Kriegerdenkmal der Siedlung Lüntenbeck

Krie­ger­denk­mal der Sied­lung Lün­ten­beck

Am 14. Juli 1950 weih­te man zum zehn­jäh­ri­gen Bestehen der Sied­lung Lün­ten­beck — die Bau­auf­trä­ge für 148 Sied­ler­stel­len hat­te man 1939 ver­ge­ben — das Krie­ger­denk­mal für die Gefal­le­nen der Sied­lung ein. Seit 1939 hat­te man 63 Sied­ler­stel­len und 32 Woh­nun­gen bau­en kön­nen. Ober­bür­ger­meis­ter Daum erin­ner­te in sei­ner Rede an den Zusam­men­halt der Sied­ler­ge­mein­schaft, die auch im gemein­sa­men Den­ken an die Toten gestärkt wer­den sol­le. Es wur­de anschlie­ßend die Namen der Gefal­le­nen vor­ge­le­sen, ein Kranz am Gedenk­stein nie­der­ge­legt und der Lün­ten­be­cker Män­ner­chor beschloß die Ver­an­stal­tung mit Lie­dern von Mozart und Schu­bert.1


Die Inschrift auf dem 1,30m hohen Feld­stein lau­tet:

Den Gefal­le­nen
unse­rer Sied­lung
zum Geden­ken
1939 — 1945

Ehrenmal für die Opfer der Luftangriffe auf dem kath.Friedhof Liebigstraße

Am Abend des 29. Mai 1943 star­te­ten in Eng­land die Moto­ren von 719 Flug­zeu­gen, um 1700 Spreng- und ca. 280 000 Brand­bom­ben auf eine west­deut­sche Groß­stadt abzu­wer­fen. Ihr Ziel: Wup­per­tal-Bar­men. Von der nie­der­län­di­schen Küs­te kom­mend, steu­er­ten die Maschi­nen unter dem Dröh­nen der Pro­pel­ler in Rich­tung Köln. Um 0:14 Uhr, inzwi­schen war es der 30.Mai 1943, hol­ten die Sire­nen des Flie­ger­alarms in Wup­per­tal die Men­schen ein­mal mehr aus dem Schlaf und trieb sie in die Kel­ler und Bun­ker. Die Bom­ber kamen etwas vom Kurs ab, eigent­lich war das Ziel über Voh­win­kel und Elber­feld nach Bar­men zu flie­gen, damit zu früh aus­ge­lös­te Bom­ben hier größt­mög­li­chen Scha­den anrich­te­ten. Doch gegen 0:49 fie­len die ers­ten Bom­ben auf Rons­dorf und Bar­men, da die Bom­ber von Süden kamen. In der Bar­mer Innen­stadt wur­den durch Bom­ben und den fol­gen­den Feu­er­sturm 3900 bis 4000 Häu­sern total zer­stört. 3380 Opfer wur­den gebor­gen nach­dem die Feu­er gelöscht wor­den waren. Die Fach­werk­häu­ser im Rons­dor­fer Zen­trum wur­den fast voll­stän­dig zer­stört.1


Kriegs­grä­ber­feld auf dem katho­li­schen Fried­hof Lie­big­stra­ße.

Anfang 1957 errich­te­te man am Rand des Ehren­grä­ber­felds für die Opfer der Luft­an­grif­fe auf Wup­per­tal ein Ehren­mal. Der Bild­hau­er Eugen Sen­ge-Plat­ten hat­te es für die ev.luth. Fried­hof Am Bredt­chen ent­wor­fen, doch dort lehn­te man die Arbeit ab, obwohl man die kunst­fe­ri­ge Gestal­tung erkann­te, da der Gedan­ke der Ver­kün­di­gung zu wenig deut­lich wur­de. Man emp­fahl der Ver­wal­tung das Ehren­mal auf einem ande­ren Fried­hof auf­zu­stel­len, wodurch es am katho­li­schen Fried­hof Lie­big­stra­ße errich­tet wur­de.


Das Ehren­grä­ber­feld, im Hin­ter­grund das Ehren­mal.

Auf zwei Schie­fer­ta­feln mit dem Maßen 320 x 300cm sind reli­ef­ar­tig Sze­nen aus der Offen­ba­rung des Johan­nes dar­ge­stellt. Ruth Mey­er-Kahr­weg erklärt, dass auf der vor­de­ren, quer­lie­gen­den Schie­fer­ta­fel das sie­ben­köp­fi­ge Tier aus dem Meer und das zwei­hör­ni­ge aus der Erde zu sehen sind, die im 13.Kapitel der Offen­ba­rung vor­kom­men. Sie gel­ten als Werk­zeu­ge Satans. Über ihnen erscheint auf der zwei­ten, hin­te­ren Tafel, der Engel als Bote Got­tes, der das letz­te Gericht und damit auch das Ende der schreck­li­chen Tie­re ankün­digt. Unter dem Engel ist die neue hei­li­ge Stadt Jeru­sa­lem zu erken­nen.


Das Ehren­mal ist von der Natur teil­wei­se ver­deckt, sodass das zwei­hör­ni­ge Tier nicht zuse­hen ist.

Die unte­re Tafel mit dem sie­ben­köp­fi­gen Tier.

Detail der unte­ren Tafel.

Der Bild­hau­er selbst schrieb zu sei­nem Werk:

So mag ein schwe­re ver­gan­gen Epo­che sich abhe­ben und der Geburt einer neu­en Zeit wei­chen.” 2


Die neue Zeit.

Auf den Ehren­grä­ber­feld des Fried­hofs der Gemein­de St.Antonius lie­gen ca. 1100 Opfer der Luft­an­grif­fe.


Auf­recht ste­hen die Grab­stei­ne in Kreuz­form für die 1100 Opfer, die hier bestat­tet wur­den. Von der 68jährigen Grei­sin bis zum 3jährigen Klein­kind lie­gen hier Opfer von Bom­ben und Feu­er­sturm.

Wei­te­re Ehren­ma­le sind auf dem kath.Friedhof Uel­len­dahl und auf dem luthe­ri­schen Fried­hof Am Bredt­chen zu fin­den.


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Ehrenmal für die Opfer der Luftangriffe auf dem luth.Friedhof Am Bredtchen

Neben den bei­den gro­ßen Angrif­fen auf Bar­men (29./30. Mai 1943) und Elber­feld (24./25. Juni 1943), die jeweils auch Rons­dorf und Cro­nen­berg tra­fen, wur­de Wup­per­tal von Bom­ben­an­grif­fen am 21. Mai 1944 (Cro­nen­berg), 31. Dezem­ber 1944 und 1.Januar 1945 (Voh­win­kel) und meh­re­ren Angrif­fe im März 1945 auf Lan­gen­feld getrof­fen. Mehr als 6500 Men­schen star­ben durch die Bom­ber und Feu­er­stür­me, 38% der bebau­ten Stadt­flä­che wur­den zer­stört.1


Ehren­grä­ber­feld auf dem Fried­hof Am Bredt­chen. Im Hin­ter­grund (im Schat­ten) das Ehren­mal.

Im Som­mer 1957 errich­te­te man auf der Ehren­grä­ber­an­la­ge des luthe­ri­schen Fried­hofs Am Bredt­chen ein Ehren­mal im Auf­trag des Ver­bands der Evan­ge­li­schen Kir­chen­ge­mein­den Elber­feld. Prof. Hans van Beek, Bru­der des NS-Bild­hau­ers Arno Breker, der im glei­chen Jahr die Pal­las Athe­ne fer­tig­te, schuf die Skulp­tur aus Muschel­kalk, die eine gen Him­mel bli­cken­de Mut­ter dar­stellt, deren Kind in den Fal­ten des Gewan­des Schutz sucht.


Skulp­tur von Hans van Bre­ek.

Auf dem Sockel steht fol­gen­de Inschrift:

Ich will euch
trös­ten wie
einen sei­ne
Mut­ter trös­tet
spricht der Herr

Jesa­ja 66,13″

Auf dem Ehren­fried­hof des Fried­hofs Am Bredt­chen wur­den etwa 700 Men­schen bestat­tet.2


Das Schutz suchen­de Kind.
Die Mut­ter blickt gen Him­mel.
Die Grab­stei­ne zei­gen ein qua­dra­ti­sches Kreuz, Geburts- und Todes­jahr soweit das Opfer iden­ti­fi­ziert wer­den konn­te.

Wei­te­re Ehren­mä­ler fin­den sich auf den katho­li­schen Fried­hö­fen Uel­len­dahl und Lie­big­stra­ße.


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Ehrenmal für die Opfer der Luftangriffe auf dem kath. Friedhof Uellendahl

In der Nacht vom 24. auf den 25. Juni 1943, heu­te vor 68 Jah­ren, waren Elber­feld und Cro­nen­berg zum ers­ten Mal Ziel und Opfer eines alli­ier­ten Luft­an­griffs. Er kam nicht uner­war­tet, waren doch Bar­men und Rons­dorf schon in der Nacht auf den 30.Mai, also 26 Tage zuvor, schwer getrof­fen wor­den. Am Abend des 24.Juni 1943 star­te­ten 630 Flug­zeu­ge mit ihrer töd­li­chen Ladung in Eng­land, flo­gen über die Schel­de­mün­dung in Rich­tung West­deutsch­land und gegen 1:11 Uhr erreich­ten die ers­ten Bom­ber das Tal der Wup­per. Im Him­mel über dem Ber­gi­schen Land leuch­te­ten Ziel­mar­kie­run­gen, sog.Christbäume, bevor 1.082 Ton­nen Spreng- und 1.220 Ton­nen Brand­bom­ben über dem Ziel­ge­biet abge­wor­fen wur­den. 3000 Häu­ser wur­den zer­stört, 2500 schwer beschä­digt. Sie lös­ten einen Flä­chen­brand von 12 km² aus. 1.900 Men­schen kamen ums Leben, davon 716 Män­ner, 1.046 Frau­en, 62 Jun­gen und 79 Mäd­chen.1


Ehren­fried­hof und Ehren­mal auf dem katho­li­schen Fried­hof Uel­len­dahl.

13 Jah­re spä­ter errich­te­te man auf dem katho­li­schen Fried­hof Uel­len­dahl ein Denk­mal für die Ehren­grä­ber­an­la­ge. Die Bild­haue­rin Frie­de Clas­sen gestal­te­te 1956 im Auf­trag der Stadt Wup­per­tal das Denk­mal, des­sen Ent­wurf aus einem beschränk­ten Wett­be­werb her­vor­ge­gan­gen war.


Jun­ge Frau (links)

Alte Frau (rechts)

Das Denk­mal besteht aus einer 2,50 m hohen Ste­le aus Muschel­kalk und zeigt an den Sei­ten Reli­efs zwei­er Frau­en­gestal­ten, einer jun­gen und einer alten Frau. An den ande­ren Sei­ten ste­hen die Inschrif­ten.


Inschrift hin­ten.

Inschrift vorn.

Die Inschrif­ten lau­ten: (vorn und hin­ten)

Den / Toten / des / Krie­ges / 1939 / 1945”

Gott / wird / Abwi­schen / alle / Trä­nen / von / ihren / Augen”

Die Ehren­grä­ber­an­la­ge des katho­li­schen Fried­hofs Uel­len­dahl beher­bergt ca. 660 Opfer der Bom­ben­an­grif­fe.2


Die ein­fa­chen Grab­plat­ten ziert ein christ­li­ches Kreuz.

Bei Opfern, die iden­ti­fi­ziert wer­den konn­ten, ste­hen Name, Geburts­da­tum und das Todes­da­tum

Wei­te­re Ehren­ma­le ste­hen auf dem katho­li­schen Fried­hof Lie­big­stra­ße in Bar­men und auf dem luthe­ri­schen Fried­hof Am Bredt­chen.


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Ehrentafel für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Kameraden der Männerbereitschaft Barmen des Deutschen Roten Kreuzes

Am Volks­trau­er­tag des 1953, dem 15.November, weih­te man in der Kapel­le des Nor­ren­ber­ger Fried­hofs die Ehren­ta­fel für die im Zwei­ten Welt­krieg gefal­le­nen Mit­glie­der der Män­ner­be­reit­schaft des Deut­schen Roten Kreu­zes aus Bar­men ein. Geschaf­fen wur­de sie vom Ver­eins­mit­glied Karl Lucas. Nach der Ein­wei­hung fand die Tafel aus Kup­fer und Holz, zusam­men mit der Ehren­ta­fel des Ers­ten Welt­kriegs ihren Platz im Ver­eins­heim in der Bach­stra­ße und zog, als die­ses auf­ge­ge­ben wur­de, um in das DRK-Haus Hum­boldt­stra­ße 24.1


Die Ehren­ta­fel des DRK Bar­men für die Gefal­le­nen des Zwei­ten Welt­kriegs.

Die Inschrift lau­tet:

Deut­sches
Rotes Kreuz
Män­ner-Bereit­schaft
Wup­per­tal-Bar­men
——
Im Welt­krieg 1939/45 lies­sen
ihr Leben für Hei­mat- und Vater-
land / Unse­re Kame­ra­den
[13 Gefal­le­ne,
3 Ver­miss­te]”

Zur Geschich­te der Bereit­schaft sie­he den Ein­trag zur Ehren­ta­fel des Ers­ten Welt­kriegs.

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Armenpflege-Denkmal (2011)

Anmer­kung: Die­ser Ein­trag wur­de am 23.April 2012 in drei Arti­kel geteilt, sodass nun das Ori­gi­nal von 1903, die Erin­ne­rungs­ta­fel von 1973 und das neue Armen­pfle­ge-Denk­mal von 2011 je einen eige­nen Ein­trag besit­zen. Die­ser Ein­trag wur­de dabei kom­plett neu bear­bei­tet.


“Hül­f­reich und gut” nann­te Neu­mann-Tor­borg sei­nen Ent­wurf, mit dem er 1903 im Wett­be­werb antrat.

1903 stif­te­te die Stadt Elber­feld den Begrün­dern des 50 Jah­re zuvor ein­ge­rich­te­ten Elber­fel­der Sys­tems, einer damals moder­nen Sozi­al­für­sor­ge in der boo­men­den Indus­trie­stadt Elber­feld, das soge­nann­te Armen­pfle­ge-Denk­mal. Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de es zer­stört. Seit 1973 erin­nert eine Bron­ze­ta­fel an der City­kir­che (Kirch­stra­ße) an das zer­stör­te Denk­mal, von dem nur Fotos und ein Bron­ze-Modell, das der Stadt Elber­feld 1903 gestif­tet wur­de, übrig geblie­ben waren.


Das Armen­pfle­ge­denk­mal am 20.06.2011 auf dem Kirch­platz. Im Unter­schied zum Ori­gi­nal ist das Denk­mal heu­te um 180 Grad gedreht.

Weni­ge Mona­te, nach­dem der Elber­fel­der Rit­ter am Rat­haus sei­nen Wie­der­ein­zug gefei­ert hat­te, war der Mäzen und Orga­ni­sa­tor der Spen­den­ak­ti­on, Hans-Joa­chim Cam­p­hau­sen, schon weit in den Pla­nun­gen einer neu­en Rück­kehr. Das Armen­pfle­ge-Denk­mal soll­te wie­der auf­ge­stellt wer­den. Von den benö­tig­ten 175.000€ waren bereits 90% gesam­melt, um die zwei Ton­nen schwe­re Figu­ren­grup­pe wie­der auf sei­nem alten Sockel anzu­brin­gen.1 Vor allem 24 Ein­zel­spen­den2 und eine Spen­de der NRW-Stif­tung Natur, Hei­mat und Kul­tur in Höhe von 10.000€ hal­fen das Pro­jekt zu rea­li­sie­ren.3


Der Gene­ral­an­zei­ger sprach am 26.9.1903 von einer Alle­go­rie der Wohl­tä­tig­keit. (RMK S.138)

Das Denk­mal steht heu­te auf dem acht Ton­nen schwe­ren Ori­gi­nal­so­ckel des Denk­mals von 1903. Die­ser war nach dem Zwei­ten Welt­krieg im Bereich um die City-Kir­che ver­gra­ben wor­den, 1953 kurz wie­der­ent­deckt und erneut ver­gra­ben wor­den. Erst 2003 kam er bei Aus­gra­bun­gen auf dem Kirch­platz in einem ver­schüt­te­ten Kel­ler wie­der zum Vor­schein und wur­de zum Pfle­ge­zen­trum der Dia­ko­nie an der Blank­stra­ße ver­bracht und dort auf­ge­stellt. (Ein Bild davon fin­det sich auf Wiki­pe­dia.) 2011 wur­de er restau­riert, behielt aber eini­ger Narben[3], die von sei­ner Geschich­te zeu­gen. 4


Am 18. Juni 2011 konn­te die neue Figu­ren­grup­pe, die nach his­to­ri­schen Foto­gra­fi­en von der Kunst­gie­ße­rei Kay­ser in Düs­sel­dorf ange­fer­tigt wor­den war, nach einer kur­zen Andacht in der City-Kir­che im Bei­sein von Ober­bür­ger­meis­ter Jung5 auf dem Kirch­platz ein­ge­weiht wer­den.6 Zwei Ur-Enke­lin­nen der geehr­ten Män­ner ent­hüll­ten das Denk­mal von sei­nem wei­ßem Tuch. 7 Im Vor­feld beton­te Cam­p­hau­sen den Sym­bol­wert des Denk­mals: “Das Denk­mal ist ein Bei­spiel für posi­ti­ve Stadt­ge­schich­te. Es steht für das Elber­fel­der Sys­tem aus Mit­ein­an­der, Hil­fe und Ver­ant­wor­tung.“8


Drei Bron­ze­plat­ten schmü­cken den Sockel mit den Reli­efs der Män­ner, die das Elber­fel­der Sys­tem ein­ge­führt hat­ten.

Gus­tav Schlie­per

Dani­el von der Heydt.

David Peters.

Das Ori­gi­nal: Die Inschrift am Gra­nit­so­ckel von 1903

Die his­to­ri­sche Inschrift lau­tet:

Den Begrün­dern der Neu­ord­nung
des Armen­we­sens
in dank­ba­rer Erin­ne­rung
errich­tet von der Stadt
Elber­feld
1853–1903”


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Pallas Athene am Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium

Es war der 2.Mai 1957, als die über­le­bens­gro­ße Bron­ze­sta­tue “Pal­las Athe­ne” von Arno Breker vor dem Wil­helm-Dör­pfeld-Gym­na­si­um zum ers­ten Mal auf­ge­stellt wur­de. Zwei Tage spä­ter nahm die Schu­le bei einer Fei­er­stun­de für ihren Namens­ge­ber Wil­helm Dör­pfeld die Sta­tue in ihre Obhut.Wilhelm Dör­pfeld war selbst Schü­ler des Bar­mer Gyman­si­ums gewe­sen, das 1931 mit dem Elber­fel­der Gym­na­si­um zusam­men­ge­legt wur­de und 1938 sei­nen Namen erhielt.

Arno Brekers Sta­tue für den Neu­bau des Gym­na­si­ums am Johan­nis­berg ging aus einem beschränk­tem Wett­be­werb her­vor, der Metall­bild­hau­er Wer­ner Gabel fer­tig­te die grie­chi­schen Buch­sta­ben am Sockel der Kriegs-, Weis­heits, Stra­te­gie-, Hand­werks und Hand­ar­beits­göt­tin.1


Pal­las Athe­ne

Am 20.März 20032,  der Nacht in der die US-Ame­ri­ka­ner den Krieg gegen den Irak Sad­dam Hus­seins eröff­ne­ten, wur­de die Sta­tue von Unbe­kann­ten vom Sockel gestürzt und dabei beschä­digt. “Weg mit Brekers Kriegs­göt­tin” sprüh­ten die Täter auf den Sockel.3

Eine sehr leb­haf­te  Dis­kus­si­on um die Wie­der­auf­rich­tung der Sta­tue ent­stand. Sie war vor allem durch die tie­fe Ver­bin­dung des in Elber­feld gebo­re­nen Bild­hau­ers Arno Breker zur NS-Dik­ta­tur geprägt. Die Schu­le ent­schied sich nach inten­si­ver Aus­ein­an­derst­zung dazu, die Sta­tue, deren Repa­ra­tur­kos­ten (restau­riert von Mar­tin Möbus) in Höhe von 3000 €4 von einem anony­men Spen­der bezahlt wur­den, wie­der auf­zu­stel­len und mit Hil­fe einer neu­en Tafel die Hal­tung der Schu­le zu erklä­ren. Am 8.April 2005 wur­de die Sta­tu­te nach Schul­schluss ohne Zere­mo­nie auf­ge­stellt.


Seit 2005 ergänzt die­se Tafel die Sta­tue von Arno Breker.

Auf der Tafel ist fol­gen­de Inschrift ange­bracht:

“Pal­las Athe­ne
Von Arno Breker

Kunst­werk und Zeit­do­ku­ment
1956 in einer öffent­li­chen Aus­schrei­bung
der Stadt Wup­per­tal gewähl­ter Ent­wurf
1957 Auf­stel­lung der Plas­tik vor dem
Haupt­ein­gang des Schul­neu­baus
2003 Sockel­sturz als “Breker Sta­tue”
und “Kriegs­göt­tin”
Bera­tung der Schul­ge­mein­de und der
Stadt Wup­per­tal
2005 Wie­der­auf­stel­lung durch die
Stadt Wup­per­tal nach posi­ti­vem Votum
der Schu­le

Leit­ge­dan­ken der Schul­ge­mein­de
Wir distan­zie­ren uns von Brekers Rol­le
als füh­ren­dem Bild­hau­er im NS-Staat.
Wir leh­nen Bil­der­stür­me­rei als Mit­tel geis­ti­ger
und poli­ti­scher Aus­ein­an­der­set­zung ab.
Wir sehen in Athe­ne eine Reprä­sen­tan­tin
der Weis­heit, der Wis­sen­schaf­ten und
der Küns­te, Vor­bild auch für das Ler­nen
in der Schu­le.
Wir ver­ste­hen die Dar­stel­lung der Athe­ne
als Sym­bol für das zeit­über­grei­fen­de
geis­ti­ge Erbe der Anti­ke, nicht für die
zeit­ge­bun­de­ne Wehr­haf­tig­keit der
der Stadt­göt­tin Athens.
Wir schät­zen “die Athe­ne” als Wahr­zei­chen
unse­rer Schu­le.
Wir erken­nen in dem Kunst­werk auch ein
Zeit­do­ku­ment, das Schu­le und Öffent­lich-
keit zum Nach­den­ken über das Ver­hält­nis
von Kunst, Moral und Poli­tik auf­for­dert.”

Pal­las Athe­ne ist heu­te Teil des Skulp­tu­ren­parks Johan­nis­berg.


Posi­ti­on des Kunst­werks auf der Kar­te


Wei­ter­füh­ren­de Links
Stamm­baum des Wil­helm-Dör­pfeld-Gym­na­si­ums Wup­per­tal auf wdg.de
Restau­rie­rung der Pal­las Athe­ne
Wal­ter Grass­kamp im Gespräch mit dem Deutsch­land­ra­dio (28.06.2004)
Ste­fan Kol­de­hoff: Hit­lers Super­männ­chen, Süddeutsche.de (18.07.2006)
Antrag der PDS zur Nicht­wie­der­auf­stel­lung der Sta­tue im Rat der Stadt (21.02.2005)(PDF)
Vor­la­ge Kul­tur­aus­schuss zur Wie­der­auf­stel­lung der Sta­tue (09.06.2004)(PDF)
Anla­ge mit Schul­vo­tum der Schul­kon­fe­renz und aus­führ­li­cher Begrün­dung für die Sit­zung des Kulurauschusses(PDF)

Kriegerdenkmal der Siedlung Metzmachersrath

Im Nor­den des Katern­bergs liegt ober­halb der Nevi­geser Stra­ße und des West­fa­len­we­ges die Sied­lung Metz­ma­chers­rath. Sie ent­stand vor dem Zwei­ten Welt­krieg als “SA-Dank­op­fer-Sied­lung” und war für die Män­ner (und ihre Fami­li­en) der SA, der SS, des NSKK (Natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Kraft­fahr­korps), Poli­ti­sche Lei­ter und fünf Kriegs­be­schä­dig­te des Ers­ten Welt­kriegs gedacht. “Ver­dien­te Kämp­fer” der NSDAP und Kin­der­rei­che erhiel­ten den Vor­zug zum Erhalt eines Hau­ses. Mit Beginn des Zwei­ten Wel­kriegs, indem die Hälf­te der hier woh­nen­den und ein­ge­zo­ge­nen Fami­li­en­vä­ter fiel, wur­den die Häu­ser bezugs­fer­tig.

Am 1. August 1953, einem Sams­tag, weih­te man in der Sied­lung einen Gedenk­stein ein, mit dem den Gefal­le­nen und Ver­miß­ten gedacht wer­den soll­te.


Das Krie­ger­denk­mal der Sied­lung Metz­ma­chers­rath.

Die Ent­hül­lungs­fei­er wur­de von der Stadt­ka­pel­le Nevi­ges und dem Män­ner­chor Glo­cke-Gren­ze beglei­tet, zahl­rei­cher Brief­tau­ben stie­gen in den Him­mel und wäh­rend einer Gedenk­mi­nu­te wur­den die Namen der Toten vor­ge­le­sen.1

 Die Inschrift der Bron­ze­ta­fel lau­tet schlicht:
“Unse­ren
Gefal­le­nen
und Ver­miss­ten
zum Geden­ken

1939–1945”


Wanderer mit Laute

Wan­de­rer mit Lau­te

1933 schenk­te der Bür­ger­ver­ein der äuße­ren Süd­stadt (heu­te Bür­ger­ver­ein der Elber­fel­der Süd­stadt e. V.) der Stadt eine Stein­skulp­tur namens “Heim­zie­hen­der Wan­der­vo­gel”, die Wilhlem Koop­mann aus Stein geschaf­fen hat­te. Sie wur­de am Sand­hof auf­ge­stellt und 1949 wur­de die­se zer­stört.


Zum 25jährigen Jubi­lä­um der Stadt Wup­per­tal ent­schloss man sich des­halb der Stadt erneut einen “Wan­de­rer” zu schen­ken, dies­mal aus Bron­ze. Ange­fer­tigt wur­de sie von Harald Schmahl und am 31.Juli 1954 ent­hüllt. Der Vor­sit­zen­de des Bür­ger­ver­eins, Rechts­an­walt Hüner­bein, Bür­ger­meis­ter Kem­per, Stadt­di­rek­tor Goe­ke und SGV-Gau­we­ge­wart Arn­holt waren zur Fei­er gekom­men und spra­chen. Seit­dem steht der 1,84m gro­ße Wan­de­rer tag­aus, tag­ein ober­halb des Kreis­ver­keh­res am Sand­hof und bewegt sich trotz sei­nes Namens nicht.1


Posi­ti­on des Kunst­werks auf der Kar­te


Neu auf Denkmal Wuppertal: Stadtschmuck

Ich habe mich ent­schie­den, genau­er zwi­schen Denk­mä­lern und “Stadt­schmuck” zu unter­schei­den. Des­halb habe ich eine neue Sei­te “Stadt­schmuck” ange­legt, auf der ich in Zukunft Tür­me, Brun­nen, Skulp­tu­ren, Plas­ti­ken und Reli­efs vor­stel­len wer­den. Die­se Objek­te haben auch eine eige­ne Kar­te bekom­men, wo sie dann gesam­melt wer­den. Der Todes­en­gel an der Otten­bru­cher Stra­ße  und das Bron­ze­re­li­ef: Jesus heilt ein miß­han­del­tes Tier sind bereits von den Denk­mä­lern zum Stadt­schmuck gewan­dert. Der Schwer­punkt liegt zwar in den nächs­ten Mona­ten wei­ter auf den Denk­mä­lern, doch ich wer­de zwi­schen­durch auch immer wie­der Schmü­cken­des vor­stel­len. Mor­gen, das ver­ra­te ich schon ein­mal, gibt es den Wan­de­rer mit Lau­te.