Hindenburg-Gedenkstein am Lazarett des Vaterländischen Frauenvereins auf der Hardt

Am 10.November 1915 berich­te­te der Täg­li­che Anzei­ger der Stadt Elber­feld:


“Aus Dank­bar­keit für genos­se­ne treue Pfle­ge haben Ver­wun­de­te des Laza­retts des Vater­län­di­schen Frau­en­ver­eins an der Hardt die­sem ein schö­nes Geschenk gemacht und zwar einen
Hin­den­burg-Gedenk­stein

der in dem Gar­ten des Hos­pi­tals Auf­stel­lung gefun­den hat, und in eini­gen Tagen sei­ner Bestim­mung über­ge­ben wer­den soll. Der Gedenk­stein hat eine Höhe von etwa drei Metern und ist aus schwe­ren Fels­blö­cken, die in der Var­res­beck gefun­den wur­den, errich­tet. Im obe­ren Teil wird eine wohl­ge­lun­ge Hin­den­burg-Pla­ket­te in Bron­ze ange­bracht, wäh­rend am Fuße des Hügels, auf dem der Gedenk­stein auf­ge­baut ist, eine Tafel mit ent­spre­chen­der Wid­mung ein­ge­las­sen ist.
Der Ent­wurf des Denk­steins stammt von dem Kriegs­frei­wil­li­gen Ewald Schmahl, der sich eben­falls als Ver­wun­de­ter im Laza­rett an der Hardt befin­det. Jeder, der das Kunst­werk sieht, wird erstaunt sein dar­über, daß es nur von Ver­wun­de­ten errich­tet wur­de, die auch die schwe­ren Blö­cke aus­wähl­ten und zusam­men­füg­ten.”


Spu­ren des Gedenk­steins oder eine Abbil­dun­gen konn­ten bis­lang nicht gefun­den wer­den. Der Gedenk­stein selbst muss­te ver­mut­lich dem Erwei­te­rungs­bau des spä­te­ren Rot-Kreuz-Kran­ken­hau­ses und heu­ti­gen Pfle­ge­zen­trums Haus Hardt wei­chen.

In einem Nach­ruf auf den Bild­hau­er Ewald Schmahl am 5.September 1931 wird eine von die­sem geschaf­fe­ne Hin­den­burg-Pla­ket­te erwähnt, die in zahl­rei­chen Wup­per­ta­ler Häu­sern zu fin­den sei. Ob die­se mit der Pla­ket­te auf dem Gedenk­stein iden­tisch war, ist unklar.1

Anmer­kung: In einer frü­he­ren Ver­si­on die­ses Ein­trags vom heu­ti­gen Tage wur­de das Laza­rett und spä­te­re Rot-Kreuz-Kran­ken­haus mit dem zur Zeit leer­ste­hen­den Mari­en­heim ver­wech­selt. Dies ist falsch. Vie­len Dank an Cesa­re Bor­gia für den Hin­weis.


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


 

Reinhart-Schmidt-Gedenktafel

Die von der Fami­lie Schmidt gestif­te­te Schutz­hüt­te auf der Hardt zwi­schen Bota­ni­schem Gar­ten und Kin­der­spiel­haus.

Als sich Ende der 1950er Jah­re her­aus­stell­te, dass das Rein­hart-Schmidt-Denk­mal auf der Hardt nicht mehr geret­tet wer­den konn­te, da die Schä­den des Krie­ges zu groß waren, ent­schlos­sen sich die Ange­hö­ri­gen der Fami­lie Schmidt, der Hardt eine Schutz­hüt­te zu spen­den, die 1959 fer­tig gestellt wur­de. Am Frei­tag, dem 14.August 1964, wur­de eine im Auf­trag der Stadt Wup­per­tal vom Bild­hau­er Fritz Ber­nuth ent­wor­fe­ne Gedenk­ta­fel aus Bron­ze am Haus ange­bracht und ent­hüllt.


Die Gedenk­ta­fel.

Die unre­gel­mä­ßig geform­te Bron­ze­ta­fel zeigt ein Reli­ef Rein­hart Schmidts und die Inschrift: 1

“Rein­hart
Schmidt
* 14.6.1838 † 21.10.1909
Dem För­de­rer der
Hardtan­la­ge”

Rein­hardt Schmidt wur­de am 14.Juni 1838 in Sprock­hö­vel gebo­ren. Sein Vater, Peter Lud­wig Schmidt, besaß ein Eisen­han­dels­ge­schäft am Kip­dorf. Er selbst grün­de­te 1869 in Elber­feld eine Brief­um­schlag­fa­brik. 1873 wur­de er zum Stadt­ver­ord­ne­ten gewählt und blieb es bis zu sei­nem Tod mit einer Unter­bre­chung von sie­ben Jah­ren. 1881 zog er als Abge­ord­ne­ter für den Kreis Elber­feld-Bar­men in den Reichs­tag ein und war von 1895–1900 Vize­prä­si­dent die­ses Par­la­ments. Er war vor allem auf dem Gebiet der Sozi­al­po­li­tik tätig und arbei­te­te an der Gesetz­ge­bung zur Gewer­be­ord­nung, der Unfall­ver­si­che­rung und der Inva­li­den­ver­si­che­rung mit. In sei­ner Hei­mat­stadt Elber­feld sorg­te er dafür, dass die Hardt mit sei­nen und den Mit­teln von Freun­den um 32.000 Qua­drat­me­ter erwei­tert und zum Park aus­ge­baut wer­den konn­te. 1905 spen­de­te er die Mit­tel für den Bau der Wal­d­er­ho­lungs­stät­te im Burg­holz. Am 21.Oktober 1909 starb Rein­hart Schmidt in Elber­feld. Sei­ne Fir­ma fei­er­te 1970 ihr 100jähriges Bestehen und wur­de 1998 von der „Wolf-Bau­wens-Grup­pe“ über­nom­men. Die­se wur­de wie­der­um 2000 durch die schwe­di­sche Bong Grup­pe über­nom­men und seit­dem fir­miert die Fir­ma an der Indus­trie­stra­ße 77 als deren deut­sche Nie­der­las­sung unter dem Namen Bong GmbH.2


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Reinhart-Schmidt-Denkmal

Am 25. Novem­ber 1911, einem Sams­tag, weih­te der Hardtver­ein das Denk­mal für Rein­hart Schmidt ein. Die­ser war Mit­be­grün­der, Vor­sit­zen­der und Ehren­vor­sit­zen­der des Hardtver­eins gewe­sen und hat­te sich unter ande­rem in die­sen Funk­tio­nen um den Auf­bau und die Erwei­te­rung des Elber­fel­der Parks ver­dient gemacht.
Das Rein­hart-Schmidt-Denk­mal auf der west­li­chen Hardt ober­halb des Ber­gi­schen Hau­ses. Foto aus dem Nach­lass des Bild­hau­ers Wil­helm Neu­mann-Tor­borg, NDS 92, Stadt­ar­chiv Wup­per­tal.

Das Denk­mal mit drei­stu­fi­gem Vor­bau zeig­te auf einem Sockel eine Bron­ze­büs­te von Rein­hart Schmidt, die der Elber­fel­der Bild­hau­er Wil­helm Neu­mann-Tor­borg geschaf­fen hat­te. Zwei Lor­beer­krän­ze aus Bron­ze und eine Tafel mit einer Inschrift ver­voll­stän­dig­ten das Denk­mal. Die Wid­mung dar­auf lau­te­te ver­mut­lich (ohne dass wir die Aus­ge­stal­tung ken­nen):

“Dem För­de­rer und Meh­rer der Hardtan­la­gen, dem um das Gemein­wohl hoch­ver­dien­ten Mit­bür­ger Rein­hart Schmidt
Hardtver­ein”
Die Bron­ze­büs­te des Denk­mals.

Rein­hardt Schmidt wur­de am 14.Juni 1838 in Sprock­hö­vel gebo­ren. Sein Vater, Peter Lud­wig Schmidt, besaß ein Eisen­han­dels­ge­schäft am Kip­dorf. Er selbst grün­de­te 1869 in Elber­feld eine Brief­um­schlag­fa­brik. 1873 wur­de er zum Stadt­ver­ord­ne­ten gewählt und blieb es bis zu sei­nem Tod mit einer Unter­bre­chung von sie­ben Jah­ren. 1881 zog er als Abge­ord­ne­ter für den Kreis Elber­feld-Bar­men in den Reichs­tag ein und war von 1895–1900 Vize­prä­si­dent die­ses Par­la­ments. Er war vor allem auf dem Gebiet der Sozi­al­po­li­tik tätig und arbei­te­te an der Gesetz­ge­bung zur Gewer­be­ord­nung, der Unfall­ver­si­che­rung und der Inva­li­den­ver­si­che­rung mit. In sei­ner Hei­mat­stadt Elber­feld sorg­te er dafür, dass die Hardt mit sei­nen und den Mit­teln von Freun­den um 32.000 Qua­drat­me­ter erwei­tert und zum Park aus­ge­baut wer­den konn­te. 1905 spen­de­te er die Mit­tel für den Bau der Wal­d­er­ho­lungs­stät­te im Burg­holz. Am 21.Oktober 1909 starb Rein­hart Schmidt in Elber­feld. Sei­ne Fir­ma fei­er­te 1970 ihr 100jähriges Bestehen und wur­de 1998 von der „Wolf-Bau­wens-Grup­pe“ über­nom­men. Die­se wur­de wie­der­um 2000 durch die schwe­di­sche Bong Grup­pe über­nom­men und seit­dem fir­miert die Fir­ma an der Indus­trie­stra­ße 77 als deren deut­sche Nie­der­las­sung unter dem Namen Bong GmbH.


Am 10.Juli 2012 konn­te ich die Bron­ze­büs­te bei der Bong GmbH foto­gra­fi­ern. Vie­len Dank dafür an Wolf­gang Schrei­ber. Beschä­di­gun­gen (s.u.) sind nicht zu erken­nen.

An der rech­ten Sei­te fin­det sich unten die Signa­tur des Bild­hau­ers.

1923 wur­de die Bron­ze­büs­te beschä­digt und sicher­ge­stellt. Spä­ter kam sie in das Kasi­no der Fir­ma Rein­hardt Schmidt GmbH und ist heu­te noch am Fir­men­stand­ort vor­han­den, aller­dings spä­tes­tens seit den Über­nah­men nicht mehr aus­ge­stellt.


Post­kar­te des Denk­mals nach 1924. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 2.11.2

1924 schuf der Bild­hau­er Erich Cleff nach dem Vor­bild Neu­mann-Tor­borgs eine Mar­mor­büs­te als Ersatz. Das Denk­mal wur­de ver­än­dert, womög­lich auch an einen ande­ren Stand­ort ver­setzt und bestand nun aus einem schmuck­lo­sen oben abge­stuf­ten Sockel mit fol­gen­der Inschrift an der Vor­der­sei­te:

Dem För­de­rer
der Hardtan­la­gen
unse­rem
um das Gemein­wohl
ver­dien­ten Mit­bür­ger
Rein­hart Schmidt
der Hardtver­ein
1911”


1951 befand sich das Denk­mal noch auf der Hardt, aller­dings war es beschä­digt. 1955 woll­te Dr. Wer­ner Schmidt mit einer Spen­de das Denk­mal wie­der instand­set­zen, was aber offen­bar auf­grund der Schä­den nicht durch­ge­führt wur­de. Statt­des­sen wur­de 1959 mit Mit­teln der Fami­lie Schmidt eine Schutz­hüt­te auf der Hardt errich­tet und an die­ser 1964 die Rein­hart-Schmidt-Gedenk­ta­fel ange­bracht. Die Mar­mor­büs­te wur­de sicher­ge­stellt und angeb­lich ins Von der Heydt-Muse­um gebracht.1 Dort ist sie aber nicht mehr (oder war nie dort)[2]2, ihr Ver­bleib ist unge­klärt.

Wie bei vie­len Denk­mä­lern auf der Hardt ist auch hier die Posi­ti­on des Denk­mals nicht genau zu bestim­men.


Figurengruppe und Brunnen unterhalb des Bergischen Hauses auf der Hardt

Post­kar­te aus dem Jahr 1910. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 2.11.2

Auf der Jah­res­ver­samm­lung des Hardt-Ver­eins am 15.Mai 1902 wur­de vom Vor­stand dar­ge­legt, dass von der Stif­tung, die die Erben eines Herrn Wichel­haus getä­tigt hat­ten, noch 220 Mark übrig sein. Von dem bis­he­ri­gen Geld wur­de ein Spring­brun­nen auf der Hardt errich­tet. Man ent­schied sich dann in Abstim­mung mit Dr. Wichel­haus dazu, eine Ton­grup­pe der Fir­ma E.Marck Söh­ne aus Char­lot­ten­burg zu erwer­ben. Ruth Mey­er-Kahr­weg ver­mu­tet, dass obi­ge Post­kar­te die Figu­ren­grup­pe (eine Sze­ne aus dem Mär­chen Brü­der­chen und Schwes­ter­chen) und den Brun­nen dar­stellt. Als Stand­ort gibt sie das Pla­teau unter­halb des Ber­gi­schen Hau­ses an. Wann bei­de zer­stört oder ent­fernt wur­den, ist unbe­kannt.1


Foto­gra­fie des Brun­nens unweit der Trep­pe zum Ber­gi­schen Haus mit den Lands­knecht­fi­gu­ren. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 2.11.2 (Bild ergänzt am 4.August 2012)

1995 wur­den anstel­le der Brun­nen zwei ein­fa­che Spring­brun­nen errich­tet.


Posi­ti­on des Brun­nens auf der Kar­te


Landsknechtfiguren am Bergischen Haus

Um die Jahr­hun­dert­wen­de wur­den am Auf­gang zum Ber­gi­schen Haus auf der Hardt zwei Lands­knecht­fi­gu­ren auf­ge­stellt. Wann genau dies geschah, ist unklar, auf einer Post­kar­te aus dem Jahr 1901 sind sie zum ers­ten Mal zu sehen.1 Eine Kar­te der Hardt, die auf den 1.April 1900 datiert ist, ver­zeich­net kei­ne Lands­knecht­fi­gu­ren.2


Die Lands­knecht­fi­gu­ren auf einer Post­kar­te. Im Hin­ter­grund der Neu­bau des Ber­gi­schen Haus aus dem Jahr 1907 Post­kar­ten­samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum

Die bei­den Lands­knech­te mit ihren Hel­le­bar­den wur­den aus Stein gefer­tigt und stan­den in läs­si­ger Hal­tung auf einem drei­stu­fi­gen Sockel. 1884 war zum ers­ten Mal an die­ser Stel­le auf der neu­en Hardt (ober­halb des heu­ti­gen Stand­orts des Drei-Kai­ser-Denk­mals am Ende der Stra­ße Zie­gen­burg) ein ein­stö­cki­ges Fach­werk­haus als Aus­flugs­lo­kal errich­tet wor­den, das sei­nen Auf­ga­ben bald nicht mehr gerecht wur­de. Im Früh­jahr 1907 wur­de es abge­ris­sen und ein neu­es, deut­lich grö­ße­res Haus von der Stadt Elber­feld nach Plä­nen von Stadt­bau­rat Schoe­n­fel­der errich­tet und am 17. bzw. 21.Dezember 1907 ein­ge­weiht. Der Päch­ter Otto Fischer und spä­ter sei­ne Wit­we betrie­ben das Haus von 1907 bis 1942, 1943 wur­de das Ber­gi­sche Haus und wahr­schein­lich damit auch die Lands­knecht­fi­gu­ren durch Bom­ben zer­stört. Die Trep­pe exis­tiert jedoch noch.3


Die Lands­knecht­fi­gu­ren auf einem Foto, des­sen Auf­nah­me­da­tum unbe­kannt ist. Wie man sieht, sind die Büsche an der Trep­pe ordent­lich gewach­sen, die Trep­pe hat sich ver­än­dert und auch am Ber­gi­schen Haus sind Ände­run­gen vor­ge­nom­men wor­den (z.B. an den Fens­tern). Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/9/9

Foto­gra­fie der Lands­knecht­fi­gu­ren unweit von Figu­ren­grup­pe und Brun­nen unter­halb des Ber­gi­schen Hau­ses auf der Hardt.  Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 2.11.2 (Bild ergänzt am 4.August 2012)

Posi­ti­on des Kunst­wer­ke auf der Kar­te


Elberfeldia

Anläss­lich des Besu­ches des Kai­ser­paa­res am 24.Oktober 1900 in Elber­feld zur Ein­wei­hung des neu­en Rat­hau­ses wur­de der Weg, den die Majes­tä­ten nah­men, zu einer via tri­um­pha­lis aus­ge­schmückt. Gegen­über des Ein­gangs des Rat­hau­ses, am heu­ti­gen Stand­ort des Jubi­lä­ums­brun­nens, fand eine drei Meter hohe alle­go­ri­sche Figur der Stadt namens “Elber­fel­dia” auf einem vier Meter hohen Pos­ta­ment ihren Platz. Nach den Fei­er­lich­keit kam die Figur spä­tes­tens vor 1910 auf die Hardt, in die Nähe der Eli­sen­hö­he.


Die Elber­fel­dia auf der Hardt. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 19.6.

Die Figur der Elber­fel­dia trug ein lan­ges wal­len­des Gewand, stütz­te die rech­te Hand auf die Hüf­te, die lin­ke hielt einen Schild, auf dem das Elber­fel­der Wap­pen zu sehen war. Es ist unbe­kannt, wer die­se Figur schuf, ver­ant­wort­lich für die Aus­schmü­ckung des Neu­markts waren der Stadt­ver­ord­ne­te und Archi­tekt Kay­ser und Stadt­bau­in­spek­tor Brü­nig.1


Die Elber­fel­dia auf einer Post­kar­te, die am 27. Juli 1901 ver­schickt wur­de. Aller­dings unter­schei­det sich die Dar­stel­lung deut­lich von dem Foto, vor allem das Rost fehlt. Zudem die Beschrif­tung des Sockels und das Wap­pen an sel­bi­gem. (Bild hin­zu­ge­fügt am 9. Juli 2018)

1951 wur­de die Figur noch als erhal­tens­wert erwähnt, jedoch wur­de sie irgend­wann danach zer­stört. Die Über­res­te lie­gen auf dem Lager­platz der Hardt.2

Ehe­ma­li­ge Posi­ti­on des Kunst­werks auf der Kar­te
Die Posi­ti­on ist auf­grund der Quel­len­la­ge sehr unge­nau.


Gedenktafel für Prof. Dr. Wilhelm Crecelius (1891)

Der Ber­gi­sche Geschichts­ver­ein stif­te­te im Jahr 1891 für sein Grün­dungs­mit­glied und lang­jäh­ri­gen Vor­sit­zen­den Prof. Dr. Wil­helm Cre­ce­li­us eine bron­ze­ne Gedenk­ta­fel, die in der Schlucht der alten Hardt rechts der Was­ser­falls ange­bracht wur­de.
Der Geehr­te wur­de 1828 in Hun­gen in der Wet­terau (Hes­sen) gebo­ren. Sein Vater, ein Steu­er­ein­neh­mer, ver­starb früh und sein Onkel in Mar­burg nahm sich des Jun­gen an. Cre­ce­li­us besuch­te das Mar­bur­ger Gym­na­si­um und bestand mit 17 Jah­ren mit sehr guten Noten sein Abitur in Gie­ßen. Dort stu­dier­te er anschlie­ßend Theo­lo­gie und Phi­lo­lo­gie und bestand 1848 die Prü­fung für das höhe­re Lehr­amt. Er arbei­te­te dann ein Jahr als Leh­rer am Groß­her­zog­li­chen Gym­na­si­um in Gie­ßen und pro­mo­vier­te dort zum Dok­tor der Phi­lo­lo­gie. 1856 kam er nach eini­gen ande­ren Anstel­lun­gen an das huma­nis­ti­sche Gym­na­si­um in Elber­feld. Wäh­rend er hier lehr­te, ver­fass­te er zahl­rei­che wis­sen­schaft­li­che Auf­sät­ze und Abhand­lun­gen und bekam dar­auf­hin den Pro­fes­so­ren-Titel ver­lie­hen.
Am 13.Juni 1863 grün­de­te er gemein­sam mit dem Pas­tor K.Krafft, dem Archi­var Dr.Harleß aus Düs­sel­dorf und dem Gym­na­si­al­di­rek­tor Dr. W.Bouterwek den Ber­gi­schen Geschichts­ver­ein, des­sen Vor­sitz er nach dem Tod Bou­ter­weks 1868 über­nahm. Er küm­mer­te sich um die Ver­voll­stän­di­gung der Biblio­thek des Ver­eins und mach­te sich um die Erfor­schung der Ber­gisch-Nie­der­rhei­ni­schen Geschich­te ver­dient. Seit 1958 ver­gibt der BGV die Cre­ce­li­us-Medail­le für beson­de­re Ver­diens­te um die Ber­gi­sche Geschichts­for­schung. Am 13.Dezember 1889 ver­starb Prof. Dr. Cre­ce­li­us.
Die Gedenk­ta­fel für Prof. Dr. Wil­helm Cre­ce­li­us auf der alten Hardt. Samm­lung Unte­re Denk­mal­be­hör­de.

Die Inschrift der Tafel, die bei der Gie­ße­rei Lauch­ham­mer gegos­sen wur­de, lau­te­te:

Dem um die Erfor­schung
der Geschich­te des ber­gi­schen Lan­des
hoch­ver­dien­ten
Prof. Dr. Wil­helm Cre­ce­li­us
geb. den 18.Mai 1828, gest. den 13.Decbr. 1889
der Ber­gi­sche Geschichts­ver­ein.”


Im Zwei­ten Welt­krieg ging die Tafel ver­lo­ren. 1951 wid­me­te der BGV Cre­ce­li­us eine neue Gedenk­ta­fel an sei­nem Grab auf dem luth. Fried­hof Hoch­stra­ße.1

Brunnen von Julius Seyd am Neuenteich

1879 stif­te­te der ehe­ma­li­ge Elber­fel­der Bür­ger Juli­us Seyd dem Elber­fel­der Ver­schö­ne­rungs­ver­ein den Brun­nen “Die strei­ten­den Kna­ben.” Vier Jah­re spä­ter (1883), so ist der Fest­schrift des Ver­schö­ne­rungs­ver­ei­nes von 1895 zu ent­neh­men, stif­te­te Juli­us Seyd einen zwei­ten, grö­ße­ren Spring­brun­nen, der “auf dem acht­ecki­gen Platz neben dem vor­ma­li­gen Neu­en­tei­cher Stein­bru­che” auf­ge­stellt wur­de. Die­se Bemer­kung in der Fest­schrift ist die ein­zi­ge Quel­le für die Exis­tenz die­ses Brun­nens, eine Abbil­dung exis­tiert nicht.1

Sandsteinfiguren der Erzväter Abraham, Isaak und Jacob

Die drei Erz­vä­ter Isaak, Abra­ham und Jakob. (v.l.n.r.)

In einem Gar­ten in Rons­dorf, zwi­schen Eli­as-Eller-Stra­ße und Mons­ch­au­stra­ße, fin­den sich die ältes­ten bekann­ten und noch exis­tie­ren­den Bewei­se für die künst­le­ri­sche Aus­ge­stal­tung der Stadt durch ihre Bür­ger. Um 1747, so wird ver­mu­tet, ließ Johann Bolck­haus im Gar­ten sei­nes neu­en Hau­ses drei Sand­stein­fi­gu­ren errich­ten, die die Erz­vä­ter Abra­ham, Isaak und Jakob dar­stel­len sol­len. Johann Bolck­haus war der Stief­sohn und Nach­fol­ger des Rons­dor­fer Stadt­grün­ders Eli­as Eller. Der Künst­ler die­ser Skulp­tu­ren und das Datum ihrer Ent­ste­hung liegt im Dun­kel der Geschich­te.


Isaak.

Abra­ham.

Inschrift an der Plin­the (über dem Sockel)

Jacob

Die Inschrift an der Plin­the.

Alle drei Figu­ren sind Män­ner mit lan­gen Bär­ten und wal­len­den Gewän­dern, die Schrift­rol­len bei sich tra­gen, die mitt­le­re Figur (Abra­ham) scheint dar­aus zu rezi­tie­ren.

Irgend­wann nach­dem die Figu­ren auf­ge­stellt wor­den waren, wur­den sie in der Erde des Gar­tens ver­gra­ben. 1860 fand sie Johann Hein­rich Braun, der Grund­stück und Haus erwor­ben hat­te, wel­ches des­halb auch als Braun’sches Anwe­sen bekannt war. Braun stell­te die Figu­ren wie­der im Gar­ten auf. 1980 wur­den sie restau­riert, mitt­ler­wei­le ist der Sand­stein wie­der stark in Mit­lei­den­schaft gezo­gen.1

Ich bedan­ke mich den Eigen­tü­mern für die Erlaub­nis die Erz­vä­ter zu foto­gra­fie­ren.

Update 05. März 2016:


Der “Hei­li­ge Berg” Wup­per­tals hat neue Bewoh­ner.

Seit Okto­ber 2015 haben die Erz­vä­ter ein neu­es Domi­zil auf der Wie­se vor der Kapel­le des Theo­lo­gi­schen Zen­trums auf der Hardt bezo­gen. Gemäß der Pres­se­mit­tei­lung ver­mu­tet man nun ihre Ent­ste­hung um 1620 in Fran­ken, die genaue Bedeu­tung der Figu­ren bleibt aber im Dun­keln. Die Inter­pre­ta­ti­on der Kirch­li­chen Hoch­schu­le sieht nun wie folgt aus:


Abra­ham, den alle mono­the­is­ti­schen Reli­gio­nen ehren, steht am wich­tigs­ten Ort vor der Kapel­le und ver­weist mit sei­ner Schrift­rol­le auf den Segen für alle Völ­ker, den Gott ihm ver­sprach (Gen 12,3). Isaak steht ruhig hin­ter ihm, weil die Geschich­te des Lebens unter Got­tes Segen Gelas­sen­heit braucht. Und Jacob schrei­tet mun­ter aus, als sei er unter­wegs nach Bethel, um die Him­mels­lei­ter zu sehen; dem Leben unter dem Segen eig­net Bewe­gung und Got­tes­be­geg­nung.“2


Detail­an­sicht

Zwei von drei Erz­vä­tern

Die Erz­vä­ter wur­den der Kirch­li­chen Hoch­schu­le zum Geschenk gemacht, ein Mäzen ermög­lich­te die Über­füh­rung von Rons­dorf auf die Hardt.


Die streitenden Knaben

Der ange­se­he­ne Kauf­mann und ehe­ma­li­ge Elber­fel­der Bür­ger Juli­us Seyd schenk­te dem Elber­fel­der Ver­schö­ne­rungs­ver­ein im Jahr 1879 eine Figu­ren­grup­pe des Bild­hau­ers Gus­tav Eber­lein. Die aus Zink­guß gefer­tig­ten “strei­ten­den Kna­ben” soll­ten im alten Stein­bruch auf der Hardt als Spring­brun­nen die­nen. Im Werks­ver­zeich­nis Eber­leins taucht die Figu­ren­grup­pe unter dem Titel “Kna­ben, um eine Gans strei­tend” auf und wird auf das Jahr 1873 datiert. Damals war Eber­lein auf­grund finan­zi­el­ler Sor­gen gezwun­gen von sei­nen Arbei­ten meh­re­re Kopi­en zu ver­kau­fen.1


Die strei­ten­den Kna­ben, laut dem Bei­blatt “um 1880”. Es ist aber unklar, ob damit das Jahr der Foto­gra­fie gemeint ist, oder das Datum der Auf­stel­lung der Figu­ren. Zu sehen sind die bei­den Kna­ben auf einem Fels­stein, der wie­der­um in einem klei­nen was­ser­ge­füll­ten Becken steht. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/9/9

Die­se Post­kar­te wur­de 1918 abge­stem­pelt. Es ist aber unklar, wel­ches Bild älter ist. Auch hier ste­hen die Kna­ben um die Gans strei­tend auf einem Fel­sen. Das Was­ser­be­cken ist von Fels­ge­stein gesäumt. Auf der lin­ken Sei­te der Foto­gra­fie ist im Hin­ter­grund das Wil­berg-Denk­mal zu sehen. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/9/80

Wie an den Bil­der ersicht­lich, wur­de die Anla­ge min­des­tens ein­mal umge­stal­tet, mög­li­cher­wei­se wur­de auch der Stand­ort gewech­selt. Der Brun­nen ist heu­te nicht mehr vor­han­den.