Portraitbüsten an der ehem. Reichsbahndirektion

Mit bester Aussícht auf die Döppersberg-Baustelle …

Nachdem ich in einem Eintrag im August nach Informationen zu zwei Büsten an der ehemaligen Reichs- und Bundesbahndirektion gefragt hatte, kam von Andreas Wiese auf Facebook der Hinweis, dass die Büsten wahrscheinlich erst im Zuge der Sanierung des Gebäudes durch einen Konzernteil der Deutschen Bahn hinzugefügt wurde. Daher habe ich bei der Denkmalschutz-Abteilung der Stadt nachgefragt, und siehe da: Es stimmt. Da man vermutete, dass in den Erkern einmal Figuren vorhanden gewesen waren, hat man sich entschlossen, gewissermaßen als kleines Amusement, die Portraitbüsten anbringen zu lassen. Der Ennepetaler Bildhauer Karsten Müller nahm für die beiden Büsten den Projektmanager der Bahn, Willi Gaubatz, und den Architekten der Sanierung, Heinz Herglotz, als Vorbild. Inspiration holte sich der Bildhauer bei der Figur “Wissen” am Eingang der Stadtbibliothek in Elberfeld. Die Genehmigung dafür wurde am 21.10.2000 erteilt, die Abnahme erfolgte am 25. April 2001.1


… und den Hauptbahnhof.

Steinrelief Merkur und sein Gefolge

Das Steinrelief Merkur und sein Gefolge an der Außenwand der IHK Wuppertal.

Am 12. August 1939 – wenige Tage vor Kriegsausbruch – konnte am Gebäude der Wuppertaler Industrie- und Handelskammer ein Relief enthüllt werden, für das seit der Errichtung des Gebäudes im Jahr 1929 ein mächtiger Steinblock vorgesehen war. Den Entwurf steuerte der in Barmen geborene Düsseldorfer Bildhauer Carl Moritz Schreiner bei, der bei dem vorausgegangenen Wettbewerb im Mai 1939 mit dem 1.Preis ausgezeichnet worden war. Ausgeführt wurde es dann vom Barmer Steinbildhauer Heinrich Ostlinnig an Ort und Stelle.1


Das Relief zeigt an der linken Seite den sitzenden römischen Gott des Handels, Merkur, neben ihm der bergischen Löwe. Er erwartet die Gaben des Wuppertaler Handels und Handwerks.

Als erste kommt “Textilia” und entfaltet eine Stoffrolle, nach ihr zeigt “eine schmucke Maid” die Spitzen, Bänder und Litzen, die sie trägt, also die berühmten Barmer Artikel.

Den Damen folgen drei Männer, der Schloßschmied mit mächtiger Kette, ein Bleicher und Färber mit seiner Wasserschaufel und schließlich der Werkzeugschmied mit Zange und Zahnrad als Symbol für die Metallwarenindustrie.

Position des Kunstwerks auf der Karte


Steinfigur Schütze

Die Schützenstrasse beginnt hier und führt nach links, rechts die Rödiger Strasse.

Ungefähr im Jahr 1932 wurde die Häuser Rödiger Str.150 und Schützenstr. 2 und 2a im Norden Barmens fertiggestellt. Sie wurden errichtet im Auftrag der Baugenossenschaft Eigenheim aus Mülheim (Ruhr) vom Architekten Prof. Peter Klotzbach. Auf einem gemauerten Pfeiler steht in Höhe der ersten Etage eine Steinfigur, die mit einem Gewehr bewaffnet ist. Unklar ist, ob die Figur von Peter Klotzbach stammt.


Der Schütze.

Die Schützenstr., die hier beginnt, wurde 1873 nach der Barmer Schützengesellschaft  benannt, die ihr Schützenhaus 1868 in der Schützenstr. Nr. 25 erbaute. Doch bereits 1889 war das Haus nicht mehr in ihrem Besitz.1

Zwei Säulen des alten Barmer Rathauses

Ehemals Teil des Barmer Rathauses, heute am Nordpark.

1797 ließ sich Friedrich Bredt am Werth in Barmen ein Privathaus im italienischen Stil errichten. 1825 erwarb die Stadt Barmen das Haus von dessen Schwiegersohn, dem Freiherrn von Carnap, und richtete dort ihr Rathaus ein. 1908 schließlich legte man in Anwesenheit des Kronprinzenpaares den Grundstein zum Bau des heutigen Rathauses in Barmen, auf dessen Vorplatz das Haus Bredts einst stand. Während der Bauzeit von 1913-1921 wurde die Villa Bredts Stück für Stück entfernt, zuletzt blieben noch die vier Säulen des Eingangs übrig, von denen zwei 1926 auf Anregung des Stadtbaurats Heinrich Köhler an der Wettiner Straße und an der Melanchthonstraße aufgestellt wurden.”Die zierlichen Sandstein Säulen, deren Schäfte in den beiden oberen Dritteln kanneliert sind [Auskehlung eines Objektes mit senkrechten, konkaven Furchen, Anm.] und gleich einer ionischen Säule in Voluten [frz. (abgeleitetet) Ausdruck für eine Schneckenform, Anm.] enden, trugen […] den Altan [offene, auf Stützen oder Mauern ruhende Plattform in einem Obergeschoss eines Gebäudes, Anm.] des alten Barmer Rathauses”, erklärt Ruth Meyer-Kahrweg in ihrem Standardwerk Denkmäler, Brunnen und Plastiken in Wuppertal.1


Die Säule an der Grünanlage Wettiner/Hohenzollern Str. (Haltestelle Toelleturm)

Ergänzung vom 25.10.2011:


Auf diesem Bild des alten Barmer Rathauses kann man die Säulen und den Altan des Gebäudes erkennen. Davor steht das Barmer Bismarck-Denkmal, welches beim Neubau zur Ruhmeshalle umzog. Entnommen aus: Westdeutsche Zeitung vom 21.02.1996. Das Bild ist in der Überschrift auf das Jahr 1900 datiert.

Position der Säule auf den Südhöhen


Position der Säule am Nordpark


Die Elberfelder Löwen

1831-33 schuf der Bildhauer Wilhelm Joseph Imhoff nach einem Modell von Christian Daniel Rauch zwei schreitende, bronzene Löwen für die Freitreppe des neuen Elberfelder Rathauses, des heutigen von-der-Heydt-Museums. Inzwischen haben dort Skulpturen von Tony Craig ihren Platz gefunden. Gegossen wurden sie in der Gutehoffnungshütte in Oberhausen. Durch ein installiertes Gasrohr konnten sie zum festlichen Ereignis Feuer speien.


Die Löwen sind auf dieser Fotografie am Eingang des Alten Elberfelder Rathauses zu erahnen. Sammlung  Untere Denkmalbehörde. (Bild hinzugefügt am 27.12.2011)

Eine Anekdote erzählt, dass der Bildhauer, als er die Löwen nach Elberfeld brachte, plötzlich 800 statt den vereinbarten 440 Talern verlangte, worauf der Oberbürgermeister Brüning die Annahme verweigerte. Der Bildhauer stellte die Löwen draufhin in einer Bretterbude an der Schloßbleiche aus und warb für eine Kunstausstellung. Eintrittspreis: 5  Silbergroschen, Kinder die Hälfte. Angeblich konnte der Bildhauer so doch seinen Preis erzielen und übergab die Löwen an die Stadt Elberfeld.


Brüllender Löwe

1877 beschloß die Stadtverordneten-Versammlung die Löwen dort zu entfernen, da sie den Verkehr zu sehr störten. Sie wurden für zehn Jahre in einem Lagerhaus am Neuenteich untergestellt und 1887 am Eingang der neuen Badeanstalt am Brausenwerth (Döppersberg) wieder aufgestellt. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Löwen beschädigt und beim Abtransport zum neuen Standort am Zoologischen Garten wurde einer dann vollständig zerstört.1

Der  überlebende Löwe fand dann bei der Firma Blumhardt (durch den Einsatz von Inhaber Günter Muthmann2) ein neues zu Hause3, blieb aber im Besitz der Stadt.4 Generationen von Lehrlingen kümmerten sich bei Blumhardt um den Löwen. Eine der ersten Maßnahmen war die “Transplantation” des Schwanzes des zerstörten Löwen, da der Überlebende seinen eingebüßt hatte.5


Der überlebende Löwe auf dem Gelände der Firma Blumhardt in Vohwinkel. Sammlung Untere Denkmalbehörde (Hinzugefügt am 27.12.2011)

1965 erhielt der Bildhauer Joachim Wolf-Müller von der Stadt Wuppertal den Auftrag vom geretteten Löwen und den Überresten des anderen Abdrücke zu nehmen und die Löwen wiederauferstehen zu lassen. Man entschied sich die Löwen vor der Bundesbahndirektion aufzustellen. Mit dem  Guss der neuen Löwen bei August Bischof in Düsseldorf kosteten die neuen Löwen 38.000 DM, zusätzlich mussten noch 16.000 DM für die Aufstellung bezahlt werden. Am 8. Juni 1967 wurden die Löwen aufgestellt.


Die Löwen vor der ehem. Bundesbahndirektion.

Der rechte Löwe in voller Größe.

Es ist zu hoffen, dass diese schönen Tiere mit dem neuen Döppersberg ein besseres Umfeld bekommen, vor dem vergammelten Eingang zur leerstehenden Reichsbahndirektion und der schlaglochübersähten Zufahrt zum Taxiwarteplatz am Hauptbahnhof sieht es aus, als hätte man vergessen sie abzuholen.6


1993 erklärte der Bruder und Erbe des Retter des Löwen, Wilhelm Muthmann, dass er den Löwen nicht weiter pflegen könne und forderte die Stadt auf, sich endlich um ihren Besitz zu kümmern,7 nachdem bereits 1990 ein solcher Aufruf vom Vorsitzenden des Bergischen Geschichtsvereins, Dr. Michael Metschies, ungehört verhallt war.8 Die Stadt reagierte diesmal und zeigte sich einer erneuten Aufstellung gegenüber aufgeschlossen, sah sich aber nicht im Stande die Instandsetzungskosten von 150.000 DM aufzubringen. Allerdings scheint sich hier ein Fehler eingeschichen zu haben, da die Restaurierung später sehr viel weniger Kosten verursachte.9 Am 13.November 1993 nahm die WZ schließlich die Sache in die Hand und rief zur Aktion “Rettet den Löwen auf”. Unterstützt vom Kulturamt und der Stadtsparkasse konnten die Leser “Löwenanteile” in Höhe von 20 und 50 DM erwerben und über den zukünftigen Standort abstimmen. Zur Debatte standen der Zoo, der von-der-Heydt-Platz, die Stadthalle oder ein anderer Ort. Mithilfe der Spenden sollte dem Rost der Kampf angesagt werden, der aus einem Loch im Bauch des Löwen rieselte. Außerdem war die Struktur einer Pranke bereits verloren und der Kopf notdürftig geflickt.10 Innerhalb weniger Wochen gingen bis zum 4.Dezember 1993 14.000 Mark in Löwenanteilen ein, dazu noch größere direkte Spenden auf ein Spendenkonto. Der größte Teil der benötigten Summe war damit bereits vorhanden.11 Silvester 1993 konnte die WZ schließlich vermelden: “Bergischer Löwe gerettet”. 20.000 DM waren gespendet worden, das meiste über die “Löwenanteile”. Der Metallbildhauer Raimund Kittl, der zuvor bereits des Denkmal Wilhelms I. am Deutschen Eck in Koblenz restauriert hatte, wurde mit der Instandsetzung beauftragt.12 Am 7.Mai 1994 verließ der Löwe Vohwinkel gen Düsseldorf, um in der Gießerei Kittl repariert zu werden.13 Am 22.Oktober 1994 um 11 Uhr wurde der Löwe schließlich wieder in Wuppertal mit einem Fest empfangen. Sein neuer Standort: der Willy-Brandt-Platz hinter dem Rathaus.14


Der “überlebende” Löwe von 1833. Der Rücken trägt die Spuren zahlreicher großer und kleiner Kinder, die ihn als Reittier benutzen.

Er sollte vielleicht grimmiger gucken…

Inschrift.

Auf dem neuen Postament wurde eine kleine Plakette angebracht:

“Bergischer Löwe, 1833
Christian Daniel Rauch (1777-1857)
1993/94 restauriert mit Hilfe von Spenden der
Wuppertaler Bevölkerung aufgrund einer
Initiative der Westdeutschen Zeitung und der
Stadtsparkasse Wuppertal

Oktober 1994″


Ergänzung vom 15.01.2015:
Mitte Januar 2015 wurden die Löwen an der ehemaligen Bundesbahndirektion im Zuge des Umbaus des Döppersberg entfernt und eingelagert.15

Der Märchenbrunnen im Zoo-Viertel

Undatierte Fotografie des Märchenbrunnens, aufgrund der spärlichen Bebauung vermutlich zwischen 1897 und 1905 entstanden. Es ist gut zu sehen, dass die Brunnenbecken früher in den Stein gehauen waren. Sammlung Historisches Zentrum, 010/15/34 (Bild ergänzt am 27.12.2011)

Am 13. November 1897 übergab der Architekt Rudolf Hermanns in seinem und im Namen seines Kompagnons Kuno Riemann den Märchenbrunnen als Geschenk an die Stadt Elberfeld. Für die Stadt nahm Oberbürgermeister Jäger, nach dem heute eine der Straßen dort benannt ist, den Brunnen in Anwesenheit zahlreicher Gäste und Stadtverordneter in deren Obhut. 23.000 Mark hatten sich die Architekten, die verantwortlich für den Ausbau des Tiergartenviertels gewesen waren, den Brunnen kosten lasten.


Der Märchenbrunnen heute mit den Brunnenbecken in der Version 2006.

Den dreigeschoßigen Aufbau aus Sandstein entwarfen sie selbst, die Ausgestaltung der Figuren aus Zinkguß übernahm der Kölner Bildhauer Wilhelm Albermann. In den vier Nischen sind Szenen aus Dornröschen, Schneewitchen, Rotkäppchen und Aschenputtel dargestellt, auf der Spitze erzählt eine Großmutter Kindern Märchen. Früher waren zwischen den Figurengruppen noch weitere Figuren angebracht, die Reinecke Fuchs, den gestiefelten Kater, Swinegel und König Nußknacker darstellten. 1939 wurden die Becken des Brunnens, dessen Wasser aus Löwenköpfen unterhalb der Figurengruppen floß, aus “verkehrstechnischen Gründen” entfernt und durch kleinere Blumenbeete ersetzt.1


Dornröschen

Rotkäppchen

Großmutter erzählt den Kindern ihre Lieblingsmärchen.

Schneewittchen

Aschenputtel

Der Bürgerverein Sonnborn-Zoo-Varresbeck stieß 2006 die Restaurierung des Brunnens an, an deren Ende er auch wieder seine urspüngliche Funktion ausüben sollte. Ermöglicht wurde die Restaurierung durch Spenden der NRW-Stiftung (15.000 €), Eugen Trautwein (30.000 €) und weiteren Spenden, die der Bürgerverein gesammelt hatte.2, 3


Am 30.Juni 2011 wurden am Märchenbrunnen die neuen Wasserbecken angebracht und seit dem sprudelt er wieder. Zum Märchenfest am 24.September 2011 wird der restaurierte Brunnen eingeweiht.4 Die Stadtwerke übernehmen die Kosten für Wasser und Beleuchtung, sodass der Brunnen werktags von 13 Uhr bis 21 Uhr und an den Wochenenden von 10.30 Uhr bis 21 Uhr sprudelt. Vom Beginn der Dämmerung bis 22 Uhr, im Juli sogar bis 22.30 Uhr wird der Brunnen nun beleuchtet. 5


Der Märchenbrunnen aus einer anderen Perspektive.

Der Märchenbrunnen sprudelt wieder. (Alle Bilder vom 2.August 2011)

Wanderer mit Laute

Wanderer mit Laute

1933 schenkte der Bürgerverein der äußeren Südstadt (heute Bürgerverein der Elberfelder Südstadt e. V.) der Stadt eine Steinskulptur namens “Heimziehender Wandervogel“, die Wilhlem Koopmann aus Stein geschaffen hatte. Sie wurde am Sandhof aufgestellt und 1949 wurde diese zerstört.


Zum 25jährigen Jubiläum der Stadt Wuppertal entschloss man sich deshalb der Stadt erneut einen “Wanderer” zu schenken, diesmal aus Bronze. Angefertigt wurde sie von Harald Schmahl und am 31.Juli 1954 enthüllt. Der Vorsitzende des Bürgervereins, Rechtsanwalt Hünerbein, Bürgermeister Kemper, Stadtdirektor Goeke und SGV-Gauwegewart Arnholt waren zur Feier gekommen und sprachen. Seitdem steht der 1,84m große Wanderer tagaus, tagein oberhalb des Kreisverkehres am Sandhof und bewegt sich trotz seines Namens nicht.1


Position des Kunstwerks auf der Karte


Neu auf Denkmal Wuppertal: Stadtschmuck

Ich habe mich entschieden, genauer zwischen Denkmälern und “Stadtschmuck” zu unterscheiden. Deshalb habe ich eine neue Seite “Stadtschmuck” angelegt, auf der ich in Zukunft Türme, Brunnen, Skulpturen, Plastiken und Reliefs vorstellen werden. Diese Objekte haben auch eine eigene Karte bekommen, wo sie dann gesammelt werden. Der Todesengel an der Ottenbrucher Straße  und das Bronzerelief: Jesus heilt ein mißhandeltes Tier sind bereits von den Denkmälern zum Stadtschmuck gewandert. Der Schwerpunkt liegt zwar in den nächsten Monaten weiter auf den Denkmälern, doch ich werde zwischendurch auch immer wieder Schmückendes vorstellen. Morgen, das verrate ich schon einmal, gibt es den Wanderer mit Laute.