Das zerbrochene Herz

Die Bal­lons gehö­ren nicht zum Kon­zept.

Im Dezem­ber 2000 stell­te man im Rat­haus Bar­men die Skulp­tur “Das zer­bro­che­ne Herz” auf, mit der die 2012 ver­stor­be­ne Wup­per­ta­ler Bild­haue­rin Ulle Hees an die Dich­te­rin Else Las­ker-Schü­ler erin­ner­te. Das zer­bro­che­ne Herz sym­bo­li­siert die drei Begrif­fe Trau­er, Exil und Poe­sie, die das Wesen und Leben Else Las­ker-Schü­lers beschrei­ben. Sie mahnt vor der von Natio­nal­so­zia­lis­ten ver­ord­ne­ten Wort­lo­sig­keit durch erzwun­ge­ne Emi­gra­ti­on und Bücher­ver­bren­nung, erin­nert an das lite­ra­ri­sche Schaf­fen Las­ker-Schü­lers, ihre Weg­be­glei­ter und ihre Kind­heit in Elber­feld. Die 1,65 m hohe Ste­le wur­de der Stadt Wup­per­tal vom Rons­dor­fer Unter­neh­mer Enno Spring­mann gestif­tet. Nach­dem sie zunächst im Ein­gang des Bar­mer Rat­hau­ses eine Hei­mat gefun­den hat­te, soll­te sie zur Spiel­zeit 2001/2002 ins Schau­spiel­haus umzie­hen.1


Auf den Herz­tei­len fin­den sich Wort und Moti­ve aus Las­ker-Schü­lers Wer­ken.

Im Juni 2014 zog die Skulp­tur dann vom Opern­haus in das Rat­haus Elber­feld. Enno Spring­mann hat­te dar­um gebe­ten, da er der Mei­nung war, dass im Opern­haus zu wenig Betrach­ter “Das zer­bro­chen Herz” sehen konn­ten. Nun steht sie auf dem ers­ten Trep­pen­ab­satz gegen­über dem Haupt­ein­gang.2


Die Inschrift

Das zer­bro­che­ne Herz
Bron­ze-Ste­le von Ulle Hees
zur Erin­ne­rung an die Dich­te­rin Else Las­ker Schü­ler
Geb. 1869 in Wup­per­tal, Gest. 1945 in Jeru­sa­lem
Geschenk der Enno- und Chris­ta Spring­mann-Stif­tung
an die Stadt Wup­per­tal, Dezem­ber 2000


Die Boden­plat­te.

Wei­te­re Gedenk­zei­chen zur Erin­ne­rung an Else Las­ker-Schü­ler:
Mein­wärts
Gedenk­ta­fel am Geburts­haus
Gedenk­ta­fel am Wohn­haus


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Helene-Stöcker-Denkmal

Das Hele­ne-Stö­cker-Denk­mal vor der VHS.

Am 30. Mai 2014 wur­de vor der Volks­hoch­schu­le in der Auer Schul­stra­ße von Ober­bür­ger­meis­ter Peter Jung ein Denk­mal ein­ge­weiht, das Hele­ne Stö­cker gewid­met ist. Eine eher unbe­kann­te Per­son wird hier sicht­bar gemacht — im Gegen­satz zu Husch-Husch oder Fried­rich Engels, die eben­falls in Bron­ze gegos­sen nun im Stadt­bild ihren Platz erhal­ten haben.1


Dr. Hele­ne Stö­cker.

Am 13. Novem­ber 1869 wur­de Hele­ne Stö­cker in Elber­feld gebo­ren, ihre Eltern waren der Tex­til­fa­bri­kant Lud­wig Stö­cker und sei­ner Frau Hul­da. Von 1879 bis 1889 besuch­te sie die städ­ti­sche Höhe­re-Töch­ter-Schu­le, ab 1892 absol­vier­te sie ein Leh­re­rin­nen­se­mi­nar in Ber­lin und trat dort der Deut­schen Frie­dens­ge­sell­schaft bei, die von Ber­tha von Sutt­ner gegrün­det wor­den war. Nach dem erfolg­reich abge­schlos­se­nen Leh­re­rin­nen­se­mi­nar ver­öf­fent­lich­te sie 1893 ihren ers­ten Auf­satz und ent­wi­ckel­te das Leit­bild einer selbst­be­wuß­ten, wirt­schaft­lich unab­hän­gi­gen und dem Mann in kei­ner Wei­se unter­ge­ord­ne­ten Frau. 1896 begann sie, nach­dem dies nun mög­lich war, ein Stu­di­um der Lite­ra­tur­ge­schich­te, Phi­lo­so­phie und Natio­nal­öko­no­mie und grün­de­te den “Ver­ein Stu­die­ren­der Frau­en”. Ihr Stu­di­um been­de­te sie nach einer Zwi­schen­sta­ti­on in Glas­gow 1898/99 im Jahr 1901 an der Uni­ver­si­tät Bern mit der Pro­mo­ti­on.


Am 5. Janu­ar 1905 grün­de­te Dr. Hele­ne Stö­cker mit Ver­tre­te­rin­nen der pro­le­ta­ri­schen Frau­en­be­we­gung den “Bund für Mut­ter­schutz und Sexu­al­re­form”, mit dem Ziel Vor­ur­tei­le gegen­über ledi­gen Müt­tern und deren Kin­dern abzu­bau­en. Im sel­ben Jahr lern­te sie den Ber­li­ner Rechts­an­walt Bru­no Sprin­ger ken­nen und leb­te mit ihm bis zu sei­nem Tode 1931 zusam­men — ohne ihn zu hei­ra­ten. In der Zeit­schrift “Die neue Genera­ti­on” (bis 1908 noch unter dem Namen “Mut­ter­schutz”), die sie ab 1905 her­aus gab, plä­dier­te sie für ihre “neu­en Ethik der Lie­be”, deren Grund­la­ge das Selbst­be­stim­mungs­recht der Frau über ihren Kör­per und ihre Sexua­li­tät bil­det. Die Lie­be und nicht die Ehe stell­te ihrer Ansicht nach die ein­zig legi­ti­me Basis jeder sexu­el­len Bezie­hung dar. Im Ers­ten Welt­krieg wur­de Hele­ne Stö­cker zur radi­ka­len Pazi­fis­tin. In der Wei­ma­rer Repu­blik war sie Mit­glied zahl­rei­cher Ver­bän­de und Ver­ei­ni­gun­gen, die sich für Frie­den und Frau­en­rech­te ein­setz­ten. 1933 emi­grier­te sie nach der Macht­über­nah­me der Natio­nal­so­zia­lis­ten nach Zürich. Die Natio­nal­so­zia­lis­ten erkann­ten ihr die Staats­bür­ger­schaft ab und zer­stör­ten ihre zurück­ge­las­se­nen Manu­skript­kis­ten. Via Schwe­den und die Sowjet­uni­on wan­der­te Stö­cker 1940/1941 in die USA aus und arbei­te­te dort an ihrer Auto­bio­gra­phie. Sie starb vor deren Voll­endung am 23. Febru­ar 1943 in New York.2


Das Denk­mal

Die Skulp­tur geht auf einen Ent­wurf der bekann­ten, 2012 ver­stor­be­nen Wup­per­ta­ler Bild­haue­rin Ulle Hees zurück, die zahl­rei­che Denk­mä­ler in Wup­per­tal gestal­te­te. Aus­ge­hend von einer Gips­skulp­tur Hees’ schuf der Wup­per­ta­ler Bild­hau­er Frank Brei­den­bruch ein Ton­mo­dell, sodass das Denk­mal von der Gie­ße­rei Loti­to in Köln gegos­sen wer­den konn­te. Die Armin-T.-Wegner-Gesell­schaft sam­mel­te 50.000 €, um das Denk­mal zu ver­wirk­li­chen.3


Detail

Detail

Das Denk­mal zeigt eine schma­le Per­son, die sich auf Bücher stützt, von ihnen getra­gen oder gleich­sam mit ihnen ver­wach­sen, mit Dok­tor­hut und ver­schie­de­nen Nischen und Details, die Hele­ne Stö­cker beschrei­ben zum Bei­spiel das Sym­bol des Pazi­fis­mus und der Frau.


Die Rück­sei­te des Denk­mals

Auf der Rück­sei­te der Figur ist in einer klei­nen Klap­pe auch ein Gruß an Ulle Hees ver­steckt, als Hom­mage an die Schöp­fe­rin des Denk­mals.


Der Gruß an Ulle Hees.

 

Die in das Pflas­ter ein­ge­las­se­ne Gedenk­ta­fel erklärt:

Dr. Hele­ne Stö­cker
Phi­lo­so­phin der Lie­be
Frau­en­recht­le­r­ein
Sexu­al­re­for­me­rin
Pazi­fis­tin

Ste­le von Ulle Hees und Frank Brei­den­bruch
Auf Initia­ti­ve der Armin T. Weg­ner Gesell­schaft e.V.
und
Geschich­te Gestal­ten”


Inschrift an der Skulp­tur

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum Pro­jekt gibt es unter: www.helenestöcker-denkmal.de


Der Spielbrunnen

Der Spiel­brun­nen

Am 7. Mai 1983 wur­de von Ober­bür­ger­meis­ter Gott­fried Gur­land der Spiel­brun­nen auf der neu­ge­bau­ten Tiefgaragen/Terassenanlage an der Kasi­no­stra­ße ein­ge­weiht. Die­ser besteht aus einem Rohr, das an einer Ter­ras­sen­stirn­sei­te her­vor kommt und das Was­ser in einen klei­nen Bach­lauf spru­deln lässt, der sich an eini­gen Stei­nen vor­bei­sch­län­gelt um dann in der Brun­nen­stu­be zu ver­si­ckern. An der “Quel­le” steht eine Plas­tik, die ein Kind dar­stellt, das auf einem der Stei­ne ste­hend in das Rohr schaut. Die 110 cm gro­ße Plas­tik aus Bron­ze wur­de von der bekann­ten Wup­per­ta­ler Bild­haue­rin Ulle Hees geschaf­fen. Das Geld für den Brun­nen stamm­te von Gün­ter Aus­ter­man, Geschäfts­füh­rer der Fir­ma Max Aus­ter­mann und “Kind” der Nord­stadt.1


Heu­te sind Brun­nen und Figur von Graf­fi­ti gezeich­net, da die Flä­che am Haus der Jugend offi­zi­ell dafür frei­ge­ge­be­ne ist.

Brunnen am Langerfelder Markt

Der Brun­nen am Lang­er­fel­der Markt.

1979 wur­de die Umge­stal­tung des öst­li­chen Lang­er­fel­der Markts geplant und die Kunst­kom­mis­si­on der Stadt erteil­te der Wup­per­ta­ler Bild­haue­rin Ulle Hees den Auf­trag einen Brun­nen zu gestal­ten. In Zusam­men­ar­beit mit der Bezirks­ver­tre­tung und Gün­ther Voigt, einem Exper­ten für die Geschich­te von Wup­per­tals öst­lichs­tem Stadt­teil, arbei­te­te sie ein Stück Lokal­ge­schich­te ein. Der Brun­nen zeigt den Fon­tai­nen­streit, der 1730 in Lang­er­feld aus­brach. Damals gab es an der Ecke Inselstr./Wilhelm-Hedtmann-Straße, am Markt und am Anfang der Kur­zen Stra­ße drei Was­ser­stel­len, die aller­dings alle aus der­sel­ben Quel­le gespeist wur­den und durch Röh­ren mit­ein­an­der ver­bun­den waren. Das Was­ser, mit dem die Wäsche gewa­schen wur­de, reich­te aller­dings nicht für die Nut­zung in allen drei Was­ser­stel­len gleich­zei­tig, sodass man sich an Ent­nah­me­zei­ten zu hal­ten hat­te.


Lei­der ist der Brun­nen nicht mehr in Betrieb.

Der am 26. Sep­tem­ber 1981 zum Garn­fest ein­ge­weih­te Brun­nen Hees zeigt, was pas­sier­te, wenn die Ver­ein­ba­rung nicht ein­ge­hal­ten wur­de: Wäh­rend an der obe­ren Fon­tai­ne mun­ter das Was­ser gebraucht wird, erregt das abge­stan­de­ne Was­ser an der tie­fer­lie­gen­den Fon­tai­ne Wut und Zorn.1


Detail des Brun­nens

Zuckerfritz-Denkmal

Der Zucker­fritz von Ulle Hees.

Es war der 19. Dezem­ber 1979, als Fritz Poth ali­as “der Zucker­fritz” sei­ne Schub­kar­re für immer zwi­schen Neu­markt und Kers­ten­platz abstell­te und sich drauf­setz­te. Ulle Hees schuf nach der Mina Knal­len­falls auch die­se Bron­ze­fi­gur des 1831 in Elber­feld gebo­re­nen Ori­gi­nals. Mit sei­ner Schub­kar­re erle­dig­te Poth Boten­gän­ge und trans­por­tier­te Pake­te. Sei­ne Vor­lie­be für Süßig­kei­ten brach­te ihm sei­nen Spitz­na­men ein. Am 9. Mai 1906 starb Fritz Poth an einer Lun­gen­ent­zün­dung im Städ­ti­schen Kran­ken­haus.1



Im August 2010 wur­de der Zucker­fritz zur Repa­ra­tur in die Düs­sel­dor­fer Kunst­gie­ße­rei Kai­ser gebracht, da die Hol­me der Schub­kar­re von Metall­die­ben abge­tre­ten wor­den waren.2


Ein klei­ne Gedenk­ta­fel klärt den Besu­cher auf.
Eine klei­ne Lecke­rei.

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Mina-Knallenfalls-Denkmal

Seit dem 7. Juni 1979 steht mit­ten in der Elber­fel­der Innen­stadt eine stol­ze Frau­en­fi­gur, in Lebens­grö­ße und aus Bron­ze. Geschaf­fen wur­de sie von der Wup­per­ta­ler Bild­haue­rin Ulle Hees. Es han­delt sich um Mina Knal­len­falls, die Hel­din aus der gleich­na­mi­gen Mund­art­dich­tung von Otto Haus­mann (erschie­nen 1870). Das dral­le und kes­se “Weit” steht ohne Sockel mit­ten im Leben und wird von den Wup­per­ta­lern getäschelt, mit Blu­men ver­se­hen oder trägt auch schon mal einen Luft­bal­lon am Hand­ge­lenk. Mitt­ler­wei­le ist sich die For­schung sicher, dass die Groß­mutter des Dich­ters, Maria Wil­hel­mi­na Haus­mann, geb. Maas, der Figur als Vor­bild dien­te. Sie leb­te vor über 150 Jah­ren “an der Fuhr”, dem spä­te­ren Island­ufer, einem Armuts­vier­tel, das inzwi­schen kom­plett über­baut und ver­schwun­den ist. 1 Der bron­ze­nen Mina hin­ge­gen dien­te Hei­ke Jes­ber­ger, eine Freun­din Hees’, als Vor­bild für die Plas­tik.2



Vor der Figur klärt eine Bron­ze­ta­fel den Ver­wei­len­den auf:

Mina Knal­len­falls
Figur aus der um 1870 erschie­nen
Mund­art­dich­tung von Otto Haus­mann

Eck si an de Foahr ertro­cken
Mi Vader wor fusel­krank
Mi Moder, die streck­ten Socken
On spol­den onger de Hank

Plas­tik * Ulle Hees-Schett­ler * 1979


Die ers­te Gedenk­ta­fel ist die obe­re.

Im Jahr 2008 finan­zier­ten die Elber­fel­der Bezirks­ver­tre­tung und der Ber­gi­sche Geschichts­ver­ein ein zwei­te Gedenk­ta­fel, die im Sep­tem­ber 2008 ein­ge­las­sen wur­de. 3 Sie erzählt:

“Die Webe­rin ‘Mina’

über ihre Arbeit in der Fabrik
Orleans­dö­ker leahrt eck maken,
Die per Damp gefitsch­kataut
On ok wat geblöm­de Saken
Woa­den meck it alt aan­ver­traut”

Als die Bild­haue­rin Ulle Hees im Juli 2012 ver­starb, wur­de aus Anteil­nah­me vor ihrem bekann­tes­ten, aber bei wei­tem nicht ein­zi­gen Kunst­werk von den Wup­per­ta­lern Blu­men abge­legt.


17. Juli 2012.

Denkmäler für die Gefallenen des Kapp-Putsches (4) “Der Blitz von unten”

“Der Blitz von unten” erin­nert an den Wider­stand gegen den Kapp-Putsch am Osters­baum 1920.

Am Wochen­en­de vom 5. und 6. Juli 2003 wur­de auf dem klei­nen drei­ecki­gen Platz zwi­schen Flens­bur­ger- und Para­de­stra­ße ein Denk­mal ein­ge­weiht, dass an den am Osters­baum im März 1920 statt­ge­fun­de­nen Auf­stand Elber­fel­der Arbei­ter gegen den Kapp-Putsch erin­nert.1 Der Kunst­leis­tungs­kurs der Jahr­gangs­stu­fe 13 der nahe­ge­le­ge­nen Else-Las­ker-Schü­ler-Gesamt­schu­le hat­te unter der Lei­tung der Kunst­leh­re­rin Hil­de­gard Bud­ke-Hoh­mann 19 ver­schie­de­ne Denk­mä­ler ent­wor­fen. Eine Jury aus Ver­tre­tern der Stadt wähl­te in Zusam­men­ar­beit mit der bekann­ten Wup­per­ta­ler Bild­haue­rin Ulle Hees, die im Juli 2012 ver­stor­ben ist, den Ent­wurf “Der Blitz von unten” aus, der dem März­ge­fal­le­nen-Denk­mal von Wal­ter Gro­pi­us auf dem His­to­ri­schen Fried­hof Wei­mars nach­emp­fun­den ist.2 Anschlie­ßend wur­de es unter Anlei­tung von Ulle Hees von der Fir­ma Facit und dem Schlos­ser Afrim Salihi gefer­tigt. Zur Ein­wei­hung erschie­nen auch eini­ge Zeit­zeu­gen der Ereig­nis­se3, die der Ber­gi­sche Geschichts­ver­ein auf einer Gedenk­ta­fel wie folgt beschreibt:


Die Tafel vom Ber­gi­schen Geschichts­ver­ein

Die Gedenk­ta­fel

Der Schüt­zen­brun­nen an der Spit­ze des Plat­zes ist heu­te ohne Funk­ti­on.
In Wup­per­tal exis­tie­ren für die Gefal­le­nen des Auf­stands drei wei­te­re Denk­mä­ler, die unmit­tel­ba­rer nach den Ereig­nis­sen ent­stan­den: Auf dem Elber­fel­der Ehren­freid­hof, dem Bar­mer Ehren­fried­hof und dem evan­ge­li­schen Fried­hof Cro­nen­berg.

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Kreuzherren-Denkmal (Theodorus-de-Celles-Denkmal)

Das Denk­mal zur Erin­ne­rung an 700 Jah­re Kreuz­her­ren in Bey­en­burg zeigt den Grün­der und Hei­li­gen Theo­do­rus de Cel­les bar­fü­ßig mit lan­gem Gewand, Kreuz und Bibel.

Am Wochen­en­de des 13. und 14. Sep­tem­ber 1997 begann man in Bey­en­burg mit den Fei­er­lich­kei­ten zum 700. Jubi­lä­um der Klos­ter­grün­dung durch die Mön­che des Ordens der Kreuz­brü­der, auch Kreuz­her­ren oder Orden vom Hei­li­gen Kreuz genannt. Im Jahr 1298 über­trug der Köl­ner Dom­probst, Kon­rad von Berg, mit Zustim­mung sei­ner Mut­ter die unab­hän­gi­ge Kapel­le Maria Mag­da­le­na zu Stein­haus im heu­ti­gen Bey­en­burg den dort bereits leben­den Kreuz­brü­dern. Bereits Graf Adolf V. von Berg hat­te die Kreuz­brü­der ins Ber­gi­sche Land geholt, ver­starb aber vor der Grün­dung des Klos­ters. Ver­mut­lich wur­de er auf die Kreuz­brü­der auf­merk­sam, nach­dem Bru­der Johan­nes von Eppa in Paris die Reli­qiu­en der hei­li­gen Odi­lia, einer Gefähr­tin der Hei­li­gen Ursu­la von Köln auf­ge­fun­den hat­te. Am Anfang leb­ten die Brü­der auf dem Her­ren­hof Stein­haus hoch über der Wup­per und küm­mer­ten sich um die Seel­sor­ge der Hofan­ge­hö­ri­gen und der Rei­sen­den und Pil­ger. Graf Wil­helm von Berg schenk­te ihnen dann 1302 den Bey­en­berg, um dort ein neu­es Klos­ter in grö­ße­rer Abge­schie­den­heit zu bau­en. 1307 erklär­te sich auch Erz­bi­schof Hein­rich von Vir­ne­burg mit der Ver­le­gung des Klos­ters von der beleb­ten Heers- und Han­sa­stra­ße ins Tal der Wup­per ein­ver­stan­den.1


In ihrer Hand hält die Figur ein Kreuz.

Der Orden vom Hei­li­gen Kreuz wur­de 1210 durch den Kano­ni­ker Theo­do­rus de Cel­les in Huy an der Maas gegrün­det und 1248 von Papst Inno­zenz  IV. bestä­tigt. Die Kre­zuz­brü­der leben nach den Regeln des hei­li­gen Augus­ti­nus und wähl­ten als Devi­se “In Cruce Salus” — Im Kreuz ist Heil.2

1485 und 1497 wur­de das Klos­ter und die Kir­che der hei­li­gi­en Maria Mag­da­le­na neu errich­tet. Im Jahr 1481 bezeich­ne­te eine Urkun­de die Brü­der erst­mals als “Kreuz­her­ren”. 1615 brann­ten Kon­vent und Kir­che und der Drei­ßig Jäh­ri­ge Krieg stürz­te das Klos­ter in tie­fe Finanz­not. In den 1690er Jah­ren erhielt die Kir­che dann, nach­dem 1678 das Klos­ter aber­mals nie­der­ge­brannt war, sei­ne Barock­aus­stat­tung. 1804 wur­de das Klos­ter auf­ge­ho­ben und die Klos­ter­kir­che zur Pfarr­kir­che erho­ben.3


In den bron­ze­nen Man­tel des Ordens­grün­der hat die Künst­le­rin Ulle Hees Sze­nen des Klos­ter­le­bens ein­ge­ar­bei­tet. Hier das Kopie­ren von Büchern.

Erst im Mai 1907 wur­de das leer­ste­hen­de und ver­fal­le­ne Klos­ter von Augus­ti­ne­rin­nen in Besitz genom­men und reno­viert. 1948 nahm Pfar­rer Joseph Schul­te Kon­takt zu dem in Deutsch­land in Ver­ges­sen­heit gera­te­nen Kreuz­her­ren­or­den auf, am 28.April 1963 kehr­ten dann die ers­ten Brü­der des Ordens zurück. 1968 ver­lie­ßen die Non­nen das Klos­ter aus Alters­grün­den.4


Ein Mönch küm­mert sich um einen Gläu­bi­gen.

Am Sockel der Figur steht die Inschrift: “Theo­do­rus von Cel­les Fun­d­a­tor Ordi­nis St. Cru­cis”

Am Sams­tag­abend des 13. Sep­tem­ber 1997 zogen die Kreuz­her­ren vom ers­ten Stand­ort des Klos­ters auf Stein­haus hin­ab zur Kir­che auf der Wup­per­halb­in­sel. Mit dabei war das Ober­bar­men Blas­or­ches­ter, 300 Bey­en­bur­ger Bür­ger und die Reli­qiu­en der hei­li­gen Odi­lia, die 1964 der Klos­ter­kir­che über­tra­gen wor­den waren. Dort wur­de nach einer kur­zen Andacht und der Seg­nung der über einen Meter hohen Jubi­lä­ums­ker­ze durch Pater Gene­ral Rein Vaan­hold das Kreuz­her­ren-Denk­mal vor der Kir­che ent­hüllt. 5


Die Bron­ze­ta­fel im Pflas­ter vor dem Denk­mal erin­nert an den Anlass der Stif­tung: “700 Jah­re Kreuz­her­ren in Bey­en­burg 1298–1998”


1998 wur­de auf dem Fried­hof Stein­haus eine wei­te­re Gedenk­ta­fel zur Erin­ne­rung an die Kreuz­her­ren auf­ge­stellt, seit 1999 doku­men­tie­ren zwei von ins­ge­samt 23 Ste­len den Ver­lauf des Jakobs­we­ges von Bey­en­burg nach Aachen. Bereits 1986 erhielt der Klos­ter­hof eine Bron­ze­fi­gur der Namens­ge­be­rin des Kir­che, Maria Mag­da­le­na.


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Mahnmal zur Erinnerung an die Barmer Theologische Erklärung

Mahn­mal zur Erin­ne­rung an Bar­mer Theo­lo­gi­sche Erklä­rung.

Am 27. Mai 1984  — heu­te vor 27 Jah­ren — wur­de auf dem Werth Ecke Röder­gas­se aus Anlass des 50.Jahrestages der Bar­mer Theo­lo­gi­schen Erklä­rung ein Denk­mal zur Erin­ne­rung dar­an von Ober­bür­ger­meis­ter Gur­land und Super­in­ten­dent Pil­der ent­hüllt. Es soll an die muti­gen und auf­rech­ten Kir­chen­män­ner erin­nern, die in der Erklä­rung sich gegen den Ein­fluss die natio­nal­so­zi­lais­ti­schen Ideo­lo­gie wand­ten und die Beken­nen­de Kir­che grün­de­ten.

Das Mahn­mal wur­de geschaf­fen von Ulle Hees, die auch das Mahn­mal zur Erin­ne­rung an die Gewerk­schafts­pro­zes­se schuf. Die Kos­ten betru­gen 27.000 DM, wovon die Evan­ge­li­sche Lan­des­kir­che 6.000 DM trug und den Rest die Stadt Wup­per­tal über­nahm. Ulle Hees ver­zich­tet auf ein Hono­rar.

Das Denk­mal besteht aus einem Bron­ze­ku­bus, der auf einem 1,50 m hohen Sockel ange­bracht ist. Es zeigt über den Bron­ze­plat­ten, die die Inschrift tra­gen, eine Grup­pe Men­schen, von denen die vor­de­ren den Hit­ler­gruß zei­gen und die hin­ter sich abwen­den und in Rich­tung der Gemar­ker Kir­che bli­cken, wo die Bar­mer Theo­lo­gi­sche Erklä­rung ver­fasst wur­de. Sie wider­set­zen sich der Ver­füh­rung und dem blin­den Glau­ben an die natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Ideo­lo­gie.1


Ansicht aus Rich­tung Alter Markt.

Ansicht aus Rich­tung Rat­haus.

Ansicht von vorn.

An der “Vor­der­sei­te” trägt die Bron­ze­ta­fel fol­gen­de Inschrift:

Des Herrn Wort bleibt
in Ewig­keit”


Die bei­den Sei­ten tra­gen die gleich­lau­ten­de Inschrift:

Jesus Chris­tus, wie er uns in der
hei­li­gen Schrift bezeugt wird, ist das
eine Wort Got­tes, das wir zu hören,
dem wir im Leben und Ster­ben
zu ver­trau­en und zu gehor­chen haben.”


Auf der “Rück­sei­te”, also der Gemar­ker Kir­che zuge­wandt, steht:

Am 31. Mai 1934 beschloß die ers­te Bekennt­nis-
syn­ode der Deut­schen Evan­ge­li­schen Kir­che die
Bar­mer Theo­lo­gi­sche Erklä­rung in der Gemar­ker
Kir­che. Sie bekann­te sich damals zu den in 6 The­sen
aus­ge­spro­che­nen bibli­schen Wahr­hei­ten und wies
mit die­ser Erklä­rung “ange­sichts der die Kir­che
ver­wüs­ten­den Irr­tü­mer” einen kla­ren Weg.”

Der Wort­laut der Bar­mer Theo­lo­gi­schen Erklä­rung fin­det sich hier.


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Vohwinkler Denkmal “Gegen das Vergessen”

Am 17. März 2007 weih­te man in Voh­win­kel im Sta­ti­ons­gar­ten einen klei­nen Gedenk­stein mit einer bron­ze­nen Pla­ket­te ein, die von Ulle Hees geschaf­fen wur­de. Anlass war die 650-Jahr-Fei­er des Stadt­teils im Jahr 2006 und das Ziel war die Schaf­fung eines zen­tra­len Gedenk-Ortes für die Opfer von Gewalt und Krieg. Zur Ein­wei­hung spra­chen Bezirks­vor­ste­her Hans Georg Held­mann und Pfar­rer Kurt-Eugen Mel­chi­or, der Blä­ser­chor der Frei­en Evan­ge­li­schen Gemein­de Voh­win­kel beglei­te­te die Ein­wei­hung musi­ka­lisch. (Bil­der von der Ein­wei­hung auf vohwinkel.net)


Der Gedenk­stein

Die Gedenk­ta­fel

Die Bron­ze­ta­fel zeigt ver­schie­de­ne Gesich­ter und Hän­de, dar­un­ter lau­tet die Inschrift:

Gegen das Ver­ges­sen
Wir geden­ken der Opfer
von Krieg, Not u. Gewalt
Voh­win­kel
2006”

Die dar­un­ter ange­brach­te Pla­ket­te erklärt:

Gestif­tet 2006 von
Bezirks­ver­tre­tung Voh­win­kel
Deut­sche Bank
Kalk­wer­ke Oetels­ho­fen
Aus Anlass der 650-Jahr-Fei­er Voh­win­kel”


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te