Johannes-Rau-Gedenktafel

Am 2. Febru­ar 2009, weni­ge Tage nach­dem sich der Todes­tag Johan­nes Raus zum drit­ten Mal gejährt hat­te, wur­de im Foy­er des Bar­mer Rat­hau­ses eine zwei Zen­ti­me­ter dicke Acryl­ta­fel zum Geden­ken an den Wup­per­ta­ler Ehren­bür­ger und ehe­ma­li­gen deut­schen Bun­des­prä­si­den­ten, Johan­nes Rau, ein­ge­weiht. Ober­bür­ger­meis­ter Jung und sei­ne Amts­vor­gän­ge­rin Ursu­la Kraus nah­men die Ent­hül­lung um 16.30 Uhr vor. Johan­nes Rau habe die Stadt “Außer­or­dent­li­ches zu ver­dan­ken” erklär­te Ober­bür­ger­meis­ter Jung und beton­te, dass vie­le Wup­per­ta­ler trau­rig sei­en, dass er in Ber­lin bestat­tet wor­den sei. Des­halb habe man eine pro­mi­nen­te Stel­le gefun­den, um in sei­ner Hei­mat­stadt an ihn zu geden­ken und das Rat­haus als Ort sei­nes Wir­kens habe ich da natür­lich ange­bo­ten. Die 60 mal 52,5 Zen­ti­me­ter gro­ße Tafel trägt fol­gen­de Inschrift: 1


Die Gedenk­ta­fel für Johan­nes Rau. Lei­der lässt die Aus­füh­rung in Glas kein gutes Foto zu.

Zum Geden­ken an den Ehren­bür­ger unse­rer Stadt

Johan­nes Rau

Gebo­ren  am 16.1.1931 in Wup­per­tal
Ver­stor­ben am 27.1.2006 in Ber­lin

Wup­per­ta­ler Ober­bür­ger­meis­ter 1969 — 1970
Minis­ter­prä­si­dent des Lan­des NRW 1978 — 1998
Bun­des­prä­si­dent 1999 — 2004”


Johan­nes Rau, sei­ne Lebens­da­ten sind auf der Gedenk­ta­fel ver­merkt, brach 1948 den Besuch des Gym­na­si­ums an der Sie­ges­stra­ße, das heu­te sei­nen Namen trägt, ab, mach­te eine Leh­re als Buch­händ­ler und enga­gier­te sich in der Beken­nen­den Kir­che. 1952 begann er als Ver­lags­buch­händ­ler zu arbei­ten. Sei­ne ers­te poli­ti­sche Akti­vi­tät führt ihn im sel­ben Jahr zur Gesamt­deut­schen Volks­par­tei, die von Gus­tav Hei­ne­mann aus Pro­test gegen die Wie­der­be­waff­nung gegrün­det wor­den war und wur­de Orts­vor­sit­zen­der in Wup­per­tal. 1954 wur­de er Geschäfts­füh­rer des Jugend­dienst-Ver­lags, erhielt 1962 einen Sitz im Vor­stand und war von 1965 bis 1967 Direk­tor des Ver­lags. Nach­dem sich die GVP 1957 auf­lös­te, ging Rau zur SPD. Ab 1968 gehör­te er zum Par­tei­vor­stand und wur­de ein Jahr spä­ter Ober­bür­ger­meis­ter von Wup­per­tal. Bereits 1970 wech­sel­te er als Minis­ter für Wis­sen­schaft und For­schung ins Kabi­nett des Minis­ter­prä­si­den­ten Heinz Kühn nach Düs­sel­dorf. 1978 wur­de er Minis­ter­prä­si­dent Nord­rhein-West­fa­lens und behielt die­ses Amt 20 Jah­re inne. 1987 unter­lag er als Bun­des­kanz­ler­kan­di­dat dem amtie­ren­den Kanz­ler Hel­mut Kohl. 1994 und 1999 trat er zur Wahl als Bun­des­prä­si­dent an und gewann die Wahl 1999 im zwei­ten Wahl­gang. Als ers­tes deut­sches Staats­ober­haupt sprach er 2000 vor dem israe­li­schen Par­la­ment (der Knes­set) und bat dort das jüdi­sche Volk und Isra­el um Ver­ge­bung für die Ver­bre­chen des
Holo­caust. Am 27.Januar 2006 starb der drei­fa­che Vater und Ehe­mann von Chris­ti­na Rau in Ber­lin, wo er auch bestat­tet wur­de.2

Der Rat­haus­platz in Bar­men trägt seit  dem 11. Mai 2006 den Namen Johan­nes-Rau-Platz. Bereits 2007 wur­de auf dem Cam­pus Freu­den­berg der Ber­gi­schen Uni­ver­si­tät eine Büs­te zur Erin­ne­rung an Johan­nes Rau ein­ge­weiht.

Gedenktafel für die Wuppertaler Trümmerfrauen

Am 8.Mai 2012, 67 Jah­re nach dem Ende des Zwei­ten Welt­kriegs, wur­de im Rat­haus Bar­men eine Gedenk­ta­fel für die Trüm­mer­frau­en Wup­per­tals ein­ge­weiht, die der “För­der­ver­ein Trüm­mer­frau­en e.V.” gestif­tet hat­te. Sie erin­nert an jene Frau­en, die  teils frei­wil­lig, teils von den Besat­zungs­mäch­ten ver­pflich­tet, nach dem Krieg dabei hal­fen, ca. fünf Mil­lio­nen Ton­nen Schutt aus den Rui­nen der Stadt weg­zu­räu­men. Die meis­ten von ihnen, wie Hel­ga Ste­fes, die noch 2011 einem Fern­seh­team des WDR (Bei­trag ist online ver­füg­bar) von ihrer Arbeit erzäh­len konn­te, erleb­ten die­se spä­te öffent­li­che Ehrung nicht mehr mit.1Anwe­send waren ca. 90 Freun­de, För­de­rer und Mit­glie­der des Ver­eins, Ver­tre­ter aus den Frak­tio­nen und Bür­ger­meis­te­rin Ursu­la Schulz, als die Vor­sit­zen­de und Initia­to­rin des För­der­ver­eins, Inge­borg Gal­brecht, zusam­men mit Ober­bür­ger­meis­ter Peter Jung die Tafel ent­hüll­te.2 Sie hängt im Foy­er des Rat­hau­ses am Zugang zum Licht­hof und damit, wie vom För­der­ver­ein erbe­ten, gegen­über der Gedenk­ta­fel für die Opfer des Zwei­ten Welt­kriegs.

Wir hof­fen, dass vie­le Men­schen die Tafel lesen und sich erin­nern. Nur durch eine star­ke Soli­da­ri­tät sind Kri­sen jeg­li­cher Art gemein­sam zu bewäl­ti­gen. Dafür ste­hen die Trüm­mer­frau­en ges­tern und heu­te glei­cher­ma­ßen.“3Inge­borg Gal­brecht


Die Gedenk­ta­fel zur Erin­ne­rung an die Wup­per­ta­ler Trüm­mer­frau­en.

Die Gedenk­ta­fel wur­de von Stein­metz­meis­ter Jörg Her­hau­sen aus Gra­nit geschaf­fen und ent­hält fol­gen­de Inschrift:

“In Erin­ne­rung an die
Trüm­mer­frau­en,
die mit ihrem Ein­satz
hal­fen, nach 1945
unse­re zer­stör­te Stadt
wie­der auf­zu­bau­en.”

Die Idee zu die­ser Ehrung kam der Initia­to­rin Inge­borg Gal­brecht bei einer Stadt­füh­rung mit dem Sozi­al­ver­band VdK im Jahr 2008 in Hamm, wo sie auf ein Denk­mal für die Trüm­mer­frau­en der Stadt auf­merk­sam wur­de. Sie begann zu recher­chie­ren. Die Trüm­mer­frau­en in Wup­per­tal sind nicht so bekannt wie die ande­rer Städ­te, z.B. Ber­lin, aber auch in Wup­per­tal leis­te­ten sie har­te Arbeit bei schreck­li­chen Lebens­be­din­gun­gen in der zur Hälf­te zer­stör­ten Stadt. Sie ris­sen die Rui­nen der Bom­ben­näch­te mit ein­fa­chem Gerät ab, führ­ten die Bau­stof­fe der Wie­der­ver­wer­tung zu, befrei­ten zum Bei­spiel Zie­gel­stei­ne von Mör­tel, und sorg­ten so dafür, dass aus den Rui­nen neu­er Wohn­raum geschaf­fen wer­den konn­te.

2009 grün­de­te Inge­borg Gal­brecht dann den För­der­ver­ein Trüm­mer­frau­en und über­zeug­te Freun­de und Ver­wand­te von ihrem Anlie­gen, am Ende waren es 40 Mit­glie­der, die mit einer Prä­sen­ta­ti­on durch die Ver­ei­ne, Insti­tu­tio­nen und Fir­men zogen und um Spen­den war­ben. Die Stadt­spar­kas­se, die Bar­me­nia Ver­si­che­rung und die Jack­städt-Stif­tung und ande­re zeig­ten sich bereit, das Vor­ha­ben zu unter­stüt­zen.4

Gedenkstein für das alte Cronenberger Rathaus

Foto­gra­fie des ein­ge­mau­er­ten Sand­stein­re­li­efs im Trep­pen­haus des alten Stadt­saals. Archiv CHBV.

Als 1994 der Cro­nen­ber­ger Fest­saal am Stand­ort des alten Rat­hau­ses (1900–1943) abge­ris­sen wur­de, “ent­deck­te” man, dass ein in die Wand ein­ge­las­se­nes Sand­stein­re­li­ef mit dem Wap­pen der eins­ti­gen Stadt ein Relikt des Cro­nen­ber­ger Rat­hau­ses war. Der Eigen­tü­mer und Bau­herr des Nach­fol­ge­baus, Bernd Mat­t­häs, über­nahm dann in Abstim­mung mit dem Cro­nen­ber­ger Hei­mat- und Bür­ger­ver­ein die Restau­ra­ti­on und Auf­stel­lung des Wap­pens.1


Das restau­rier­te Sand­stein­re­li­ef vor dem neu­en Geschäfts- und Wohn­haus. Es zeigt das von Klet­ter­pflan­zen umrank­te Stadt­wap­pen der ehe­mals selbst­stän­di­gen Stadt Cro­nen­berg.

Die Inschrift der klei­nen Metall­pla­ket­te ver­rät: “Cro­nen­ber­ger Stadt­wap­pen Sand­stein­re­li­ef Gebor­gen aus den Trüm­mern des 1900 erbau­ten und 1943 zer­stör­ten Rat­hau­ses.”

Am 12.Mai 2001 wur­de des Relikt, nach­dem es schon seit Ende Sep­tem­ber 19992an Ort und Stel­le vor dem neu­en “Rat­haus­cen­ter” zu fin­den war,  ein­ge­weiht.3 Dazu hat­te der CHBV ein­ge­la­den. Der Vor­sit­zen­de Hans-Otto Bil­stein, begrüß­te neben den Cro­nen­ber­ger Bür­gern auch Bernd Mat­t­häs, Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Ursu­la Lietz und Bür­ger­meis­ter Peter Jung. In einer kur­zen Anspra­che blick­te Hans-Otto Bil­stein auf die Selbst­stän­dig­keit der Stadt Cro­nen­berg zurück, deren Sym­bol Wap­pen und Rat­haus waren. Die Ein­wei­hung über­nah­men dann “De Obrams”, der Freun­des­kreis zur Erhal­tung des Cro­nen­ber­ger Platts. Für die musi­ka­li­sche Beglei­tung sorg­te der Cro­nen­ber­ger Män­ner­chor, außer­dem wur­de im “alten Käse­la­den” in einer Aus­stel­lung über die Geschich­te Cro­nen­bergs infor­miert.4


Das 1900 errich­te­te Cro­nen­ber­ger Rat­haus wur­de 1943 von Bom­ben zer­stört und brann­te aus. 1953 wur­den die Über­res­te abge­ris­sen, obwohl die Cro­nen­ber­ger für einen Wie­der­auf­bau plä­dier­ten. Archi­tekt war Wil­helm Haa­se.

Das Cro­nen­ber­ger Wap­pen zeigt den Ber­gi­schen Löwen auf einem (grü­nen) Hügel ste­hend, in den Pran­ken hält er ein Sen­sen­blatt, das auf das Sen­sen­pri­vi­leg hin­weist. Dar­über thro­nen drei Zin­nen.

2001 wur­de am Stand­ort des ers­ten Cro­nen­ber­ger Rat­hau­ses das Turm­kreuz des 1943 zer­stör­ten Rat­hau­ses auf­ge­stellt.

Flaggenmast und Löwe vor dem Elberfelder Rathaus

Flag­gen­mast und Ber­gi­scher Löwe auf dem Neu­markt. Im Hin­ter­grund das Rat­haus mit sei­nem Figu­ren­schmuck. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/7/47

Am 1. Okto­ber 1904 wur­de das Bank­haus von der Heydt, Kers­ten & Söh­ne stol­ze 150 Jah­re alt. Anläss­lich die­ses Jubi­lä­ums stif­te­te Frei­herr August von der Heydt der Stadt Elber­feld einen impo­san­ten Flag­gen­mast. Ent­wor­fen wur­de er von Prof. Lou­is Heitsch, der an der Elber­fel­der Kunst­ge­wer­be­schu­le lehr­te. Der Wert der Stif­tung lag bei 27.600 Mark.


Der vier Meter hohe Unter­bau aus Muschel­kalk trug zwei Bron­ze­ta­feln, von denen eine den Preu­ßi­schen Adler und die ande­re den Ber­gi­schen Löwen zeig­te. Auf der Rück­sei­te war über einem Lauf­brun­nen das Wap­pen des Stif­ters zu sehen. Auf dem Unter­bau war der mit vie­len Orna­men­ten geschmück­te Bron­ze­schaft mit der Stadt­kro­ne als Abschluss ange­bracht. Aus ihr erhob sich der 26 Meter hohe aus Eisen geschmie­de­te Flag­gen­mast, der von der Lau­rahüt­te in Schle­si­en her­ge­stellt wur­de und von Schlos­ser­meis­ter C.H.Schmidt aus Elber­feld gelie­fert wur­de. Vor dem Flag­gen­mast wach­te in auf­rech­ter Posi­ti­on sit­zend der mäch­ti­ge Ber­gi­sche Löwe.


Am 23. Mai 1908 wur­de der noch unvoll­ende­te Flag­gen­mast zum ers­ten Mal genutzt und trug das Stadt­ban­ner, als das Kron­prin­zen­paar durch­fuhr, nach­dem es in Bar­men zur Hun­dert­jahr­fei­er den Grund­stein für das neue Rat­haus gelegt hat­te. Vor 1940, ver­mut­lich 1939, wur­de der Flag­gen­mast ent­fernt, als der Luft­schutz­bun­ker unter dem Neu­markt gebaut wur­de.1


Der Flag­gen­mast in der Rück­an­sicht. Links ist der Jubi­lä­ums­brun­nen zu sehen. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/7/19.

Posi­ti­on des Kunst­werks auf der Kar­te


Elberfeldia

Anläss­lich des Besu­ches des Kai­ser­paa­res am 24.Oktober 1900 in Elber­feld zur Ein­wei­hung des neu­en Rat­hau­ses wur­de der Weg, den die Majes­tä­ten nah­men, zu einer via tri­um­pha­lis aus­ge­schmückt. Gegen­über des Ein­gangs des Rat­hau­ses, am heu­ti­gen Stand­ort des Jubi­lä­ums­brun­nens, fand eine drei Meter hohe alle­go­ri­sche Figur der Stadt namens “Elber­fel­dia” auf einem vier Meter hohen Pos­ta­ment ihren Platz. Nach den Fei­er­lich­keit kam die Figur spä­tes­tens vor 1910 auf die Hardt, in die Nähe der Eli­sen­hö­he.


Die Elber­fel­dia auf der Hardt. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 19.6.

Die Figur der Elber­fel­dia trug ein lan­ges wal­len­des Gewand, stütz­te die rech­te Hand auf die Hüf­te, die lin­ke hielt einen Schild, auf dem das Elber­fel­der Wap­pen zu sehen war. Es ist unbe­kannt, wer die­se Figur schuf, ver­ant­wort­lich für die Aus­schmü­ckung des Neu­markts waren der Stadt­ver­ord­ne­te und Archi­tekt Kay­ser und Stadt­bau­in­spek­tor Brü­nig.1


Die Elber­fel­dia auf einer Post­kar­te, die am 27. Juli 1901 ver­schickt wur­de. Aller­dings unter­schei­det sich die Dar­stel­lung deut­lich von dem Foto, vor allem das Rost fehlt. Zudem die Beschrif­tung des Sockels und das Wap­pen an sel­bi­gem. (Bild hin­zu­ge­fügt am 9. Juli 2018)

1951 wur­de die Figur noch als erhal­tens­wert erwähnt, jedoch wur­de sie irgend­wann danach zer­stört. Die Über­res­te lie­gen auf dem Lager­platz der Hardt.2

Ehe­ma­li­ge Posi­ti­on des Kunst­werks auf der Kar­te
Die Posi­ti­on ist auf­grund der Quel­len­la­ge sehr unge­nau.


Figurenschmuck des Elberfelder Rathauses (2010)

Im Jahr 2008 rief der Wup­per­ta­ler Mäzen Hans-Joa­chim Cam­p­hau­sen Unter­neh­men und Bür­ger dazu auf, für eine neue Ver­si­on des Rit­ters von Elber­feld zu spen­den. Die­se Figur aus der Sagen­welt des Wup­per­tals hat­te bis zum Zwei­ten Welt­krieg eine stei­ner­ne Nische am Elber­fel­der Rat­haus geschmückt. (Zum Vor­bild sie­he fol­gen­den Ein­trag: Figu­ren­schmuck des Elber­fel­der Rat­hau­ses (1901/02) 


Der neue Rit­ter von Elber­feld.

Der Anlass für die Rekon­struk­ti­on war einer­seits die Erin­ne­rung des 81jährigen Cam­p­hau­sen an das Ori­gi­nal, ander­seits aber auch die bevor­ste­hen­de Fei­er zu 400 Jah­ren Stadt­rech­ten für Elber­feld im Jahr 2010. 250.000 € wur­den für die Rekon­struk­ti­on ver­an­schlagt, drei Groß­spen­der garan­tier­ten gleich zu Beginn der Kam­pa­gne für 70.000 €. Schirm­herr der Spen­den­brief­ak­ti­on, in der 100 Brie­fe an Unter­neh­mer und Bür­ger ver­schickt wur­den, war Ober­bür­ger­meis­ter Peter Jung. Par­al­lel zur Spen­den­samm­lung mit Hil­fe des Kunst- und Muse­ums­ver­eins Wup­per­tal lief davon unab­hän­gig die Sanie­rung der Sand­stein­fas­sa­de des Rat­hau­ses seit 2006.1


Seit dem Beginn der Kam­pa­gne wur­de die Figur des Rit­ters von Elber­feld als Rit­ter Arnold bezeich­net. Der mir aktu­ell vor­lie­gen­den Quel­len­la­ge nach ist die­ses Bezeich­nung pro­ble­ma­tisch. Ruth Mey­er-Kahr­weg erwähnt in ihrer Erläu­te­rung des his­to­ri­schen Vor­bilds nicht den Namen des Rit­ters, auch in Otto Schells Werk “Ber­gi­sche Sagen” von 1897 wird kein Name erwähnt. Heu­te ist die Figur als Rit­ter Arnold bekannt, aller­dings ist in den Stadt­rats­pro­to­kol­len von 1900/1901 die­ser Name nicht zu fin­den. Es ist aber nicht unge­wöhn­lich, dass Sagen in ver­schie­de­nen For­men erzählt wer­den. Lei­der fin­den sich bei vie­len Ver­sio­nen im Inter­net kei­ne Quel­len­an­ga­ben, sodass es schwer ist, die Her­kunft zu veri­fi­zie­ren. Über­ein­stim­mend berich­ten die Erzäh­lun­gen davon, dass ein Rit­ter ver­folgt wur­de und dass sein Knap­pe von einer unbe­kann­ten Furt in einem gro­ßem Fluss, sehr wahr­schein­lich dem Rhein, wuss­te. Der Rit­ter und sein Knap­pe konn­ten sich dort sei­nen Wider­sa­chern ent­zie­hen, da die­se der Strö­mung nicht stand­hiel­ten. Eine zwei­te Geschich­te erzählt von einer unheil­ba­ren Erkran­kung der Gemah­lin des Rit­ters. Der Knap­pe eil­te dar­auf­hin fort und hol­te die Milch einer Löwin, mit deren Hil­fe die Frau  gesun­de­te. Der Rit­ter wur­de dar­auf­hin miss­trau­isch und ent­ließ den Knap­pen, der als Lohn fünf Gul­den ver­lang­te. Mit die­sem Geld soll­te der Rit­ter eine Glo­cke beschaf­fen, die in der Elber­fel­der Umge­bung auf­ge­hängt wur­de. In einer Ver­si­on der Sage wird ein Rit­ter namens Arnold von Elver­feld als Prot­ago­nist genannt, der bei der Schlacht von Wor­rin­gen (1288) flie­hen muss­te und dann von sei­nem Knap­pen durch den Rhein geführt wur­de. Die­se his­to­risch beleg­te Figur wird aller­dings bei Otto Schell als “Frev­ler” bezeich­net, der in Feh­de mit Adolf V. von Berg lag und in Elber­feld eine Räu­ber­burg unter­hielt und sein Unwe­sen als Raub­rit­ter trieb.2

Bereits im Okto­ber 2008 waren genü­gend Mit­tel zusam­men gekom­men, um die Fer­ti­gung der Figur, die Instal­la­ti­on und die Beleuch­tung zu decken. Hans-Uwe Flun­kert vom Gebäu­de­ma­nage­ment und Bezirks­bür­ger­meis­ter Hans Jür­gen Vite­ni­us reg­ten dar­auf­hin die Rekon­struk­ti­on der alle­go­ri­schen Figu­ren an, die den Ein­gang flan­kier­ten: Wahr­heit und Gerech­tig­keit. Ein ers­ter Kos­ten­vor­anschlag belief sich auf 80.000 €, aller­dings war man auf­grund des Mate­ri­al­werts der Figu­ren um deren Sicher­heit besorgt.3


Das his­to­ri­sche Vor­bild auf einer Foto­gra­fie. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/7/53

Die Auf­trag zur Rekon­struk­ti­on wur­de schließ­lich an die Düs­sel­dor­fer Kunst­gie­ße­rei Kay­ser ver­ge­ben. Das Gips-Modell des Pfer­des war im Juli 2009 fer­tig und wur­de bei einem Pres­se­be­such vor­ge­stellt. Ledig­lich mit einem Foto als Vor­bild wur­de die Figur des Bild­hau­ers Pro­fes­sor Hein­rich Gün­ther-Gera nach­ge­bil­det. Aller­dings ent­schied man sich für einen Bron­ze­guss und nicht für eine Aus­füh­rung in getrie­be­nem Kup­fer, abwei­chend vom Vor­bild.4


Die Nach­bil­dung des Rit­ters von Elber­feld. Es sind im Ver­gleich mit der obi­gen Foto­gra­fie eini­ge deut­li­che Unter­schie­de aus­zu­ma­chen. So hält der Knap­pe die Arm­brust enge am Kör­per, die Streit­axt des Rit­ters ist bes­ser zu sehen, das Schwert ist kür­zer und die Kopf­hal­tung des Pfer­des ist deut­lich anders.

In der Nacht auf den 26.Mai 2010 wur­de die kom­plet­te Figu­ren­grup­pe dann per Schwer­trans­port nach Wup­per­tal gebracht und in sei­ner Nische auf­ge­stellt.5 Die drei Meter hohe Figur wiegt 1,5 Ton­nen und kos­te­te am Ende 270.000 €. Nach der Anlie­fe­rung wur­de die Figur mit einem Tuch bis zur offi­zi­el­len Ent­hül­lung vor neu­gie­ri­gen Bli­cken geschützt.6 Am fol­gen­den Sams­tag, den 28.Mai 2010, wur­de die Figur um 13 Uhr ent­hüllt und von Hans-Joa­chim Cam­p­hau­sen der Stadt als Geschenk über­ge­ben.


Der Ein­gang des Rat­hau­ses mit Wahr­heit und Gerech­tig­keit, sowie der Elber­fel­der Rit­ter in sei­ner Nische.

Die Figu­ren Wahr­heit und Gerech­tig­keit wur­den zusam­men mit dem Rit­ter von Elber­feld ange­bracht und der Stadt am sel­ben Tag zum Geschenk gemacht. Die Kos­ten von je 30.000 € wur­den eben­falls von Hans-Joa­chim Cam­p­hau­sen über den Kunst- und Muse­ums­ver­ein gesam­melt. Die Figu­ren bestehen abwei­chend vom Ori­gi­nal aus Bron­ze­guss und nicht aus getrie­be­nen Kup­fer,7 auch die Rekon­struk­ti­on wur­de sehr frei aus­ge­führt und erin­nert im Grun­de kaum an das Vor­bild von Hein­rich Gün­ther-Gera, auch wenn man sich auf die­se Vor­la­ge berief.8


Die Wahr­heit heu­te — der Ober­kör­per ist frei von Stoff, das lin­ke Bein ist ent­blößt,  den Spie­gel hält sie in der lin­ken Hand hoch über dem Kopf, sodass sie die Wahr­heit dar­in wohl kaum erken­nen kann.  Dazu kommt noch eine Schlan­ge, die auf dem Foto des Ori­gi­nals nicht zu erken­nen ist.

Die Wahr­heit im Ori­gi­nal. Züch­tig beklei­det, den Spie­gel in der rech­ten Hand — und sie schaut auch hin­ein. Auch der Gesichts­aus­druck ist ein ande­rer. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/7/56

Die Gerech­tig­keit heu­te: Sie trägt eine Art Brust­pan­zer, dazu Buch oder Schild und Schwert in der lin­ken. Mit der rech­ten Hand hält sie eine Wage hoch. Sie ist bar­häup­tig und trägt Zöp­fe.

Das Ori­gi­nal: Die Gerech­tig­keit trägt lan­ge, wal­len­de Gewän­der, die weib­li­che Brust ist deut­li­cher sicht­bar, sie stützt sich mit der rech­ten Hand auf ein wel­len­för­mi­ges Schwert. In der lin­ken hält sie nur ein dickes Buch. Auf dem Kopf trägt sie eine Kro­ne, Zöp­fe sind nicht zu erken­nen.

Posi­ti­on der Repli­kas auf der Kar­te


Figurenschmuck des Elberfelder Rathauses (1901/02)

Zur Ori­en­tie­rung: Der Betrach­ter steht auf dem Neu­markt links vom Ein­gang. Die bei­den Figu­ren stel­len Kai­ser Bar­ba­ros­sa und Her­zog Johann III. von Berg dar. Die Foto­gra­fie ent­stand im August 1940. Samm­lung Unte­re Denk­mal­be­hör­de, Nr. 2740

Am 24.Oktober 1900 weih­te der Kai­ser höchst­per­sön­lich das neue Elber­fel­der Rat­haus ein, nach­dem er bereits zuvor in Bar­men die Ruh­mes­hal­le und ihre Stand­bil­der eröff­net hat­te. Im Anschluss an die Ein­wei­hung des Rat­hau­ses fuhr der Kai­ser zur Pro­be mit der Schwe­be­bahn nach Voh­win­kel, wo er den Sie­ges­brun­nen ein­weih­te. Was der Kai­ser 1900 aller­dings nicht zu Gesicht bekam, war der Figu­ren­schmuck des Rat­hau­ses, die­ser war näm­lich noch nicht fer­tig und wur­de erst im fol­gen­den Jahr ange­bracht, die heu­te bekann­tes­te und wie­der­be­leb­te Figur des Rit­ters von Elber­feld kam sogar erst 1902 an ihren Platz.


Ein Stück wei­ter rechts, unge­fähr vom Jubi­lä­ums­brun­nen, ent­stand die­se Auf­nah­me, eben­falls im August 1940. Sie zeigt die Figu­ren von König Fried­rich Wil­helm III, Kai­ser Wil­helm II. und den Rit­ter von Elber­feld mit sei­nem Knap­pen. Samm­lung Unte­re Denk­mal­be­hör­de, Nr. 2739

Der Ver­ga­be der Auf­trä­ge an die Bild­hau­er ging eine lan­ge und inten­si­ve Debat­te über die Qua­li­tä­ten der Künst­ler und der Aus­ge­stal­tung der Figu­ren vor­aus. Unter ande­rem stritt man sich, ob die Figu­ren in Wart­hau­er Sand­stein, in Gal­va­no-Bron­ze oder Bron­ze­guß aus­ge­führt wer­den soll­ten, am Ende ent­schied man sich für die Aus­füh­rung in getrie­be­nem Kup­fer. Ver­ant­wort­lich für die Anfer­ti­gung aller Figu­ren war die Fir­ma Knodt aus Frank­furt am Main. Alle dar­ge­stell­ten Figu­ren ver­wie­sen auf die Geschich­te (und eine Legen­de) Elber­felds. Zusätz­lich wur­den am Ein­gang noch zwei alle­go­ri­sche Figu­ren der Wahr­heit und der Gerech­tig­keit ange­bracht.


Figur des Kai­sers Bar­ba­ros­sa (Fried­rich I.) Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/7/80

Kai­ser Bar­ba­ros­sa (ca.1122–1190) wur­de vom Ber­li­ner Bild­hau­er Pro­fes­sor Hein­rich Gün­ther-Gera geschaf­fen. In des­sen Herr­schaft wur­de der Hof Elber­feld als Tafel­gut des Köl­ner Erz­bis­tums erst­mals erwähnt. 1176 fiel der Hof als erb­li­cher Pfand­be­sitz an Graf Engel­bert von Berg, was der Kai­ser zwei­mal, 1179 und 1189 bestä­tig­te.


Figur des Her­zog Johann III. von Berg Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/7/81

Her­zog Johann III. (1490–1539) wur­de eben­falls vom Ber­li­ner Bild­hau­er Pro­fes­sor Hein­rich Gün­ther-Gera geschaf­fen. Der ers­te Her­zog der ver­ei­nig­ten Her­zog­tü­mer Jülich-Kle­ve-Berg gewähr­te 1527 gegen eine Zah­lung von 861 Gold­gul­den das Garn­pri­vi­leg an die Bewoh­ner Bar­mens und Elber­felds, sodass im Her­zog­tum nur im Wup­per­tal Garn gebleicht und gezwirnt wer­den durf­te. Die Garn­nah­rung gilt als Beginn der Wup­per­ta­ler Tex­til­in­dus­trie.


Die Figur des König Fried­rich Wil­helm III. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/7/59

König Fried­rich Wil­helm III. (1770–1840) stamm­te aus der Hand des Düs­sel­dor­fer Bild­hau­ers Hein­rich Bau­ke. Zu sei­ner Leb­zeit wur­de das Wup­per­tal von der fran­zö­si­schen Fremd­herr­schaft befreit (1813) und gelang­te 1815 zum König­reich Preu­ßen.


Die Figur Kai­ser Wil­helms II. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/7/58

Kai­ser Wil­helm II. (1859–1941) wur­de vom Düs­sel­dor­fer Bild­hau­er Fried­rich Cou­bil­lier geschaf­fen. Der Anlass, die­se Figur am Rat­haus anzu­brin­gen, war schlicht, dass das neue Rat­haus in sei­ner Regie­rungs­zeit gebaut und von ihm ein­ge­weiht wur­de.


Der Rit­ter von Elber­feld und sein Knap­pe. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/7/53

Die impo­san­te Eck­fi­gur des Rit­ters von Elber­feld mit sei­nem muti­gen Knap­pen ent­stammt eben­falls dem Werk des Ber­li­ner Bild­hau­ers Pro­fes­sor Hein­rich Gün­ther-Gera. Sie wur­de im Herbst 1901 fer­tig­ge­stellt und im Mai 1902 in der Nische am Rat­haus ange­bracht.1 Es ist eine Figur aus der Sagen­welt des Wup­per­tals, die für die Treue eines Knap­pen zu sei­nem Herrn steht.
Ruth Mey­er-Kahr­weg erwähnt in ihrer Erläu­te­rung nicht den Namen des Rit­ters, auch in Otto Schells Werk “Ber­gi­sche Sagen” von 1897 wird kein Name erwähnt. Heu­te ist die Figur als Rit­ter Arnold bekannt, aller­dings wur­de die­se Bezeich­nung von den Stadt­ver­ord­ne­ten 1900/1901 nicht benutzt. Es ist aber nicht unge­wöhn­lich, dass Sagen in ver­schie­de­nen For­men erzählt wer­den. Lei­der fin­den sich bei vie­len Ver­sio­nen im Inter­net kei­ne Quel­len­an­ga­ben, sodass es schwer ist, die Her­kunft zu veri­fi­zie­ren. Über­ein­stim­mend berich­ten die Erzäh­lun­gen davon, dass ein Rit­ter ver­folgt wur­de und dass sein Knap­pe von einer unbe­kann­ten Furt in einem gro­ßem Fluss, sehr wahr­schein­lich dem Rhein, wuss­te. Der Rit­ter und sein Knap­pe konn­ten sich dort sei­nen Wider­sa­chern ent­zie­hen, da die­se der Strö­mung nicht stand­hiel­ten. Eine zwei­te Geschich­te erzählt von einer unheil­ba­ren Erkran­kung der Gemah­lin des Rit­ters. Der Knap­pe eil­te dar­auf­hin fort und hol­te die Milch einer Löwin, mit deren Hil­fe die Frau gesun­de­te. Der Rit­ter wur­de dar­auf­hin miss­trau­isch und ent­ließ den Knap­pen, der als Lohn fünf Gul­den ver­lang­te. Mit die­sem Geld soll­te der Rit­ter eine Glo­cke beschaf­fen, die in der Elber­fel­der Umge­bung auf­ge­hängt wur­de. In einer ande­ren Ver­si­on der Sage wird ein Rit­ter Arnold von Elver­feld als Prot­ago­nist genannt, der bei der Schlacht von Wor­rin­gen (1288) flie­hen muss­te und dann von sei­nem Knap­pen durch den Rhein geführt wur­de. Die­se his­to­risch beleg­te Figur wird aller­dings bei Otto Schell als “Frev­ler” genannt, der in Feh­de mit Adolf V. von Berg lag und in Elber­feld eine Räu­ber­burg unter­hielt und sein Unwe­sen als Raub­rit­ter trieb.2 Es scheint doch sehr frag­lich, dass die Stadt­vä­ter solch eine Per­son an ihrem neu­en Rat­haus haben woll­ten.


Alle­go­ri­sche Figur der Wahr­heit. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/7/56

Zwei wei­te­re Figu­ren wur­den vom Ber­li­ner Bild­hau­er Pro­fes­sor Hein­rich Gün­ther-Gera geschaf­fen. Sie flan­kie­ren den Ein­gang und soll­ten den Stadt­ver­ord­ne­ten und sicher auch jeden Beam­ten und Bür­ger auf ihrem Weg durch das Rat­haus beglei­ten und bei Ent­schei­dun­gen mah­nend zur Sei­te ste­hen: Die Wahr­heit und die Gerech­tig­keit. Da die alle­go­ri­schen Figu­ren bei der Ein­wei­hung durch den Kai­ser noch nicht zur Ver­fü­gung stan­den, wur­de der jun­ge Bild­hau­er Eber­hard Schä­fer damit betraut, zwei in Gips model­lier­te und bron­zier­te Figu­ren der Wahr­heit und der Gerech­tig­keit zu schaf­fen, die spä­ter dann ersetzt wur­den.


Die Figur der Gerech­tig­keit. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/7/57

Alle Figu­ren auf einem Bild. Kai­ser Bar­ba­ros­sa, Her­zog Johann III. von Berg, König Fried­rich Wil­helm III, Kai­ser Wil­helm II. und der Rit­ter von Elber­feld (v.l.n.r.), im Ein­gangs­por­tal sind die “Wahr­heit” und “Gerech­tig­keit” zu sehen. Das Bild ent­stand zu den Fei­er­lich­kei­ten des 300.Jahrestages der Ver­lei­hung der Elber­fel­der Stadt­rech­te am 30.Juli 1910. Bild ent­nom­men aus: Offi­zi­el­le Fest­wo­che zur Drei­hun­dert­jahr-Fei­er der Stadt Elber­feld, Heft III, 2.August 1910. (Bild ergänzt am 04.August 2012)

Im Zwei­ten Welt­krieg gin­gen alle Figu­ren ver­lo­ren, ob sie von Bom­ben zer­stört oder bei einer Mate­ri­al­samm­lung ein­ge­schmol­zen wur­den, ist unklar.[3]32010 wur­den die Figu­ren des Rit­ters von Elber­feld und der Gerech­tig­keit und der Wahr­heit neu geschaf­fen. 
Im Juli 2013 steht die Rekon­struk­ti­on der vier Herr­scher­fi­gu­ren zur Debat­te.

Anmer­kung:
Da der ursprüng­li­che Figu­ren­schmuck sowohl alle­go­ri­sche Figu­ren als auch his­to­ri­sche Figu­ren ent­hält, wird die­ser Ein­trag sowohl unter “Denk­mä­ler” als auch unter “Stadt­schmuck” gelis­tet.


Gedenktafel für die Opfer des Zweiten Weltkriegs im Barmer Rathaus

Die Gedenk­ta­fel

Zwei­ein­halb Zent­ner wiegt die bron­ze­ne Gedenk­ta­fel, die die Stadt Wup­per­tal am 13.November 1961 im Ein­gangs­be­reich des Bar­mer Rat­hau­ses ent­hüll­te. Sie soll an die 16.000 Wup­per­ta­ler Opfer des Zwei­ten Welt­kriegs erin­nern und wur­de von Prof. Kurt Schwip­pert gestal­tet und mit den Bild­hau­ern Eugen Bus­mann und Ger­hard Mau­el aus­ge­führt. Die schlich­te Inschrift lau­tet:1


Den 16000
Toten
der Stadt
Wup­per­tal
im 2.Welt
krieg zum
mah­nen­den
Gedächt­nis
1939–1945”


“Um die Ecke” hängt bereits seit 1927 die Ehren­ta­fel für die Gefal­le­nen des Bar­mer Rat­hau­ses .

Brunnen “Das Tal der Wupper”

1979 schenk­te die Fir­ma Vor­werk & Co  zum 50jährigen Jubi­lä­um der Stadt­grün­dung die­ser einen Brun­nen für den Rat­haus­platz in Bar­men, dem heu­ti­gen Johan­nes-Rau-Platz. Nach einem Wett­be­werb in Zusam­men­ar­beit mit der Stadt ent­schied man sich für den Ent­wurf von Bert Ger­res­heim, einem Düs­sel­dor­fer Bild­hau­er. Er schuf anschlie­ßend sei­nen Brun­nen, der das Tal der Wup­per und sei­ne Geschich­te abbil­de­te. Am 21.Juli 1981 wur­de er ein­ge­weiht.


Das Tal der Wup­per.

Gegen­stän­de der Tex­til­in­dus­trie prä­gen den Brun­nen, aus den Blei­cher­schau­feln spru­delt das Was­ser, eine Spin­del liegt dort und auf dem “Boden” lie­gen Tuche, auf denen Reli­efs die Geschich­te des Tals dar­stel­len. Der Brun­nen ist ein fas­zi­nie­ren­des Objekt, an dem man, wenn man nicht acht­los vor­bei­geht, aller­hand Details des Tals ent­de­cken kann.


Ansicht vom Johan­nes-Rau-Platz

Blick in Rich­tung Johan­nes-Rau-Platz

26 Reli­efs  und 700 Ein­zel­dar­stel­lun­gen machen den Brun­nen zu einem Erleb­nis und einer Augen­wei­de. Der Schul­ze von Elber­feld, Eli­as Eller, Fried­rich Engels, Kai­ser Wil­helm II., die Schwe­be­bahn, die Lau­ren­ti­us-Kir­che, die Pest, die Garn­nah­rung, Revo­lu­ti­on, Zwei­ter Welt­krieg und vie­les mehr sind zu ent­de­cken. Zur Erklä­rung der ver­schie­de­nen Moti­ve gab Vor­werk & Co. eine Bro­schü­re her­aus.1  


 

Vor dem Brun­nen ist eine der Rand­plat­ten mit einer Inschrift ver­se­hen:

 ‘Das Tal der Wup­per’
Die Bild­re­li­efs wei­sen auf his­to­ri­sche
Ereig­nis­se der Stadt­ge­schich­te hin.
Den Bür­gern der Stadt aus Anlaß des
50jährigen Stadt­ju­bi­lä­ums 1979
Vor­werk & Co 1981”


Posi­ti­on des Brun­nens auf der Kar­te


Gedenktafel für die gefallenen Söhne der Stadt Elberfeld (1910)

Zeich­nung des ver­lo­ren gegan­ge­nen Ori­gi­nals. Ent­nom­men aus: Offi­zi­el­le Fest­wo­che zur Drei­hun­dert­jahr-Fei­er der Stadt Elber­feld, Heft III, 2.August 1910, S.7. (Bild ergänzt am 04.August 2012)

Am 30.Juli 1910 fei­er­te man in Elber­feld drei­hun­dert Jah­re Stadt­rech­te. Die­ses Jahr, im ers­ten Sep­tem­ber­wo­chen­en­de, wer­den wir vier­hun­dert Jah­re Stadt­rech­te fei­ern. Damals ließ man Pro­fes­sor Lou­is Heitsch für 2775,51 Mark eine Bron­ze­ta­fel anfer­ti­gen, die man im ers­ten Stock des Rat­hau­ses anbrach­te. Der Zweck laut Inschrift:

Ihrer in den letz­ten Krie­gen geblie­be­nen Söh­nen gedach­te
in Dank­bar­keit die Stadt Elber­feld bei der Jahr­hun­dert­fei­er.
1610 — 1910”


Kopie der Gedenk­ta­fel der Stadt Elber­feld aus dem Jahr 1910

Gedacht wur­de 113 Gefal­le­nen der Krie­ge von 1864, 1866 und 1870/71. Neben dem Namen und Rang sind auch die Orte der Schlacht oder “Infol­ge von Krank­heit oder Ver­wun­dung” ver­merkt. Unter den Schlacht­or­ten fin­den sich auch bekann­te Namen wie: Düp­pel, König­grätz, Mars la Tour, Vion­vil­le, Gra­ve­lot­te, St. Pri­vat, Sedan, vor Paris.
Die Tafel, die heu­te im  ers­ten Stock des Elber­fel­der Rat­hau­ses hängt, ist aller­dings kein Ori­gi­nal mehr. Die heu­te zu sehen­de Tafel ist aus pati­nier­tem Gips und zeigt das Wup­per­ta­ler statt des Elber­fel­der Wap­pen:


Der obe­re Rand: Das Wup­per­ta­ler Wap­pen mit den zwei Garn­bün­deln, die aus dem Bar­mer Wap­pen stam­men.

Ver­mut­lich wur­de die alte Bron­ze­ta­fel im Zwei­ten Welt­krieg ein­ge­schmol­zen.1


Der unte­re Rand zeigt einen gefal­len Mann. Auf dem Rücken lie­gend, die rech­te Hand an der Brust lie­gend schaut er nach oben.

Im Rah­men der Drei­hun­dert­jahr­fei­er wur­den auch der Gold­schmie­de­brun­nen, die Anla­gen der Vil­la Frey­tag, der Gerech­tig­keits­brun­nen und der Brun­nen auf dem von der Heydt-Sport­platz ein­ge­weiht.


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te