Eingangsportal der Staatlichen Ingenieursschule für Bauwesen

Die Skulp­tur heu­te im Gebäu­de HC.

Als 1966 die dama­li­ge “Staat­li­che Inge­nieurs­schu­le für Bau­we­sen” am Has­pel um ein Gebäu­de zur Fried­rich-Engels-Allee hin erwei­tert wur­de, plan­te man direkt zur Stra­ße ein Por­tal als Ein­gang zum Neu­bau. Die städ­ti­sche Kunst­kom­mis­si­on führ­te einen beschränk­ten Wett­be­werb durch, den Gui­do Jen­dritz­ko für sich ent­schied. Er ent­wi­ckel­te das Por­tal aus Alu­mi­ni­um­guss und ließ es in Ber­lin gie­ßen. Wie lan­ge das Por­tal genutzt wur­de, ist unklar. Nach­dem die “Staat­li­che Inge­nieurs­schu­le” Teil der Ber­gi­schen Gesamt­hoch­schu­le (heu­te: Ber­gi­sche Uni­ver­si­tät Wup­per­tal) gewor­den war, befand sich direkt dahin­ter lan­ge Zeit die Fach­bi­blio­thek, die durch einen Sei­ten­ein­gang betre­ten wur­de.1

Nach­dem der alte Erwei­te­rungs­bau 2014–2016 einem Neu­bau gewi­chen war, wur­de Ende 2016 das Por­tal im 2. Ober­ge­schoss des neu­en Gebäu­des mit dem klang­vol­len Namen “HC” ange­bracht, wo Archi­tek­ten und Bau­in­ge­nieu­re der Ber­gi­schen Uni­ver­si­tät nun zu Hau­se sind.2


Die alte Funk­ti­on ist nur noch zu erah­nen — durch das Schlüs­sel­loch.

Posi­ti­on des Kunst­werks auf der Kar­te


Figuren-Relief: Menschen in der Stadt

Wil­ly Dirx Reli­ef zum The­ma “Men­schen in der Stadt” im Fuß­gän­ger­tun­nel am Alten Markt. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 19.8.1

Im Juni 1966 wur­de im süd­li­chen Fuß­gän­ger­tun­nel der Kreu­zung am Alten Markt das Figu­ren-Reli­ef des Wup­per­ta­ler Bild­hau­ers Wil­ly Dirx ange­bracht. Der Künst­ler schuf es zum The­ma “Men­schen in der Stadt” und die Kul­tur­kom­mis­si­on hat­te sich im Febru­ar 1965 für das Kunst­werk ent­schie­den. Hier­bei han­delt es sich um “Kunst am Bau” im Rah­men der auto­ge­rech­ten Umge­stal­tung der Kreu­zung. Das Reli­ef misst sie­ben Meter in der Brei­te, 2,40 Meter in der Höhe und wur­de aus Alu­mi­ni­um gefer­tigt. Als Ergän­zung wur­den zwei eben­falls aus Alu­mi­ni­um gegos­se­ne Stadt­plä­ne ange­fügt, die den Alten Markt 1939 und 1965 zei­gen. Sie wur­den im Juni 1967 ange­bracht.


Das Haupt­kunst­werk besteht aus 18 Alu­mi­ni­um­güs­sen, die in der Gie­ße­rei von Rudolf West­kott im Sand­guß­ver­fah­ren gefer­tigt wur­den, nach­dem der Bild­hau­er Ernst Kreetz, der mit Dirx befreun­det war, in Duis­burg 18 nega­ti­ve Hohl­for­men aus Gips erstellt hat­te. Zuvor hat­te Wil­ly Dirx das Reli­ef in Ton model­liert. Am Ende des Ver­fah­rens hat­te das Reli­ef 8 Tei­le, die im Febru­ar 1966 im Haus der Jugend der Öffent­lich­keit vor­ge­stellt wur­den.1


Der lee­re Platz des Reli­efs im Febru­ar 2012.

1997 befand sich das Reli­ef wie­der im Haus der Jugend und war inzwi­schen restau­riert wor­den. Dafür gesorgt hat­ten Schü­le­rIn­nen der Gesamt­schu­le Bar­men, die im Rah­men eines Schul­pro­jekts 19962 Im Dezem­ber 1997 stimm­te die Bezirks­ver­tre­tung Bar­men dem Vor­ha­ben mit den Stim­men der Grü­nen und der SPD zu, die CDU lehn­te es ab, da man die 5. Gesamt­schu­le nicht mit noch mehr Pracht im Ver­gleich zu ande­ren Schu­len (und sicher auch Schul­for­men) aus­stat­ten wol­le. Statt­des­sen schlug man vor, das Reli­ef im Ein­gangs­be­reich des Haus der Jugend anzu­brin­gen.3


Wil­ly Dirx Reli­ef gegen­über der Men­sa in der Bar­mer Gesamt­schu­le.

Was aus den Stadt­plä­nen wur­de, ist unklar. Ein Bild fin­det sich bei RMK, S. 412.


Posi­ti­on des Kunst­werks am Alten Markt


Posi­ti­on des Kunst­werks in der Gesamt­schu­le Bar­men


Freiplastik Delfoss

Del­foss, 2011.

Am 3. Juni 1966 wur­de am Has­pel eine Mar­mor­plas­tik namens Del­foss ent­hüllt. Sie wur­de bereits 1963 von dem Ber­li­ner Bild­hau­er Prof. Karl Har­tung geschaf­fen und war 1964 auf der Docu­men­ta III in Kas­sel aus­ge­stellt. Sie wur­de von der Fir­ma Zeid­ler & Wim­mel aus Kirch­heim bei Würz­burg aus einem 3 x 1,5m hohen Mar­mor­block nach einem Modell des Bild­hau­ers her­aus­ge­ar­bei­tet. Der acht Ton­nen schwe­re Mono­lith ruht auf einem Sockel mit dem Maßen 1,20m x 1,20m und stand in einem Was­ser­be­cken aus zwei sich über­schnei­den­den Recht­ecken, wor­in sich die Plas­tik spie­gel­te. Eine Umwälz­pum­pe brach­te das Was­ser vom unte­ren ins obe­re Becken zurück.1 Im Rah­men der Regio­na­le 2006 wur­de der Bereich zwi­schen Berufs­schu­le Stadt­ar­chiv und Uni­ver­si­tät umge­stal­tet, die Was­ser­be­cken wur­den ent­fernt.


Als die Plas­tik in ihrem Was­ser­be­cken ein­ge­weiht wur­de, erklär­te der Bei­ge­ord­ne­te Prof. Het­zelt, dass sie ein Sym­bol für die Bün­de­lung und das “har­mo­ni­sche[..] Zusam­men­fas­sen der Kräf­te aus den noch immer leben­di­gen Gegen­sät­zen der alten Stadt­for­men” sei. Die Plas­tik sym­bo­li­sie­re auch die gleich­lau­ten­de Ten­denz der Hin­wen­dung an die Jugend durch die sie umge­ben­den Bau­ten. Die Gesamt­kos­ten betru­gen 65.000 — 70.000 DM, die Kunst­kom­mis­si­on der Stadt Wup­per­tal hat­te der Ver­ga­be des Auf­trags im  Janu­ar 1963 ein­stim­mig zuge­stimmt.2


Posi­ti­on des Kunst­werks auf der Kar­te


Marienfigur an der Kirche St. Marien

In den Jah­ren 1965 oder 1966 wur­de eine Mari­en­fi­gur aus wei­ßem Kunst­stein an der Nord­west­ecke der Kir­che St. Mari­en auf­ge­stellt. Sie ersetz­te dort eine Madon­nen-Figur aus Sand­stein, der die Wit­te­rung stark zuge­setzt hat­te, nach dem sie ursprüng­lich in der Kir­che gestan­den hat­te. Die Figur ist eine Nach­bil­dung der “Jung­frau der Armen von Ban­neux N.D.”, die von Madame Ron­ca­ra­ti aus Lüt­tich geschaf­fen wor­den sein soll. Sie erin­nert an die Mari­en­er­schei­nung in Ban­neux bei Lüt­tich, die 1933 eine Bewoh­ne­rin des Ortes erlebt haben soll. Seit 1949 ist der Ort als Wall­fahrts­ort aner­kannt.


Mari­en­fi­gur an der Nord­west-Ecke von St. Mari­en.

St. Mari­en wur­de 1886 an der heu­ti­gen Wort­mann­stra­ße Ecke Hardt­stra­ße von den Archi­tek­ten Tüs­haus & v. Abbe­ma aus Düs­sel­dorf errich­tet. Beim Luft­an­griff auf Elber­feld in der Johan­nis­nacht 1943 wur­de sie zer­stört und von April 1947 bis Juli 1949 wie­der­auf­ge­baut. Ihr Name stammt von einem der Altä­re in der ers­ten katho­li­schen Kir­che Elber­felds, die einst an der Stel­le der heu­ti­gen City-Kir­che am Kirch­platz stand. Das Gelän­de an der Wort­mann­stra­ße kauf­te Wil­helm aus der Stein­beck, der Kaplan des Mari­en­al­tars und ver­mach­te es in sei­nem Tes­ta­ment 1528 der St. Mari­en Vika­rie.1

Posi­ti­on des Kunst­werks auf der Kar­te


Elisenturm

Die Müh­le auf der Hardt. Reprod. eines Gemäl­des, Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, Foto­samm­lung, 2.11.2

Die Geschich­te des Eli­sen­turms beginnt in den 1830er Jah­ren. Engel­bert Eller hat­te das Gelän­de der heu­ti­ge Vil­la Eller im Bota­ni­schen Gar­ten gekauft und dort sei­nen Som­mer­sitz gebaut. Auf den Fun­da­men­ten 1 des ehe­ma­li­gen Müh­len­turms auf dem Gelän­de ließ er einem Aus­sichts­turm mit einer Stern­war­te bau­en. Im Jahr 1838 wur­de er fer­tig gestellt und ist damit der frü­hes­te nach­weis­ba­re Aus­sichts­turm im Rhein­land.


Eli­sen­hö­he auf der Hardt, Repro­duk­ti­on eines Stichs von 1839. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, Foto­samm­lung, 2.11.2

Ende der 1840 Jah­re stand der Turm dann der Bevöl­ke­rung als Aus­sichts­turm zur Ver­fü­gung.2 Den Name “Eli­sen­turm” wähl­te der Stadt­rat Eller als Reve­renz an die preu­ßi­sche Köni­gin Eli­sa­beth Ludo­vi­ka (1801–1873) 3, eine bay­ri­sche Prin­zes­sin, die 1823 Fried­rich Wil­helm von Preu­ßen hei­ra­te­te, der am 7. Juni 1840 als IV. die­sen Namens den preu­ßi­schen Thron bestieg.


Die Vil­la Eller und der Eli­sen­turm im Febru­ar 2010 auf der Hardt. Heu­te ist das Ensem­ble Teil des Bota­ni­schen Gar­tens.

Der zylin­dri­sche Turm steht auf einem run­dem Sockel mit einem Durch­mes­ser von 17,2 Metern, der tal­sei­tig 1,9 Meter hoch ist. Der Turm selbst hat einen mitt­le­ren Durch­mes­ser von 9,4 Metern. Er ver­fügt über eine Glie­de­rung durch acht wei­ße Pilas­ter mit korin­thi­schen Kapel­len. 14,5 Meter über dem Sockel befin­det sich die 5,65 Meter hohe ver­glas­te Later­ne, in der sich der Aus­stieg auf die die­se umge­ben­de Platt­form befin­det. Im ers­ten Ober­ge­schoß befin­det sich der Kup­pel­saal mit kas­ser­tier­ter Kup­pel, deren Schei­tel­hö­he sich 10,8 Meter über dem Sockel befin­det. Er wird heu­te ger­ne für Hoch­zei­ten genutzt. In sei­ner Gestal­tung erin­nert der Eli­sen­turm an das Lysik­ra­tes­mo­nu­ment (sie­he Bild in Wiki­pe­dia) in Athen oder auch an einen Leucht­turm, wie Baede­ker in der Rhein­rei­se 1846 schrieb.4


Der Eli­sen­turm im April 2010.

Am Ende des 19.Jahrhunderts wur­de der Turm dann von der Wit­we Ellers dem Roten Kreuz über­schrie­ben. 1907 kauf­te die Stadt Elber­feld den Turm. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg dien­te er zeit­wei­se als Woh­nung, ab den 1950er Jah­ren dann wie­der als Aus­sichts­turm und Stern­war­te der Volks­hoch­schu­le.5 1966 wur­de der Turm einer Gene­ral­sa­nie­rung unter­zo­gen, die Kos­ten betru­gen 311.000 DM, wovon 40.000 DM aus Lan­des­mit­teln kamen. 1985 wur­de die Putz­hül­le erneu­ert, 1998 geschah dies erneut und der Anstrich wur­de in der heu­te vor­lie­gen­den Form durch­ge­führt.6


Eine Auf­nah­me vom August 2009.
Der Eli­sen­turm hat kei­ne regel­mä­ßi­gen Öff­nungs­zei­ten.

Der Brunnen auf dem von der Heydt-Sportplatz

Die­ses Bild zeigt die Ein­wei­hungs­fei­er des Sport­plat­zes Freu­den­berg am 30.Juli 1910 und die zu die­sem Anlass auf­ge­führ­ten “Frei­übun­gen der Schü­lern und Schü­le­rin­nen”. Foto­graf: Carl Schä­fer. Ent­nom­men aus: Offi­zi­el­le Fest­wo­che zur Drei­hun­dert­jahr-Fei­er der Stadt Elber­feld, Heft III, 2.August 1910. (Bild ergänzt am 04.August 2012)

Als im Jahr 1910 drei­hun­dert Jah­re Stadt Stadt­rech­te in Elber­feld gefei­ert wer­den konn­ten, wur­de im Rah­men der Fei­er­lich­kei­ten am 30.Juli gegen 15 Uhr der von der Heydt-Sport­platz am Freu­den­berg der Öffent­lich­keit über­ge­ben. Frei­herr August von der Heydt hat­te das Gelän­de der Stadt zur Pacht über­las­sen und sei­ne Frau spen­de­te dem Ver­ein für Kör­per­pfle­ge die erfor­der­li­che Pacht­sum­me. Die Kos­ten für die Ein­eb­nung und Her­rich­tung des Plat­zes teil­te sich die Stadt Elber­feld und der Ver­ein der Freun­de des Ver­eins für Kör­per­pfle­ge. Der Sport- und Spiel­platz für die Schul­ju­gend des Elber­fel­der Südens war damals der größ­te im Ber­gi­schen Land und Sel­ma von der Heydt stif­te­te ihm auch einen Brun­nen:


Der Brun­nen auf dem von der Heydt-Sport­platz

Er besteht aus einem mäch­ti­gen Stein­block und drei halb­run­den Becken, die heu­te bepflanzt sind und damals das Was­ser auf­nah­men. An der Vor­der­sei­te kün­det die Inschrift:

v.d.Heydt-Platz
ein­ge­weiht bei
Gele­gen­heit der
Drei­jahr­hun-
dert­fei­er am 30.Juli
1910”

Besit­ze­rin
Sel­ma Frei­frau v.d.Heydt.


Der Brun­nen

1966 wur­de der Brun­nen nach dem Bau des Sport­platz­hau­ses restauriert.Im Rah­men der Drei­hun­dert­jahr­fei­er wur­den auch der Gold­schmie­de­brun­nen, die Anla­gen der Vil­la Frey­tag, der Gerech­tig­keits­brun­nen und die Gedenk­ta­fel für die gefal­le­nen Söh­ne der Stadt Elber­feld ein­ge­weiht. 1

Der Bleicherbrunnen auf dem Wupperfelder Markt

Der Blei­cher­brun­nen im August 2011 auf dem Wup­per­fel­der Markt.

Der 21.Mai 1884 war der Tag vor Chris­ti Him­mel­fahrt und der Tag, an dem Fried­rich von Eynern als Ver­tre­ter der Wup­per­fel­der Bür­ger­schaft den neu­en Blei­cher­brun­nen fei­er­lich in die Obhut der Stadt Bar­men über­gab. Ober­bür­ger­meis­ter Fried­rich Wil­helm Wen­ger, Bür­ger­meis­ter Johan­nes Gus­tav Brod­zi­na, meh­re­re Stadt­ver­ord­ne­te und eine gro­ße Men­schen­men­ge nah­men an der Fei­er teil. Die nöti­gen Mit­tel (6000 Mark) hat­ten die Wup­per­fel­der aus den Über­schüs­sen der Ver­mie­tung des “Wup­per­fel­der Bür­ger­haus’” an der Wup­per­fel­der Stra­ße Nr.2 gewon­nen. Die Ent­schei­dung zur Errich­tung des Brun­nens durch die Ver­wal­tung des Bür­ger­hau­ses wur­de am 22.Juni 1883 getrof­fen, eine Idee, die erst durch die am 5.Mai 1883 erfolg­te zen­tra­le Ver­sor­gung Bar­mens mit Ruhr­was­ser durch das Was­ser­werk Vol­mar­stein ermög­licht wur­de. Der Brun­nen sym­bo­li­sier­te somit nicht nur für die Tra­di­ti­on der Blei­cher, son­dern auch die moder­ne städ­ti­sche Was­ser­ver­sor­gung.


Der Blei­cher auf der Spit­ze des Brun­nens von Fried­rich Küst­hardt d.Ä.

Die Figur des Blei­chers erin­nert dar­an, dass das von Her­zog Johann von Berg erteil­te Pri­vi­leg der Garn­nah­rung die Grund­la­ge für die Ent­wick­lung der blü­hen­den Tex­til­in­dus­trie des Wup­per­tals war. Mit der Schau­fel, “Güte“1genannt,  schleu­der­ten die Blei­cher das Wup­per­was­ser auf die zum Blei­chen aus­ge­leg­ten Tuche auf den Wup­per­wie­sen. Den Rest der Arbeit über­nah­men dann die Son­nen­strah­len.

Den drei­stu­fi­gen Blei­cher­brun­nen, bei dem von der Brun­nen­säu­le aus fei­nen Düsen das Was­ser in die Scha­len läuft, ent­warf Stadt­bau­meis­ter Carl Win­chen­bach. Zusätz­lich fließt aus den Mäu­lern der Del­phi­ne am unte­ren Teil Was­ser in das unters­te baro­cke Becken. Der Blei­cher und die wei­te­ren Stein­metz­ar­bei­ten wur­den vom Hil­des­hei­mer Bild­hau­er Fried­rich Küst­hardt d.Ä. geschaf­fen.


Was­ser­spu­cken­de Del­fi­ne.

1884 befand sich der Stand­ort des Brun­nens auf der ande­ren Sei­te der Ber­li­ner Stra­ße, die damals noch nicht so breit aus­ge­baut war wie heu­te. 1954 ver­setz­te man den Brun­nen im Zuge der Stra­ßen­bau­ar­bei­ten an sei­nen heu­ti­gen Stand­ort auf dem Wup­per­fel­der Markt. Die Kos­ten dafür über­nahm die Fir­ma Bart­hels-Feld­hoff anläss­lich ihres 125jährigen Bestehens. Thil. Bart­hels hat­te sich schon 1884 für den Bau des Brun­nens ein­ge­setzt.
1966/67 muß­te der Brun­nen auf­grund der Beschä­di­gun­gen durch die Umwelt­ein­flüs­se zum ers­ten Mal restau­riert wur­de, signi­fi­kan­ter­wei­se zehn Jah­re nach dem Aus­bau der Ber­li­ner Stra­ße. Der Bild­hau­er Joa­chim Wolf-Mül­ler führ­te die Restau­rie­rung durch. 1977 — zur 450-Jahr­fei­er der Garn­nah­rung — über­gab der IHK-Prä­si­dent Dr.Salzer Ober­bür­ger­meis­ter Gott­fried Gur­land einen Beu­tel mit 861 blan­ken Mark­stü­cken zur Erin­ne­rung an die gol­de­nen Gul­den, mit denen das Pri­vi­leg von den Blei­chern gekauft wor­den war. Ergänzt wur­de das Geschenk um einen Scheck in Höhe von 8.610 DM zur erneu­ten Über­ho­lung des Brun­nens.2


Aus den Del­fin­köp­fen floss im Som­mer 2011 kein Was­ser mehr.

Anfang Janu­ar 1992 begann dann im Anschluss an die Neu­ge­stal­tung des Plat­zes die bis­lang letz­te Restau­rie­rung des Brun­nens, die Kos­ten betru­gen stol­ze  100.000 DM.3 Dafür wur­de der Brun­nen von der Fir­ma Bouil­lon-Bau aus Dort­mund in 39 Ein­zel­tei­le zer­legt und in Dort­mund fach­ge­recht saniert. Mit Hil­fe des “Steiner­gän­zungs­ver­fah­rens”, bei dem mit­hil­fe eines Pul­vers, das mit Was­ser ver­rührt wird, die Bau­sub­stanz wie­der her­ge­stellt wird, wur­den auch Bau­sün­den der vor­he­ri­gen Restau­rie­run­gen besei­tigt. Man hat­te damals vor­nehm­lich mit Beton die Schad­stel­len behan­delt.4 Am 5.Mai 1992 war der Blei­cher­brun­nen wie­der kom­plett und saniert auf dem Wup­per­fel­der Markt zu fin­den5 und am 11.Juli 1992 wur­de der Brun­nen dann mit einem Fest  von Ober­bür­ger­meis­te­rin Ursu­la Kraus wie­der ein­ge­weiht.6


Drei Reliefs der deutschen Kaiser am Cronenberger Dreikaiserturm

1888 konn­ten die Cro­nen­ber­ger end­lich ihre Was­ser­ver­sor­gung moder­ni­sie­ren und einen eige­nen Was­ser­turm in Betrieb neh­men. Die­ser stand am Neu­en­haus und wur­de am 26.Oktober 1888 ein­ge­weiht. Sein Was­ser erhielt er von einer Pump­sta­ti­on am Burg­holz­bach.1


Blick auf das Neu­en­hau­ser Frei­bad, die Sam­ba­tras­se mit einem Son­der­zug und dem Drei­kai­ser­turm auf Neu­en­haus. Die­ses Bild schoss am 29.Mai 1950 der Wup­per­ta­ler Foto­graf und “Alt­meis­ter der Eisen­bahn­fo­to­gra­fie” Carl Bel­lin­grodt, für den 2009 an der Sie­ges­stra­ße Nr. 94 eine Gedenk­ta­fel errich­tet wur­de. Das Bild stammt aus der Samm­lung Brin­ker und wur­de freund­li­cher­wei­se zur Ver­fü­gung gestellt. Mehr his­to­ri­sche Auf­nah­men von der Cro­nen­ber­ger Eisen­bahn gibt es bei bahnen-wuppertal.de

Am 12.Dezember 1888 ent­schied dann der Stadt­rat Cro­nen­bergs die Kai­ser des Drei­kai­ser­jah­res, in dem der Neu­en­hau­ser Was­ser­turm  errich­tet wor­den war, mit Reli­ef­bild­nis­sen zu ehren. Im Sit­zungs­pro­to­koll fin­det sich die Begrün­dung des Vor­sit­zen­den:

“Mit Rück­sicht dar­auf, daß der Was­ser­turm und das Was­ser­werk in dem 3 Kai­ser­jahr 1888 errich­tet und Cro­nen­berg bei sei­ner drü­cken­den Lage an die Errich­tung eines beson­de­ren Kai­ser­denk­mals nicht den­ken kön­ne, schlug der Vor­sit­zen­de vor, den Turm mit 3 Kai­ser­re­liefs schmü­cken und dem­sel­ben den Namen 3 Kai­ser­turm bei­zu­le­gen.“2
Der Vor­sit­zen­de dürf­te der Bür­ger­meis­ter Otto Bock gewe­sen sein. Man beauf­trag­te anschlie­ßend den Düs­sel­dor­fer Bild­hau­er Leo Müsch mit Aus­füh­rung von drei Ter­ra­kot­ta-Medail­lons, für die der Abge­ord­ne­te Rumpff von Schloss Aprath 200 Mark stif­te­te. Müsch schuf spä­ter auch den Jubi­lä­ums­brun­nen in Elber­feld.
Die drei Reli­efs von Kai­ser Fried­rich III (1831 — 15. Juni 1888), Kai­ser Wil­helm I. (1797 — 9. März 1888) und Kai­ser Wil­helm II (1859 — 1941) (v.l.n.r) am Drei­kai­ser­turm in Cro­nen­berg-Neu­en­haus. ent­nom­men aus: Gene­ral-Anzei­ger vom 24.02.1966.

Bis 1966 dien­te der Was­ser­turm der Was­ser­ver­sor­gung Cro­nen­bergs. Da er bau­fäl­lig wur­de, ersetz­te man ihn am 26.Februar 1966 durch eine neben­an errich­te­te Pump­sta­ti­on. Im Juni 1966 wur­de der Drei­kai­ser­turm dann abge­tra­gen. Die drei Reli­efs kamen um 1977 zum His­to­ri­schen Zen­trum, ver­fie­len dort aber, bevor ein neu­er Ver­wen­dungs­zweck gefun­den wer­den konn­te.3Ergän­zung vom 14.März 2012:


Die Reli­efs im His­to­ri­schen Zen­trum von rechts. Bild ent­nom­men aus: Neue Rhein Zei­tung / Wup­per­ta­ler Tage­blatt vom 3.6.1977.

Kai­ser Fried­rich III., Kai­ser Wil­helm II. und Kai­ser Wil­helm I. von links. Bild ent­nom­men aus: Gene­ral-Anzei­ger vom 22.4.1977.

Die­se Post­kar­te gibt einen klei­nen Ein­druck des Drei­kai­ser­turms. (Bild ergänzt am 14. April 2015.)

 

Wilberg-Denkmal

Das Wil­berg-Denk­mal stand einst unweit des Fels­bo­gens auf der Hardt, heu­te ist hier der Vor­platz zur Wald­büh­ne. Post­kar­te um 1901. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 2.11.2 (Bild ergänzt am 4.August 2012)

Am 31.August 1867 wur­de auf der alten Hardt (am Zugang zur heu­ti­gen Wald­büh­ne) ein Denk­mal zu Ehren des Päd­ago­gen Johann Fried­rich Wil­berg voll­endet und ein­ge­weiht. Das Comi­te über­gab im Täg­li­chen Anzei­ger für Berg und Mark das Denk­mal sei­ner Bestim­mung und stell­te es unter den Schutz der Bevöl­ke­rung und der Stadt. Bereits am 5.November 1866 hat­te es in der Real­schu­le eine Schul­fei­er zu Ehren des 100.Geburtstages Wil­bergs gege­ben, gefolgt von einem Fest­mahl für 150 Per­so­nen, dar­un­ter die ein­zi­ge noch leben­de Toch­ter Frau Dr. Wirth, im Casi­no. Die­se Fei­er­lich­kei­ten gel­ten fälsch­li­cher­wei­se als Datum der Denk­ma­lerrich­tung, da die­ses Datum auch auf dem Denk­mal ver­zeich­net ist.1


Das Wil­berg-Denk­mal auf einer Post­kar­te. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 19.6

Das Denk­mal wur­de geschaf­fen vom Bild­hau­er Robert Schöpp. In einer eiser­nen Ein­frie­dung thron­te auf einem Hügel ein Pos­ta­ment aus Stein (aus Ander­nach) mit vier Mar­mor­ta­feln, die die Inschrif­ten tru­gen. Dar­über folg­te dann eine abge­bro­che­ne Säu­le, als “Sym­bol des Todes”, wie der Bar­mer Anzei­ger fand.2


Auf die­ser Foto­gra­fie unbe­kann­ten Datums ist die Säu­le mit Efeu bewach­sen und kaum noch zu sehen. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/9/14

Johann Fried­rich Wil­berg wur­de am 5. Novem­ber 1766 in Zie­sar bei Pots­dam gebo­ren. 1790 bestand er das Leh­rer­ex­amen und erhielt eine Stel­le in Ham­me bei Bochum, 1802 kam er als Inspek­tor und Leh­rer an die Elber­fel­der Armen­schu­le und wirk­te an die­ser Stel­le 30 Jah­re. 1817 zeich­ne­te die Uni­ver­si­tät Tübin­gen mit dem Titel Magis­ter aus, 1835 pro­mo­vier­te er dort zum Dok­tor der Phi­lo­so­phie.4 Am 17.Dezember 1846 ver­starb er Bonn.


Das Wil­berg Denk­mal heu­te.

Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de das Denk­mal beschä­digt. Am 5.November 1966 — zu Wil­bergs 200.Geburtstag — wur­de es an sei­nem neu­en Stand­ort wie­der ein­ge­weiht. Es steht unweit des Bis­mark­turms nahe der Jus­tiz­voll­zugs­schu­le auf der Hardt. Die Säu­le und der Unter­bau feh­len, von den Mar­mor­ta­feln blie­ben drei erhal­ten. Ihre Inschrif­ten lau­ten: 5


Dr.Joh.Friedr.
Wil­berg
wei­land Leh­rer
u.Schulinspektor in Elber­feld
geb.5.Novbr.1766
in Zie­sar
gest.17.Dezbr. 1846
in Bonn.”

So ihr blei­ben wer­det
an mei­ner Rede, wer­det
ihr die Wahr­heit erken-
nen und die Wahr­heit
wird euch frei machen.
Joh.8,31″


Die rech­te Inschrift­ta­fel wur­de 1966 hin­zu­ge­fügt, da Ori­gnal-Tafel beschä­digt war.

‘Es ist eine schö­ne
Sit­te, das Andenken der
Freun­de zu fei­ern, sich
des­sen zu erin­nern, was
sie für uns waren…
Wil­berg
Von dank­ba­ren Schü­lern
und Freun­den errich­tet
am 5.Novbr.1866”

Die ursprüng­li­che vier­te Tafel trug bis zur Beschä­di­gung die Inschrift:

Was ich im Schul­we­sen nah
und fern gewirkt habe,
kennt Gott allein ganz und
wägt mit rech­ter Waa­ge,
und er wird dem, was davon
des Bestehens wert ist,
Segen verleihen.Wilberg” [6]6

Heu­te lau­tet die Inschrift:

Errich­tet 1866
zum 100.Geburtstag
*
Beschä­digt 1943–1945
*
Wie­der auf­ge­stellt
am 5.Nov.1866”

Ehrentafel des Gymnasiums Bayreuther Straße

Das Staat­lich natur­wis­sen­schaft­li­che Gym­na­si­um an der Bay­reu­ther Stras­se, frü­her das Staat­li­che Real­gym­na­si­um Elber­feld, fei­er­te 1957 sein 50jähriges Bestehen. Aus die­sem Anlass ent­schloss man sich mit einer Ehren­ta­fel für die gefal­le­nen Leh­rer und Schü­ler des Zwei­ten Welt­kriegs deren Andenken in Erin­ne­rung zu hal­ten. Das Denk­mal schuf der Wup­per­ta­ler Bild­hau­er Hell­muth Grüt­te­fi­en, der ehe­ma­li­ger Schü­ler und Abitu­ri­ent des Jahr­gangs 1925, Regie­rungs­di­rek­tor Dr.Otto Ter­ste­gen, hielt in der Fei­er­stun­de am 29.September 1957 die Anspra­che und anschlie­ßend ent­hüll­te der Vor­sit­zen­de der Ver­ei­ni­gung ehe­ma­li­ger Schü­ler, der Rechts­an­walt Paul Leh­mann, die Ehren­ta­fel.


Die Ehren­ta­fel im Alt­bau des Gym­na­si­ums Bay­reu­ther Stras­se.

Die Ehren­ta­fel schuf der Bild­hau­er Grüt­te­fi­en aus Kera­mik­plat­ten, auf denen in erha­be­nen Buch­sta­ben die Namen der vier gefal­le­nen Leh­rer und der 170 Schü­ler dicht gedrängt ver­zeich­net sind. Die Kera­mik­plat­ten wur­den auf Spe­zi­al­putz aus Trie­rer Kalk gebet­tet, die unter­schied­li­chen Far­ben wur­den durch Reduk­ti­ons­brand im mit Erlen­holz befeu­er­ten Ofen erzeugt. 1966 wur­de die Ehren­ta­fel nach Um- und Anbau­ar­bei­ten am Schul­ge­bäu­de an sei­nen heu­ti­gen Platz am Ver­bin­dungs­flur zwi­schen Alt und Neu­bau ver­setzt, dabei wur­de die Anord­nung der Namen ver­än­dert. Der heu­ti­gen ellip­sen­ar­ti­gen Form war eine offe­ne­re, eher recht­ecki­ge vor­aus gegan­gen.1


Die Inschrift.

Damals wie heu­te lau­te­te die Inschrift am Kopf der Tafel:

“Den Toten zum Geden­ken
den Leben­den zur Mah­nung
2.Weltkrieg 1939–1945”

Direkt neben der Ehren­ta­fel fin­det sich die Ehren­ta­fel des Staat­li­chen Real­gy­man­si­ums Elber­feld für die Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­kriegs.


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te