Krieger-Ehrentafel der Ronsdorfer Landwehrvereine

Am Abend des 20. Novem­ber 1926 ver­sam­mel­ten sich die Land­wehr­ver­ei­ne Rons­dorfs und der Umge­bung im Rats­kel­ler des alten Rons­dor­fer Rat­hau­ses, um dort eine Ehren­ta­fel für die Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­krie­ges ein­zu­wei­hen. Ihr Ver­bleib ist unbe­kannt.1 Die bei Mey­er-Kahr­weg genann­te Quel­le: “GA, 22.11.1926, Aus­ga­be Ber­gisch Land” ent­hält kei­nen Hin­weis auf die Ein­wei­hung.

Gedenktafel für Gerhard August Fischer

Im Jahr 1926 ließ der Ber­gi­sche Archi­tek­ten­ver­ein aus Anlass sei­nes 20jährigen Bestehens am Haus an der Ecke Gewer­be­schul­stra­ße und Loui­sen­stra­ße (heu­te: An der Berg­bahn) eine Ehren­ta­fel für den Archi­tek­ten Ger­hard August Fischer anbrin­gen. Ent­wor­fen wur­de sie von sei­nem Sohn Richard Fischer, der sie auch mit Hil­fe eines Kol­le­gen der Gewer­be­schu­le in Bron­ze goss. Auf erha­be­ner Schrift stan­den da, so ver­mu­tet Ruth Mey­er-Kahr­weg, etwa fol­gen­de Wor­te:


Der Ber­gi­sche Archi­tek­ten-
ver­ein
sei­nem Ehren­mit­glied,
dem Erbau­er von Schloss Burg

Ger­hard August Fischer”


Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de das Haus zer­stört und die Ehren­ta­fel an der Rui­ne spä­ter ent­fernt.


Die­se Ansichts­kar­te zeigt die Loui­sen­stra­ße, heu­te “An der Berg­bahn”, ober­halb der Ein­mün­dung in die Gewer­be­schul­stra­ße. Links ist das Haus Ger­hard August Fischers zu sehen, an dem die Ehren­ta­fel 1926 ange­bracht wur­de, dar­über befin­det sich das Haus des Soh­nes Richard Fischer. Der Ein­gang zum Haus des Vaters befand sich an der Gewer­be­schul­stra­ße.

Der Geehr­te wur­de am 29. Novem­ber 1833 in einem Dorf in der Nähe des heu­ti­gen Dort­mun­der Stadt­teils Apler­beck gebo­ren. Der Sohn eines Berg­manns erlern­te zunächst das Mau­rer­hand­werk und übte sich neben­bei im Zeich­nen. Nach Abschluss sei­ner Leh­re besuch­te er für ein Jahr die Gewer­be­schu­le in Hagen und kam 1854 zum Büro des Bar­mer Stadt­bau­meis­ters Bür­kner. Kur­ze Zeit spä­ter ver­ließ die­ser Bar­men, Fischer wech­sel­te dar­auf­hin zum Bau­meis­ter Heyden nach Unt­er­bar­men und ent­deck­te sei­ne Lie­be zur Gotik. 1857 begann er im Früh­jahr eine sie­ben Mona­te dau­ern­de Rei­se durch Nord- und Ost­deutsch­land und besuch­te Han­no­ver, Bre­men, Ham­burg, Lübeck, Meck­len­burg, Pom­mern, Dan­zig und Königs­berg. Von dort kam er über Polen, Schle­si­en und Sach­sen nach Kas­sel, wo er ein hal­bes Jahr im Ate­lier des ange­se­he­nen Archit­ke­ten Unge­wit­ter arbei­te­te. Anschlie­ßend mach­te er sich selbst­stän­dig und bau­te als Archi­tekt vor allem Kir­chen. 1860 kehr­te er nach Bar­men zurück, um den Erwei­te­rungs­bau der Kir­che St. Anto­ni­us nach den Plä­nen von Vin­cenz Statz zu lei­ten. Von da an blieb er den Rest sei­nes Lebens im Wup­per­tal und bau­te und erwei­ter­te Kir­chen, Pfarr­häu­ser und Kran­ken­an­stal­ten, so schuf er unter ande­rem die Kir­chen in Düs­sel (1888/1889) und Min­tard (1890). Sein bekann­tes­tes Pro­jekt war aber der Wie­der­auf­bau von Schloss Burg, den er ver­such­te mög­lichst authen­tisch zu gestal­ten, um ein Leben auf der mit­tel­al­ter­li­chen Burg ver­mit­teln zu kön­nen.

Lud­wig Fah­ren­krog, Kunst­pro­fes­sor an der Kunst­ge­wer­be­schu­le, beschrieb Ger­hard August Fischer als beschei­den, vor­ur­teils­frei, hilfs­be­reit, freund­lich und humor­voll. Am 11. Novem­ber 1906 starb er und wur­de auf dem Fried­hof am Nor­ren­berg bestat­tet.1

Figuren von Mars und Venus am Planetarium

Das Bar­mer Pla­ne­ta­ri­um mit sei­ner mar­kan­ten Kup­pel, der Ein­gang wur­de von zwei Sta­tu­en “Mars” und “Venus” flan­kiert. Post­kar­ten­samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum.

Das Bar­mer Pla­ne­ta­ri­um in den Bar­mer Anla­gen wur­de am 18.Mai 1926 eröff­net und setz­te als ers­tes sei­ner Art einen neu­ar­ti­gen opti­schen Pro­jek­ti­ons­ap­pa­rat der Fir­ma Carl Zeiss ein, des­sen Pro­to­typ spä­ter im Deut­schen Muse­um in Mün­chen stand. Im Herbst 1924 hat­ten sich Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Hart­mann und der Bei­geord­ne­te Prof. Dr. Greß­ler die­sen Pro­to­typ im Pla­ne­ta­ri­um auf dem Gelän­de der Zeiss-Wer­ke ange­se­hen und emp­fah­len der Stadt­verod­ne­ten-Ver­samm­lung dar­auf­hin die Anschaf­fung eines Pla­ne­ta­ri­ums. Der Bau und die Ein­rich­tung schlu­gen mit 350.000 RM zu Buche und wur­de trotz der wirt­schaft­li­che schwie­ri­gen Lage nach der galop­pie­ren­den Infla­ti­on von 1923 durch­ge­führt. Nach­dem nach eini­ger Dis­kus­si­on auch ein Stand­ort gegen­über der Stadt­hal­le in den Bar­mer Anla­gen gefun­den wur­de, konn­te der Bau begin­nen. Es fass­te mit sei­ner 1000 km² gro­ßen Kup­pel 600 Besu­cher und wur­de nur vom Düs­sel­dor­fer Pla­ne­ta­ri­um über­trof­fen.1


Ansicht des Ein­gangs des Pla­ne­ta­ri­ums. Ent­nom­men aus: Deutsch­lands Städ­te­bau, Bar­men, bear­bei­tet und her­aus­ge­ge­ben im Auf­trag des Ober­bür­ger­meis­ters vom Bei­geord­ne­ten Stadt­bau­rat Köh­ler, 3.Auflage, 1928, S. 112.

Auf­grund der Hang­lan­ge muss­te der Ein­gang über meh­re­re Trep­pen erschlos­sen wer­den, an deren Ende zwei Sta­tu­en des in Elber­feld gebo­re­nen und in Ber­lin leben­den Bild­hau­ers Paul Wyn­and ihren Platz fan­den. Die über­le­bens­gro­ßen Figu­ren aus Muschel­kalk stell­ten Mars und Venus dar.2


Foto­gra­fie der Venus. Ent­nom­men aus: Deutsch­lands Städ­te­bau, Bar­men, bear­bei­tet und her­aus­ge­ge­ben im Auf­trag des Ober­bür­ger­meis­ters vom Bei­geord­ne­ten Stadt­bau­rat Köh­ler, 3.Auflage, 1928, S. 113.

Beim Luft­an­griff auf Bar­men in der Nacht auf den 30.Mai 1943 wur­de das Gebäu­de schwer beschä­digt und 1955 wur­de die Rui­ne abge­bro­chen. Mit dem Pla­ne­ta­ri­um wur­den auch die Figu­ren zer­stört.3

Seit 1997 erin­nert ein Gedenk­stein an das Pla­ne­ta­ri­um, im ent­spre­chen­den Ein­trag wird die Geschich­te des Pla­ne­ta­ri­ums etwas aus­führ­li­cher dar­ge­stellt.

Posi­ti­on der Kunst­wer­ke auf der Kar­te


Denkmal zur Erinnerung an die Befreiungskriege

Peter de Weerth (1767–1855) — Mit­glied des Elber­fel­der Stadt­rats und der in Wup­per­tal bekann­ten Fami­lie de Weerth, Stif­ter des Deweerth­schen Gar­tens — ent­schloss sich im Jahr 1815, nach dem Ende der Napo­leo­ni­schen Krie­ge und dem Beginn der Restau­ra­ti­on, den “gro­ßen Welt­ver­än­de­run­gen […] ein Denk­mahl [sic!] zu set­zen.” Dazu erhielt er am 1.März 1815 vom Düs­sel­dor­fer Bau­meis­ter Peter Cre­mer den Ent­wurf des Denk­mals und ließ ihn dann durch den Bild­hau­er Ger­hard Holt­kott aus­füh­ren. “In den ers­ten Tagen des Mona­ths [sic!] Sep­tem­ber 1815” wur­de das Denk­mal im pri­va­ten Gar­ten der Fami­lie an der Lui­sen­stra­ße errich­tet.1[1]


Foto­gra­fie des Denk­mals zur Erin­ne­rung an die Befrei­ungs­krie­ge (Datum unbe­kannt). Ver­mut­lich auf­ge­nom­men nach 1926, als der Deweerth­sche Gar­ten der Öffent­lich­keit zugän­gig gemacht wur­de. Im Hin­ter­grund ist die heu­te noch an die­sem Ort ste­hen­de Vil­la Froh­wein (s.Wikipedia) zu sehen. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 2.11.5

Das Denk­mal bestand aus einem Block aus Zie­gel­stei­nen, in deren ers­ter Rei­he laut Peter de Weerth mit­tig eine Glas­fla­sche mit Doku­men­ten zur Erklä­rung des Denk­mals und Doku­men­te des
Zeit­ge­sche­hens ein­ge­mau­ert wur­de. An der Außen­sei­te befan­den sich je vier Stein­plat­ten, die oben mit vier kup­fer­nen Ankern ver­bun­den waren. Auf ihnen befan­den sich Emble­me und Inschriften.1926 kam das Denk­mal in den Besitz der Stadt Elber­feld (zusam­men mit dem Deweerth­schen Gar­ten). 1948 ent­schloss man sich es zu ent­fer­nen, da es der Ver­brei­te­rung der
Lui­sen­stra­ße im Weg stand. Dabei fand die aus­füh­ren­de Fir­ma Hugo Wes­sel­mann die angeb­li­che Glas­fla­sche nicht, dafür aber eine Mün­ze, Medail­len und eine Plat­te mit der Inschrift:

Die­ses Denk­mal wur­de
gesetzt im August 1815
von Peter de Weerth“2[2]


Foto­gra­fie des Denk­mals, auch hier ist das Auf­nah­me­da­tum unbe­kannt. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/8/52

Peter de Werth beschrieb die Emble­me und Inschrif­ten in sei­nen pri­va­ten Auf­zeich­nun­gen fol­gen­der­ma­ßen:

“1
den Jah­res­tag der
Leip­zi­ger Völ­ker­schlacht
ein strah­len­des, all­se­hen­des Auge
1815
18.October
Gott
Vater­land
Freyheit2
zum Andenken
der Gefal­le­nen
ein Eichen­kranz
Den Hel­den
des Vaterlands3
Tag und Jahr
des Pari­ser
Frie­dens als
End­punkt der
Völ­ker­schlacht
————
Ein strah­len­der
Stern
1814
Dank dem
Ewigen4
Ende des Kon­gres­ses und
Welt­frie­dens
des­sen Tag und
Jahr noch unbe­stimmt
Ein Anker mit
Öhl­zweig
1815
Kraft
und
Dau­er“3

Sie­he auch: Gedenk­stein für Peter de Weerth


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


 

Zwei Säulen des alten Barmer Rathauses

Ehe­mals Teil des Bar­mer Rat­hau­ses, heu­te am Nord­park.

1797 ließ sich Fried­rich Bredt am Werth in Bar­men ein Pri­vat­haus im ita­lie­ni­schen Stil errich­ten. 1825 erwarb die Stadt Bar­men das Haus von des­sen Schwie­ger­sohn, dem Frei­herrn von Car­nap, und rich­te­te dort ihr Rat­haus ein. 1908 schließ­lich leg­te man in Anwe­sen­heit des Kron­prin­zen­paa­res den Grund­stein zum Bau des heu­ti­gen Rat­hau­ses in Bar­men, auf des­sen Vor­platz das Haus Bredts einst stand. Wäh­rend der Bau­zeit von 1913–1921 wur­de die Vil­la Bredts Stück für Stück ent­fernt, zuletzt blie­ben noch die vier Säu­len des Ein­gangs übrig, von denen zwei 1926 auf Anre­gung des Stadt­bau­rats Hein­rich Köh­ler an der Wet­ti­ner Stra­ße und an der Melan­chthon­stra­ße auf­ge­stellt wurden.“Die zier­li­chen Sand­stein Säu­len, deren Schäf­te in den bei­den obe­ren Drit­teln kan­ne­liert sind [Aus­keh­lung eines Objek­tes mit senk­rech­ten, kon­ka­ven Fur­chen, Anm.] und gleich einer ioni­schen Säu­le in Volu­ten [frz. (abge­lei­te­tet) Aus­druck für eine Schne­cken­form, Anm.] enden, tru­gen […] den Altan [offe­ne, auf Stüt­zen oder Mau­ern ruhen­de Platt­form in einem Ober­ge­schoss eines Gebäu­des, Anm.] des alten Bar­mer Rat­hau­ses”, erklärt Ruth Mey­er-Kahr­weg in ihrem Stan­dard­werk Denk­mä­ler, Brun­nen und Plas­ti­ken in Wup­per­tal.1


Die Säu­le an der Grün­an­la­ge Wettiner/Hohenzollern Str. (Hal­te­stel­le Toel­le­turm)

Ergän­zung vom 25.10.2011:


Auf die­sem Bild des alten Bar­mer Rat­hau­ses kann man die Säu­len und den Altan des Gebäu­des erken­nen. Davor steht das Bar­mer Bis­marck-Denk­mal, wel­ches beim Neu­bau zur Ruh­mes­hal­le umzog. Ent­nom­men aus: West­deut­sche Zei­tung vom 21.02.1996. Das Bild ist in der Über­schrift auf das Jahr 1900 datiert.

Posi­ti­on der Säu­le auf den Süd­hö­hen


Posi­ti­on der Säu­le am Nord­park


Johannes-Langermann-Denkmal

Am Höhen­weg in den Bar­mer Anla­gen weih­te der Pro­vin­zi­al­ver­band Rhein­land des Deut­schen Leh­rer­ver­bands am 9.April 1926 das von Prof. Peter Klotz­bach gestal­te­te Denk­mal für den ver­stor­be­nen Kol­le­gen Johan­nes Lan­ger­mann ein. Jener Lan­ger­mann, gebo­ren am 24.Oktober 1848 in Broock, voll­ende­te 1878 das Leh­rer-Semi­nar und arbei­te­te von 1880 bis 1906 in Bar­men. Der enga­gier­te Leh­rer wur­de zum Schul­re­for­mer und träum­te von einer Schu­le, in der die Schü­ler frei die eige­ne Per­sön­lich­keit ent­wi­ckeln könn­ten, ohne dass Staat oder Kir­che in die Erzie­hung ein­grif­fen. Er sah es als Auf­ga­be des Leh­rers an, die Talen­te eines Kin­des zu för­dern und zu ent­wi­ckeln. Sei­ne Ide­en brach­ten ihm zahl­rei­che Anhän­ger auch im fer­nen Aus­land ein, so sand­te ihm der japa­ni­sche Kul­tus­mi­nis­ter, der in Deutsch­land stu­diert hat­te, um 1900 ein wert­vol­les Schwert. Sein Erzie­hungs­prin­zip for­mu­lier­te Lan­ger­mann in knap­pen The­sen:


“Nicht Stoff­an­häu­fung — son­dern Kraft­ent­wick­lung
nicht Wis­sen — son­dern Kön­nen
nicht Zwang  — son­dern frei­es, freu­di­ges Wol­len
nicht Kon­kur­renz — son­dern Ergän­zung
nicht Iso­lie­rung — son­dern orga­ni­sche Ein­glie­de­rung
nicht Ler­nen zu Prü­fungs­zwe­cken — son­dern Erle­ben zum Zweck des Lebens.“1

Lan­ger­mann bekam nach 1906 die Mög­lich­keit sei­ne Ide­en in Darm­stadt (Stein-Fich­te-Schu­le) und Oberst­dorf (Stil­lach-Schu­le) zu ver­wirk­li­chen. Er starb am 28.Juli 1923 und wur­de in Lüden­scheid bei­gesetzt, wo ihm der West­fä­li­sche Leh­rer­ver­ein zu sei­nem 100.Geburtstag 1948 auf Berg­fried­hof ein Grab­mal errich­te­te.


Das Lan­ger­mann-Denk­mal. Heu­te fehlt eine halb­kreis­för­mi­ge Mau­er, die den Denk­mal­platz nach hin­ten abschloss.

Das Denk­mal besteht aus einem Stein­wür­fel auf einem klei­nen, run­den Platz. Über der Inschrift­ta­fel befand sich bis zum Zwei­ten Welt­krieg ein Bron­ze­bild­nis Lan­ger­manns von Wil­helm Koop­mann. Am 1.April 1951 konn­te das Denk­mal erneut ein­ge­weiht wer­den, nach­dem die Kriegs­schä­den besei­tigt wor­den waren. Im Herbst 1985 erneu­er­te der Bar­mer Ver­schö­ne­rungs­ver­ein die ver­wit­ter­te Inschrift­ta­fel und änder­te die­se dabei leicht ab.


Die Inschrift seit 1985.

Die alte Inschrift lau­te­te:

“Joh.Langermann
Volks­ge­sun­dung
durch Erzie­hung
Lie­be zur Jugend
Lie­be zu allen
Kin­dern unse­res Vol­kes
Stein — Pes­ta­loz­zi — Fich­te”
Heu­te lau­tet die Inschrift:
“Johan­nes
Lan­ger­mann
1848–1923
Volks­ge­sun­dung
durch Erzie­hung
Lie­be zur Jugend
Lie­be zu allen
Kin­dern des Vol­kes
Stein — Pes­ta­loz­zi — Fich­te“2

Friedrich-Ebert-Denkmal auf der Hardt

Fried­rich Ebert — Satt­ler, SPD-Vor­sit­zen­der und ers­ter Reichs­prä­si­dent der Wei­ma­rer Repu­blik — starb am 28.Februar 1925 in Ber­lin. Ein Jahr danach, am Volks­trau­er­tag des Jah­res 1926, wur­de auf der Hardt in der Nähe der dama­li­gen Gärt­ne­rei und der heu­ti­gen Gewächs­häu­ser ein Denk­mal zu sei­nen Ehren errich­tet. Die ursprüng­li­che Inschrift lau­te­te:


“Dem ers­ten Prä­si­den­ten
der Deut­schen Repu­blik
Fried­rich Ebert
Des Vol­kes Wohl
Mei­ner Arbeit Ziel
28.Februar 1925”
Fried­rich-Ebert-Denk­mal am west­li­chen Ende der Reichs­al­lee

Das Denk­mal besteht aus einem Gra­nit­find­ling aus dem Fich­tel­ge­bir­ge, 100 Zent­ner schwer und 3,05 Meter hoch und einem Bron­ze­re­li­ef von 50cm Durch­mes­ser, das der Elber­fel­der Bild­hau­er Wil­helm Koop­mann anfer­tig­te. 1933 wur­de es zer­stört und am 10.August 1946 weih­te man ein neu­es Reli­ef, dies­mal von Edu­ard Don­ner­schell gefer­tigt, ein. Seit­dem lau­tet die Inschrift bis heu­te:

Reichs­prä­si­dent
Fried­rich Ebert”

Noch zwei­mal wur­de das Reli­ef gestoh­len, Ende Mai 1987 und am 16.November 1987, bei­de Male konn­te das Reli­ef ersetzt wer­den, da das Ori­gi­nal-Gips­mo­dell noch exis­tier­te.


Fried­rich-Ebert-Denk­mal auf der Hardt

Fried­rich Ebert selbst war das Tal der Wup­per nicht unbe­kannt, im Gegen­teil. 1891 übte er hier sei­nen Beruf aus und war Schrift­füh­rer des Satt­ler­ver­ban­des. 1912 wur­de er als sozi­al­de­mo­kra­ti­scher Abge­ord­ne­ter der Wahl­krei­se Bar­men und Elber­feld in den Ber­li­ner Reichs­tag ent­sandt. Aus einer sei­ner Wahl­re­den im Elber­fel­der Tha­lia-Thea­ter zitiert ihn Ruth Mey­er-Kahr­weg mit den Wor­ten:1


“Lang genug ist das Volk Amboß gewe­sen, es wird Zeit, daß es Ham­mer wird,
daß es selbst sei­ne Geschi­cke in die Hand nimmt”.

Ehrentafel für die Gefallenen der lutherischen Gemeinde Wichlinghausen


Am 28.Februar 1926 wur­de an der Fried­hofs­ka­pel­le des luthe­ri­schen Fried­hofs in Wich­ling­hau­sen eine Gedenk­ta­fel für die Gefal­le­nen der Kir­chen­ge­mein­de ein­ge­weiht. Her­ge­stellt wur­de sie von Prof. Peter Klotz­bach und finan­ziert wur­de sie durch Spen­den der Gemein­de. Die Samm­lung begann bereits im Jahr 1922 und neben Spen­den wur­de auch mit Kon­zer­ten, z.B. des Wich­ling­hau­ser Gesang­ver­eins, um finan­zi­el­le Mit­tel gewor­ben. Im Gie­bel zeigt sie das Eiser­ne Kreuz und Eichen­laub, an den Sei­ten wird die Tafel von Pflan­zen umrank­ten Schwer­tern flan­kiert. In der Inschrift heißt es unter einem mit Laub bekränz­ten Stahl­helm:


Ihren im Welt­krie­ge
1914–1918
gefal­le­nen Söh­nen
zum Gedächntis
die dank­ba­re Gemein­de
Wich­ling­hau­sen”



700–800 Gefal­le­ne hat­te die Gemein­de im Osten des Wup­per­tals zu betrau­ern, deren Namen zusam­men mit Geburts-, Todes­tag und Ster­be­ort in einem Gedächt­nis­buch ver­zeich­net wur­den.1


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Kriegerdenkmal auf dem lutherischen Friedhof in Ronsdorf

Das frü­hes­te Denk­mal zu Ehren der Gefal­le­nen wur­de in Rons­dorf auf dem luthe­ri­schen Fried­hof errich­tet. Das aus einem Find­ling mit Ehren­ta­fel und einem klei­nen Grä­ber­feld bestehen­de Denk­mal wur­de am 12. Dezem­ber 1926 ein­ge­weiht. Pfar­rer Schoen zeich­ne­te für die Gedenk­re­de ver­ant­wort­lich, der luthe­ri­sche Kir­chen­chor und der Müh­ler Posau­nen­chor sorg­ten für die musi­ka­li­sche Beglei­tung. Der Bei­geord­ne­te O.J. Ben­ning­ho­ven leg­te als Ver­tre­ter von Stadt und Bür­ger­schaft einen Kranz nie­der.


Das Denk­mal mit schnee­be­deck­ten Grä­bern

Die Gedenk­ta­fel

Die Tafel auf dem Find­ling aus Grau­wa­cke, der aus einem Bey­en­bur­ger Stein­bruch stammt, ver­zeich­net fol­gen­de Inschrift:

Unse­ren
Gefal­le­nen Brü­dern
in Dank­bar­keit
1914–1918
Die
luthe­ri­sche
Kir­chen­ge­mein­de
2.Sam 1 v.27

In der Bibel heißt es bei 2.Sam 1 v.27:

Wie sind die Hel­den gefal­len und die Streit­ba­ren umge­kom­men!”


 

Grä­ber­feld und Denk­mal für die Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­kriegs auf dem luthe­ri­schen Fried­hof

Eini­ge der Grab­stei­ne, sind, so wie die­ser, schon sehr ver­wit­tert, so dass die Schrift kaum noch les­bar ist.

Die­ser Grab­stein hin­ge­gen wur­de offen­sicht­lich erneu­ert. Er zeigt die typi­schen Merk­ma­le der Inschrif­ten auf: Rang, Name, Ein­heit, Geburts­da­tum und -ort, Todes­da­tum und -ort.

Vie­le der ins­ge­samt 36 Gefal­le­nen sind erst nach dem Krieg  gestor­ben, ande­re sind schon sehr früh gestor­ben, im Sep­tem­ber 1914. Fast alle Sol­da­ten sind in Deutsch­land gestor­ben, ver­mut­lich in Laza­ret­ten, wie Köln, Crefeld oder Ratin­gen.1

Ergän­zung vom 14. März 2012:

Bereits 1935 erfuhr das Grä­ber­feld eine Sanie­rung. Eini­ge Grä­ber hat­ten sich gesenkt, Inschrif­ten waren bereits ver­bli­chen und die Bepflan­zung nicht mehr anspre­chend. Der Kir­chen­vor­stand und die Orts­grup­pe des Volks­bunds deut­sche Kriegs­grä­ber­für­sor­ge ent­schei­den sich für eine Neu­an­la­ge. Die Wege wur­den neu gestal­tet und mit Splitt ver­se­hen, die Grab­stei­ne erhiel­ten eine Band­ei­sen­ein­fas­sung und neue Efeu­pflan­zen wur­den ange­bracht. Durch Umbet­tun­gen konn­te man zwei wei­te­re Krie­ger­grä­ber anle­gen. Die Inschrif­ten wur­den erneu­ert und man plan­te eine Gedenk­fei­er zur Neu­ein­wei­hung der Ehren­grä­ber.2

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


 

Kriegerdenkmal auf dem Elberfelder Ehrenfriedhof

Der Elber­fel­der Ehren­fried­hof  wur­de schon im Novem­ber 1914 ein­ge­rich­tet und war für 150 Grab­stel­len vor­ge­se­hen. Bereits im Dezem­ber 1914 fand der ers­te Gefal­le­ne hier sei­ne letz­te Ruhe­stät­te. In den fol­gen­den Jah­ren muss­te der Fried­hof jedes Jahr erwei­tert wer­den.


Das eige­ne Grab als Trost auf einer Pro­pa­gan­da-Post­kar­te des Ver­eins Kriegs­hil­fe Elber­feld. Ger­ma­nia und der Reichs­ad­ler bekrän­zen das Grab des hel­den­haft Gefal­len mit einem Lor­beer-Kranz. Die Rea­li­tät sah bekannt­lich in den meis­ten Fäl­len anders aus. (Bild ergänzt am 28.12.2013)

Der Fried­hof liegt am Hang des Kies­bergs, unweit des Königs­hö­her Wegs, hin­ter einem Obe­lis­ken, der 1913 zur Erin­ne­rung an die Befrei­ungs­krie­ge gegen Napo­le­on 1813 auf­ge­stellt wur­de. Von dem Obe­lis­ken konn­ten man frü­her wahr­schein­lich wun­der­bar über die Stadt gucken. Heu­te ver­hin­dern vie­le Bäu­me aller­dings einen unge­trüb­ten Blick ins Tal. Eini­ge his­to­ri­sche Auf­nah­men zei­gen die Ent­wick­lung des Fried­hofs, des­sen Grab­stel­len anfangs noch mit Holz­schil­dern gekenn­zeich­net waren.


Der Ehren­fried­hof auf einer unda­tier­ten Post­kar­te. Der Sol­dat im Bild trägt noch die Pickel­hau­be, die 1915 aus dem Kriegs­ein­satz an der Front ent­fernt und 1916 im gesam­ten Heer durch den Stahl­helm ersetzt wur­de. Post­kar­ten­samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum (Bild hin­zu­ge­fügt am 27.12.2011)

Der Ehren­fried­hof mit den ers­ten Grab­stel­len. Post­kar­ten­samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum (Bild hin­zu­ge­fügt am 27.12.2011)

Der Ehren­fried­hof ver­mut­lich gegen Ende des Krie­ges oder sogar danach. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/19/12 (Bild hin­zu­ge­fügt am 27.12.2011)

Ein Schutz­haus am obe­ren Ende des Ehren­fried­hofs. Es exis­tiert heu­te nicht mehr. Da die Mau­er, die den Ehren­fried­hof umfrie­det, fer­tig zu sein scheint, ent­stand das Bild ver­mut­lich nach 1919. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum 010/19/13 (Bild hin­zu­ge­fügt am 27.12.2011)

Wenn man am unte­ren Ein­gang des Fried­hofs steht, bie­tet sich einem fol­gen­des Bild: Lin­kus und rechts füh­ren zwei Wege um eine gro­ße Lich­tung hoch zum Krie­ger­denk­mal am obe­ren Ende des Fried­hofs. Die Wege sind gesäumt von Grab­stel­len.

Auf dem  Ehren­fried­hof lie­gen heu­te 546 gefal­le­ne Sol­da­ten, davon sind 416  gebo­re­ne Elber­fel­der und 13 Aus­län­der. Die Fried­hofs­be­stim­mun­gen sahen vor, dass fol­gen­de Gefal­le­ne dort bestat­tet wer­den konn­ten: im Fel­de gefal­le­ne Elber­fel­der, in Elber­fel­der Laza­ret­ten Ver­stor­be­ne, Kriegs­in­va­li­den und Gefal­le­ne der Feind­staa­ten. Alle Fran­zo­sen und Eng­län­der, die dort ein­mal bestat­tet waren, wur­den nach dem Krieg wie­der in ihre Hei­mat über­führt.


Plan des Ehren­fried­hofs, ange­fer­tigt im April 1921. Ent­nom­men aus: Deutsch­lands Städ­te­bau, Elber­feld, bear­bei­tet und her­aus­ge­ge­ben von Stadt­bau­rat Koch, “DARI”, Ber­lin 1925, S.43. (Plan ergänzt am 07.09.2012)

Blick auf den Ehren­fried­hof vom “lin­ken” Weg.

Am Ran­de des Ehren­fried­hofs gibt es eine klei­ne Beson­der­heit. Auf einer Mau­er, abge­trennt vom Ehren­fried­hof, ste­hen vier Grab­stei­ne mit Namen aus dem sla­wi­schen Sprach­raum. Was es wohl mit die­sen Män­nern auf sich hat­te?

Das Denk­mal und die Grab­stei­ne erin­nert an die Opfer des Kapp-Put­sches.

Man kann den Unter­schied zwi­schen den Grab­stei­nen gut erken­nen. Den­noch die Grab­stei­ne auf dem Ehren­fried­hof noch ein­mal von nahem:

Links im Bild der pro­vi­so­ri­sche Grab­stein des Gra­bes von Paul Heeks auf einer Post­kar­te. (Bild ergänzt am 30. Mai 2015, Thanks to for­scher from findagrave.com)

Die Grab­stei­ne sind Eiser­nen Kreu­zen nach­emp­fun­den und sehr schlicht gestal­tet, im Ver­gleich zu denen auf dem Ehren­fried­hof Bar­men. Genannt wer­den Name, Dienst­grad und Lebens­da­ten.

Das Krie­ger­denk­mal wur­de 1926 ein­ge­weiht, nach­dem man 1921 den Beschluss zur Errich­tung in der Elber­fel­der Stadt­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung gefasst hat­te. Nach zwei Wett­be­wer­ben mit 255 und 22 Ein­sen­dun­gen ent­schied man sich 1922 für den Ent­wurf des in Elber­feld gebo­re­nen Archi­tek­ten H. Rudolph Jaobs und des Ham­bur­ger Bild­hau­ers Wil­helm Rex. Die Kos­ten betru­gen 6 1/2 Mio. RM, die zum Groß­teil von der Elber­fel­der Bür­ger­schaft gespen­det wur­den.
Die Sie­ger­ent­wurf “Hei­li­ge Stät­te” von Wil­helm Rex in der ursprüng­li­chen Ver­si­on. Bild ent­nom­men aus: Deutsch­lands Städ­te­bau, Elber­feld, bear­bei­tet und her­aus­ge­ge­ben von Stadt­bau­rat Koch, “DARI”, Ber­lin 1922, S.45. (Bild ergänzt am 07.09.2012)

Der Wett­be­werbs­ent­wurf von Paul Wyn­and, Ber­lin. Das Denk­mal zeigt ein Reli­ef aus Sol­da­ten und einer zen­tra­len, mög­li­cher­wei­ser weib­li­chen Figur. Die Bedeu­tung wird durch die Inschrift dar­über deut­lich: Invi­tis — Vic­ti — Vic­tu­ri “Den Unbe­sieg­ten, von den Besieg­ten, den künf­ti­gen Sie­gern”. Einer ande­re Über­set­zung lau­tet: “Den Unbe­sieg­ten die Besieg­ten, die wie­der sie­gen wer­den” Bild ent­nom­men aus: Deutsch­lands Städ­te­bau, Elber­feld, bear­bei­tet und her­aus­ge­ge­ben von Stadt­bau­rat Koch, “DARI”, Ber­lin 1922, S. 44. (Bild ergänzt am 07.09.2012)

Der Wett­be­werbs­ent­wurf von Prof. Wil­helm Wand­schnei­der aus Ber­lin. Unten ist die Gesamt­an­la­ge zu sehen, oben die zen­tra­le Figur ein­zeln. Bild ent­nom­men aus: Deutsch­lands Städ­te­bau, Elber­feld, bear­bei­tet und her­aus­ge­ge­ben von Stadt­bau­rat Koch, “DARI”, Ber­lin 1922, S. 44. (Bild ergänzt am 07.09.2012)

Wett­be­werbs­ent­wurf vom Archi­tek­ten Prof. Lud­wig Ruff und vom Bild­hau­er Kon­rad Roth aus Nürn­berg. Ein trut­zi­ges Mahn­mal, das an einen Wach­turm erin­nert. Bild ent­nom­men aus: Deutsch­lands Städ­te­bau, Elber­feld, bear­bei­tet und her­aus­ge­ge­ben von Stadt­bau­rat Koch, “DARI”, Ber­lin 1922, S. 44. (Bild ergänzt am 07.09.2012)

Am Ende sah der fina­le, vom Stadt­rat abge­seg­ne­te Ent­wurf so aus:
Bild ent­nom­men aus: Deutsch­lands Städ­te­bau, Elber­feld, bear­bei­tet und her­aus­ge­ge­ben von Stadt­bau­rat Koch, “DARI”, Ber­lin 1925, S. 43. (Bild ergänzt am 07.09.2012)

Das Denk­mal in fer­ti­gem Zustand auf einer unda­tier­ten Post­kar­te. (Bild ergänzt am 28.12.2013)

Und so sieht das Mahn­mal heu­te aus.

Das Denk­mal hat einen Durch­mes­ser von 12 Metern und ist aus frän­ki­schem Muschel­kalk gefer­tigt. An den Säu­len, die die bei­den Figu­ren-Dar­stel­lun­gen ver­bin­den, sind Namen­s­ta­feln ange­bracht. Sie ver­zeich­nen chro­no­lo­gisch jeden ein­zel­nen der 4704 gefal­le­nen Söh­nen der Stadt Elber­feld.1
Die Inschrift, gesäumt von den Wap­pen der Stadt, lau­tet:

Im Welt­krieg 1914/1918 gaben ihr Leben für das Vater­land die Söh­ne der Stadt Elber­feld”

Update 3. Janu­ar 2018:
Anfang Novem­ber 2017 wur­den sechs Gedenk­ta­feln von Metall­die­ben gestoh­len und die rest­li­chen dar­auf­hin ein­ge­la­gert.2


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te