Denkmal der Langerfelder Wasserleitung

Die alte Was­ser­lei­tung vor der Spar­kas­se an der Schwel­mer Stra­ße.

1989 muss­te am Lang­er­fel­der Markt, genau­er an der Spit­zen­stra­ße 1–3, ein altes Fach­werk­ge­bäu­de abge­ris­sen wer­den. Bei den Aus­schach­tungs­ar­bei­ten für den Neu­bau fand man eine alte, 250 Meter lan­ge höl­zer­ne Was­ser­lei­tung. Man ent­deck­te eben­falls einen 12 Meter tie­fen, ver­füll­ten Brun­nen, des­sen Füll­ma­te­ri­al aller­hand inter­es­san­te his­to­ri­sche Relik­te ent­hielt, die von der Blei­cher­grup­pe des Lang­er­fel­der Bür­ger­ver­eins gesi­chert wur­den. Ein alter Kanal wur­de eben­falls frei­ge­legt, der ent­we­der der Kanal­sie­rung eines Baches oder der Abwas­ser­ent­sor­gung dien­te.1 Ein vier Meter lan­ges und vier Zent­ner schwe­res Stück der Was­ser­lei­tung — ein durch­bohr­ter Eichen­stamm — wur­de gesi­chert.2


Detail.

1997 wur­de die His­to­ri­sche Was­ser­lei­tung im Muse­um des Lang­er­fel­der Bür­ger­ver­eins aus­ge­stellt, nach­dem das Holz von den Wup­per­ta­ler Stadt­wer­ken prä­pa­riert wor­den war.3 Im Juni 1998 wur­de der Über­rest vor der Lang­er­fel­der Filia­le der Spar­kas­se in den Boden ein­ge­las­sen und mit einer Glas­plat­te bedeckt. Spar­kas­sen-Direk­tor Wiecken­dick und der Vor­sit­zen­de des Bür­ger­ver­eins, Hans Neve­ling weih­ten das Denk­mal ein.4


Die Gedenk­ta­fel.

Die hin­zu­ge­füg­te Gedenk­ta­fel erklärt unter dem Lang­er­fel­der Wap­pen:

1734 wird die­se Was­ser­lei­tung anläß­lich eines
Benut­zer­strei­tes erst­ma­lig erwähnt.
Sie lei­te­te das vom Hedt­berg flie­ßen­de Was­ser
zu drei offe­nen Was­ser­stel­len -Fon­tä­nen- in
der Nähe des Lang­er­fel­der Mark­tes.
Hier wur­de zu ver­ab­re­de­ten Zei­ten Wäsche gewa­schen
und das für den Haus­halt benö­tig­te Was­ser geholt.
Die­se Was­ser­lei­tung, die 1989 aus­ge­gra­ben wur­de,
kann als die ältes­te die­ser Art im Ber­gi­schen Land
ange­se­hen wer­den.
____________

Den Bür­gern Lang­er­felds
Bür­ger­ver­ein Lang­er­feld e.V.
Stadt­spar­kas­se Wup­per­tal”


Die Geschich­te des Lang­er­fel­der Was­ser­streits von 1730 hat Ulle Hees 1981 im Brun­nen am Lang­er­fel­der Markt fest­ge­hal­ten. Auch eini­ge Was­ser­stel­len exis­tie­ren noch.


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Bandwirker-Denkmal

Das Band­wir­ker-Denk­mal in Rons­dorf.

Eigent­lich war die Ein­wei­hung des Band­wir­ker-Denk­mals auf dem Rons­dor­fer Markt schon für das Jahr 1979 geplant — dem Jahr des 50 jäh­ri­gen Stadt­ju­bi­lä­ums. Doch wie es manch­mal so kommt, dau­er­te es bis zum 30. Mai 1980, ehe Minis­ter­prä­si­dent Johan­nes Rau der Ent­hül­lung des Rons­dor­fer Denk­mals bei­woh­nen konn­te. Geschaf­fen hat­te es der Düs­sel­dor­fer Bild­hau­er Max Kratz, es zeigt ein Ehe­paar, das dem Beruf des Band­wir­kens nach­geht, so wie es “anno dazu­mal” in Rons­dorf fast jeder tat. Bei­de tra­gen einen Lie­fer­sack und die Frau trägt, wie Ruth Mey­er-Kahr­weg bemerkt, für die from­me Zions­ge­mein­de ein zu “plas­ti­sches” Gewand. Der Minis­ter­prä­si­dent und Ober­bür­ger­meis­ter Gur­land wie­sen in ihren Fest­re­den dar­auf­hin, dass die Band­wir­ker einst das Stadt­bild präg­ten und nun die Erin­ne­rung dar­an, dass in fast jedem Haus in Heim­ar­beit Bän­der her­ge­stellt wur­den, immer mehr ver­blas­se.


Zwei Bän­ke laden zum Aus­ru­hen ein, sie erin­nern an das Weber­schiff­chen.

60.000 DM kos­te­te die bei Her­bert Schmä­ke in Düs­sel­dorf gegos­se­ne Plas­tik. Die Hälf­te der Kos­ten über­nahm das Tex­til­werk J.H. vom Bau­er Sohn GmbH & Co. KG, das in jenem Jahr sein 175jähriges Fir­men­ju­bi­lä­um fei­er­te, die ande­re Hälf­te ver­teil­te sich auf die Spar­kas­se und zahl­rei­che Bür­ger, die einem Auf­ruf des His­to­ri­kers Prof. Klaus Goe­bel, Vor­sit­zen­der des Denk­mal-Aus­schus­ses, gefolgt waren.


Die Gedenk­ta­fel.

Der Text der Gedenk­ta­fel lau­tet:

Dröm sat­ten vie, do böses platt
en Denk­mal med­den op den Matt
Dem Bag­kwir­ker on sin­ner Frau
die gewirkt op der Getau.”

Ein Modell der Plas­tik sowie die Gips­form schenk­te Prof. Kratz dem Von der Heydt-Muse­um.1

Die Himmlischen Stürze

Die Himm­li­schen Stür­ze

Als die Spar­kas­se Wup­per­tal 1996 ihr neu­es Ver­wal­tungs­ge­bäu­de zwi­schen Bahn­hof­stra­ße und Wil­helm- Dör­pfeld- Gym­na­si­um errich­te­te, sorg­te man auch für eine künst­le­ri­sche Aus­ge­stal­tung des Gelän­des. Hier­für erwarb man die 1995 ent­stan­de­nen Mar­mor­skulp­tu­ren “Die Himm­li­sche Stür­ze” der Bild­hau­er Frank Brei­den­bruch und A. R. Prenk. Die fünf­tei­li­ge Skulp­tur besteht aus Car­ra­ra-Mar­mor und ent­stand in 18 Mona­ten Arbeit. Am 13. Novem­ber 1996 wur­de sie auf der Wie­se am Park­deck nahe der Schu­le ein­ge­weiht.


Ein Teil der Skulp­tur.

Fast auf den Tag genau neun Jah­re spä­ter, am 12. Novem­ber 2005, wur­de die Skulp­tur beschä­digt, als ein her­ren­lo­ser Bag­ger durch das Ensem­ble pflüg­te und ein Ele­ment schwer­be­schä­dig­te und ein ande­res sogar zer­brach. Immer­hin sorg­ten sie so dafür, dass der Bag­ger nicht wei­ter auf den Böckel­brun­nen zusteu­ern konn­te. Der Scha­den betrug eini­ge Hun­dert­tau­send Euro.1 Am 21. Juli 2006 wur­den die von Frank Brei­den­bruch repa­rier­ten Ele­men­te erneut an Ort und Stel­le auf­ge­stellt und befes­tigt. Zur Repa­ra­tur hat­te er einen neu­en Mar­mor­block in die beschä­dig­ten Stel­len ein­set­zen müs­sen.2


Ein Teil der Skulp­tur.

Ein Teil der Skulp­tur.

Ein Teil der Skulp­tur.

Zufuhr

Die Skulp­tur

1996 errich­te­te die Wup­per­ta­ler Spar­kas­se zwi­schen der Bahn­hof­stra­ße und der Stra­ße Am Johan­nis­berg ein neu­es Ver­wal­tungs­ge­bäu­de. An der Ecke Südstraße/Am Johan­nis­berg ent­stand der Ansaug­stut­zen für die Kli­ma­an­la­ge, der von einer Plas­tik ver­deckt wer­den soll­te. Die Aus­schrei­bung gewann der in Wup­per­tal leben­de und arbei­ten­de bri­ti­sche Künst­ler Tony Cragg. In sei­nem Wich­ling­hau­ser Ate­lier und mit Hil­fe des Düs­sel­dor­fer Kunst­gie­ßers Karl-Heinz Schmä­cke schuf er die acht Meter hohe und 8,5 Ton­nen schwe­re Skulp­tur “Zufuhr”, die am 6. Sep­tem­ber 1996  ein­ge­weiht wur­de. Die West­deut­sche Zei­tung schrieb:


Win­ter­im­pres­sio­nen

Run­de, orga­ni­sche For­men stan­den am Ende des Pro­zes­ses. Aus­ge­hend von einem durch die Kli­ma-Tech­nik vor­ge­ge­be­nen Radi­us in drei Meter Höhe — dort wo die Luft haupt­säch­lich ange­saugt wird — ver­jüngt sich die Plas­tik nach oben, biegt sich weich zu einem har­mo­ni­schem Pro­fil. Der Plas­tik­kör­per ist durch­bro­chen — 25 000 Löcher mit vier Zen­ti­me­ter Grö­ße sor­gen für eine Trans­pa­renz, las­sen die Plas­tik an Leich­tig­keit gewin­nen.“1

Über den Preis äußer­te sich die Spar­kas­se nicht.


Win­ter­im­pres­sio­nen

Win­ter­im­pres­sio­nen

Zufuhr” ist Teil des Skul­pu­ren­parks Johan­nis­berg.


Posi­ti­on des Kunst­werks auf der Kar­te


Johannes-Rau-Büste

Büs­te und Glas­ta­fel im Hör­saal­zen­trum des Cam­pus Freu­den­berg. Am Sockel erklärt eine klei­ne Pla­ket­te, dass die­se von der Spar­kas­se gestif­tet wur­de.

Am 30. März 2007 weih­te die Ber­gi­sche Uni­ver­si­tät auf dem rela­tiv neu­en Cam­pus Freu­den­berg im dor­ti­gen Hör­saal­zen­trum eine Büs­te Johan­nes Raus ein. Die Bron­ze­büs­te wur­de vom Köl­ner Bild­hau­er Franz Josef Lipen­sky geschaf­fen und die Anschaf­fung von der Spar­kas­se Wup­per­tal mit einer Spen­de unter­stützt. Johan­nes Rau sorg­te in sei­ner Zeit als NRW- Minis­ter für Wis­sen­schaft und For­schung für die Grün­dung (nicht nur) der Ber­gi­schen Uni­ver­si­tät (1972) als Gesamt­hoch­schu­le. 1989 wur­de er des­halb zum Ehren­se­na­tor der Uni­ver­si­tät ernannt. Auch dar­an erin­ner­te Rek­tor Vol­ker Ron­ge bei der Ein­wei­hung der Büs­te und eben­so an die wei­te­ren Ver­diens­te des ehe­ma­li­gen Wup­per­ta­ler Ober­bür­ger­meis­ters, NRW-Minis­ter­prä­si­den­ten und Bun­des­prä­si­den­ten.1


Die Johan­nes-Rau-Büs­te

Johan­nes Rau wur­de am 16.Januar 1931 in Wup­per­tal gebo­ren. 1948 brach er den Besuch des Gym­na­si­ums an der Sie­ges­stra­ße, das heu­te sei­nen Namen trägt, ab, mach­te eine Leh­re als Buch­händ­ler und enga­gier­te sich in der Beken­nen­den Kir­che. 1952 begann er als Ver­lags­buch­händ­ler zu arbei­ten. Sei­ne ers­te poli­ti­sche Akti­vi­tät führt ihn im sel­ben Jahr zur Gesamt­deut­schen Volks­par­tei, die von Gus­tav Hei­ne­mann aus Pro­test gegen die Wie­der­be­waff­nung gegrün­det wor­den war und er wur­de Orts­vor­sit­zen­der in Wup­per­tal. 1954 wur­de er Geschäfts­füh­rer des Jugend­dienst-Ver­lags, erhielt 1962 einen Sitz im Vor­stand und war von 1965 bis 1967 Direk­tor des Ver­lags. Nach­dem sich die GVP 1957 auf­lös­te, ging Rau zur SPD. Ab 1968 gehör­te er zum Par­tei­vor­stand und wur­de ein Jahr spä­ter Ober­bür­ger­meis­ter von Wup­per­tal. Bereits 1970 wech­sel­te er als Minis­ter für Wis­sen­schaft und For­schung ins Kabi­nett des Minis­ter­prä­si­den­ten Heinz Kühn nach Düs­sel­dorf. 1978 wur­de er Minis­ter­prä­si­dent Nord­rhein-West­fa­lens und behielt die­ses Amt 20 Jah­re inne. 1987 unter­lag er als Bun­des­kanz­ler­kan­di­dat dem amtie­ren­den Kanz­ler Hel­mut Kohl. 1994 und 1999 trat er zur Wahl als Bun­des­prä­si­dent an und gewann die Wahl 1999 im zwei­ten Wahl­gang. Als ers­tes deut­sches Staats­ober­haupt sprach er 2000 vor dem israe­li­schen Par­la­ment (der Knes­set) und bat dort das jüdi­sche Volk und Isra­el um Ver­ge­bung für die Ver­bre­chen des Holo­caust. Am 27.Januar 2006 starb der drei­fa­che Vater und Ehe­mann von Chris­ti­na Rau in Ber­lin, wo er auch bestat­tet wur­de. 2


Die Glas­ta­fel neben der Büs­te illus­triert den Lebens­lauf Johan­nes Raus.

Der Text lau­tet:

“Johan­nes RauEh­ren­dok­tor der Ber­gi­schen Uni­ver­si­tät Wup­per­tal
* 16. Janu­ar 1931 in Wup­per­tal, † 27. Janu­ar 2006 in Ber­lin
1958 — 1999       Mit­glied des Land­ta­ges des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len
1967 — 1970       Vor­sit­zen­der der SPD-Land­tags­frak­ti­on
1964 — 1978       Mit­glied des Rates der Stadt Wup­per­tal
1969 — 1970       Ober­bür­ger­meis­ter der Stadt Wup­per­tal
1977 — 1998       Vor­sit­zen­der der NRW-SPD
1970 — 1978       Minis­ter für Wis­sen­schaft und For­schung des Lan­des
Nord­rhein- Westfalen1.August 1972  Grün­dung der Gesamt­hoch­schu­le Wuppertal1978 — 1998       Minis­ter­prä­si­dent des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len
1965 — 1999       Mit­glied der Lan­des­syn­ode sowie stell­ver­te­ten­des Mit­glied der
Kir­chen­lei­tung der evan­ge­li­schen Kir­che im Rhein­land
1966 — 1974       Mit­glied des Prä­si­di­ums des Deut­schen Evan­ge­li­schen
Kir­chen­tags
1982/83, 1994/95 Bun­des­rats­prä­si­dent
1999- 2004      Bun­des­prä­si­dent
Ehren­dok­tor­wür­den
Ruhr-Uni­ver­si­tät Bochum, Uni­ver­si­tät Bochum, Hein­rich-Hei­ne-Uni­ver­si­tät Düs­sel­dorf, Fern­Uni­ver­si­tät Hagen
Ben-Gur­i­on Uni­ver­si­ty of the Negev (Beer She­va, Isra­el), Uni­ver­si­tät Hai­fa (Isra­el, als ers­ter Deut­scher),
Tech­ni­on Isra­el Insti­tu­te of Tech­no­lo­gy (Hai­fa), Nan­jing-Uni­ver­si­tät (Nan­jing, Volks­re­pu­blik China)Ehrenbürgerschaften
Wup­per­tal, Ber­lin, Bonn, Spie­ker­oog­Aus­zeich­nun­gen
Ehren­ring der Stadt Wup­per­tal, Groß­kreuz des Ver­dienst­or­dens und Son­der­stu­fe des Groß­kreu­zes des
Ver­dienst­or­dens der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, Ehren­se­na­tor der Ber­gi­schen Uni­ver­si­tät Wup­per­tal,
Ehren­se­na­tor der Uni­ver­si­tät Bie­le­feld, Ehren­se­na­tor der Euro­päi­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schen­schaft und Küns­te,
Leo-Baeck-Medail­le, Rit­ter des Ordens wider den tie­ri­schen Ernst.”

Der Rat­haus­platz in Bar­men trägt seit  dem 11.Mai 2006 den Namen Johan­nes-Rau-Platz. 2009 wur­de im Bar­mer Rat­haus eine Gedenk­ta­fel zur Erin­ne­rung an Johan­nes Rau ein­ge­weiht.


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Die Elberfelder Löwen

1831–33 schuf der Bild­hau­er Wil­helm Joseph Imhoff nach einem Modell von Chris­ti­an Dani­el Rauch zwei schrei­ten­de, bron­ze­ne Löwen für die Frei­trep­pe des neu­en Elber­fel­der Rat­hau­ses, des heu­ti­gen von-der-Heydt-Muse­ums. Inzwi­schen haben dort Skulp­tu­ren von Tony Craig ihren Platz gefun­den. Gegos­sen wur­den sie in der Gute­hoff­nungs­hüt­te in Ober­hau­sen. Durch ein instal­lier­tes Gas­rohr konn­ten sie zum fest­li­chen Ereig­nis Feu­er spei­en.


Die Löwen sind auf die­ser Foto­gra­fie am Ein­gang des Alten Elber­fel­der Rat­hau­ses zu erah­nen. Samm­lung  Unte­re Denk­mal­be­hör­de. (Bild hin­zu­ge­fügt am 27.12.2011)

Eine Anek­do­te erzählt, dass der Bild­hau­er, als er die Löwen nach Elber­feld brach­te, plötz­lich 800 statt den ver­ein­bar­ten 440 Talern ver­lang­te, wor­auf der Ober­bür­ger­meis­ter Brü­ning die Annah­me ver­wei­ger­te. Der Bild­hau­er stell­te die Löwen drauf­hin in einer Bret­ter­bu­de an der Schloß­blei­che aus und warb für eine Kunst­aus­stel­lung. Ein­tritts­preis: 5  Sil­ber­gro­schen, Kin­der die Hälf­te. Angeb­lich konn­te der Bild­hau­er so doch sei­nen Preis erzie­len und über­gab die Löwen an die Stadt Elber­feld.


Brül­len­der Löwe

1877 beschloß die Stadt­ver­ord­ne­ten-Ver­samm­lung die Löwen dort zu ent­fer­nen, da sie den Ver­kehr zu sehr stör­ten. Sie wur­den für zehn Jah­re in einem Lager­haus am Neu­en­teich unter­ge­stellt und 1887 am Ein­gang der neu­en Bade­an­stalt am Brau­sen­werth (Döp­pers­berg) wie­der auf­ge­stellt. Im Zwei­ten Welt­krieg wur­den die Löwen beschä­digt und beim Abtrans­port zum neu­en Stand­ort am Zoo­lo­gi­schen Gar­ten wur­de einer dann voll­stän­dig zer­stört.1

Der  über­le­ben­de Löwe fand dann bei der Fir­ma Blum­hardt (durch den Ein­satz von Inha­ber Gün­ter Muth­mann2) ein neu­es zu Hau­se3, blieb aber im Besitz der Stadt.4 Genera­tio­nen von Lehr­lin­gen küm­mer­ten sich bei Blum­hardt um den Löwen. Eine der ers­ten Maß­nah­men war die “Trans­plan­ta­ti­on” des Schwan­zes des zer­stör­ten Löwen, da der Über­le­ben­de sei­nen ein­ge­büßt hat­te.5


Der über­le­ben­de Löwe auf dem Gelän­de der Fir­ma Blum­hardt in Voh­win­kel. Samm­lung Unte­re Denk­mal­be­hör­de (Hin­zu­ge­fügt am 27.12.2011)

1965 erhielt der Bild­hau­er Joa­chim Wolf-Mül­ler von der Stadt Wup­per­tal den Auf­trag vom geret­te­ten Löwen und den Über­res­ten des ande­ren Abdrü­cke zu neh­men und die Löwen wie­der­auf­er­ste­hen zu las­sen. Man ent­schied sich die Löwen vor der Bun­des­bahn­di­rek­ti­on auf­zu­stel­len. Mit dem  Guss der neu­en Löwen bei August Bischof in Düs­sel­dorf kos­te­ten die neu­en Löwen 38.000 DM, zusätz­lich muss­ten noch 16.000 DM für die Auf­stel­lung bezahlt wer­den. Am 8. Juni 1967 wur­den die Löwen auf­ge­stellt.


Die Löwen vor der ehem. Bun­des­bahn­di­rek­ti­on.

Der rech­te Löwe in vol­ler Grö­ße.

Es ist zu hof­fen, dass die­se schö­nen Tie­re mit dem neu­en Döp­pers­berg ein bes­se­res Umfeld bekom­men, vor dem ver­gam­mel­ten Ein­gang zur leer­ste­hen­den Reichs­bahn­di­rek­ti­on und der schlag­loch­über­säh­ten Zufahrt zum Taxi­war­te­platz am Haupt­bahn­hof sieht es aus, als hät­te man ver­ges­sen sie abzu­ho­len.6


1993 erklär­te der Bru­der und Erbe des Ret­ter des Löwen, Wil­helm Muth­mann, dass er den Löwen nicht wei­ter pfle­gen kön­ne und for­der­te die Stadt auf, sich end­lich um ihren Besitz zu küm­mern,7 nach­dem bereits 1990 ein sol­cher Auf­ruf vom Vor­sit­zen­den des Ber­gi­schen Geschichts­ver­eins, Dr. Micha­el Met­schies, unge­hört ver­hallt war.8 Die Stadt reagier­te dies­mal und zeig­te sich einer erneu­ten Auf­stel­lung gegen­über auf­ge­schlos­sen, sah sich aber nicht im Stan­de die Instand­set­zungs­kos­ten von 150.000 DM auf­zu­brin­gen. Aller­dings scheint sich hier ein Feh­ler ein­ge­schi­chen zu haben, da die Restau­rie­rung spä­ter sehr viel weni­ger Kos­ten ver­ur­sach­te.9 Am 13.November 1993 nahm die WZ schließ­lich die Sache in die Hand und rief zur Akti­on “Ret­tet den Löwen auf”. Unter­stützt vom Kul­tur­amt und der Stadt­spar­kas­se konn­ten die Leser “Löwen­an­tei­le” in Höhe von 20 und 50 DM erwer­ben und über den zukünf­ti­gen Stand­ort abstim­men. Zur Debat­te stan­den der Zoo, der von-der-Heydt-Platz, die Stadt­hal­le oder ein ande­rer Ort. Mit­hil­fe der Spen­den soll­te dem Rost der Kampf ange­sagt wer­den, der aus einem Loch im Bauch des Löwen rie­sel­te. Außer­dem war die Struk­tur einer Pran­ke bereits ver­lo­ren und der Kopf not­dürf­tig geflickt.10 Inner­halb weni­ger Wochen gin­gen bis zum 4.Dezember 1993 14.000 Mark in Löwen­an­tei­len ein, dazu noch grö­ße­re direk­te Spen­den auf ein Spen­den­kon­to. Der größ­te Teil der benö­tig­ten Sum­me war damit bereits vor­han­den.11 Sil­ves­ter 1993 konn­te die WZ schließ­lich ver­mel­den: “Ber­gi­scher Löwe geret­tet”. 20.000 DM waren gespen­det wor­den, das meis­te über die “Löwen­an­tei­le”. Der Metall­bild­hau­er Rai­mund Kittl, der zuvor bereits des Denk­mal Wil­helms I. am Deut­schen Eck in Koblenz restau­riert hat­te, wur­de mit der Instand­set­zung beauf­tragt.12 Am 7.Mai 1994 ver­ließ der Löwe Voh­win­kel gen Düs­sel­dorf, um in der Gie­ße­rei Kittl repa­riert zu wer­den.13 Am 22.Oktober 1994 um 11 Uhr wur­de der Löwe schließ­lich wie­der in Wup­per­tal mit einem Fest emp­fan­gen. Sein neu­er Stand­ort: der Wil­ly-Brandt-Platz hin­ter dem Rat­haus.14


Der “über­le­ben­de” Löwe von 1833. Der Rücken trägt die Spu­ren zahl­rei­cher gro­ßer und klei­ner Kin­der, die ihn als Reit­tier benut­zen.

Er soll­te viel­leicht grim­mi­ger gucken…

Inschrift.

Auf dem neu­en Pos­ta­ment wur­de eine klei­ne Pla­ket­te ange­bracht:

Ber­gi­scher Löwe, 1833
Chris­ti­an Dani­el Rauch (1777–1857)
1993/94 restau­riert mit Hil­fe von Spen­den der
Wup­per­ta­ler Bevöl­ke­rung auf­grund einer
Initia­ti­ve der West­deut­schen Zei­tung und der
Stadt­spar­kas­se Wup­per­tal

Okto­ber 1994”


Ergän­zung vom 15.01.2015:
Mit­te Janu­ar 2015 wur­den die Löwen an der ehe­ma­li­gen Bun­des­bahn­di­rek­ti­on im Zuge des Umbaus des Döp­pers­berg ent­fernt und ein­ge­la­gert.15