Kriegerdenkmal für die Gefallenen des 8. Westfälischen Inf.Reg.57

Es war ein Sonn­tag­mor­gen im Okto­ber 1872, genau­er der 27., als das 8.Westfälische Infan­te­rie-Regi­ment Nr.57 auf der Hardt ihr Krie­ger­denk­mal ein­weih­te. Wenig spä­ter wird im Osten der heu­ti­gen Stadt  das Krie­ger­denk­mal auf dem Lang­er­fel­der Markt ein­ge­weiht. Das Krie­ger­denk­mal des West­fä­li­schen Infan­te­rie­re­gi­ments steht ober­halb des Ein­gangs zur Wald­büh­ne, ober­halb der Kreu­zung Zie­gen­burg und Hardt­str.
Krie­ger­denk­mal des 8.westfälischen Inf.Reg. 57

Das Fun­da­ment wur­de vom Elber­fel­der Ver­schö­ne­rungs­ver­ein gespen­det, dazu umgab man das Denk­mal mit einem eiser­nen Git­ter, an dem Tafeln mit dem Namen der gefal­le­nen ein­fa­chen Sol­da­ten ange­bracht waren. Wäh­rend des Zwei­ten Welt­krieg wur­de es beschä­digt und ent­fernt. Die rest­li­chen Kos­ten für das Denk­mal, das genau 29 Fuß hoch ist, wur­de aus Spen­den der Bevöl­ke­rung erbracht.

An allen vier Sei­ten des Sand­stein-Denk­mals sind Inschrif­ten ange­bracht.
“Wenn einst die Fah­ne weht / Die Trom­mel ruft zum Streit / Dann seid wie Eure Brü­der / Zu Kampf und Tod bereit.”

Die Inschrift ruft den Betrach­ter dazu auf, dem Bei­spiel der Gefal­le­nen zu fol­gen. Der tote Sol­dat wird als Held dar­ge­stellt. Mit die­sem Bild des Krie­ges wer­den vie­le jun­ge Sol­da­ten in den Ers­ten Welt­krieg zie­hen und den Krieg und vor allem dem Tod dort ganz anders ken­nen ler­nen.


Die Inschrift.

Unter zwei ange­deu­te­ten, gekreut­zen Fackeln steht eine Wid­mung:

“Sei­nen
Gefal­le­nen Waf­fen­brü­dern
das Offi­cier-Corps
des 8ten West­phä­li­schen
Infan­te­rie-Regi­ments II-57
 Zwei wei­te­re Tafel ver­zeich­nen wei­te­re Gefal­le­ne, die eine unter der Über­schrift: “Den Stra­pa­zen des Feld­zu­ges sind erle­gen:” Dar­un­ter fol­gen die Namen eines Oberst-Leut­nants, eines Leut­nants und eines Dok­tors. Pau­schal wird “6 Unter­of­fi­zie­ren” und “60 Mann” gedacht. Die ande­re Tafel sieht so aus:
Namen der Gefal­le­nen
Dazu kom­men am unte­ren Ende der Tafel noch: “27 Unter­of­fi­zie­re” und “272 Mann”.
Im fol­gen­den möch­te ich noch kurz auf die Sym­bo­lik des Denk­mals ein­ge­hen:
An der Spit­ze ist das Bal­ken­kreuz ange­bracht, in dem eine Kro­ne und der Buch­sta­be “W” ange­bracht sind.

Da das Wap­pen­tier des Deut­schen Kai­ser­rei­ches und Preu­ßens jeweils der Adler ist (wenn­gleich in unter­schied­li­cher Aus­füh­rung), ist zu ver­mu­ten, dass es eben­falls Adler sind.

Ein­deu­ti­ger ist es bei dem wei­ter unten ange­brach­ten Wap­pen: Ein Adler mit aus­ge­brei­te­ten Schwin­gen und her­aus­ge­streck­ter Zun­ge hält in den Kral­len ein Zep­ter und den Reichs­ap­fel, klas­si­sche herr­schaft­li­che Sym­bo­le:

Ein wei­te­res Sym­bol sind ein Lor­beer­kranz und die­ses Wap­pen, das schon recht ver­wit­tert ist:

Lei­der ist die Figur nicht mehr gut zu erken­nen. Viel­leicht ist es ein west­fä­li­sches Pferd, mög­lich wäre auch ein Ber­gi­scher Löwe.
Im Jahr 1935 wur­de das Krie­ger­denk­mal des west­fä­li­schen Regi­ments durch die Kame­rad­schaft der ehe­ma­li­gen 57er des Infan­te­rie­re­gi­ments Her­zog Fer­di­nand von Braun­schweig ergänzt. Eine Bron­ze­ta­fel gedenkt seit dem den Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­kriegs.
Die ergän­zen­de Tafel.

Unter dem Eiser­nen Kreuz und zwei Eichen­blät­tern beschreibt die Inschrift nun­mehr nüch­tern und ohne Hel­den­ver­eh­rung die Fol­gen des Krie­ges, auch wenn das Wort Hel­den­tod auf­taucht. Und wenn man die Zah­len der Gefal­le­nen ver­gleicht, erhält man einen trau­ri­gen Ein­druck von der Wir­kung eines indus­tria­li­sier­ten Krie­ges.

Zum Geden­ken
an die im Welt­krie­ge
1914–1918 Gefal­le­nen
des Inf. Regi­ments 57.
Es star­ben den Hel­den­tod:
168 Offi­zie­re
5465 Unter­of­fi­zie­re u.
Mann­schaf­ten“1

Denksäule zur Erinnerung an die Befreiungskriege

Am 19.Oktober 1913 jähr­te sich die Völ­ker­schlacht bei Leip­zig zum hun­der­s­ten Mal. Es war für die Elber­fel­der Jugend­ver­ei­ne der Anlass, die­sem Ereig­nis, der Befrei­ung des Vater­lan­des, ein Denk­mal zu set­zen. Unter­stützt wur­den sie von August von der Heydt, der am Kies­berg ein Grund­stück stif­te­te, auf dem die Gedenk­säu­le errich­tet wur­de. Von dem Pla­teau, das heu­te leicht unter­halb des Ein­gangs zum Elber­fel­der Ehren­fried­hof liegt, hat­te man vor bald eben­falls hun­dert Jah­ren einen wun­der­vol­len Blick über die Stadt. Heu­te ist der Bereich zuge­wach­sen.


Das Denk­mal auf einer Foto­gra­fie unbe­kann­ten Datums. Der Adler auf der Bron­ze­ku­gel wur­de 1987 gestoh­len und zer­stört. Das Denk­mal wur­de offen­sicht­lich auch als “Jugend­wehr-Denk­mal” bezeich­net. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/19/15 (Bild hin­zu­ge­fügt am 27.12.2011)

Der Obe­lisk ist 7,60m hoch und wur­de von einem bron­ze­nen Adler gekrönt, der auf eine bron­ze­nen Kugel saß. Die­se Figur vom Frank­fur­ter Bild­hau­er Wil­liam Ohly wur­de 1987 geklaut und zer­stört, das Denk­mal wur­de beschmiert.


Der Obe­lisk heu­te.

Die Vor­der­sei­te

An der Vor­der­sei­te — dem Tal zuge­wandt — ist ein Eiser­nes Kreuz, von einem Eichen­kranz umge­ben, ange­bracht. Die Pla­ket­te unter­halb wur­de nach dem Zwei­ten Welt­krieg ange­fer­tigt.1 Sie trägt die Inschrift:

Den Opfern
der Welt­krie­ge
1914–1918
1939–1945”


An den Sei­ten sind zwei wei­te­re Inschrif­ten ange­bracht:

Zur Erin­ne­rung
an die Befrei­ung
des Vater­lands
1813.
Errich­tet von der
Jugend der Stadt
Elber­feld
1913.”

Die ande­re Inschrift lau­tet:

“Auf dem vom
Frei­herrn August
von der Heydt
aus die­sem Anlass
gestif­te­ten
Grund­stück”

 

Kriegerdenkmal auf dem Ehrenfriedhof Barmen

Unda­tier­te, nicht gelau­fe­ne Post­kar­te, die die Auf­bah­rung von vier Gefal­le­nen in der Ruh­mes­hal­le und zwei Bil­der vom Ehren­fried­hof zeigt. An den vier Sär­gen leh­nen je zwei Krän­ze, im Hin­ter­grund sind jun­ge Bäu­me zu sehen. Vier Kan­de­la­ber ste­hen hin­ter den Sär­gen. Die Sta­tu­en der Kai­ser Fried­rich III., Wil­helm I. und Wil­helm II. (v.l.n.r) bli­cken auf die Sze­ne­rie. Links des Bil­des ist das Eiser­ne Kreuz am Band zu sehen, indem die Kro­ne, ein “W” und die Zahl 1914 (von oben nach unten) zu erken­nen sind. An der rech­ten Sei­te, ver­bun­den über die “Gir­lan­de” ist das Bar­mer Wap­pen zu sehen. Die bei­den unte­ren Bil­der zei­gen den geschmück­ten Ehren­fried­hof im Jahr 1914 mit eben­falls vier Grä­bern.

Der Ehren­fried­hof Bar­men wur­de bereits 1914 ange­legt und im sel­ben Jahr wur­den schon die ers­ten Gefal­le­ne bestat­tet. Der Fried­hof war der ers­te im Regie­rungs­be­zirk Düs­sel­dorf und wur­de ande­ren Städ­ten zur Nach­ah­mung emp­foh­len. Er liegt in den Bar­mer Anla­gen an der Löns­stra­ße, das Grund­stück war ein Geschenk der Bar­mer Ver­schö­ne­rungs­ver­ei­nes. Wie die obi­ge Post­kar­te zeigt, wur­den die ers­ten Opfer des Krie­ges noch in der
Ruh­mes­hal­le auf­ge­bahrt. Ob man spä­ter wei­ter­hin die Gefal­le­nen, der ver­mut­lich in Bar­mer Laza­ret­ten ihren Ver­let­zun­gen erla­gen, vor der Sta­tue des Kriegs­her­ren päsen­tier­te und ehr­te, ist unklar, kann aber bezwei­felt wer­den.


Das Krie­ger­denk­mal auf eine unda­tier­ten Post­kar­te. Die Inschrift war noch deut­lich klei­ner als heu­te. (Bild ergänzt am 28.12.2013)

Der Ehren­fried­hof auf einer Fotof­gra­fie unbe­kann­ten Datums, am 14.2.1930 als Post­kar­te gelau­fen. Es zeigt den Ein­gang zum Ehren­fried­hof, auf dem Pos­ta­ment fehlt der Löwe, die Inschrift ist aber zu erken­nen. Mög­li­cher­wei­se stammt das Bild aus der Zeit der Her­rich­tung des “rich­ti­gen” Löwens im Jahr 1922.

Der Blick vom unte­ren Ein­gang des Ehren­fried­hofs auf den unte­ren Teil und das Krie­ger­denk­mal.

Der Ehren­fried­hof ist in drei Tei­le geteilt: Im unte­ren Teil sind die Grä­ber in Reih’ und Glied und dort steht das Krie­ger­denk­mal. Dar­an schließt sich im rech­ten Win­kel ein ter­ras­sen­ar­ti­ger Teil an, wo die Grä­ber eben­falls in Rei­hen vor den Mau­ern lie­gen. Im obe­ren Teil sind die Grä­ber in Krei­sen und sehr weit­läu­fig ange­ord­net, wäh­rend die spä­te­ren Grab­stel­len der Gefal­le­nen des Zwei­ten Welt­kriegs wie­der eng in Rei­hen gesetzt wur­den.

Das fol­gen­de Bild zeigt das Krie­ger­denk­mal genau­er. Die nie­der­ge­leg­ten Krän­ze stam­men vom Volks­trau­er­tag im Novem­ber. Auf dem Sockel thront ein Bar­mer Löwe, dar­un­ter ist eine uns heu­te bizarr vor­kom­men­de Inschrift ange­bracht.


Das Fun­da­ment des Löwen wur­de auf einem Last­wa­gen­mit 10 vor­ge­spann­ten Pfer­den zum Ehren­fried­hof geschafft. Umd as Krie­ger­denk­mal her­um ste­hen 10 Säu­len, die noch vor eini­gen Jah­ren ein offe­nes Dach, einem Wan­del­gang ähn­lich, tru­gen.

Der Löwe und die Inschrift.

Hier schwei­ge ein jeder von sei­nem Leid

und noch so gros­ser Not. Sind wir nicht
alle zum Opfer bereit und zu dem Tod.
Eines steht gross in den Him­mel gebrannt

Alles darf unter­ge­hen
Deutsch­land unser Kin­der und Vater­land,

Deutsch­land muss bestehen”


Am 30.September 1916 wur­de das Denk­mal anläss­lich der ers­ten Erwei­te­rung des Ehren­fried­hofs  vor­ge­stellt, aller­dings war es damals noch nicht fer­tig­ge­stellt. Der Löwe, geschaf­fen vom in Elber­feld gebo­re­nen und in Ber­lin arbei­ten­den Bild­hau­er Paul Wyn­and, stand damals zwar bereits auf dem Sockel, aller­dings war es noch nicht das gewünsch­te Denk­mal, denn dies soll­te in ver­gol­de­ter Bron­ze aus­ge­führt wer­den. Dafür stand das Mate­ri­al durch den Krieg nicht zur Ver­fü­gung. Am 6.Juli 1922 beschloss die Stadt­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung die Voll­endung des Denk­mals. Am 20.Oktober des Jah­res wur­de das Denk­mal des Löwen “als trut­zi­ges Wahr­zei­chen der Stadt” und “Sym­bol der todes­mu­ti­gen Treue und Tap­fer­keit” der Öffent­lich­keit vor­ge­stellt und zu Spen­den auf­ge­ru­fen, denn die Kos­ten waren noch nicht gedeckt. Die Inschrift stammt vom Bar­mer Schrift­stel­ler Will Ves­per (1882–1962).


Die­se Post­kar­te unbe­kann­ten Datums zeigt die Dach­kon­struk­ti­on, die von den Säu­len getra­gen wird. Die Kar­te befin­det sich im Besitz des Ver­fas­sers. (Bild ergänzt am 18.September 2012)

Nach dem Zwei­ten Welt­krieg wur­den unter der Inschrift von Ves­per vier Zei­len aus Bron­ze, geschaf­fen vom Wup­per­ta­ler Bild­hau­er Fritz Ber­nuth, ergänzt:

Den Toten
der Welt­krie­ge
1914–1818
1939–1945”



Die Grab­in­schrif­ten sind im Ver­gleich zu ande­ren Grab­stel­len gefal­le­ner Sol­da­ten recht aus­führ­lich. Der Name ist natür­lich ver­zeich­net, der Rang und die Waf­fen­gat­tung, die Ein­heit, der Geburts­ort und das -datum, der Ort der Ver­wun­dung und der Ort des Todes und das Todes­da­tum. Die Gestal­tung der Bron­ze­ta­feln wur­de den Bar­mer Unter­neh­mern Otto Wirth und Emil Meu­rer 1921 zu einem Stück­preis von 120 RM über­tra­gen.1



Am Krie­ger­denk­mal wen­det man sich dann nach rechts zum Erwei­te­rungs­teil, der durch die Zahl der Gefal­le­nen nötig wur­de. Über meh­re­re Trep­pen — auf den­Ter­ras­sen” lie­gen wei­te­re Gefal­le­ne, geht man auf ein schlich­tes Kreuz zu:



Anschlie­ßend, im drit­ten Teil, geht es in den Wald. Auch hier lie­gen noch Gefal­le­ne, im unte­ren Teil Sol­da­ten des Ers­ten, im obe­ren des Zwei­ten Welt­krie­ges.


 

So sieht es aus, wenn an einem Juni­mor­gen die Son­nen­strah­len sich einen Weg durch den Mor­gen­ne­bel bah­nen. Man sieht gut, dass die Grab­stei­ne hier zwi­schen den Bäu­men und Büschen lie­gen. Der Anblick ist fast schon roman­tisch. Den­noch haben sie auch hier meis­tens eine bestimm­te Anord­nung, näm­lich in Krei­sen:



 

Hier im obe­ren Teil hat man auch das Denk­mal des “Ster­ben­den Krie­gers” auf­ge­stellt. Die Sol­da­ten des Zwei­ten Welt­kriegs lie­gen am obe­ren Rand des Ehren­fried­hofs “in Reih und Glied” in mili­tä­ri­scher Ord­nung. Ihre Grab­stei­ne sind schmuck­los und ver­zeich­nen Rang, Name und die Lebens­jah­re.

Auch die­ses Bild stammt vom Volks­trau­er­tag und an eini­gen Grä­bern wur­den klei­ne Geste­cke hin­ge­legt. Auch bei eini­gen weni­gen Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­kriegs fand sich noch ein letz­ter Gruß:



Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te