Gedenkstein für Alice de Chambrier

“Dem Andenken
der Dich­te­rin
Ali­ce de Cham­brier
1861 — 1882
Et com­me la bre­bis au sen­tier soli­taire
Laisse aux buis­sons sa lai­ne en flo­cons
blancs et doux, Les lieux où nous avons
vécu sur cet­te terre Gar­dent tou­jours,
hélas ! quel­que cho­se de nous.”

Die oben wie­der­ge­ge­be­ne Inschrift ist die ein­zi­ge Infor­ma­ti­on, die zu die­sem Gedenk­stein bis­lang bekannt sind. Er liegt heu­te im Gar­ten des Von der Heydt­schen Som­mer­hau­ses auf der Königs­hö­he und ist daher nicht zugäng­lich. Wer wann die­sen Gedenk­stein anfer­ti­gen ließ und auf­stell­te ist unge­wiss, mut­maß­lich war es der Besit­zer des Hau­ses, August von der Heydt, der es zwi­schen 1870 und 1880 erwarb und ab 1885 zum Som­mer­haus mit Gas­tro­no­mie aus­bau­te. 1924 kauf­te es die Stadt Elber­feld für 500 Gold­mark. Durch die Inschrift lässt sich anneh­men, dass der Stein nach 1882 auf­ge­stellt wur­de. 1


Der Gedenk­stein im Gar­ten hin­ter dem ehem. Som­mer­haus der Fami­lie von der Heydt.

Ali­ce de Cham­brier war eine Schwei­zer Dich­te­rin aus Neu­châ­tel, die bereits im Alter von 21 Jah­ren am 20. Dezem­ber 1882 an einem dia­be­ti­schen Koma starb. 1876–1877 ver­brach­te sie 18 Mona­te in Darm­stadt, um Deutsch zu ler­nen, ihr ers­tes Werk ver­fass­te sie mit 17. 2 Die auf dem Grab­stein zitier­ten Zei­len stam­men aus dem Gedicht  “À quoi bon reve­nir” aus ihrem post­hum ver­öf­fent­lich­ten Werk Au déla! und sind auf den 18. Okto­ber des Jah­res datiert. 3Eine Über­set­zung (in der sel­ben Zei­len­set­zung wie auf dem Gedenk­stein) könn­te lau­ten:

Und wie das Schaf, das auf dem ein­sa­men Weg
im Gesträuch sei­ne Wol­le in wei­ßen wei­chen Flo­cken
hin­ter­lässt, behal­ten die Orte, wo wir
auf die­ser Erde gelebt haben immer
Ach! — irgend­et­was von uns.”


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Figura Magica

Sie ist das wohl am wei­tes­ten gereis­te Kunst­werk in Wup­per­tal, die figu­ra magi­ca. 1989 instal­lier­te der Wup­per­ta­ler Künst­ler Bodo Ber­hei­de die eiser­ne Skulp­tur auf der Königs­hö­he neben dem ehe­ma­li­gen Som­mer­sitz der Fami­lie von der Heydt. Das lang­ge­streck­te U-för­mi­ge Kunst­werk beschrieb Ber­hei­de so:1

Ihre Form ent­spricht einem über­di­men­sio­na­len Huf­ei­sen und ver­weist auf das magne­ti­sche Feld, das durch die Dre­hung der Erde und den Dyna­mo­ef­fekt des schwe­ren, glü­hen­den, metal­le­nen, sich schnel­ler mit­dre­hen­den Erd­kerns ent­steht.“2

Figu­ra magi­ca.

Nach­dem die Skulp­tur 24 Mona­te in Wup­per­tal ver­bracht hat­te, ging sie auf Welt­rei­se, um erst 18 Jah­re spä­ter wie­der zurück­zu­keh­ren. 2 Jah­re blieb sie jeweils in Dub­lin (1991), Mont­re­al (1993), Betha­ny (USA, 1995), Mata­g­al­pa (Nica­ra­gua, 1997), San­tia­go de Chi­le (1999), Syd­ney (2001), Omi-shi­ma (Japan, 2003), Negom­bo (Sri Lan­ka, 2005) und Lomé (Togo, 2007). Bil­der von den Sta­tio­nen gibt es auf der Home­page von Bodo Ber­hei­de.


Schrift­zug Dub­lin

Am 26. Okto­ber 2009 kehr­te die figu­ra magi­ca zurück, um für immer in Wup­per­tal zu blei­ben — vor dem Schau­spiel­haus. Vie­le Erfah­run­gen, Berüh­run­gen, Erleb­nis­se und Rost hat sie mit­ge­bracht. Die Spu­ren der Städ­te und Orte haben sich nicht nur sym­bo­lisch in das Eisen ein­ge­ar­bei­tet.3


Eine klei­ne Gedenk­ta­fel erläu­tert:

figu­ra magi­ca
Die­se Skulp­tur des Wup­per­ta­ler Bild­hau­ers Bodo Ber­hei­de heisst figu­ra magica./ Ihre Form eines über­di­men­sio­na­len Huf­ei­sen­ma­gne­ten ver­weist auf das / schüt­zen­de Magnet­feld unse­rer Erde und damit auf den Kern, dort, wo sich die/ See­le unse­rer Erde befin­det.
1991, von Wup­per­tal aus­ge­hend, begann die Welt­rei­se der Skulp­tur. Jeweils im / 2-Jah­res-Ryth­mus, hat sie über Irland, Kana­da, USA, Nica­ra­gua, Chi­le, / Aus­tra­li­en, Japan, Sri Lan­ka und Togo ein Netz von kom­mu­ni­ka­ti­ven / Ver­bin­dun­gen geschaf­fen. Die­se haben als gemein­sa­me Grund­la­ge einen / Ide­en­aus­tausch über die ver­schie­den­ar­ti­gen gesell­schaft­li­chen und kul­tu­rel­len / Gestal­tungs­for­men der Men­schen im Umgang mit unse­rer Welt.
2009 kehr­te die Skulp­tur nach Wup­per­tal zurück.”


Stein und Gedenk­ta­fel wur­den gestif­tet von Harald Hübe­ner und der UWR GmbH aus Haan.


Hindenburg-Denkmal auf der Königshöhe

Am 15.Oktober 1915 — seit einem Jahr und zwei Mona­ten tob­te der Ers­te Welt­krieg — weih­te man auf der Königs­hö­he zwi­schen dem Som­mer­sitz der von der Heydts und dem gleich­na­mi­gen Turm auf dem Kies­berg ein Denk­mal für den Gene­ral­feld­mar­schall und dama­li­gen Ober­be­fehls­ha­ber Ost, Paul von Hin­den­burg, ein. Gestif­tet hat­te es ein­mal mehr Frei­herr August von der Heydt, sei­nes Zei­chens Pro­tek­tor des Elber­fel­der Krie­ger­ver­ban­des, Ritt­meis­ter der Land­wehr-Kaval­le­rie a.D. und Gehei­mer Kom­mer­zi­en­rat, “in dank­ba­rer Ver­eh­rung dem sieg­ge­wohn­te Schlach­ten­len­ker”, wie der Gene­ral-Anzei­ger bemerk­te. Der Tag der Ein­wei­hung war zugleich Hin­den­burgs 68. Geburts­tag.
Das Hin­den­burg-Denk­mal auf einer Post­kar­te aus dem Jahr 1916. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 19.6.

Das Denk­mal bestand aus einem andert­halb Meter hohen Sockel aus Sand­stein­blö­cken, auf denen ein eben­so hoher Sand­stein­block in Pris­men­form mit einem Gewicht von 50 Zent­nern ange­bracht war. An den Ecken des Sockels befan­den sich vier gro­ße Gra­na­ten aus einer Elber­fel­der Geschoss­fa­brik. An der Vor­der­sei­te war ein Bron­ze­re­li­ef des Feld­her­ren ange­bracht, dar­un­ter war in den Stein “Hin­den­burg Platz” gemei­ßelt. An der Rück­sei­te befand sich ein Eiser­nes Kreuz unter dem fol­gen­de Inschrift ange­bracht wor­den war: “1915 errich­tet von August Frei­herr von der Heydt.”


Ein Aus­schnitt einer Kar­te des “Burg­holz”, die im Jahr 1916 ent­stand und von Arthur Rie­mer ver­öf­fent­licht wur­de. Sie ist nicht genor­det, son­dern “gesüd­et”, d.h. Süden ist oben, Wes­ten rechts, Osten links und Nor­den ist unten. Der Maßsstab beträgt 1:10000. Wir sehen dem Kies­berg, den Ehren­fried­hof links, unten die Bahn­li­nie, den von der Heydt-Turm und ober­halb davon das Denk­mal mit dem Hindenburg-Platz.Stadtarchiv Wup­per­tal, Kar­ten­si­gna­tur: 55

Zwei Jah­re spä­ter, am 2.Oktober 1917, beschloss die Stadt­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung der Stadt Elber­feld aus Anlass des 70.Geburtstages des Gene­ral­feld­mar­schalls, der inzwi­schen die Obers­te Hee­res­lei­tung über­nom­men hat­te, die Stra­ße des in der Ent­wick­lung befind­li­chen “Land­haus­vier­tels” “Hin­den­burg­stra­ße” zu nen­nen. Deren Fort­füh­rung zum Ehren­fried­hof soll­te “Hin­den­burg­weg” hei­ßen und der Kies­berg in “Hin­den­burg­hö­he” umbe­nannt wer­den. Zusam­men mit einer Spen­de von 25.000 Mark zu “Hee­res­wohl­fahrts­zwe­cken” wur­de Hin­den­burg in einem Tele­gramm um Erlaub­nis gebe­ten. Wäh­rend Hin­den­burg­hö­he und -weg in Ver­ges­sen­heit gera­ten sind, besteht die Hin­den­burg­stra­ße bis heu­te.

Wäh­rend der Zeit des Kapp-Put­sches im März 1920 wur­den alle Metall­tei­le des Denk­mals demon­tiert. 1935 wur­de das Reli­ef, dies­mal als Bild­nis im Pro­fil, erneu­ert und kam im Zwei­ten Welt­krieg abhan­den. Anfang 1956 wur­de eine der Gra­nat­hül­sen gewalt­sam abge­ris­sen. Im April 1959 wur­de das Denk­mal im Auf­trag der Stadt ent­fernt.1

Gedenkstein für Freifrau von der Heydt-Boeddinghaus

Am 23. März 1899 starb Maria Hele­ne Frei­frau von der Heydt-Boed­ding­haus in Elber­feld. Ihr Sohn ließ ihr dar­auf­hin im sel­ben Jahr neben dem Som­mer­sitz der Fami­lie auf der Königs­hö­he einen Gedenk­stein errich­ten, um ihr Andenken zu ehren. Außer­dem spen­de­te in ihrem Namen beträcht­li­che Sum­men an die Ange­stell­ten des Elber­fel­der Ver­schö­ne­rungs­ver­eins und ver­schie­de­ne welt­li­che und kirch­li­che Ver­ei­ne.
Gedenk­stein für Maria Hele­ne Frei­frau von der Heydt-Boed­ding­haus.

Die Inschrift ist heu­te nur schwach zu erken­nen und fin­det sich über dem Stein­kranz, der von ver­schlun­ge­nen Orna­men­ten umrahmt wird. In Zen­trum fand sich ein run­des, ver­mut­lich metal­le­nes Medail­lon, das ver­lo­ren gegan­gen ist. Dar­un­ter wird das Datum  der Errich­tung des Gedenk­steins ange­ge­ben:
ANNO MDCCCLXXXXVIIII. JAHR.1
Die Inschrift, inzwi­schen an einer Stel­le mit Blatt­gold wie­der her­vor­ge­ho­ben.

Die Inschrift lau­tet:

Dem Andenken der Frei­frau
von der Heydt-Boed­ding­haus”

Irgend­wann in der nahen Ver­gan­gen­heit wur­de der Gedenk­stein umge­stürzt und teil­wei­se begra­ben. Seit einem Eigen­tü­mer­wech­sel um das Jahr 2000 steht der Gedenk­stein wie­der.

Maria Hele­ne Boed­ding­haus wur­de am 25.Mai 1828 in Elber­feld gebo­ren, ihre Eltern waren der Stadt­rat, Fabri­kant und Teil­ha­ber der Hau­ses “J.H.Funcke Eydam Boed­ding­huas & Co.”, Karl Hein­rich Boed­ding­haus und des­sen Frau Sophie, geb.Seibel. Am 22.Mai 1849 hei­ra­te­te sie den Ban­kier Frei­herr August von der Heydt. Das Paar bekam zwei Kin­der, die Toch­ter Mat­hil­de hei­ra­te­te spä­ter Emil Wey­er­busch, der anläss­lich ihres Todes in ihrem Namen dem städ­ti­schen Wai­sen­haus und der Anstalt für ver­las­se­ne Kin­der groß­zü­gig Mit­tel zukom­men ließ. Der Sohn August wur­de Gehei­mer Kom­mer­zi­en­rat, Stadt­ver­ord­ne­ter, Ban­kier und Teil­ha­ber des Bank­hau­ses von der Heydt, Kers­ten & Söh­ne.


Das Jahr in Römi­schen Zah­len.

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te