Gedenkstein für Alice de Chambrier

“Dem Andenken
der Dich­te­rin
Ali­ce de Cham­brier
1861 — 1882
Et com­me la bre­bis au sen­tier soli­taire
Laisse aux buis­sons sa lai­ne en flo­cons
blancs et doux, Les lieux où nous avons
vécu sur cet­te terre Gar­dent tou­jours,
hélas ! quel­que cho­se de nous.”

Die oben wie­der­ge­ge­be­ne Inschrift ist die ein­zi­ge Infor­ma­ti­on, die zu die­sem Gedenk­stein bis­lang bekannt sind. Er liegt heu­te im Gar­ten des Von der Heydt­schen Som­mer­hau­ses auf der Königs­hö­he und ist daher nicht zugäng­lich. Wer wann die­sen Gedenk­stein anfer­ti­gen ließ und auf­stell­te ist unge­wiss, mut­maß­lich war es der Besit­zer des Hau­ses, August von der Heydt, der es zwi­schen 1870 und 1880 erwarb und ab 1885 zum Som­mer­haus mit Gas­tro­no­mie aus­bau­te. 1924 kauf­te es die Stadt Elber­feld für 500 Gold­mark. Durch die Inschrift lässt sich anneh­men, dass der Stein nach 1882 auf­ge­stellt wur­de. 1


Der Gedenk­stein im Gar­ten hin­ter dem ehem. Som­mer­haus der Fami­lie von der Heydt.

Ali­ce de Cham­brier war eine Schwei­zer Dich­te­rin aus Neu­châ­tel, die bereits im Alter von 21 Jah­ren am 20. Dezem­ber 1882 an einem dia­be­ti­schen Koma starb. 1876–1877 ver­brach­te sie 18 Mona­te in Darm­stadt, um Deutsch zu ler­nen, ihr ers­tes Werk ver­fass­te sie mit 17. 2 Die auf dem Grab­stein zitier­ten Zei­len stam­men aus dem Gedicht  “À quoi bon reve­nir” aus ihrem post­hum ver­öf­fent­lich­ten Werk Au déla! und sind auf den 18. Okto­ber des Jah­res datiert. 3Eine Über­set­zung (in der sel­ben Zei­len­set­zung wie auf dem Gedenk­stein) könn­te lau­ten:

Und wie das Schaf, das auf dem ein­sa­men Weg
im Gesträuch sei­ne Wol­le in wei­ßen wei­chen Flo­cken
hin­ter­lässt, behal­ten die Orte, wo wir
auf die­ser Erde gelebt haben immer
Ach! — irgend­et­was von uns.”


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Wasserspiele auf dem Von der Heydt-Platz

Der Brun­nen

Am 24. Sep­tem­ber 1971 weih­te man auf dem umge­bau­ten Von der Heydt-Platz in der Elber­fel­der Fuß­gän­ger­zo­ne die­se Was­ser­spie­le ein. Die­se bestehen aus zwei im rech­ten Win­kel ver­setzt über­ein­an­der lie­gen­den Becken inner­halb einer “mul­den­ar­ti­gen Ver­weil­zo­ne”. Im obe­ren 6 x 6m gro­ßen Becken sor­gen Fon­tä­nen für Spaß vor allem bei den klei­nen Wup­per­ta­lern, ein Über­lauf sorgt dafür, dass das Was­ser auch in das unte­re Becken gelangt.1

Tony Craggs’ Von-der-Heydt-Skulptur

Die Skulp­tur rechts vom Ein­gang.

Es ist ein pro­mi­nen­ter Platz im Her­zen Elber­felds, der Ein­gang des Von der Heydt-Muse­ums. Als es noch das ers­te Elber­fel­der Rat­haus war, wur­de er flan­kiert von den bei­den Rauch­schen Löwen, deren Nach­bil­dun­gen nun an der ehe­ma­li­gen Bun­des­bahn­di­rek­ti­on zu fin­den sind, wäh­rend der restau­rier­te “über­le­ben­de” Löwe auf dem Wil­ly-Brandt-Platz die Kin­der auf sich rei­ten lässt. Anfang der 1990er Jah­re debat­tier­te man im Tal, ob die Löwen ihren ange­stamm­ten Platz wie­der ein­neh­men soll­ten oder ob der Ein­gang des bekann­tes­ten Wup­per­ta­ler Muse­ums ein neu­es Gesicht erhal­ten sol­le.


Die Skulp­tur links vom Ein­gang.

Man ent­schied sich schluss­end­lich für den Kauf und die Auf­stel­lung einer Dop­pel­skulp­tur des in Wup­per­tal leben­den bri­ti­schen Bild­hau­ers Tony Cragg. Die bei­den 256.800 DM teu­ren bron­ze­nen Objek­te zei­gen 2000 Jah­re kul­tu­rel­ler All­tags­ge­schich­te, in denen Ampho­re und Mör­ser in Blech­do­se und Plas­tik­fla­sche über­ge­hen. Die Kos­ten wur­den vom Land NRW und dem Kunst- und Muse­ums­ver­ein zur Hälf­te über­nom­men. Am 17. März 1991 wur­den sie ein­ge­weiht.1


Die rech­te Skulp­tur fron­tal.

Die lin­ke Skulp­tur fron­tal.

Eine Pla­ket­te am Kunst­werk.

Gedenktafel zur Geschichte des Hauses Friedrich-Ebert-Straße 13

Das Haus Fried­rich-Ebert-Stra­ße 13.

Heu­te befin­den sich im Haus Fried­rich-Ebert-Stra­ße 13 das Café Engel und das Eis­ca­fé Man­do­li­ti. Doch als es gebaut wur­de, war es eine typi­sches groß­bür­ger­li­ches Haus der Zeit an der Königs­stra­ße. Seit August 1997 erin­nert dar­an eine 85 x 56 cm gro­ße Gra­nit­ta­fel an die Geschich­te des Haus. In Auf­trag gege­ben hat­te die­se Tafel der Inha­ber Alfred Voll­mer, sei­nes Zei­chens Geschäfts­füh­rer der Alfred Voll­mer Immo­bi­li­en KG, der das Haus gehört.1


Die Tafel.

Die­ses Haus wur­de vor 1840 für Dani­el von der Heydt
(1802–1874) und sei­ne Fami­lie im Sti­le eines
ita­lie­ni­schen Palaz­zo errich­tet und ent­spre­chend
aus­ge­stat­tet. Die Räu­me und die inne­re Gestal­tung
ent­spra­chen der Wohn­wei­se des Groß­bür­ger­tums im
frü­hen 19. Jahr­hun­dert. Dani­el von der Heydt war
Mit­ei­gen­tü­mer des Bank­hau­ses “von der Heydt, Kers­ten
& Söh­ne” und Mit­be­grün­der des sog. “Elber­fel­der
Sys­tems”, des­sen Kon­zep­ti­on als Vor­bild für den
Moder­nen Sozi­al­staat gewer­tet wird.

Das Erd­ge­schoß dien­te als Bank­ge­schäf­te und von 1901
bis 1994 als “Engel-Apo­the­ke”. Um die
Jahr­hun­dert­wen­de war Kai­ser Wil­helm II. mehr­mals
Gast in die­sem Hau­se.”


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Ehrentafel für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen des Bankhauses von der Heydt, Kersten & Söhne

Von die­ser Gedenk­ta­fel ist kei­ne Abbil­dung bekannt.

Im August/September 1922 weih­te man im Bank­haus von der Heydt, Kers­ten & Söh­ne am Neu­markt in Elber­feld die Ehren­ta­fel für die gefal­le­nen Ange­stell­ten des Ers­ten Welt­kriegs ein. Im Gene­ral-Anzei­ger wur­de am 9. August 1922 die Tafel wie folgt beschrie­ben:


Im Bank­haus von der Heydt, Kers­ten & Söh­ne ist vor eini­ger Zeit eine Ehren­ta­fel für die im Welt­krieg gefal­le­nen Ange­stell­ten der Fir­ma ange­bracht wor­den. Sie gehört neben den Cleff’schen Gedenk­ta­feln unstrei­tig zu den schöns­ten und wür­digs­ten die­ser Art in unse­rer Stadt. Das Werk, das von der Hand des Pro­fes­sor Gra­seg­ger in Köln model­liert wur­de, besteht im wesent­li­chen aus einer Plat­te von grau­em Mar­mor, auf der die schlich­te Bron­ze­ta­fel mit dem Namen, Todes­jahr und Ruhe­stät­ten der Gefal­le­nen ruht. Die erha­be­ne dün­ne Schrift ist edel und deko­ra­tiv gehal­ten. Von gro­ßer, ruhi­ger Wir­kung ist das Hoch­re­li­ef eines kni­en­den Jüng­lings im abschlie­ßen­den obe­ren Halb­rund.“1


Beim Luft­an­griff auf Elber­feld in der Nacht auf den 25. Juni 1943 wur­de das Gebäu­de und mit ihm die Ehren­ta­fel zer­stört.2


Das Gebäu­de des Bank­hau­ses von der Heydt-Kers­ten und Söh­ne am Neu­markt wur­de nach dem Zwei­ten Welt­krieg nach dem his­to­ri­schen Vor­bild wie­der errich­tet. Heu­te steht hier das Gebäu­de der Com­merz­bank zwi­schen Kers­ten­platz und Neu­markt. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 11.9.1 (Bild ergänzt am 22.11.2012)

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


 

Weyerbuschturm

Der Wey­er­busch­turm auf dem Nüt­zen­berg.

Am 30.November 1897 mach­te der Elber­fel­der Knopf­fa­bri­kant Emil Wey­er­busch sei­ner Stadt in der Stadt­ver­ord­ne­ten-Ver­samm­lung ein ein­drucks­vol­les Geschenk. Er stif­te­te 25.612,91 Mark zur Errich­tung eines Aus­sichts­turms auf dem Nüt­zen­berg. Dort hat­te der Elber­fel­der Ver­schö­ne­rungs­ver­ein bereits 1874 und 1880 zwei höl­zer­ne Aus­sichts­tür­me errich­tet, doch der zwei­te muss­te bereits 1888 wegen Bau­fäl­lig­keit abge­ris­sen wer­den. In den Näch­ten klap­per­te der Holz­turm so unheim­lich, dass man ihm den Namen “Teu­fel­sturm” ver­pass­te. Ruth Mey­er-Kahr­weg ver­mu­tet, dass die unge­wöhn­lich krum­me Sum­me der Stif­tung dar­auf hin­weist, dass Wey­er­busch bereits einen Kos­ten­vor­anschlag besaß. Im Früh­jahr 1898 began­nen die Arbei­ten am Turm, die das Hoch­baumt der Stadt Elber­feld durch­führ­te.


Der Wey­er­busch­turm im Sep­tem­ber 2011.

Der Wey­er­busch­turm auf einer Post­kar­te. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 19.5.6.

Emil Wey­er­busch wur­de 1846 gebo­ren und war Inha­ber einer Knopf­fa­brik in Elber­feld. Von 1884–1903 war er Stadt­ver­ord­ne­ter, von 1885–1903 Abge­ord­ne­ter für Elber­feld-Bar­men im Preu­ßi­schen Land­tag. Dar­über hin­aus war er 27 Jah­re als Armen­pfle­ger tätig und unter­stütz­te finan­zi­ell das Wai­sen­haus, das Nevi­andt-Stift, den Elber­fel­der Ver­schö­ne­rungs­ver­ein und das städ­ti­sche Muse­um. In ers­ter Ehe war er mit Mat­hil­de von der Heydt, der Toch­ter August von der Heydts, ver­hei­ra­tet. Nach ihrem Tod 1889 in Bom­bay hei­ra­te­te er 1891 Emi­lie Julia­ne Fro­wein, die Wit­we Paul von der Heydts. 1909 starb er wäh­rend eines Kur­auf­ent­halts am Gar­da­see.


Die Wid­mung Wey­er­buschs, dar­über das Wap­pen Elber­felds.

Engel-Figur unter­halb des Erkers

Wann genau der Wey­er­busch­turm ein­ge­weiht wur­de, ist unklar. Zusätz­lich stif­te­te Wey­er­busch noch ein Wär­ter­haus am Turm, das von April 1900 bis Mai 1901 errich­tet wur­de. Die Kos­ten hier­für betru­gen 45.021,73 Mark. Der Wey­er­busch­turm besitzt einen u-för­mi­gen Grund­riss und besteht aus Basalt­bos­sen­mau­er­werk. Eine zwei­läu­fi­ge Frei­trep­pe mit Zwi­schen­po­dest führt zum Ein­gang an der Süd­sei­te auf 3,5 Meter Höhe. In hal­ber Höhe des 35,50 Meter hohen Turms befin­det sich ein Erker der sich als klei­nes Türm­chen nach oben fort­setzt. Auf ihm sitzt ein spit­zes Kup­fer­dach mit einer Wet­ter­fah­ne. Die ehe­mals luf­ti­ge Alta­ne wur­de 1945 bis auf eini­ge Fens­ter­öff­nun­gen, die 1981/82 mit Schie­fer ver­klei­det wur­den, zuge­mau­ert. Über ihr befin­det sich in  20,50 Meter Höhe die Aus­sichts­platt­form. 1


Eine wei­te­re Ansicht

Von 1972 bis 1978 wur­de das Turm­zim­mer vom Deut­schen Ama­teur-Radio-Club e.V. genutzt.2

2006 wur­de im Rah­men der “Regio­na­le” um den Wey­er­busch­turm eine neue Park­land­schaft geschaf­fen, unter ande­rem wur­den eini­ge Bäu­me für einen bes­se­ren Blick vom Turm gefällt.3 Im April 2008 wur­de das Dach saniert, nach­dem sich Tei­le der Kon­struk­ti­on gelöst hat­ten. Die Kos­ten wur­den mit 10.000 € ver­an­schlagt. 2009 wur­den Turm­helm und Trep­pen­raum für 55.000 € saniert.42011 wur­de das Kup­fer­dach des Erkers instand gesetzt. 5
Den­noch bleibt der Turm bis auf wei­te­res geschlos­sen. Ein innen lie­gen­der Stahl­trä­ger ros­tet an den Auf­la­ge­flä­chen und das Podest der Trep­pe hat sich ca. 20 mm abge­senkt. Das Turm­zim­mer muss zur Sicher­heit abge­stützt wer­den. 6
Der „För­der­ver­ein his­to­ri­sche Park­an­la­gen Wup­per­tal e.V.“ enga­giert sich für die voll­stän­di­ge Sanie­rung des Turms und bit­tet um Spen­den. Auf der Home­page des Wey­er­busch­turms fin­den sich auch nähe­re tech­ni­sche Infor­ma­tio­nen zum Zustand des Turms.

Von der Heydt-Turm

Der Von der Heydt-Turm auf dem weit­ge­hend baum­lo­sen Kies­berg. Post­kar­te, Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 19.5.5.

Am 24. Sep­tem­ber 1892 wur­de auf dem Kies­berg der Von der Heydt-Turm ein­ge­weiht. Anwe­send waren Ver­tre­ter der Fami­lie von der Heydt, Stadt­ver­ord­ne­te der Stadt Elber­feld, Mit­glie­der des Elber­fel­der Ver­schö­ne­rungs­ver­eins, zahl­rei­che Bür­ger und Ober­bür­ger­meis­ter Jae­ger, der den Turm in die Obhut der Stadt über­nahm. Zu den Kos­ten tru­gen die Stadt Elber­feld 10.000 Mark aus einer Stif­tung Karl von der Heydts und der Elber­fel­der Ver­schö­ne­rungs­ver­ein 5.000 Mark bei.

Ent­wor­fen wur­de der Turm von Stadt­bau­in­spek­tor Schau­mann in “mit­tel­al­ter­li­cher Bur­gen­ma­nier.” Er ver­fügt über eine zwei­läu­fi­ge Außen­trep­pe, Erker und einen auf vier Krag­stei­nen gela­ger­ten Altan. Einst konn­te man von der Platt­form in 20 Meter Höhe unge­hin­dert über das Wup­per­tal bis nach Hagen gucken, heu­te haben die Bäu­me des Burg­holz den Turm an Grö­ße ein­ge­holt.


Der Von der Heydt-Turm auf einer Foto­gra­fie 1896. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 19.5.5

Über dem Ein­gang fand sich bis zum Zwei­ten Welt­krieg eine Bron­ze­ta­fel mit Reli­ef­bild­nis­sen der Brü­der von der Heydt, die von Gus­tav Eber­lein model­liert und von Schäf­fer & Walck­cker in Ber­lin gegos­sen wur­den. Die dazu­ge­hö­ri­ge Inschrift lau­te­te:

Dem Andenken der Brü­der Karl von der Heydt, Geh. Kom­mer­zi­en­rat, geb. 1806, gest.1881: Frei­herr August von der Heydt, Königl. preuß. Han­dels- und Finanz­mi­nis­ter, geb. 1801, gest. 1874: Dani­el von der Heydt, Geh. Kom­mer­zi­en­rat, Vor­sit­zen­der der Elber­fel­der Armen­ver­wal­tung, geb. 1802, gest. 1774.”

Außer­dem befand sich über dem Ein­gang das Wap­pen der Von der Heydts in Bron­ze und das der Stadt Elber­feld in den Stein gehau­en. Die Bron­ze­ta­fel kos­te­te 6.000 Mark und wur­de mit Spen­den der Bür­ger­schaft finan­ziert.1


Foto­gra­fie der Ein­wei­hung des Von der Heydt-Turms am 24.September 1892. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 19.5.5

Ein Aus­schnitt des obi­gen Fotos.

August von der Heydt wur­de am 15.Februar 1801 in Elber­feld gebo­ren und trat 1824 in das Bank­haus “Gebrü­der Kers­ten” ein und hei­ra­te­te Julie Blank. Ab 1827 wur­de das Bank­haus unter dem Namen “von der Heydt-Kers­ten und Söh­ne” wei­ter­ge­führt. Im sel­ben Jahr wur­de August von der Heydt Scho­l­arch der refor­mier­ten Gemein­de und ret­te­te in die­ser Posi­ti­on das refor­mier­te Gym­na­si­um. 1833 wur­de er in den Elber­fel­der Stadt­rat gewählt und im sel­ben Jahr zum Rich­ter am König­li­chen Han­dels­ge­richt. 1840 wur­de zum Prä­si­den­ten des Han­dels­ge­richt ernannt und ab 1841 war er Abge­ord­ne­ter im Pro­vin­zi­al­land­tag. Ab 1847 war er Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter in Ber­lin und ab 1848 Minis­ter für Han­del, Gewer­be und öffent­li­che Arbei­ten und küm­mer­te sich um den Aus­bau von Post, Tele­gra­fen­we­sen und der Eisen­bahn.  Spä­ter wur­de er zwei­mal Finanz­mi­nis­ter in den Jah­ren 1862 und 1866–1869. Für sei­ne Ver­diens­te wur­de er in den Frei­her­ren-Stand erho­ben und erhielt den Schwar­zen Adler­or­den. Am 13.Juni 1874 ver­starb er in Ber­lin.2 1884 wur­de ein klei­nes Denk­mal zu sei­nen Ehren im Burg­holz ange­legt.

Dani­el von der Heydt wur­de am 31.Oktober 1802 in Elber­feld gebo­ren und wur­de 1827 Teil­ha­ber des Bank­hau­ses Vvon der Heydt-Kers­ten und Söh­ne. 1854 schied er aus die­sem aus und eröff­ne­te ein Geschäft “in Roh­sei­de”. Er enga­gier­te sich für kirch­li­che Belan­ge und städ­ti­sche Ange­le­gen­hei­ten. So grün­de­te er aus Pro­test gegen die Kir­chen­ord­nung für evan­ge­li­sche Kir­chen 1847 die nie­der­län­disch- refor­mier­te Gemein­de. Für die Stadt Elber­feld mach­te er sich vor allem um das Armen­we­sen ver­dient. Nähe­re Infor­ma­tio­nen dazu fin­den sich im Ein­trag zum Armen­pfle­ge­denk­mal (errich­tet 1903, erneu­ert 2011), auf dem auch er ver­ewigt wur­de. Außer­dem för­der­te er die Grün­dung der Dampf­schif­fahrts­ge­sell­schaft Mit­tel- und Nie­der­rhein, die 1836 gegrün­det wur­de und die Ber­gisch Mär­ki­sche Eisen­bahn, der er in lei­ten­der Posi­ti­on ange­hör­te. Am 7.Juli 1874 starb er in Fol­ge einer schwe­ren Krank­heit.3
Karl von der Heydt, gebo­ren 1806, war der jüngs­te der drei Brü­der und trat öffent­lich nicht so stark in Erschei­nung. Er küm­mer­te sich um die Lei­tung des Bank­hau­ses und war Abge­ord­ne­ter für Elber­feld im Pro­vin­zi­al­land­tag und wur­de zum Gehei­men Kom­mer­zi­en­rat ernannt. Er starb 1881.4
Der Von der Heydt-Turm im Win­ter 2010.

1953 wur­de der Turm saniert, aber 1977/78 wegen Bau­fäl­lig­keit gesperrt.5
Für Grup­pen ist der Turm nach tele­fo­ni­scher Anmel­dung zugäng­lich. Nähe­re Infor­ma­tio­nen gibt es auf der Home­page der Stadt Wup­per­tal.

 

Die Musik

Die Musik auf einem zylin­dir­schen Pos­ta­ment, wel­ches auf einem run­den Fun­da­ment ruht. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/5/14.

Am 15.Februar 1907 wur­de vor der Stadt­hal­le auf dem Johan­nis­berg eine alle­go­ri­sche Bron­ze­fi­gur auf­ge­stellt. Die Stif­tung des Frei­herrn von der Heydt im Wert von 4.500 Mark sym­bo­li­sier­te die Musik, die eine beson­de­re Rol­le in der Stadt­hal­le spiel­te. Urhe­ber die­ses Werks war der Düs­sel­dor­fer Bild­hau­er Gus­tav Rutz, der bereits 1900 in Voh­win­kel den Sie­ges­brun­nen geschaf­fen hat­te.


Die Musik auf einem qua­dra­ti­schen Fun­da­ment im August 1940. Sie stand links neben der Frei­trep­pe am Ein­gang. Samm­lung Unte­re Denk­mal­be­hör­de, Nr. 2734

Die Musik ist als auf­recht ste­hen­de Figur dar­ge­stellt, deren Robe nur ab der Hüf­te abwärts den Kör­per bedeckt. Ange­sichts der Dis­kus­sio­nen um den Jubi­lä­ums­brun­nen wird die­se Dar­stel­lung ver­mut­lich erneut Kri­tik am Stif­ter erzeugt haben. Mit ihrem lin­ken Arm hält die Musik, deren Haupt von einem Lor­beer­kranz bedeckt ist, eine Har­fe.

Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de das Kunst­werk zer­stört.1


Der Jubiläumsbrunnen auf dem Neumarkt

Der Jubi­lä­ums­brun­nen auf dem Neu­markt.

Als der Elber­fel­der Ver­schö­ne­rungs­ver­ein im Jahr 1895 sein 25jähriges Jubi­lä­um fei­er­te, stell­te er in den Anla­gen am Mir­ker Hain und am Fried­richs­berg Denk­mä­ler auf. Aber der Ver­schö­ne­rungs­ver­ein hat­te noch mehr vor: Unter dem Vor­sitz des För­de­rers August von der Heydt ent­schied man sich dazu, der Stadt Elber­feld einen acht Meter hohen Monu­men­tal-Brun­nen nach Tri­es­ter Vor­bild zu schen­ken. Als Stand­ort wähl­te man den Neu­markt, wo der Bau des neu­en Rat­hau­ses geplant wur­de. Im Janu­ar 1900 ent­schie­den die Stadt­vä­ter, dass der Brun­nen nahe des Haupt­ein­gangs an der Ach­se der Fried­rich­stra­ße auf­ge­stellt wer­den soll­te.


Mee­resun­ge­heu­er und Mee­res­ni­xe.

Detail des Brun­nens.

Als Bild­hau­er enga­gier­te man den Düs­sel­dor­fer Leo Müsch, der 1888 bereits die Kai­ser­re­liefs des Cro­nen­ber­ger Drei­kai­ser­turms geschaf­fen hat­te. Als der 12 1/2 Meter hohe Brun­nen dann am 25.September 1901 zum ers­ten Mal sein Aus­se­hen ver­riet, da zum Abschluss der Arbei­ten die schüt­zen­de Hül­le ent­fernt wur­de, kam es zu einem Skan­dal.


Noch ein Mee­resun­ge­heu­er.

Der 3 Meter gro­ße Nep­tun mit Drei­zack.

In dem Brun­nen aus rotem Main­sand­stein mit sei­nem 8m gro­ßen geschwun­ge­nen Becken und dem drei­stu­fi­gen Auf­bau, den Nep­tun krön­te, tum­mel­ten sich Meer­göt­ter, Nixen, Tri­to­ne, Put­ten, Del­fi­ne und See­unge­heu­er, deren Geschlecht unver­hüllt war. Die Männ­lich­keit eini­ger Figu­ren war deut­lich sicht­bar. Die Kir­chen und Mora­lis­ten lie­fen Sturm gegen den Brun­nen und schließ­lich wur­den die Stei­ne des Ansto­ßes mut­wil­lig zer­stört. Der Bild­hau­er ersetz­te sie dar­auf­hin durch Arkan­thus­blät­ter, doch noch immer schwoll die Wut und der Abriß des Brun­nens wur­de gefor­dert. Viel Kri­tik rich­te­te sich auch gegen die Per­son des Frei­herrn von der Heydt und des­sen Moral. Die Pro­tes­te for­der­ten natür­lich Wider­spruch her­aus und eine hit­zi­ge Debat­te wur­de in der Stadt geführt.


Ein Mee­res­gott ohne Geschlechts­merk­ma­le.

Am 28.Oktober 1901 über­gab man den Brun­nen ohne beson­de­re Fei­er oder Ein­wei­hung der Öffent­lich­keit, am 4.Februar 1902 ent­schied die Stadt­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung mit 17 zu 13 Stim­men, dass der Sta­tus Quo auf­recht erhal­ten wer­den soll­te, um weder der einen, noch der ande­ren Sei­te durch eine Ver­än­de­rung neue Gele­gen­heit zum Pro­test zu geben. Eine Eini­gung war nicht zu erwar­ten.1


Eine Bron­ze­ka­tu­sche am Becken­rand.

Eine bron­ze­ne Katu­sche ent­hält fol­gen­de Inschrift:

“Gestif­tet
von dem Elber­fel­der Ver­schö­ne­rungs­ver­ein
zur Erin­ne­rung
an die Fei­er des 25 jäh­ri­gen Bestehens
23.Mai 1895”

Eine wei­te­re klei­ne Bron­ze­ta­fel ver­kün­det: “Leo Müsch fec. Düs­sel­dorf 1901”

Im Herbst 1965 wur­de der Brun­nen instand gesetzt und saniert.2

Heinrich-Heine-Denkmal (1893)

1893 ent­stand auf Kül­len­hahn, an der Gren­ze zwi­schen Cro­nen­berg und Elber­feld, das ers­te Hein­rich-Hei­ne-Denk­mal in Deutsch­land und das zweit­äl­tes­te in deutsch­spra­chi­gen Raum. Bereits 1891 ließ die öster­rei­chi­sche Kai­se­rin Eli­sa­beth eine Hei­ne-Sta­tue auf der Mit­tel­meer­in­sel Kor­fu auf­stel­len.1 Zwei Jah­re spä­ter folg­te die Baro­nin Sel­ma von der Heydt und ließ auf der “Frie­densaue”, einer heu­te über­bau­ten Wie­se auf Kül­len­hahn, ein Hein­rich-Hei­ne-Denk­mal errich­ten. Damals konn­te man von der mit Lin­den umsäum­ten Wie­se nach Rem­scheid, Cro­nen­berg und Solin­gen gucken, an guten Tagen sogar bis zum Köl­ner Dom. 2


Eine der weni­gen Spu­ren des Hein­rich-Hei­ne-Denk­mals fin­det sich im Zen­trum die­ses Kar­ten­aus­schnitts und zeigt die Frie­densaue, auf der das Denk­mal zu fin­den war. Die­se Kar­te des “Burg­holz’ ” ent­stand im Jahr 1916 und wur­de von Arthur Rie­mer ver­öf­fent­licht. Sie ist nicht genor­det, son­dern “gesüd­et”, d.h. Süden ist oben, Wes­ten rechts, Osten links und Nor­den ist unten. Der Maßsstab beträgt 1:10000. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, Kar­ten­si­gna­tur: 55

Einen Bericht von der Errich­tung oder Ein­wei­hung des Denk­mals gibt es nicht. Die ers­te Erwäh­nung des Denk­mals stammt aus dem Gene­ral-Anzei­ger für Elber­feld-Bar­men, der am 25.10.1901 von einer Aus­ein­an­der­set­zung um den Jubi­lä­ums­brun­nen berich­tet. Der vom Elber­fel­der Ver­schö­ne­rungs­ver­ein unter Vor­sitz des Frei­herrn von der Heydt gestif­tet Brun­nen war vie­len Bür­gern zu anstö­ßig und die Figu­ren unzüch­tig. Einer der Haupt­red­ner gegen die­sen unsitt­li­chen Brun­nen ver­wies auf die “Anschau­ung” des Fami­li­en­krei­ses von der Heydt, die durch die Errich­tung des Hei­ne-Denk­mals deut­lich gewor­den sei. Über­all in Deutsch­land habe man sich einem Hei­ne-Denk­mal ver­wei­gert, nur die Frei­frau von der Heydt habe dem Dich­ter “der so viel Unsitt­lich­keit in die Welt gesetzt” habe, ein Denk­mal gesetzt.


Das Hein­rich-Hei­ne-Denk­mal auf dem Fried­richs­berg, genau­er der “Frie­densaue” auf Kül­len­hahn, nach einer Zeich­nung des Düs­sel­dor­fer Stadt-Anzei­gers Nr.50 vom 19.02.1931. Anmer­kung: Das vor­lie­gen­de Abbild der Zeich­nung wur­de vom Hein­rich-Hei­ne-Insti­tut, Düs­sel­dorf zur Ver­fü­gung gestellt. Auf dem Doku­ment ist wie auch bei RMK, S.84 der “Düs­sel­dor­fer Gene­ral­an­zei­ger” als Quel­le genannt. Dies ist falsch, die Zeich­nung und ein zuge­hö­ri­ger Arti­kel erschie­nen im Düs­sel­dor­fer Stadt-Anzei­ger.

Das Hein­rich-Hei­ne-Denk­mal bestand aus einem etwa zwei Meter hohen Pyra­mi­den­stumpf aus Grau­wa­cke und Ton­schie­fer­blö­cken,3 aus der Mit­te rag­te zu Anfang noch ein Fah­nen­mast, der aber bereits 1906 4 ver­schwun­den war. Drei Inschrift­ta­feln waren in das Denk­mal ein­ge­las­sen. Links stan­den die Initia­len der Stif­te­rin und das Jahr der Errich­tung,

S.v.d.H. 1893”

an der rech­ten Sei­te fand sich die Wid­mung:

Zum Andenken an
Hein­rich
Hei­ne”

Auf der vor­de­ren Tafel konn­te man eine Stro­phe aus der Harz­rei­se lesen. Wil­helm Schä­fer gibt in sei­nem Werk “Der Nie­der­rhein und das ber­gi­sche Land” (1907) den Text so wie­der:
“Auf die Ber­ge will ich stei­gen,
wo die dunk­len Tan­nen ragen,
Buchen rau­schen, Vögel sin­gen,
und die stol­zen Wol­ken jagen.“5
Im Ori­gi­nal lau­tet der drit­te Vers: “Bäche rau­schen, Vögel sin­gen”. Ob hier ein Feh­ler des Autors oder ein Feh­ler der Inschrift vor­liegt, läßt sich nicht mehr klä­ren.6
Wie bereits erwähnt, fehl­te 1906 bereits der Flag­gen­mast, auch der Rest des Denk­mals war in kei­nem guten Zustand. Die Stein­blö­cke fie­len aus­ein­an­der und die Fugen waren von Wind und Regen aus­ge­wa­schen. Die BMZ ver­mu­te­te, dass die Stif­te­rin nach den Reak­tio­nen im Streit um den Jubi­lä­ums­brun­nen das Inter­es­se an der Pfle­ge des Denk­mals ver­lo­ren habe.7
In der Zeit des Natio­nal­so­zia­lis­mus wur­de das Denk­mal von der Hit­ler­ju­gend zer­stört8, 1958 stif­te­te die Stadt Wup­per­tal zur Erin­ne­rung an den Dich­ter und an die­ses Denk­mal ein neu­es Hein­rich-Hei­ne-Denk­mal im Von-der-Heydt-Park, da die Frie­densaue inzwi­schen über­baut wor­den war.

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te