Wei­te­re Online-Quel­len zum Leben Bern­hard Let­ter­haus’ fin­den sich auf der Web­sei­te zur Fuß­no­te 2.In Wup­per­tal wur­de nach Bern­hard Let­ter­haus eine Stra­ße benannt, es gibt ein Bern­hard-Let­ter­haus-Archiv und außer­dem eine Bern­hard-Let­ter­haus-Gedenk­ta­fel am Stand­ort des Hau­ses, in dem er sei­ne Jugend ver­brach­te, einen Bern­hard-Let­ter­haus-Gedenk­stein, ein Let­ter­haus-Reli­ef an der nach ihm benann­ten katho­li­schen Haupt­schu­le und ein Ehren­grab auf dem Fried­hof Schüt­zen­stra­ße.


Gedenktafel von “Tura” Wuppertal

Turn und Rasen­sport betrieb der Ver­ein Tura Wup­per­tal, der aus ande­ren Ver­ei­nen her­vor­ge­gan­gen war, am Sport­platz am Höfen in Ober­bar­men in den 1930er Jah­ren. Dort stell­te man auch Ende der 30er einen Gedenk­stein auf. Die Inschrift auf einer Kup­fer­ta­fel lau­te­te:


Wir star­ben
damit Deu­sch­land lebe.
Unse­ren Hel­den
1914–1918
‘Tura’ Wup­per­tal”


Nach dem Zwei­ten Welt­krieg wur­de aus “Tura” der TSV Grün-Weiß Wup­per­tal. In den 70er Jah­ren wur­de die Tafel erneu­ert. Auf der neu­en schwar­zen Gra­nit­ta­fel lau­tet nun die Inschrift:


Den Ver­stor­be­nen
und Gefal­le­nen
des Ver­eins ein
ehren­des Geden­ken
TSV GWW
Wup­per­tal”



Der Gedenk­stein steht direkt neben der Trep­pe zum Club­haus am Sport­platz.1