Theodor-Körner-Denkmal

Am 24. August des Jahres 1913 wurde in den Barmer Anlagen von der Dramatischen Vereinigung „Theodor Körner“ ein Denkmal für den Dichter eingeweiht, dessen Namen die Vereinigung trug. Die 1891 gegründete Vereinigung mit im Schnitt 20 Mitgliedern hatte seit ihrer Gründung für die Errichtung des Denkmals gespart.
Das Theodor-Körner-Denkmal im August 1940.
Sammlung Untere Denkmalbehörde, Nr. 2748.
Der 1791 in Dresden geborene Theodor Körner war Schriftsteller und hatte sich 1813 dem Lützow’schen Freicorps angeschlossen, um an den Befreiungskämpfen gegen Napoleon teilzunehmen. Zu dieser Zeit war er bereits als Dichter bekannt. Sein Elternhaus hatte zahlreiche Bekannschaften mit den Schriftstellern der Zeit, so unter anderem Novalis, Wilhelm und Alexander von Humboldt, Goethe, Kleist und Schiller, der sogar ein Zeit lang im Haus des Vaters lebte. Während des Feldzugs schrieb er zahlreiche Gedichte, die rasch bekannt wurden und vom Corps gesungen wurden. Am 26. August 1813 fiel er bei Gadebusch.
Zwei Tage vor dem 100.Todestag des Dichters wurde in den Barmer Anlagen „an der Wegbiegung im Fischertal“ in der Ulmenallee das Denkmal des Barmer Bildhauers Carl Moritz Schreiner eingeweiht. Es zeigt, nach der Beschreibung des Künstlers,
„[…] die Gestalt des vom heiligen Feuer durchglühten Dichterjünglings, der als Freiheitskämpfer seine hohe Sendung in die Tat umsetzte […]. Kühn aufschießend aus der gelagerten Treppenanlage reckt sich der Steinpfeiler, der die Gestalt eines Barden mit Leier und Schwert trägt. Und dieser Pfeiler ist überzogen von den hinreißenden Versen des Freiheitsdichters

Du Schwert an meiner Linken
Was soll dein heimlich Blinken?“[1]

Feierlichkeiten am 125.Todestag Theodor Körners.
Entnommen aus: Stadt-Anzeiger für Wuppertal und Umgebung vom 26.08.1938.
Die Verwendung von Leyer und Schwert als Attribute der Figur geht vermutlich auf den Titel der Sammlung der vaterländischen Kriegs- und Freiheitslieder zurück, die unter dem Namen „Leyer und Schwert“ nach dem Tod Körners herausgegeben worden waren. Neben der Figur des Dichterjünglinigs zeigte das Denkmal an dem hohen und schmalen Obelisk aus Eifeltuffstein noch ein bronzenes Medaillon Körners.
Das Denkmal war nicht unumstritten, zeigte die Figur den Jüngling doch recht entblößt. So bemerkte denn auch eine Zeitung, dass es bei den Feststeilnehmern bei der Einweihung betroffenes Schwiegen und Kichern gab und dass Väter den Weg bei ihren Spaziergängen mit der Familien fortan mieden und die Botanisiergänge der höheren Töchterschule andere Gebiete aufsuchten.
Im März 1923 wurde das Medaillon gestohlen und im November 1929 von der Stadt ersetzt. Im Juli 1939 stand im Stadtrat eine Beseitigung der als anstößig empfundenen Figur zur Debatte. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Denkmal zerstört und die Überreste im April 1959 entfernt.[2]

[1] General-Anzeiger vom 25.08.1938, zitiert nach RMK, S.170.
[2] RMK, S.170f..


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