Gedenktafel für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs des Offizier-Vereins Barmen

Im Jahr 1932 schuf der in Elber­feld gebo­re­ne und in Ber­lin leben­de Bild­hau­er Paul Wyn­and eine bron­ze­ne Gedenk­ta­fel für die Gefal­le­nen des Offi­zier-Ver­ein des ehe­ma­li­gen Land­wehr­be­zirks Bar­men. Sie zeigt ein Reli­ef eines Sol­da­ten zu Pferd mit Stahl­helm und weit aus­ho­len­dem Schwert­arm. Dar­un­ter folgt der ers­te Teil der Inschrift, ein Zitat von Ernst Moritz Arndt.

Wir sieg­ten und wir star­ben hier
den süs­sen Tod der Frei­en”

Die Jah­res­zah­len des Krie­ges flan­kie­ren ein Eiser­nes Kreuz, dann wer­den die 29 Namen der Gefal­le­nen auf­ge­lis­tet. Abge­schlos­sen wird die Gedenk­ta­fel mit den Wor­ten:

Der Offi­zier-Ver­ein im ehem. Land­wehr-
bezirk Bar­men sei­nen gefal­le­nen Hel­den.”


Abbil­dung der Gedenk­ta­fel. Depo­si­tum des Offi­zier-Ver­eins Wup­per­tal. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal.

Am 20. Novem­ber 1932 wur­de die Gedenk­ta­fel in der Ruh­mes­hal­le in Bar­men ein­ge­weiht und fand hier auch ihren Platz in einer Nische der zen­tra­len Kup­pel­hal­le neben dem Denk­mal Kai­ser Fried­richs III. Major d. Res. a.D. Moli­neus erin­ner­te an das Opfer der Gefal­le­nen für ein “gro­ßes frei­es Deutsch­land” und erklär­te, die Jüng­lings­fi­gur der Gedenk­ta­fel ste­he für den, der sei­ne Kame­ra­den zum Kampf und zum Sieg füh­re.


“Möge die­ser Gedan­ke Wur­zeln schla­gen in den Rei­hen unser Kame­ra­den und aus ihren Rei­hen Füh­rer erste­hen, die unser armes geplag­tes Volk auf­wärts füh­ren zu den Zie­len, für die ihr, Kame­ra­den, das Herz­blut gabt, auf dass die­ses nicht ver­geb­lich war.”

Mit die­sen Wor­ten über­gab er die Gedenk­ta­fel in die Obhut der Stadt Wup­per­tal.

Beim Luft­an­griff auf Bar­men wur­de die Tafel 1943 zer­stört.1

Brunnen mit Putten am Toelleturm

Der Brun­nen am Toel­le­turm.

1927 fei­er­te die Fir­ma Vor­werk & Sohn das 100jährige Bestehen des Betriebs und aus die­sem Anlass stif­te­te Wil­helm Vor­werk im Namen der Fami­lie der Stadt Bar­men einen Brun­nen, der am 21. August 1929 vor dem Luft­kur­haus am Toel­le­turm ein­ge­weiht wur­de. Für die Instand­set­zung und Regu­lie­rung des Plat­zes, sowie den Ein­bau der Was­ser­lei­tung hat­te die Stadt Bar­men 16.000 RM bereit­ge­stellt. Was mit der bis­her dort ste­hen­den Flo­ra pas­sier­te, ist unbe­kannt.


Der Brun­nen auf einer Post­kar­te.

Der Brun­nen des in Elber­feld gebo­re­nen Bild­hau­ers Paul Wyn­and besteht aus einem acht­ecki­gen Was­ser­be­cken, in des­sen Mit­te sich in drei Stu­fen über­ein­an­der­ge­la­ger­te Scha­len befin­den. Das Was­ser fließt aus der obers­ten Scha­le kas­ka­den­ar­tig in das Becken hin­ab. Zur Her­kunft des Steins bestehen unter­schied­li­che Anga­ben, so wird von frän­ki­schem Muschel­kalk, aber auch vom Dolo­mit­kalk­stein vom Stein­bruch am Kir­berg gespro­chen. Am Rand des Beckens befan­den sich vier 90–100cm gro­ße Bron­ze­grup­pen, die Put­ten dar­stell­ten, die mit Del­phi­nen spiel­ten. Im Zwei­ten Welt­krieg wur­den sie bei einer Metall­samm­lung ent­fernt und konn­ten nicht wie­der­ge­fun­den wer­den. Eine Neu­schöp­fung der Figu­ren wur­de durch den Tod Wyn­ands am 2. März 1956 ver­hin­dert.


Put­te und Del­phin auf einer Foto­gra­fie. Ent­nom­men aus: Gene­ral-Anzei­ger der Stadt Wup­per­tal vom 14.September 1935.

Mehr­mals wur­de der Brun­nen inzwi­schen restau­riert, unter ande­rem 1967 vom Wup­per­ta­ler Bild­hau­er Joa­chim Wolf-Mül­ler.1 Zwi­schen 19922 und 19983 lag er tro­cken. Damals bezif­fer­te die Stadt die Kos­ten der Reno­vie­rung auf 30.000 DM. Wann die­se durch­ge­führt wur­de, wird noch nach­ge­tra­gen.


Der Brun­nen im Som­mer 2011.

Die Bronzesockel der Lichtmasten am Alten Markt

Der Alte Markt auf einer Post­kar­te. Im Hin­ter­grund die Schwe­be­bahn, im Vor­der­grund einer der Licht­mas­ten mit den heu­te noch exis­tie­ren­den Bron­ze­so­ckeln. Die Auf­nah­me ent­stand um das Jahr 1930. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 12.6.1

1927 wur­de auf dem Alten Markt in Bar­men die Ver­kehrs­in­sel ver­grö­ßert und dabei umge­stal­tet. Dabei stell­te man drei gro­ße, vier­ar­mi­ge Licht­mas­ten auf, deren auf­wen­di­gen Bron­ze­so­ckel vom aus Elber­feld stam­men­den Bild­hau­er Paul Wyn­and gestal­tet wur­den. Im “Drit­ten Reich” dien­ten sie auch als Flag­gen­mas­ten.


Der Alte Markt im Jahr 1963. Vor der Ver­kehrs­in­sel ist einer der Licht­mas­ten zu sehen. Das Bild wur­de freund­li­cher Wei­se zur Ver­fü­gung gestellt von Bern­hard Ter­jung.

Die Luft­an­grif­fe des Zwei­ten Welt­kriegs über­stan­den die Licht­mas­ten auf wun­der­sa­me Wei­se unbe­scha­det. 1963 wur­de der Alte Markt erneut umge­stal­tet. Die Stra­ßen­bah­nen ver­schwan­den aus die­sem Bereich und wur­den auf die neue B7 ver­legt, die gro­ße Kreu­zung und der neue Schwe­be­bahn­hof ent­stan­den. Die Linie nach Hatz­feld wur­de ein­ge­stellt. Die Ver­kehrs­in­sel (der “Pud­ding”) ver­schwand. Die Bron­ze­so­ckeln der Licht­mas­ten ver­wen­de­te man für drei neue Kan­de­la­ber mit gedrun­ge­nem Auf­bau, die auf dem Rat­haus­platz in Bar­men (zwei) und in der Elber­fel­der Fuß­gän­ger­zo­ne (einer) auf­ge­stellt wur­den. 1969 wur­de der ers­ten Kan­de­la­ber am heu­ti­gen Johan­nes-Rau-Platz auf­ge­stellt, 1971 wur­de die drit­te zum Abschluss des Umbaus des von-der-Heydt-Plat­zes in Elber­feld dort plat­ziert.1


Einer der bei­den Kan­de­la­ber am Johan­nes Rau Platz.

Den Abschluss der Sockel bil­den Tier­ge­stal­ten, hier ein Löwe, wäh­rend am Fuß des Sockels…

…Dar­stel­lun­gen von sit­zen­den Men­schen zu fin­den sind.

Der Kan­de­la­ber an der Ecke Herzogstr./Erholungstr.

Sit­zen­der Mann.

Gehörn­tes Getier

Posi­ti­on des Kan­de­la­bers in Elber­feld


Posi­ti­on des Kan­de­la­bers in Bar­men


Figuren von Mars und Venus am Planetarium

Das Bar­mer Pla­ne­ta­ri­um mit sei­ner mar­kan­ten Kup­pel, der Ein­gang wur­de von zwei Sta­tu­en “Mars” und “Venus” flan­kiert. Post­kar­ten­samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum.

Das Bar­mer Pla­ne­ta­ri­um in den Bar­mer Anla­gen wur­de am 18.Mai 1926 eröff­net und setz­te als ers­tes sei­ner Art einen neu­ar­ti­gen opti­schen Pro­jek­ti­ons­ap­pa­rat der Fir­ma Carl Zeiss ein, des­sen Pro­to­typ spä­ter im Deut­schen Muse­um in Mün­chen stand. Im Herbst 1924 hat­ten sich Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Hart­mann und der Bei­geord­ne­te Prof. Dr. Greß­ler die­sen Pro­to­typ im Pla­ne­ta­ri­um auf dem Gelän­de der Zeiss-Wer­ke ange­se­hen und emp­fah­len der Stadt­verod­ne­ten-Ver­samm­lung dar­auf­hin die Anschaf­fung eines Pla­ne­ta­ri­ums. Der Bau und die Ein­rich­tung schlu­gen mit 350.000 RM zu Buche und wur­de trotz der wirt­schaft­li­che schwie­ri­gen Lage nach der galop­pie­ren­den Infla­ti­on von 1923 durch­ge­führt. Nach­dem nach eini­ger Dis­kus­si­on auch ein Stand­ort gegen­über der Stadt­hal­le in den Bar­mer Anla­gen gefun­den wur­de, konn­te der Bau begin­nen. Es fass­te mit sei­ner 1000 km² gro­ßen Kup­pel 600 Besu­cher und wur­de nur vom Düs­sel­dor­fer Pla­ne­ta­ri­um über­trof­fen.1


Ansicht des Ein­gangs des Pla­ne­ta­ri­ums. Ent­nom­men aus: Deutsch­lands Städ­te­bau, Bar­men, bear­bei­tet und her­aus­ge­ge­ben im Auf­trag des Ober­bür­ger­meis­ters vom Bei­geord­ne­ten Stadt­bau­rat Köh­ler, 3.Auflage, 1928, S. 112.

Auf­grund der Hang­lan­ge muss­te der Ein­gang über meh­re­re Trep­pen erschlos­sen wer­den, an deren Ende zwei Sta­tu­en des in Elber­feld gebo­re­nen und in Ber­lin leben­den Bild­hau­ers Paul Wyn­and ihren Platz fan­den. Die über­le­bens­gro­ßen Figu­ren aus Muschel­kalk stell­ten Mars und Venus dar.2


Foto­gra­fie der Venus. Ent­nom­men aus: Deutsch­lands Städ­te­bau, Bar­men, bear­bei­tet und her­aus­ge­ge­ben im Auf­trag des Ober­bür­ger­meis­ters vom Bei­geord­ne­ten Stadt­bau­rat Köh­ler, 3.Auflage, 1928, S. 113.

Beim Luft­an­griff auf Bar­men in der Nacht auf den 30.Mai 1943 wur­de das Gebäu­de schwer beschä­digt und 1955 wur­de die Rui­ne abge­bro­chen. Mit dem Pla­ne­ta­ri­um wur­den auch die Figu­ren zer­stört.3

Seit 1997 erin­nert ein Gedenk­stein an das Pla­ne­ta­ri­um, im ent­spre­chen­den Ein­trag wird die Geschich­te des Pla­ne­ta­ri­ums etwas aus­führ­li­cher dar­ge­stellt.

Posi­ti­on der Kunst­wer­ke auf der Kar­te


Figurenschmuck am Barmer Rathaus

Die Atti­ka des Bar­mer Rat­hau­ses im Herbst 2012.

Am 23.April 1921 wur­de das neue Bar­mer Rat­haus ein­ge­weiht. Der Grund­stein für den vom Darm­städ­ter Pro­fes­sor Karl Roth ent­wor­fe­nen Bau wur­de bereits am 23.Mai 1908 durch Kai­ser Wil­helm II. gelegt, doch finan­zi­el­le Schwie­rig­kei­ten und der Ers­te Welt­krieg sorg­ten dafür, dass der Bau erst fer­tig gestellt wur­de, als Deutsch­land bereits eine Repu­blik war. Karl Roth, der zuvor bereits das Dresd­ner Rat­haus geplant hat­te, beauf­trag­te den Dresd­ner Bild­hau­er Richard Guhr mit der Aus­schmü­cken des Rat­hau­ses durch Bau­plas­ti­ken. Für die Atti­ka schuf Guhr dar­auf­hin die Model­le für die “acht Bei­geord­ne­ten”, die vor Ort vom Bar­mer Bild­hau­er Hein­rich Ost­lin­ning geschaf­fen wur­den. Sie stel­len — von links nach rechts — die fol­gen­den Zwei­ge der städ­ti­schen Ver­wal­tung dar:


Wohl­fahrts­pfle­ge und All­ge­mei­ne Ver­wal­tung

Tief­bau und Rechts­pfle­ge
Gesund­heits­pfle­ge und Hoch­bau

Finanz­we­sen und Schul­we­sen.

Im Zwei­ten Welt­krieg wur­den die Figu­ren auf der Atti­ka beschä­digt und ent­fernt, bis sie ab 1953 vom Wup­per­ta­ler Bild­hau­er Joa­chim Wolf-Mül­ler und der Werk­statt Hugo Wes­sel­mann restau­riert wur­den, eini­ge Figu­ren wur­den auch in der Fir­ma Dor­gatehn in Duis­burg-Ham­born auf­ge­ar­bei­tet. Im Dezem­ber 1957 konn­ten sie ihren Platz in luf­ti­ger Höhe wie­der ein­neh­men.
An den Sei­ten der Frei­trep­pe fin­den sich — eben­falls von Guhr ent­wor­fen und von Ost­lin­ning aus­ge­führt — die alle­go­ri­schen Dar­stel­lun­gen der Rhein­pro­vinz und der Bar­me­nia, die das Selbst­ver­ständ­nis der Stadt selbst und ihrer Zuge­hö­rig­keit zur preu­ßi­schen Rehin­pro­vinz aus­drü­cken sol­len.


Die alle­go­ri­sche Figur der Rhein­pro­vinz “Rhen­ania” mit Kind, Schild und Adler.

Rhen­ania von der ande­ren Sei­te.

Bar­me­nia mit Helm.

… Kind und Löwe.

Über dem Sei­ten­ein­gang an der Weg­ner­stra­ße wur­de ein wie­der­um von Richard Guhr ent­wor­fe­nes und dies­mal vom Bar­mer Bild­hau­er Georg Kau­per in Muschel­kalk aus­ge­führ­tes Reli­ef ange­bracht.


Das Reli­ef an der Weg­ner­stra­ße. Es zeigt unter ande­rem einen Löwen­kopf, Put­ten, einen ver­wun­de­ten Sol­da­ten, ein jun­ges Mäd­chen, zwei Non­nen, und meh­re­re Gelehr­te oder auch Rats­her­ren. Außer­dem ist eine Flam­me auf einem Sockel aus­zu­ma­chen, an deren Scha­le ein Eiser­nes Kreuz zu sehen ist.

An der West­sei­te des Rat­hau­ses, am heu­te geschlos­se­nen Ein­gang am Heu­bruch, fin­det sich eine Bron­ze­fi­gur des aus Elber­feld stam­men­den und in Ber­lin arbei­ten­den Bild­hau­er Paul Wyn­and. Die Figur, die frü­her ver­gol­det war, sym­bo­li­siert die für Bar­men so wich­ti­ge Tex­til­in­dus­trie.


Die Figur der Tex­til­in­dus­trie mit ihrer Spin­del von Paul Wyn­and.

Paul Wyn­and ent­warf auch die Model­le der Put­ten aus Stein für den Innen­hof des Rat­hau­ses, die vom Düs­sel­dor­fer Bild­hau­er Theo­dor Haa­ke aus­ge­führt wur­den und nicht mehr exis­tie­ren. Paul Wyn­and schuf außer­dem die Bron­ze­so­ckel der bei­den Fah­nen­mas­ten auf dem Rat­haus­platz.1


Der figu­ren­rei­che Sockel.

Detail­an­sicht

Ende Mai 1999 muss­ten die 80 Jah­re alten Mas­ten wegen Rost­schä­den ent­fernt und durch rost­freie Nach­fol­ger ersetzt. Bei der Gele­gen­heit wur­den die Bron­ze­so­ckel mit ihren Figu­ren gerei­nigt und poliert. Die für 80.000 DM sanier­ten Mas­ten mit ihren Sockeln wur­den Ende Juni 2000 wie­der auf­ge­stellt.2


nsicht des Rat­hau­ses auf einer Post­kar­te, die 1932 ver­schickt wur­de. Die ursprüng­li­che Dach­form ist gut zu erken­nen. (Bild ergänzt am 7.November 2012)

Posi­ti­on der Kunst­wer­ke auf der Kar­te


Das Hindenburg-Denkmal (Langemarck-Denkmal)(Hindenburg-Brunnen) in Barmen

Ver­mut­lich eine der Wer­be­post­kar­ten, mit deren Kauf man den Bau des Denk­mals unter­stüt­zen konn­te. Gelau­fen am 22.12.1915, auf der Rück­sei­te ist ver­merkt: “Aus­stel­lung für Kriegs­wohl­fahrts­pfle­ge im Fel­de und in der Hei­mat — Bar­men, im Dezem­ber 1915”. (Bild ergänzt am 28.12.2013.)

Im Juli des Jah­res 1917 wur­de am Ende der heu­ti­gen Stre­se­mann­stra­ße das Hin­den­burg-Denk­mal fer­tig gestellt und ohne Zere­mo­nie der Öffent­lich­keit über­ge­ben. An die­sem Stand­ort an der ehe­ma­li­gen Bahn­hof­stra­ße stand bis 1913 der alter Bar­mer Bahn­hof, des­sen Nach­fol­ge­bau von 1914 bis 1916 weni­ger Meter wei­ter west­lich erbaut wur­de und dort bis heu­te zu fin­den ist. 1915 such­te man für die Stra­ße einen wür­di­gen Abschluss zur Eisen­bahn­stre­cke und ent­schied sich für den Bau eines Denk­mals für den dama­li­gen Gene­ral­feld­mar­schall Paul von Hin­den­burg, der als Ber­fehls­ha­ber der 8.Armee in der Schlacht bei Allen­stein (spä­ter Schlacht von Tan­nen­berg genannt) Ende August 1914 den rus­si­schen Ein­marsch in Ost­preu­ßen vor­erst zurück schlug. Die Schlacht von Tan­nen­berg wur­de im Lau­fe des Ers­ten Welt­kriegs mythisch über­höht und mas­siv zu Pro­pa­gan­da­zwe­cken genutzt. Dies geschah auch mit der Schlacht bei den Masu­ri­schen Seen im Sep­tem­ber und der Win­ter­schlacht bei den Masu­ri­schen Seen,in denen die Bedro­hung Ost­preu­ßens durch die rus­si­schen Armee zer­schla­gen wer­den konn­te. Hin­den­burg wur­de im Novem­ber zum Gene­ral­feld­mar­schall und Ober­be­fehls­ha­ber Ost ernannt und von der Pro­pa­gan­da als Kriegs­held gefei­ert. So ist es nicht ver­wun­der­lich, dass man in Bar­men dem “Volks­hel­den” Hin­den­burg ein Denk­mal set­zen woll­te, wie es auch 1915 bereits auf der Elber­fel­der Königs­hö­he und am Laza­rett des Vater­län­di­schen Frau­en­ver­eins auf der Hardt gesche­hen war.


Eine ers­te Pla­nung des Denk­mals, ver­mut­lich aus der Bar­mer Zei­tung, vom 29.September 1915. Links und rechts, unter den anti­ken Hel­men soll­ten die Ehren­schil­de ange­bracht wer­den, dazwi­schen Wap­pen­schil­der der gro­ßen Schlach­ten Hin­den­burgs. Die Mau­er soll 3,20 Meter hoch sein, die Säu­le 10 Meter. Dar­auf soll­te ein Held einen Bären nie­der­rin­gen. Akte C II 42, Stadt­ar­chiv Wup­per­tal.

Mit dem Bau des Denk­mals eng ver­bun­den war die Nage­lung der Ehren­schil­de, die spä­ter am Denk­mal befes­tigt wer­den soll­ten. Aller­dings ist unklar, ob dies wirk­lich geschah. Ruth Mey­er-Kahr­weg ver­mu­tet, dass sie zum Schutz vor der Wit­te­rung in der Ruh­mes­hal­le unter­ge­bracht wur­den und dort 1943 ver­nich­tet wur­den.


Der “Hin­den­burg Brun­nen”, so lau­tet der Titel die­ser Post­kar­te aus dem Jahr 1918. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal.

Sowohl die Ehren­schil­der als auch die Figu­ren des Denk­mals schuf der in Elber­feld gebo­re­ne und in Ber­lin arbei­ten­de Bild­hau­er Paul Wyn­and. Im Mai 1916 began­nen die Arbei­ten am Hin­den­burg-Denk­mal und im Juli 1917 waren sie abge­schlos­sen. Die Kos­ten betru­gen 17.990 Mark. Das Denk­mal besteht aus einer Säu­le, die von einem ste­hen­den, ver­gol­de­ten Her­ku­les gekrönt war, der sich auf sein Schwert stütz­te. Zu sei­nen Füßen saß ein Adler. Dahin­ter befin­det sich eine hohe Sand­stein­wand, die links und rechts als Abschluss zwei “männ­li­che Kraft­ge­stal­ten” zeigt, wie die Pres­se damals fest­stell­te. Sie zei­gen links die zum Kampf berei­te und rechts die im Kampf ste­hen­de Jugend. Dazwi­schen ström­te aus zwei Löwen­kopfen Was­ser, sodass man auch von einem Hin­den­burg-Brun­nen sprach. An die­ser Rück­wand soll­ten auch die Ehren­schil­de ange­bracht wer­den. Die Inschrift an der Rück­wand, die vom Bar­mer Schrift­stel­ler Will Ves­per ver­fasst wor­den war, der auch die Inschrift am Krie­ger­denk­mal auf dem Bar­mer Ehren­fried­hof geschaf­fen hat­te, lau­te­te:

Erbaut im Jahr, da der Welt­krieg war, errich­tet zum Zei­chen, dass wir kei­ner / Not wei­chen. Dem Man­ne geweiht, der Füh­rer im Streit. Wo Hin­den­burg stand / war eine Mau­er ums Land. Die Ihr hier nun steht und vor­über geht, gedenkt / dar­an, was Man­nes­mut kann, was ein Schwert in deut­schen Hän­den wert!


Das rech­te Reli­ef der “Kraft­ge­stal­ten” heu­te.

Das lin­ke Reli­ef heu­te.

Die Bahn­hofs­stra­ße wur­de in den 1920er in Fritz-Ebert-Stra­ße und 1933 in Lan­ge­marck­stra­ße umbe­nannt. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg bestimm­ten die Anwei­sung Nr.30 des Alli­ier­ten Kon­troll­rats die Ent­na­zi­fi­zie­rung und Ent­mi­li­ta­ri­sie­rung aller deut­schen Denk­mä­ler. Der Instand­set­zungs­aus­schuss der Stadt Wup­per­tal beschloss dar­auf­hin am 22.April 1947 die Ent­fer­nung der Inschrift und der Her­ku­les-Figur. Von einer Besei­ti­gung des Obe­lis­ken sah man ab.


Aus die­sem Löwen­mund floss einst das Was­ser des Brun­nens.

Im Lau­fe der Zeit ver­blass­te die Erin­ne­rung an die Stif­tung des Denk­mals für den Gene­ral­feld­mar­schall und spä­te­re Reichs­prä­si­den­ten und der Stand­ort an der Lan­ge­marck­stra­ße ließ das Denk­mal zum Lan­ge­marck­denk­mal wer­den. Bei Lan­ge­marck, so der Mythos, hat­ten jun­ge deut­sche Sol­da­ten am 10. Novem­ber 1914 unter Sin­gen des Deutsch­land­lie­des die ers­te Linie des Geg­ners über­rannt und 2.000 fran­zö­si­sche Sol­da­ten gefan­gen genom­men und sechs Maschi­nen­ge­weh­re erobert. Der Mythos basiert auf einer Falsch­mel­dung der Obers­te Hee­res­lei­tung. In Wahr­heit waren frisch aus­ge­ho­be­ne und unge­nü­gend aus­ge­bil­de­te deut­sche Regi­men­ter aus Frei­wil­li­gen und Reser­vis­ten von erschöpf­ten Fran­zo­sen zurück­ge­schla­gen wor­den, hat­ten kei­ne bedeu­ten­den Gelän­de­ge­win­ne erzielt und 2.000 Mann ver­lo­ren.


Die Spit­ze des Obe­lis­ken.

Die fal­sche Erin­ne­rung an das Denk­mal als Lan­ge­marck-Denk­mal wur­de 1976 im Ein­ver­ständ­nis mit dem Gar­ten- und Forst­amt durch den Stein­metz Man­fred Stöl­zel in den Sockel des Obe­lis­ken gemei­ßelt. Seit­dem steht dort zu lesen:

“Lan­ge­marck
1914“1
Die heu­ti­ge Inschrift aus dem Jahr 1976.

Heu­te ist das Denk­mal am Ende der Stre­se­mann­stra­ße von par­ken­den Autos und Recy­cling-Con­tai­nern umge­ben und ver­wil­dert. Der Zustand ist schlecht und es wirkt wie ein Fremd­kör­per in einer ver­kom­me­nen Umge­bung.


Das Denk­mal in sei­ner Umge­bung

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Nagelbilder Ehrenschilde in Barmen

Nach­dem bereits die Nach­bar­stadt Elber­feld ange­kün­digt hat­te, zum Hohen­zol­lern-Gedenk­tag am 21. Okto­ber 1915 ein Nagel­bild, den Eiser­nen Rit­ter, vor­zu­stel­len und zuguns­ten der Kriegs­wohl­fahrt durch die Nage­lung Spen­den ein­zu­trei­ben, woll­te Bar­men dem natür­lich nicht nach­ste­hen. Auch im Osten des Wup­per­tals woll­te man für die dor­ti­ge Wohl­fahrts­zen­tra­le eine sol­che Akti­on durch­füh­ren und war damit am Ende sogar schnel­ler als Elber­feld, da man den 17. Okto­ber 1915 zum Hin­den­burg­tag erklär­te und somit drei Tage eher die Nage­lung an der Ruh­mes­hal­le begann. Man hat­te sich gegen die Nage­lung einer mensch­li­chen oder tie­ri­schen Figur ent­schie­den und den Bild­hau­er Paul Wyn­and gebe­ten zwei höl­zer­ne Schil­de her­zu­stel­len, die das Wap­pen Hin­den­burgs und das Wap­pen Bar­mens zeig­ten.1 Stadt­bau­rat Köh­ler schrieb im Sep­tem­ber 1915 an den aus Elber­feld stam­men­den und in Ber­lin arbei­ten­den Bild­hau­er:


“Da unser Publi­kum sehr ver­wöhnt ist, müs­sen wir mit den Schil­dern den Vogel abschie­ßen, schon unse­rer Nach­bar­stadt Elber­feld gegen­über. Die Nage­lung muss vor­ge­zeich­net sein. […] Ver­schie­de­ne far­bi­ge Nägel sol­len, mit Aus­nah­me wei­ßer ver­zink­ter Nägel, die als Rand­nä­gel ver­wandt wer­den kön­nen, nicht ver­wen­det wer­den. Sie müs­sen daher stark mit Gold­un­ter­bund arbei­ten.
Das Publi­kum inter­es­siert sich außer­ge­wöhn­lich hier für die Sache. Da, wie bekannt, star­ke Kri­tik bei allen sol­chen Sachen ein­setzt, so muss etwas tadel­los gemacht wer­den.“2
Am 4. Okto­ber 1915 berich­te­te die Bar­mer Zei­tung dann über die anste­hen­de Nage­lung:

Die bei­den Ehren­schil­de — eines zu Ehren Hin­den­burgs, eines zu Ehren der namen­lo­sen Hel­den —  wer­den unter der wür­dig geschmück­ten Säu­len­hal­le vor der Ruh­mes­hal­le auf­ge­hängt. Jeder, der nageln will, löst zunächst an Ort und Stel­le eine Kar­te; er bekommt dann einen Nagel. Nach dem Ein­schla­gen des Nagels erfolgt die Namens­ein­tra­gung in das Eiser­ne Buch, das an Ort und Stel­le aus­liegt. Es wird gebe­ten, bei der Ein­tra­gung der Namen recht sorg­fäl­tig zu ver­fah­ren; das Eiser­ne Buch wird als dau­ern­des Erin­ne­rungs­zei­chen an bevor­zug­ter Stel­le auf­be­wahrt.“3


Am Vor­abend der Ein­wei­hungs­fei­er der Ehren­schil­de am 17. Okto­ber 1915, gab es ein Mas­sen­kon­zert eines ver­ei­nig­ten Cho­res der Bar­mer Gesang­ver­ei­ne in der Stadt­hal­le, das vom städ­ti­schen Orches­ter beglei­tet wur­de und einen so gro­ßen Besu­cher­an­drang ver­zeich­ne­te, dass die Poli­zei die Zugän­ge zur Stadt­hal­le sper­ren ließ. Gespielt wur­den unter ande­rem der Kai­ser­marsch, Das blan­ke Wort und das Nie­der­län­di­sche Dank­ge­bet. Am Fest­ta­ge, einem Sonn­tag, ver­kauf­ten schon früh am Mor­gen jun­ge Mäd­chen eiser­ne “Hin­den­burg-Denk­mün­zen” und Ansichts­post­kar­ten zuguns­ten der Wohl­fahrts­zen­tra­le. Spä­ter am Tag zogen Ver­ei­ne und Schu­len unter Musik­be­glei­tung und mit ihren Fah­nen zur Ruh­mes­hal­le. Gegen­über der Ruh­mes­hal­le war ein Podest für die Sän­ger und Musi­ker auf­ge­baut wor­den, dane­ben stan­den die Fah­nen­ab­ord­nun­gen der Krie­ger-, Turn- und Gesang­ver­ei­ne, dar­an schlos­sen sich 500 “Feld­graue” (Sol­da­ten) aus den Laza­ret­ten und Ver­tre­ter aller Behör­den und Schu­len an. Die Fei­er begann mit dem Kai­ser­marsch, dann sprach der Ober­bür­ger­meis­ter, und schlug den ers­ten Nagel ein, bevor erneut die Lie­der des Vor­abends erschol­len.4
Am 19. Okto­ber 1915 ging ein Dank-Tele­gramm des geehr­ten Paul von Hin­den­burg ein:
Das Tele­gramm des Gene­ral­feld­mar­schall Paul von Hin­den­burg. Ent­nom­men aus: Akte C II 43, Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, S. 74.

Bereits am ers­ten Tag wur­den 6.000 Mark “gena­gelt”, zusam­men mit dem Ver­kauf der Post­kar­ten und Denk­mün­zen,  wur­den 38.600 Mark erlöst. Am 21. Okto­ber belief sich die Gesamt­sum­me bereits auf 300.000 Mark.5


Ein ers­ter Ent­wurf für die Hin­den­burg-Anla­ge. Ent­nom­men aus Akte C II 43, Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, S. 1

Bei die­sem “Kriegs­wahr­zei­chen” woll­te man es nicht belas­sen und schuf auch Plä­ne für ein Hin­den­burg-Denk­mal bzw. -brun­nen, das 1916 begon­nen und 1917 voll­endet wur­de. An ihm soll­ten die Ehren­schil­de befes­tigt wer­den. Links und rechts, unter den anti­ken Hel­men, soll­ten die Ehren­schil­de ange­bracht wer­den, dazwi­schen Wap­pen­schil­der der gro­ßen Schlach­ten Hin­den­burgs. Die Mau­er soll­te 3,20 Meter hoch sein, die Säu­le 10 Meter. Dar­auf soll­te ein Held einen Bären nie­der­rin­gen.6 Am Ende ent­stand dann das Denk­mal doch etwas anders. Ob die Ehren­schil­de wie geplant dort ange­bracht wur­den, ist unklar. Ruth Mey­er-Kahr­weg ver­mu­tet, dass sie aus Schutz vor der Wit­te­rung in der Ruh­mes­hal­le auf­ge­stellt wur­den und dort 1943 zer­stört wur­den.7

Neben dem Elber­fel­der Eiser­nen Rit­ter gab es ab 1916 auch in Voh­win­kel ein Nagel­bild, das Eiser­ne Schwert.

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


 

Kriegerdenkmal auf dem Ehrenfriedhof Barmen

Unda­tier­te, nicht gelau­fe­ne Post­kar­te, die die Auf­bah­rung von vier Gefal­le­nen in der Ruh­mes­hal­le und zwei Bil­der vom Ehren­fried­hof zeigt. An den vier Sär­gen leh­nen je zwei Krän­ze, im Hin­ter­grund sind jun­ge Bäu­me zu sehen. Vier Kan­de­la­ber ste­hen hin­ter den Sär­gen. Die Sta­tu­en der Kai­ser Fried­rich III., Wil­helm I. und Wil­helm II. (v.l.n.r) bli­cken auf die Sze­ne­rie. Links des Bil­des ist das Eiser­ne Kreuz am Band zu sehen, indem die Kro­ne, ein “W” und die Zahl 1914 (von oben nach unten) zu erken­nen sind. An der rech­ten Sei­te, ver­bun­den über die “Gir­lan­de” ist das Bar­mer Wap­pen zu sehen. Die bei­den unte­ren Bil­der zei­gen den geschmück­ten Ehren­fried­hof im Jahr 1914 mit eben­falls vier Grä­bern.

Der Ehren­fried­hof Bar­men wur­de bereits 1914 ange­legt und im sel­ben Jahr wur­den schon die ers­ten Gefal­le­ne bestat­tet. Der Fried­hof war der ers­te im Regie­rungs­be­zirk Düs­sel­dorf und wur­de ande­ren Städ­ten zur Nach­ah­mung emp­foh­len. Er liegt in den Bar­mer Anla­gen an der Löns­stra­ße, das Grund­stück war ein Geschenk der Bar­mer Ver­schö­ne­rungs­ver­ei­nes. Wie die obi­ge Post­kar­te zeigt, wur­den die ers­ten Opfer des Krie­ges noch in der
Ruh­mes­hal­le auf­ge­bahrt. Ob man spä­ter wei­ter­hin die Gefal­le­nen, der ver­mut­lich in Bar­mer Laza­ret­ten ihren Ver­let­zun­gen erla­gen, vor der Sta­tue des Kriegs­her­ren päsen­tier­te und ehr­te, ist unklar, kann aber bezwei­felt wer­den.


Das Krie­ger­denk­mal auf eine unda­tier­ten Post­kar­te. Die Inschrift war noch deut­lich klei­ner als heu­te. (Bild ergänzt am 28.12.2013)

Der Ehren­fried­hof auf einer Fotof­gra­fie unbe­kann­ten Datums, am 14.2.1930 als Post­kar­te gelau­fen. Es zeigt den Ein­gang zum Ehren­fried­hof, auf dem Pos­ta­ment fehlt der Löwe, die Inschrift ist aber zu erken­nen. Mög­li­cher­wei­se stammt das Bild aus der Zeit der Her­rich­tung des “rich­ti­gen” Löwens im Jahr 1922.

Der Blick vom unte­ren Ein­gang des Ehren­fried­hofs auf den unte­ren Teil und das Krie­ger­denk­mal.

Der Ehren­fried­hof ist in drei Tei­le geteilt: Im unte­ren Teil sind die Grä­ber in Reih’ und Glied und dort steht das Krie­ger­denk­mal. Dar­an schließt sich im rech­ten Win­kel ein ter­ras­sen­ar­ti­ger Teil an, wo die Grä­ber eben­falls in Rei­hen vor den Mau­ern lie­gen. Im obe­ren Teil sind die Grä­ber in Krei­sen und sehr weit­läu­fig ange­ord­net, wäh­rend die spä­te­ren Grab­stel­len der Gefal­le­nen des Zwei­ten Welt­kriegs wie­der eng in Rei­hen gesetzt wur­den.

Das fol­gen­de Bild zeigt das Krie­ger­denk­mal genau­er. Die nie­der­ge­leg­ten Krän­ze stam­men vom Volks­trau­er­tag im Novem­ber. Auf dem Sockel thront ein Bar­mer Löwe, dar­un­ter ist eine uns heu­te bizarr vor­kom­men­de Inschrift ange­bracht.


Das Fun­da­ment des Löwen wur­de auf einem Last­wa­gen­mit 10 vor­ge­spann­ten Pfer­den zum Ehren­fried­hof geschafft. Umd as Krie­ger­denk­mal her­um ste­hen 10 Säu­len, die noch vor eini­gen Jah­ren ein offe­nes Dach, einem Wan­del­gang ähn­lich, tru­gen.

Der Löwe und die Inschrift.

Hier schwei­ge ein jeder von sei­nem Leid

und noch so gros­ser Not. Sind wir nicht
alle zum Opfer bereit und zu dem Tod.
Eines steht gross in den Him­mel gebrannt

Alles darf unter­ge­hen
Deutsch­land unser Kin­der und Vater­land,

Deutsch­land muss bestehen”


Am 30.September 1916 wur­de das Denk­mal anläss­lich der ers­ten Erwei­te­rung des Ehren­fried­hofs  vor­ge­stellt, aller­dings war es damals noch nicht fer­tig­ge­stellt. Der Löwe, geschaf­fen vom in Elber­feld gebo­re­nen und in Ber­lin arbei­ten­den Bild­hau­er Paul Wyn­and, stand damals zwar bereits auf dem Sockel, aller­dings war es noch nicht das gewünsch­te Denk­mal, denn dies soll­te in ver­gol­de­ter Bron­ze aus­ge­führt wer­den. Dafür stand das Mate­ri­al durch den Krieg nicht zur Ver­fü­gung. Am 6.Juli 1922 beschloss die Stadt­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung die Voll­endung des Denk­mals. Am 20.Oktober des Jah­res wur­de das Denk­mal des Löwen “als trut­zi­ges Wahr­zei­chen der Stadt” und “Sym­bol der todes­mu­ti­gen Treue und Tap­fer­keit” der Öffent­lich­keit vor­ge­stellt und zu Spen­den auf­ge­ru­fen, denn die Kos­ten waren noch nicht gedeckt. Die Inschrift stammt vom Bar­mer Schrift­stel­ler Will Ves­per (1882–1962).


Die­se Post­kar­te unbe­kann­ten Datums zeigt die Dach­kon­struk­ti­on, die von den Säu­len getra­gen wird. Die Kar­te befin­det sich im Besitz des Ver­fas­sers. (Bild ergänzt am 18.September 2012)

Nach dem Zwei­ten Welt­krieg wur­den unter der Inschrift von Ves­per vier Zei­len aus Bron­ze, geschaf­fen vom Wup­per­ta­ler Bild­hau­er Fritz Ber­nuth, ergänzt:

Den Toten
der Welt­krie­ge
1914–1818
1939–1945”



Die Grab­in­schrif­ten sind im Ver­gleich zu ande­ren Grab­stel­len gefal­le­ner Sol­da­ten recht aus­führ­lich. Der Name ist natür­lich ver­zeich­net, der Rang und die Waf­fen­gat­tung, die Ein­heit, der Geburts­ort und das -datum, der Ort der Ver­wun­dung und der Ort des Todes und das Todes­da­tum. Die Gestal­tung der Bron­ze­ta­feln wur­de den Bar­mer Unter­neh­mern Otto Wirth und Emil Meu­rer 1921 zu einem Stück­preis von 120 RM über­tra­gen.1



Am Krie­ger­denk­mal wen­det man sich dann nach rechts zum Erwei­te­rungs­teil, der durch die Zahl der Gefal­le­nen nötig wur­de. Über meh­re­re Trep­pen — auf den­Ter­ras­sen” lie­gen wei­te­re Gefal­le­ne, geht man auf ein schlich­tes Kreuz zu:



Anschlie­ßend, im drit­ten Teil, geht es in den Wald. Auch hier lie­gen noch Gefal­le­ne, im unte­ren Teil Sol­da­ten des Ers­ten, im obe­ren des Zwei­ten Welt­krie­ges.


 

So sieht es aus, wenn an einem Juni­mor­gen die Son­nen­strah­len sich einen Weg durch den Mor­gen­ne­bel bah­nen. Man sieht gut, dass die Grab­stei­ne hier zwi­schen den Bäu­men und Büschen lie­gen. Der Anblick ist fast schon roman­tisch. Den­noch haben sie auch hier meis­tens eine bestimm­te Anord­nung, näm­lich in Krei­sen:



 

Hier im obe­ren Teil hat man auch das Denk­mal des “Ster­ben­den Krie­gers” auf­ge­stellt. Die Sol­da­ten des Zwei­ten Welt­kriegs lie­gen am obe­ren Rand des Ehren­fried­hofs “in Reih und Glied” in mili­tä­ri­scher Ord­nung. Ihre Grab­stei­ne sind schmuck­los und ver­zeich­nen Rang, Name und die Lebens­jah­re.

Auch die­ses Bild stammt vom Volks­trau­er­tag und an eini­gen Grä­bern wur­den klei­ne Geste­cke hin­ge­legt. Auch bei eini­gen weni­gen Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­kriegs fand sich noch ein letz­ter Gruß:



Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te