Gedenktafel des ATV 1860 Elberfeld für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges

Die Fest­schrift zum 50jährigen Bestehen des All­ge­mei­nen Turn­ver­eins 1860 Elber­feld notier­te im Jah­re 1910:

Am 8. Juli 1871 wur­de den aus dem Feld­zu­ge heim­keh­ren­den Mit­glie­dern vom Ver­ein ein fest­li­cher Emp­fang berei­tet. […] Den Hel­den­tod star­ben die Tur­ner Jul. Matt­heis bei dem Sturm auf St. Pri­vat und Heinr. Edel­hoff bei dem Aus­fall aus Metz; ihnen zum blei­ben­den Andenken wur­de eine Gedenk­ta­fel ange­fer­tigt, die noch heu­te, im Ver­eins­lo­kal hän­gend, die Mit­glie­der an ihre im Fel­de geblie­be­nen Turn­ge­nos­sen erin­nert.“1

Das Ver­eins­lo­kal befand sich wohl damals noch im Saal der Gast­wirt­schaft des Jean Lueg am Alten­markt (heu­te die Alte Frei­heit von der Hofaue bis Turmhof/Schöne Gas­se), wäh­rend die Turn­sä­le und -hal­len oft gewech­selt wur­den.2 Den Auf­trag zur Gestal­tung der Ehren­ta­fel erhielt der Bild­hau­er Schweiss­furth.3 Wann genau die Gedenk­ta­fel ein­ge­weiht wur­de, ist unklar. Ruth Mey­er-Kahr­weg4 geht davon aus, dass die 1879 geschah, da in der Fest­schrift zum 100jährigen Jubi­lä­um die Chro­nik für das Jahr fol­gen­den Satz ent­hält:

Bei allen öffent­li­chen Fei­ern ist der Ver­ein geschlos­sen anwe­send, so bei der Ein­wei­hung des Krie­ger­denk­mals und bei den Fest­zü­gen zur Sedans­fei­er.”

Ver­mut­lich ist mit den öffent­li­chen Fei­ern und der Ein­wei­hung des Krie­ger­denk­mals eher die Ein­wei­hung des Krie­ger­denk­mals auf dem Königs­platz 1881 gemeint, zumal sich der Ein­trag zum Jahr 1879 auf die “Gesel­lig­keit in die­sen Jah­ren” bezieht.

Wie das Denk­mal aus­sah und wann es ver­lo­ren ging, ist unklar. Zur 100-Jahr­fei­er wur­de an der Ehren­ta­fel für die Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­kriegs eine Pla­ket­te für die bei­den Gefal­le­nen von 1870/71 ange­bracht.5


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


 

Das Kaiser- und Kriegerdenkmal (Zweikaiserdenkmal) in Ronsdorf

Nach dem gewon­nen Deutsch-Fran­zö­si­schen Krieg 1870/71 sahen sich auch die Rons­dor­fer in der Pflicht, für die Gefal­le­nen ihrer Stadt ein Krie­ger­denk­mal zu errich­ten. 1887 konn­te man die Errich­tung des Denk­mals pla­nen und nach dem Tod des Kai­sers Wil­helm I. am 9.März 1888 ent­schloss man sich, mit einer Sta­tue des sieg­rei­chen Feld­herrn sein Andenken und das der Gefal­le­nen zu ehren. 90 Tage spä­ter starb bereits Kai­ser Fried­rich III., der nach sei­nen Erfol­gen als Heer­füh­rer im Deut­schen Krieg und im Deutsch-Fran­zö­si­schen Krieg zum Gene­ral­feld­mar­schall ernannt wor­den war. Am 22.Juni 1888 schlug das Denk­mal-Comi­tee in der Gemein­de­rats­sit­zung vor, den “Lieb­ling des Deut­schen Vol­kes” eben­falls mit einem Stand­bild zu ehren. Ledig­lich ein Mit­glied des Rats, das zu beden­ken gab, Fried­rich hät­te die­se Ehre sei­nem Vater über­las­sen, stimm­te dage­gen.
Man enga­gier­te den Düs­sel­dor­fer Bild­hau­er Fried­rich Stock­mann, gegos­sen
wur­den die Sta­tu­en dann bei P.Stotz in Düs­sel­dorf, die Stein­metz­ar­bei­ten fer­tig­te die Fir­ma Nüt­ten & Co aus Düs­sel­dorf. 23.000 Mark kos­te­te das Denk­mal, wovon die Stadt Rons­dorf 6.000 Mark trug und das Grund­stück stell­te, die rest­li­chen 17.000 Mark wur­den durch Spen­den und Bei­trä­ge der Krie­ger- und Land­wehr­ver­ei­ne erbracht. Am 2.Mai 1890 wur­de dies in einem Doku­ment ver­ewigt, das in einer kup­fer­nen Hül­se in den Sockel des Denk­mals gelegt wur­de.
Das Denk­mal auf dem Rons­dor­fer Markt­platz (heu­te Band­wir­ker­platz) auf einer Foto­gra­fie im August 1940. Im Hin­ter­grund ist die Kreu­zung der Staas­stra­ße und der Stra­ße Am Markt zu erken­nen. Samm­lung Unte­re Denk­mal­be­hör­de, Nr. 2753

Am Sams­tag, den 10.Mai 1890 — es war der 19.Jahrestag des Frank­fur­ter Frie­dens — konn­te das Kai­ser- und Krie­ger­denk­mal, wel­ches auch Zwei­kai­ser­denk­mal genannt wur­de, auf dem Rons­dor­fer Markt­platz ein­ge­weiht wer­den.1 Es die­ne, so schrieb die Volks-Zei­tung am 8.Mai 1890,

[…] zum ewi­gen Andenken an die Tap­fe­ren, wel­che für die Eini­gung des deut­schen Vater­lan­des in den Kämp­fen der Jah­re 1864, 1866 und 1870/71 ihr Leben dahin­ge­ge­ben und in dank­ba­rer Erin­ne­rung an die Hel­den­füh­rer in die­sen Kämp­fen, die bei­den ers­ten deut­schen Kai­ser des wie­der­erstan­de­nen deut­schen Reichs, Wil­helm I. und Fried­rich III.“2


Das Kai­ser- und Krie­ger­denk­mal auf einer alten Post­kar­te von 1905. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 19.6.

Das Denk­mal, das von einem eiser­nen Zaun umge­ben war, bestand aus einem Sockel aus grau­em Stein, wor­auf sich ein Pos­ta­ment aus polier­tem Gra­nit erhob. An den Breit­sei­ten waren zwei Bron­ze­re­li­efs ange­bracht, die den Aus­zug und die Heim­kehr der Rons­dor­fer Krie­ger zei­gen. Eine schma­le Tafel über dem front­sei­ti­gen Reli­ef trug die Inschrift:


Rons­dorf
sei­nen fürs Vater­land gefal­le­nen Söh­nen”


Eine kolo­rier­te Post­kar­te. (ergänzt am 23.1.15)

Dazu waren auf dem Pos­ta­ment die Namen, Todes­tag und Todes­ort der Gefal­le­nen ver­zeich­net. Auf dem Pos­ta­ment stan­den die Sta­tu­en der bei­den Kai­ser in Über­le­bens­grö­ße (2,40m), die in ihrer Uni­form dar­ge­stellt waren. Bei­de bli­cken in die Fer­ne, Kai­ser Wil­helm hebt den lin­ken Arm, als wol­le er sei­nem Sohn etwas erklä­ren, wäh­rend sich der Kron­prinz auf sein Schwert stützt.

Die Ein­frie­dung, die auf der Post­kar­te von 1905 noch zu erken­nen ist, wur­de vor August 1940 ent­fernt. Die Stand­bil­der wur­den wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs ent­fernt und ver­mut­lich ein­ge­schmol­zen. Das Pos­ta­ment wur­de im April 1959 abge­tra­gen, dabei wur­de oben erwähn­te kup­fer­ne Hül­se im Sockel ent­deckt.3 Die bei­den Reli­ef­plat­ten aus Bron­ze sind im His­to­ri­schen Zen­trum ein­ge­la­gert.4


 

Das Elberfelder Kriegerdenkmal für die Gefallenen der Kriege von 1864, 1866 und 1870/71

Die Ein­wei­hung des Krie­ger­denk­mals auf dem Königs­platz, dem heu­ti­gen Lau­ren­ti­us­platz am 30.Juli 1881. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/8/29

Am 30.Juli 1881 konn­ten die Bür­ger Elber­felds ihr Krie­ger­denk­mal für die Gefal­le­nen der Krie­ge von 1864, 1866 und 1870/71 ein­wei­hen. Die Anteil­nah­me war groß, wie auf der oben zu sehen­den Foto­gra­fie zu erken­nen ist. Mili­tä­ri­sche und patrio­ti­sche Ver­ei­ne kamen mit ihren Fah­nen und Uni­for­men auf den Königs­platz (heu­te Lau­ren­ti­us­platz), Musik­corps spiel­ten auf und auch Gesang­ver­ei­ne steu­er­ten ihren Teil zur Fei­er bei. Als Ehren­gäs­te waren der Ober­prä­si­dent der Rhein­pro­vinz, Moritz von Bar­dele­ben, der Bild­hau­er Wil­helm Alber­mann, sowie Ver­tre­ter der Stadt und der Kir­chen zuge­gen. Ober­bür­ger­meis­ter Jae­ger über­nahm das Denk­mal nach der fei­er­li­chen Ent­hül­lung in die Obhut der Stadt. Für die Hono­ra­tio­nen folg­te ein Fest­essen im nahen Kasi­no­saal, wäh­rend das Volk auf den Stra­ßen der präch­tig illum­nier­ten Stadt fei­er­te.


Abbil­dung des Denk­mals auf einer kolo­rier­ten Post­kar­te, die am 22.August 1903 beschrie­ben wur­de. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 19.6

Bereits im Deutsch-Däni­schen Krieg und im Deut­schen Krieg waren in Elber­feld Gefal­le­ne zu bekla­gen, zugleich ent­stand der Wunsch die­sen ein Denk­mal zu errich­ten, um sie zu ehren. Man begann für ein Denk­mal Gel­der zu sam­meln, bis der Aus­bruch des Deutsch-Fran­zö­si­schen Krie­ges die Auf­merk­sam­keit der Zeit­ge­nos­sen bean­spruch­te. Nach­dem die­ser erfolg­reich been­det wor­den war, ent­schloss man sich, ein gemein­sa­mes Denk­mal für die Gefal­le­nen der Krie­ge zu errich­ten und setz­te die Samm­lung fort.

Im Okto­ber 1875 ver­an­stal­te­te das Denk­mal-Komi­tee unter dem Vor­sitz des Com­mer­zi­en­rats Moritz Simons eine Aus­stel­lung im Gar­ten­saal der Schüt­zen­ge­sell­schaft am Brill, in der 30 Model­le und eini­ge Zeich­nun­gen der für den Wett­be­werb um die Errich­tung des Denk­mals ein­ge­gan­ge­nen Ent­wür­fe gezeigt wur­den.


Foto­gra­fie des Denk­mals, die offen­sicht­lich bear­bei­tet wur­de, da die Lau­ren­ti­us­kir­che im Hin­ter­grund teil­wei­se abge­schnit­ten ist. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/8/31

Als Sie­ger ging dar­aus schließ­lich der Ent­wurf des Köl­ner Bild­hau­ers Wil­helm Alber­mann her­vor. Sein Denk­mal bestand aus einem ter­ras­sen­ar­ti­gen Unter­bau, auf den ein brei­ter Sockel folg­te. Dar­auf erhob sich das Pos­ta­ment der alle­go­ri­schen Haupt­fi­gur Ger­ma­nia. Sie trägt wal­len­de Gewän­der, eine Kro­ne auf dem Haupt und hält ihr schüt­zen­de Hand über den Sol­da­ten, die auf dem Sockel an das Pos­ta­ment gelehnt sit­zen. Sie stel­len den Kampf und den Sieg dar. Der lin­ke Sol­dat ist bar­häup­tig und sitzt auf einem Kano­nen­rohr, eine Fah­ne im Arm. Mit der lin­ken Hand greift er an sein Herz. Auf der ande­ren Sei­te sitzt ein Sol­dat in vol­ler Uni­form, mit der Pickel­hau­be auf dem Kopf, die Hän­de grei­fen zu Sei­te, mög­li­cher­wei­se zum Schwert. Die Inschrift auf dem Pos­ta­ment der Ger­ma­nia lau­te­te:


Den
in den Krie­gen
von 1864,1866
1870/71
für das Vater­land
gefal­le­nen
tap­fe­ren Söh­nen
Elber­felds
aus Dank­bar­keit
gewid­met
von den Bür­gern
die­ser Stadt”


Das Denk­mal auf dem Lau­ren­ti­us­platz. Bild ent­nom­men aus: Deutsch­lands Städ­te­bau, Elber­feld, bear­bei­tet und her­aus­ge­ge­ben von Stadt­bau­rat Koch, “DARI”, Ber­lin 1928, S.12. (Bild ergänzt am 07.09.2012)

55.000 Gold­mark waren für die Her­stel­lung des Denk­mals anfangs ver­an­schlagt, im April 1877 teil­te Wil­helm Alber­mann mit, dass die Kos­ten bei 80.000 Mark lägen. Alber­mann wur­de vom Denk­mal-Komi­tee auf­ge­for­dert Kos­ten zu spa­ren und konn­te durch eine Ver­än­de­rung der Mate­ria­li­en die Kos­ten auf 70.000 Mark drü­cken. Am 20.Januar 1879 wur­de schließ­lich der Ver­trag geschlos­sen und der Bild­hau­er begann mit der Arbeit. Die Bron­ze­fi­gu­ren wur­de in der Kunst­gie­ße­rei Lauch­ham­mer im gleich­na­mi­gen Ort in Sach­sen gegos­sen.


Die­se Foto­gra­fie des Denk­mals zeigt die gesam­te Anla­ge des Denk­mals. Neben der schmie­de­ei­ser­nen Ein­fas­sung sind auch zwei Kano­nen zu sehen, die dem Denk­mal zur Sei­te gestellt wur­den. Dem auf­merk­sa­men Beob­ach­ter fällt auf, dass das Denk­mal spie­gel­ver­kehrt ist und dass die Sze­ne­rie die Vor­la­ge für die oben gezeig­te kolo­rier­te Post­kar­te ist. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/8/33

Eine wei­te­re Auf­nah­me des Denk­mals. (Bild ergänzt am 23.1.15)

Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de das Denk­mal zer­stört.1


Gedenktafeln für die Gefallenen der Gemeinde Gemarke

Am 5.Dezember 1878 wur­de die zwei­te der bei­den Gedenk­ta­feln der Gemein­de Gemar­ke an der süd­li­chen Kir­chen­wand ent­hüllt, in der Pre­digt des “Don­ners­tag-Abend­ge­be­tes” ging Pas­tor Bol­huis dar­auf ein. Wann die ers­te Tafel ent­hüllt wur­de, ist unbe­kannt. Ruth Mey­er-Kahr­weg nimmt auf­grund von Unstim­mig­kei­ten mit den Infor­ma­tio­nen aus der Bar­mer Zei­tung vom 6.Dezember 1878 an, dass bei­de Tafel spä­ter noch ein­mal neu gestal­tet wur­den. Die ein­zi­gen exis­tie­ren­den Abbil­dun­gen stam­men aus dem von Adolf Werth begon­nen und nach 1912 von Pas­tor Adolf Lauffs bis 1927 fort­ge­setz­ten Werk “Geschich­te der Evan­ge­lisch-Refor­mier­ten Gemein­de Bar­men-Gemar­ke 1702–1927”, wel­ches zum 225jährigen Jubi­lä­um der Gemein­de erschien.


Die bei­den Gedenk­fa­feln für die Gefal­le­nen der Gemein­de Gemar­ke der Krie­ge von 1815, 1866 und 1870/71.

Bei­de Abbil­dun­gen wur­den ent­nom­men aus: Geschich­te der Evan­ge­lisch-Refor­mier­ten Gemein­de Bar­men-Gemar­ke 1702–1927, erst­ma­lig zum 200jährigen Jubi­lä­um geschrie­ben von Adolph Werth, Archi­var der Gemein­de, und von dem­sel­ben wei­ter­ge­führt bis zum Jah­re 1912. Zum Gedenk­ta­ge ihres 225 jäh­ri­gen Bestehens neu her­aus­ge­ge­ben und abge­schlos­sen von Adolf Lauffs, Pas­tor und Archi­var, Bar­men 1927, S. 329.

Die bei­den Tafeln bestan­den ver­mut­lich aus dunk­lem Holz, auf dem mit wei­ßer Schrift die Inschrift

Aus die­se Kirch­spie­le star­ben für König und Vater­land:”

und der Name, der Todes­ort und das Todes­da­tum der 14 Gefal­le­nen ver­zeich­net ist.

Bern­hard Roß­hof starb in der Schlacht bei Ligny in Bel­gi­en zwei Tage vor der letz­ten Schlacht Napo­le­ons bei Water­loo. Er ist ver­mut­lich der ein­zi­ge nament­lich bekann­te Gefal­le­ne der Befrei­ungs­krie­ge aus dem Ber­gi­schen Land. Er war der ältes­te Sohn des Leh­rers Johann Her­mann Roß­hof (1768–1823), der an der Refor­mier­ten Amts­schu­le 28 Jah­re unter­rich­tet.
Zwei wei­te­re Gefal­le­ne gab es 1866 zu bekla­gen, einer fiel in der berühm­ten Schlacht bei König­grätz. Elf Bar­mer fie­len vier Jah­re spä­ter im Deutsch-Fran­zö­si­schen Krieg. Auch hier wur­den Bar­mer bei berühm­ten Schlach­ten zum Opfer des Krie­ges, so starb W.Ludwig Boecker in der Schlacht bei St.Privat (18.August 1870), die in Deutsch­land eher als Schlacht bei Gra­ve­lot­te bekannt ist. Abge­hend von der Tan­nen­berg­stra­ße gibt es in Elber­feld bis heu­te die Gra­ve­lot­te­stra­ße. Zwei Tage zuvor hat­te die Schlacht bei Mars-la-Tour bereits zwei Bar­mer Gefal­le­ne gefor­dert.1

Gedenkstein zur 25jährigen Wiederkehr des Frankfurter Friedens am Friedenshain

Der Gedenk­stein

Die­ser Stein, der in einer ganz klei­nen Grün­an­la­ge zwi­schen Jäger­hof­stra­ße und Freu­den­ber­ger Stra­ße steht, stand einst, ab 1896, am Ein­gang eines klei­nen Wäld­chens, das August von-der-Heydt am 27.April 1896 der Stadt geschenkt hat­te. Der gegen­über begin­nen­de von-der-Heydt- Park wur­de bereits 1888 gestif­tet. Teil des Geschenks war ein Obe­lisk im Wert von 7400 Mark, der am 10.Mai 1896 auf­ge­stellt wur­de. Anlass war der 25.Jahrestag des “Frank­fur­ter Frie­dens”. Die­ser Frie­den been­de­te offi­zi­ell den Deutsch-Fran­zö­si­schen Krieg von 1870/71 mit Gebiets­ab­tre­tun­gen und hohen Repa­ra­ti­ons­zah­lun­gen für Frank­reich. Das Wäld­chen wur­de ab 1955/56 par­zel­liert und mit Wohn­häu­sern für bri­ti­sche Offi­zie­re bebaut.1


Die Inschrift lau­tet:

Frie­dens­hain
— — —
Der Stadt Elber­feld
zur Erin­ne­rung an
die 25jährige Wie­der­kehr
des Frank­fur­ter Frie­dens
10.Mai 1896
gestif­tet von
Aug.Freiherr von der Heydt


Der Gedenk­stein am Frie­dens­hain auf einer Post­kar­te, gelau­fen am 25.5.1910. (Bild ergänzt am 28.10.2013.)

Ergän­zung vom 13.Juni 2012:

Im März 2003 ent­deck­te der Anwoh­ner Ger­hard Pra­de den Stein ver­steckt hin­ter Ilex-Büschen und Nadel­bäu­men. Die Inschrift war kaum noch les­bar und ver­wit­tert. Wann genau der Stein von wem restau­riert wur­de, wird noch recher­chiert.2

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


 

Die Friedenseiche in Cronenberg

Es war der Geburts­tag des deut­schen Kai­sers, Wil­helm I., als man in Cro­nen­berg, gegen­über dem bekann­ten Wahr­zei­chen der eins­ti­gen Stadt auf den Süd­hö­hen, der refor­mier­ten Kir­che mit dem mar­kan­ten Zwie­bel­turm, am 22.März 1871 eine Eiche pflanz­te, um den Frie­den nach dem gewon­ne­nen Deutsch-Fran­zö­si­schen-Krieg zu fei­ern und um ein “Sym­bol deut­scher Kraft und Stär­ke” zu haben.


Ver­gan­ge­ne Woche hat­te die Eiche lei­der schon ihr schö­nes Herbst­kleid abge­wor­fen.

Man fei­er­te, ernann­te einen “Eichen­meis­ter”, der sich um die Eiche zu küm­mern hat­te (Wirt Neu­mann und sei­ne Nach­fol­ger waren erfolg­reich, wie man sieht), ver­teil­te 2200 Stu­ten an die Kin­der und begab sich zu einem Fest­essen ins Hotel zur Post.1 Nach dem letz­ten Umbau die­ses Are­als (2002?) liegt die Stein­ta­fel, die von dem Ereig­nis kün­det, vor der Eiche, nach­dem sie jah­re­lang an einem Later­nen­so­ckel ange­bracht war.


Cro­nen­berg
Frie­dens­ei­che
1870/71″


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Die Kaisereiche im Burgholz

Am 14.Juni 1871, knapp sechs Mona­te nach der Pro­kla­ma­ti­on des deut­schen Kai­ser­reichs im Spie­gel­saal von Ver­sailles, zogen die Schü­ler, genau­er die Pri­ma­ner des Elber­fel­der Gym­na­si­ums in den Burg­holz und weih­te eine vom Förs­ter gepflanz­te Eiche zur Kai­ser­ei­che, san­gen und hiel­ten Vor­trä­ge.
Die Kai­ser­ei­che im Burg­holz

Vie­le Kül­len­hah­ner fei­er­ten von da an hier das Fest zum 1.Mai. Heu­te befin­det sich Kai­ser­ei­che unweit der Sama­ba­tras­se und ist Aus­gangs­punkt für vie­le Spa­zier­gän­ge und Wan­de­run­gen durch das Burg­holz. Zu ihrem Schutz wur­de ein eiser­nes Git­ter ange­bracht und eine Inschrift­ta­fel auf­ge­stellt. Das Git­ter wur­de mitt­ler­wei­le zwei­mal, 1968 und 1998, reno­viert, ein­mal im Auf­trag der Stadt und ein­mal durch den Bür­ger­ver­ein Kül­len­hahn e.V. Die letz­te Reno­vie­rung ist auch mit einer klei­nen Tafel und den Namen der Spen­dern ver­ewigt wor­den.

Die Inschrift­ta­fel, die heu­te am Git­ter zu fin­den ist, stammt von der Reno­vie­rung des Git­ters im Jahr 1968, im sel­bi­gen wur­de das Ori­gi­nal gestoh­len. Die Inschrift, geschmückt mit einem Eiser­nen Kreuz, lau­tet heu­te:
Erneu­er­te Inschrift 1968.

Zum Geden­ken
an die Reichs­grün­dung
am 18.Jan. 1871
gepflanzt von den Pri­ma­nern
des Elber­fel­der Gym­na­si­ums
am 14.Juni 1871.”

Die ursprüng­li­che Inschrift, die auf alten Fotos nicht mehr genau ent­zif­fert wer­den konn­te, könn­te laut Ruth Mey­er-Kahr­weg gelau­tet haben:

Kai­ser-Eiche
von Schü­lern des
Elber­fel­der Gym­na­si­ums
gepflanzt am 14.Juni 1871“1


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


 

Beyenburger Kriegerdenkmal für die Gefallenen der Kriege von 1866 und 1870/71

Das Denk­mal “an der Klip­pe”.

Es ist unklar, wann das Bey­en­bur­ger Krie­ger­denk­mal für die Gefal­le­nen der Krie­ge 1866 und 1870/71 “an der Klip­pe” errich­tet wur­de. Die Stra­ße “Am Krie­ger­mal” ist nach dem Denk­mal für den 1. und 2. Welt­krieg benannt, das älte­re Denk­mal steht heu­te an der “Bey­en­bur­ger Frei­heit”, zwi­schen der Hal­te-stel­le “Bey­en­burg Mit­te” und der Klos­ter­kir­che. Die Form des Denk­mals, dass der Bar­mer Stein­bild­hau­er F.H.Stang schuf, ist klas­sisch einem Obe­lis­ken nach- emp­fun­den. Das Denk­mal ist einst von einem Git­ter ein­ge­fasst wor­den, heu­te ist es zur Stra­ße hin offen. Die Inschrift war in Gold gefasst und wur­de nach dem Zwei­ten Welt­krieg in roter Far­be nach- gezo­gen. Die Vor­der­sei­te ist mit drei Reli­efs geschmückt:



Am Sockel des Obe­lis­ken fin­den sich eine Kro­ne, die an die alte Reichs­kro­ne erin­nert, ein Schwert und ein Stab mit dem Reichs­ad­ler auf einem “Blät­ter­bett. Ein Palm­we­del ziert den obe­ren Teil des Obe­lis­ken, wäh­rend dar­un­ter der Reichs­ad­ler abge­bil­det ist, der auch das eiser­ne Kreuz mit sich trägt.

Die Inschrift auf der Vor­der­sei­te lau­tet:

Den im Kamp­fe fürs
Vater­land  gefal­le­nen
Söh­nen Bey­en­burgs.

Die dank­ba­ren
Mit­bür­ger”


Ein Gefal­le­ner des Kriegs von 1866 ist auf der lin­ken Tafel ver­zeich­net, dazu kom­men sechs aus dem Krieg von 1870/71. Ruth Mey­er-Kahr­weg ver­mu­tet, dass der let­zet Name, Albert Luthe, an den Fol­gen des Krie­ges erst nach 1886 starb oder dass erst zu die­sem Zeit­punkt für tot erklärt wur­de, da die Bey­en­bur­ger Gefal­le­nen auch im in die­sem Jahr ein­ge­weih­ten Lüttring­hau­ser Krie­ger­denk­mal ver­zeich­net sind — bis auf eben jenen Albert Luthe. (Bey­en­burg gehör­te damals zu Lüttring­hau­sen.)1


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Gedenktafel für die gefallenen Söhne der Stadt Elberfeld (1910)

Zeich­nung des ver­lo­ren gegan­ge­nen Ori­gi­nals. Ent­nom­men aus: Offi­zi­el­le Fest­wo­che zur Drei­hun­dert­jahr-Fei­er der Stadt Elber­feld, Heft III, 2.August 1910, S.7. (Bild ergänzt am 04.August 2012)

Am 30.Juli 1910 fei­er­te man in Elber­feld drei­hun­dert Jah­re Stadt­rech­te. Die­ses Jahr, im ers­ten Sep­tem­ber­wo­chen­en­de, wer­den wir vier­hun­dert Jah­re Stadt­rech­te fei­ern. Damals ließ man Pro­fes­sor Lou­is Heitsch für 2775,51 Mark eine Bron­ze­ta­fel anfer­ti­gen, die man im ers­ten Stock des Rat­hau­ses anbrach­te. Der Zweck laut Inschrift:

Ihrer in den letz­ten Krie­gen geblie­be­nen Söh­nen gedach­te
in Dank­bar­keit die Stadt Elber­feld bei der Jahr­hun­dert­fei­er.
1610 — 1910”


Kopie der Gedenk­ta­fel der Stadt Elber­feld aus dem Jahr 1910

Gedacht wur­de 113 Gefal­le­nen der Krie­ge von 1864, 1866 und 1870/71. Neben dem Namen und Rang sind auch die Orte der Schlacht oder “Infol­ge von Krank­heit oder Ver­wun­dung” ver­merkt. Unter den Schlacht­or­ten fin­den sich auch bekann­te Namen wie: Düp­pel, König­grätz, Mars la Tour, Vion­vil­le, Gra­ve­lot­te, St. Pri­vat, Sedan, vor Paris.
Die Tafel, die heu­te im  ers­ten Stock des Elber­fel­der Rat­hau­ses hängt, ist aller­dings kein Ori­gi­nal mehr. Die heu­te zu sehen­de Tafel ist aus pati­nier­tem Gips und zeigt das Wup­per­ta­ler statt des Elber­fel­der Wap­pen:


Der obe­re Rand: Das Wup­per­ta­ler Wap­pen mit den zwei Garn­bün­deln, die aus dem Bar­mer Wap­pen stam­men.

Ver­mut­lich wur­de die alte Bron­ze­ta­fel im Zwei­ten Welt­krieg ein­ge­schmol­zen.1


Der unte­re Rand zeigt einen gefal­len Mann. Auf dem Rücken lie­gend, die rech­te Hand an der Brust lie­gend schaut er nach oben.

Im Rah­men der Drei­hun­dert­jahr­fei­er wur­den auch der Gold­schmie­de­brun­nen, die Anla­gen der Vil­la Frey­tag, der Gerech­tig­keits­brun­nen und der Brun­nen auf dem von der Heydt-Sport­platz ein­ge­weiht.


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Katholisches Kriegerdenkmal für in Barmer Lazaretten gestorbene Soldaten des Krieges 1870/71

Die Bedeu­tung des Jah­res­ta­ges der Sedan­schlacht für die Ein­wei­hung von Denk­mä­lern im Wup­per­tal ist bei den bereits vor­ge­stell­ten Denk­mä­ler schon deut­lich gewor­den. So ist es nicht über­ra­schend, dass zum zehn­ten Jah­res­tag (2.September 1880) ein wei­te­res Krie­ger­denk­mal mit viel Fei­er­lich­keit ein­ge­weiht wur­de. Sein Stand­ort war der katho­li­sche Fried­hof Soldau­er Str. Dort befin­det sich heu­te der The­ra­pie­gar­ten der Kli­ni­ken St.Antonius.
Das Denk­mal auf dem ehe­ma­li­gen katho­li­schen Fried­hof.
Eiser­nes Kreuz

Das Denk­mal ist wie das Denk­mal auf dem ref.Friedhof Bar­tho­lo­mä­us­str. vom Bar­mer Stein­metz Fried­rich Schlu­cke­bier ange­fer­tigt wor­den. Über der Basis fin­den sich vier Tafeln aus Sand­stein, die teil­wei­se nicht mehr gut les­bar sind.  Dar­über fin­den sich Gie­bel und Lor­beer­krän­ze, an der Sei­te Schwer­ter und Eichen­laub, auch das Eiser­ne Kreuz darf nicht feh­len.1
Die Tafeln ver­zeich­nen die Inschrif­ten:

Ruhe­stät­te
von 6 tap­fe­ren Krie­gern
aus dem Feld­zu­ge gegen Frank­reich
1870–71
gestor­ben in den hie­si­gen Laza­re­then
_______ — _______
Gebet jedem was ihr schul­dig seid
Ehre, wem Ehre gebüh­ret
Römer 13 V.7″

Auf der Rück­sei­te heißt es:
“gewid­met
von
Krie­ger­ver­ei­nen
und
Bür­gern
Bar­mens”

Auch hier sind die Tafeln mit den sechs Namen am Bes­ten erhal­ten. Ver­zeich­net wur­den Name, Her­kunfts­ort, Regi­ment und Ster­be­da­tum.

Am auf­fäl­ligs­ten an die­sem Denk­mal ist die unter­schied­li­che Spit­ze im Ver­gleich zum Denk­mal an der Bar­tho­lo­mä­us­str. Statt dem Sym­bol eines Staa­tes, dem preu­ßi­schem Adler, hat man hier  auf dem katho­li­schen Fried­hof, das christ­li­che Kreuz gewählt. Das ist inter­es­sant, wenn man an Bis­marcks Kul­tur­kampf denkt.