Husch-Husch-Denkmal (Peter-Held-Denkmal) (2000)

Im Jahr vor der Jahr­tau­send­wen­de ent­schied sich Horst Vol­mer, nach­dem er zuvor das Hofes­haus Lüt­ter­kus-Heidt von 1590 und die Korn­müh­le in Unt­er­bar­men restau­riert und vor dem Ver­fall geret­tet hat­te, nun etwas Neu­es zu schaf­fen. Die Über­le­gun­gen, ein Denk­mal für den Gar­ten des Hofes­hau­ses zu stif­ten, mün­de­ten schließ­lich in der Idee ein Wup­per­ta­ler Ori­gi­nal zu ehren: Peter Held, ali­as Husch-Husch. Horst Vol­mer hat­te den von 1886–1953 in Wup­per­tal leben­den Peter Held noch selbst gese­hen und ihm den Spott­na­men Husch-Husch hin­ter her­ge­ru­fen — wie es die Ben­gel oft taten, um den stadt­be­kann­ten Peter Held zu ärgern. Peter Held war ein Stadt­strei­cher und Hau­sie­rer, er ver­kauf­te Kurz­wa­ren wie Schnür­sen­kel, die er in einem gro­ßen Mar­ga­ri­ne-Kar­ton trans­por­tier­te und ver­dien­te sich auch den ein oder ande­ren Gro­schen dadurch, dass er nicht aus­fal­lend wur­de. Wup­per­ta­ler Ori­gi­nal oder Pen­ner und Schand­fleck — die Mei­nun­gen zu Peter Held sind und waren immer geteilt.


Husch-Husch im som­mer­li­chen Dickicht eines Gar­tens im Bar­mer Süden.

Als Horst Vol­mer im Febru­ar und März 1999 die Skulp­tu­ren des jun­gen Rem­schei­der Künst­lers Tho­mas Hund­hau­sen im Allee-Cen­ter sah, sprach er ihn an und beauf­trag­te ihn schließ­lich mit der Fer­ti­gung des Denk­mals. Nach den Recher­chen zu Husch-Husch erstell­te Hund­hau­sen zunächst ein Gips­mo­dell im Maß­stab 1:1 im Okto­ber 1999 zur Abstim­mung des Ent­wurfs, ein Ton­mo­dell im Maß­stab 1:10 half dann ab Dezem­ber 1999 dem Bild­hau­er beim Anfer­ti­gen des Denk­mals, das aus einem 2,7 Ton­nen schwe­ren Roh­block aus unter­frän­ki­schem Kalk­sand­stein geschla­gen wur­de. Am 11. März wur­de die fer­ti­ge Skulp­tur, nun “nur” noch 1,4 Ton­nen schwer, von einem Kran und vier Mann in den Gar­ten des Hofes­hau­ses gebracht. Am 24. März 2000 wur­de das Pri­vat­denk­mal in Anwe­sen­heit von zwei “Wup­per­ta­ler Ori­gi­na­len”, Bar­mer Bezirks­ver­tre­tern und dem Bezirks­ver­ein Hecking­hau­sen ein­ge­weiht. Seit dem 10. Mai 2014 steht ein bron­ze­ner “Kol­le­ge” mit­ten im Ein­kaufs­tru­bel auf dem Werth, wäh­rend der stei­ner­ne Husch-Husch die Idyl­le im Gar­ten genießt. Wel­ches Mate­ri­al und wel­cher Stand­ort ihm wohl bes­ser gefal­len hät­te?1


Husch-Husch

Husch-Husch-Denkmal (Peter-Held-Denkmal) (2014)

Husch-Husch-Denk­mal

Seit dem 10. Mai ist die etwas son­der­ba­re Tri­as Wup­per­ta­ler Ori­gi­na­le in Bron­ze kom­plett: Neben Mina Knal­len­falls und dem Zucker­fritz hat nun auch Husch-Husch, ali­as Peter Held, ein Denk­mal und zwar auf dem Werth in Bar­men. Initi­iert und über Spen­den finan­ziert wur­de das Denk­mal von einem För­der­ver­ein, der seit 2004 1 sich um die Rea­li­sie­rung bemüht hat­te. Die Ein­wei­hung über­nahm Ober­brü­ger­meis­ter Peter Jung höchst­per­sön­lich, im Rah­men der Fei­er hat­ten “Die Wup­per­ta­ler Ori­gi­na­le” ihren letz­ten Auf­tritt, beglei­tet durch Dör­te aus Hecking­hau­sen, Strieks­pö­en, Kim Men­der und dem Shan­ty-Chor Haß­ling­hau­sen.2


Detail­auf­nah­me

Nach­dem zunächst der Rem­schei­der Bild­hau­er Tho­mas Hund­hau­sen beauf­tragt wer­den soll­te3, zeich­net nun der Maler Klaus Burandt für das 30.000 Euro teu­re Denk­mal ver­ant­wort­lich, das in der Kunst­gie­ße­rei Kay­ser in Düs­sel­dorf gegos­sen wur­de.4 Ein Jahr vor der Auf­stel­lung gab es in der Poli­tik Ärger über die Fra­ge der Annah­me des Geschenks — denn das Denk­mal ver­ur­sacht Unter­halts­kos­ten, die die klam­me Stadt nicht hat.5


Die Gedenk­ta­fel

Der so geehr­te Peter Held wur­de 2. August 1886 gebo­ren und war in den 1920er und 1930er Jah­ren als Hau­sie­rer unter­wegs, unter ande­rem auf dem Werth. Von Kin­dern wur­de er “Husch-Husch” geru­fen, was ihn jäh­zor­nig wer­den ließ. Sei­ne Respekt­lo­sig­keit galt nicht nur Kin­dern und der Bevöl­ke­rung, son­dern auch Ord­nungs­be­hör­den im NS-Regime, was ihm meh­re­re Jah­re Haft ein­brach­te. Am 28. Novem­ber 1953 starb Peter Held in der psych­ia­tri­schen Kli­nik Galk­hau­sen.


Das Denk­mal
Bereits seit dem 2000 steht ein von Tho­mas Hundt­hau­sen gestal­te­ter stei­ner­ner Peter Held in einem Pri­vat­gar­ten an den Bar­mer Süd­hö­hen.

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te