Gedenktafel für die im Zweiten Weltkrieg Gefallenen der Landwirtschaftsschule Vohwinkel

Am 29. Novem­ber 1952, einem Sams­tag­abend, weih­te der Ver­ein der Ehe­ma­li­gen der Land­wirt­schafts­schu­le Voh­win­kel im gro­ßen Saal des evan­ge­li­schen Ver­eins­heims an der Grä­f­ra­ther Stra­ße die von ihm gestif­te­te Gedenk­ta­fel für die gefal­le­nen Schü­ler des Zwei­ten Welt­kriegs ein. Land­wirt­schafts­rat Dr. Neu­haus, Direk­tor der Schu­le, nahm sie in die Obhut der Schu­le und ver­sprach ihr einen Ehren­platz zu geben. Geschaf­fen wur­de die ca. zwei Meter brei­te und 1,20 Meter hohe Tafel aus hel­lem Eichen­holz vom Her­for­der Bild­hau­er Wil­helm Blech­schmidt.


Die Gedenk­ta­fel für die Opfer des Zwei­ten Welt­kriegs der Land­wirt­schafts­schu­le Voh­win­kel.

Die Tafel zeigt im Zen­trum das christ­li­che Kreuz, oben flan­kiert von den Jah­res­zah­len 1939 und 1945, und rei­fe Ähren als Sym­bol der Land­wirt­schaft. Auf der lin­ken und rech­ten Sei­te sind unter der Inschrift:

Den Gefal­le­nen         zum Dank”
Den Leben­den       zur Mah­nung”

die Namen der 86 ehe­ma­li­gen Schü­ler ver­zeich­net, die im Zwei­ten Welt­krieg fie­len.


Die Land­wirt­schafts­schu­le wur­de vom Kreis Mett­mann 1879 in Wülf­rath gegrün­det und hat­te als Win­ter­schu­le die Auf­ga­be der Aus­bil­dung des bäu­er­li­chen Nach­wuchs. Die 14–20 Jah­re alten Schü­ler kamen aus den Krei­sen Düs­sel­dorf, Len­nep, Düs­sel­dorf, aus Elber­feld, Bar­men, Essen und Mül­heim, eini­ge auch aus Gel­sen­kir­chen, Bochum und Reck­ling­hau­sen. In Len­nep und Kett­wig wur­den spä­ter wei­te­re Win­ter­schu­len gegrün­det, 1892 wur­de durch die Zahl der Schü­ler der Umzug in ein grö­ße­res Gebäu­de in der heu­ti­gen Goe­the­stra­ße nötig. 1900 wur­de die Schu­le ins ver­kehrs­güns­ti­ge Voh­win­kel ver­legt, am 1. Mai 1906 konn­te das Schul­ge­bäu­de in der dama­li­gen Hohen­zol­lern­stra­ße bezo­gen wer­den (heu­te Cor­ne­li­us­str. 31). 1925/1926 waren 86 Schü­ler ange­mel­det. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg ging die Schü­ler­zahl durch die Tech­ni­sie­rung der Land­wirt­schaft zurück. Am 27. Okto­ber 1969 wur­de die Land­wirt­schafts­schu­le mit jener in Ratin­gen zusam­men­ge­legt und nach Mett­mann ver­legt, wo die Gedenk­ta­fel zusam­men mit dem Ehren­schrein für die im Ers­ten Welt­krieg Gefal­le­nen ihren Platz fand.1 2006 zog die Schu­le aus dem Gebäu­de in der Gold­ber­ger­stra­ße 30 aus. Seit 2010 sind Tafel und Schrein im Archiv des Krei­ses Mett­mann zu Hau­se.

Denkmal für die Kriegsgefangenen und Vermissten im Ronsdorfer Stadtgarten

Am 25. Okto­ber 1952 wur­de im Rons­dor­fer Stadt­gar­ten (Am Grü­nen Strei­fen) unter gro­ßer Betei­li­gung der Bevöl­ke­rung ein Denk­mal ein­ge­weiht, mit dem der Heim­keh­rerver­band an die Ver­miss­ten und Kriegs­ge­fan­ge­nen des Zwei­ten Welt­kriegs erin­ner­te. Das Denk­mal besteht aus einer 1,70 m hohen Natur­stein­s­te­le mit fol­gen­der Inschrift:


“Ver­gesst nicht
die
Kriegs=
gefan­ge­nen
und Ver­miss­ten!
Abbil­dung des Denk­mals von Ruth Mey­er-Kahr­weg, 1988. RMK, S. 342 Die Stel­len mit der dop­pel­ten Sig­ru­ne habe ich unkennt­lich gemacht.

Der Buch­sta­be S wur­de dabei in Form einer Rune aus­ge­führt, wie sie die natio­nal­so­zia­lis­ti­sche SS benutz­te. Den Geist des Denk­mals gibt auch die Anspra­che des Kreis­vor­sit­zen­den Jäger wie­der, der ange­sichts von 100.000 noch nicht zurück­ge­kehr­ten Kriegs­ge­fan­ge­nen von “eine[r] menschliche[n] Tra­gö­die unvor­stell­ba­ren Aus­ma­ßes” sprach.1 In Anbe­tracht der Shoa, der Kriegs­ver­bre­chen der Wehr­macht und der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Ver­bre­chen ein Ver­gleich, der eini­ges über das feh­len­de Unrechts­be­wußt­sein zumin­dest die­ses Man­nes aus­sagt.

Lan­ge Zeit stand das Denk­mal von den Nut­zern des Stadt­gar­tens unbe­ach­tet an sei­nem Platz an einer Hecke, bis im Herbst 2006 die umge­ben­de Bepflan­zung gestutzt und aus­ge­lich­tet wur­de, nach­dem ein Kurs der Erich-Fried-Gesamt­schu­le die­sen Bereich als Angstraum aus­ge­macht hat­te. Dabei fiel dem Repor­ter des Rons­dor­fer Sonn­tags­blatt der Stein und die Sig­ru­nen auf. Er wand­te sich an die Leser und bat um Infor­ma­tio­nen zum Denk­mal.2 Die Stadt Wup­per­tal, die den Stein 1999 nach der Auf­lö­sung des Rons­dor­fer Orts­ver­bands des “Ver­bands der Heim­keh­rer, Kriegs­ge­fan­ge­nen und Ver­miß­ten” als Schen­kung ange­nom­men hat­te, bat den Staats­schutz um eine Bewer­tung. Die­ser kam zum Urteil, dass das Schrift­bild “hart an der Gren­ze” lie­ge und die Staats­an­walt­schaft nahm Ermitt­lun­gen wegen Ver­stoß gegen Para­graph 86a auf und for­der­te die sofor­ti­ge Ent­fer­nung des Steins.3 Die Stadt kam der Auf­for­de­rung unmit­tel­bar nach und stell­te das Denk­mal sicher.4 Erst nach län­ge­rer Zeit wur­den die Ermitt­lun­gen der Staats­an­walt­schaft gegen den Abtei­lungs­lei­ter des Res­sorts Grün­flä­chen und Fors­ten ein­ge­stellt.5

Unge­fäh­re Ehe­ma­li­ge Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te
Der genaue Stand­ort des Denk­mals ist mir nicht bekannt,
die Quel­len spre­chen nur von “im Stadt­gar­ten” und “Am grü­nen Strei­fen”.


Mahnmal für die Kriegsgefangenen von Barmen-Rott

An einem Sonn­tag im Okto­ber 1952 wur­de im Schö­ne­be­cker Wald auf dem Rott gegen­über des Krie­ger­denk­mal des Bezirks Rott ein Gedenk­stein auf­ge­stellt. Stif­ter war der Ver­band der Heim­keh­rer, Kriegs­ge­fan­ge­nen und Ver­miss­ten-Ange­hö­ri­gen Deutsch­lands, genau­er: die Orts­grup­pe Wup­per­tal-Rott.


Mahn­mal für die Kriegs­ge­fan­ge­nen des Bezirks Rott

Der schmuck­lo­se Gedenk­stein trägt eine Gedenk­ta­fel mit fol­gen­der Inschrift.

“Es mah­nen
die
Kriegs­ge­fan­ge­nen
von
Bar­men-Rott.
Ver­gesst uns nicht!”

Das Schick­sal der Kriegs­ge­fan­ge­nen sym­bo­li­sie­ren drei Wach­tür­me und zwei ver­mut­lich Sta­chel­draht bewehr­te Zäu­ne.


Gedenk­ta­fel

Im Jahr 1952 waren noch 7 000 Wup­per­ta­ler Bür­ger ver­misst, nur zu 104 Kriegs­ge­fan­ge­nen bestan­den Kon­tak­te. Erst 1955 ende­te — 10 Jah­re nach Kriegs­en­de — für die deut­schen Kriegs­ge­fan­ge­nen in der Sowjet­uni­on die Zeit der Gefan­gen­schaft und die Ange­hö­ri­gen erhiel­ten end­lich Nach­rich­ten über Leben oder Tod ihrer Brü­der, Söh­ne und Väter, Kame­ra­den und Freun­den.1


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Ehrentafel der Oberrealschule Elberfeld

Im Jahr 1932 wur­den die bei­den Ober­re­al­schu­len in Elber­feld, die bis dahin als Ober­re­al­schu­le Nord und Süd in der Hum­boldt­stra­ße und in der West­stra­ße getrennt exis­tier­ten, zur Ober­re­al­schu­le Elber­feld zusam­men­ge­legt. Am 30.April 1932 fei­er­te man die Ver­ei­ni­gung im Schul­ge­bäu­de an der dama­li­gen Hum­boldt­stra­ße, wo heu­te an der gleich­na­mi­gen Stra­ße die Helm­holtz-Real­schu­le zu Hau­se ist. Aus Anlass der Ver­ei­ni­gung schuf man eine Gedenk­ta­fel aus Holz, die mit pri­va­ten Spen­den finan­zier­te wur­de, die in Schwarz und Gold  fast drei­hun­dert Namen der gefal­le­nen Leh­rer und Schü­ler bei­der Schu­len auf­zählt. Ober­stu­di­en­di­rek­tor a.D. Prof. Hüb­ler sprach die Wei­he­re­de und über­gab die Tafel in die Obhut der Schu­le.


Die Ehren­ta­fel für die Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­kriegs.

Die Inschrift über der Gedenk­ta­fel, deren Jah­res­zah­len mit Eiser­nen Kreu­zen flan­kiert wer­den,  lau­tet:

“1914 Unse­rer teue­ren Gefal­le­nen 1918”

Zum Ehren­mal der Schu­le gehör­te neben der Gedenk­ta­fel auch das Gemäl­de von Prof. Fah­ren­krug, das 1925 für das Ehren­mal der Ober­re­al­schu­le Süd geschaf­fen wor­den war und mit in die neue Schu­le umzog. Eine Beschrei­bung des ver­schol­le­nen Gemäl­des fin­det sich im dor­ti­gen Ein­trag.Die Gedenk­ta­fel wur­de 1953 unver­sehrt auf dem Spei­cher der Schu­le gefun­den und mit einer Zusatz­ta­fel für die Gefal­le­nen des Zwei­ten Welt­kriegs an das Neu­sprach­li­che Gym­na­si­um Aue über­ge­ben.


Die Gedenk­ta­fel für die Opfer des Zwei­ten Welt­krie­ges.

Die Gedenk­ta­fel zeigt ein Eiser­nen Kreuz mit den Wor­ten “Zum Geden­ken” und den Jah­res­zah­len 1939/45.

1975 kamen bei­de Gedenk­ta­feln zum Schul­zen­trum Süd, wo aus dem Gym­na­si­um Aue 1986 das Carl-Fuhl­rott-Gym­na­si­um wur­de. Dort hing die Gedenk­ta­fel für die Gefal­le­nen des Zwei­ten Welt­kriegs über der des Ers­ten Welt­kriegs, deren Kan­ten­län­ge exakt der obe­ren Kan­te der älte­ren Gedenk­ta­fel ent­spricht. 1991 hin­gen bei­de Gedenk­ta­feln noch zusam­men dort, heu­te befin­den sie sich im Archiv der Schu­le. Das Gemäl­de von Prof. Fah­ren­krog ist ver­schol­len.1

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te