Ehrentafel für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Schüler des Barmer Gymnasiums an der Bleicherstraße

Am 1. Okto­ber 1922 weih­te man in der Aula des Bar­mer Gym­na­si­ums an der Blei­cher­stra­ße die bron­ze­ne Ehren­ta­fel für die 166 im Ers­ten Welt­krieg gefal­le­nen Schü­ler ein, die von Prof. Peter Klotz­bach ent­wor­fen wor­den war. Die Tafel ist oben mit Fili­gran­werk abge­run­det und mit dem Reli­ef­bild einer Frau gestal­tet, die sich trös­tend zu einem ver­wun­de­ten Sol­da­ten nie­der­beugt. Dar­un­ter steht in grie­chi­scher Schrift und Spra­che:
“Des Lebens Maß ist das Edle, nicht die Län­ge”

Im Mit­tel­teil fin­den sich zwi­schen den Inschrif­ten die Namen der Gefal­le­nen:

Aus unse­ren Rei­hen
lies­sen ihr Leben

[166 Namen]

Saat, von Gott gesät,
dem Tage der Gar­ben zu rei­fen


Rechts und links davon befin­den sich Flü­gel­tü­ren, die Innen — wie auf dem Bild — zwei Schwer­ter auf erha­be­nen Grund zei­gen, sodass sie wie Schmuck auf Sär­gen wir­ken. Wur­den die Türen geschlos­sen, zeig­ten sie “schwer­tra­gen­de Gestal­ten”.1


Die Ehren­ta­fel des Bar­mer Gymne­si­ums an der Blei­cher­stra­ße. Ent­nom­men aus: Fest­schrift zum 350jährigen Jubi­lä­um des Bar­mer Gym­na­si­ums, her­aus­ge­ge­ben von Ober­stu­di­en­rat Prof. Boh­le, Bamen 1929, S. 144.

In der Ein­wei­hungs­re­de heißt es zur Gestal­tung der Ehren­ta­fel:


“Wie wir unse­re stärks­ten und tiefs­ten Gedan­ken und Gefüh­le nicht dem All­tag preis­ge­ben, so dach­ten auch wir es zu hal­ten mit dem Werk, das unser Sym­bol sein soll unse­rer tiefs­ten Lie­be, unse­rer Lie­be zum deut­schen Vol­ke. Aus die­sem Sin­ne her­aus ent­stand der Plan eines schreinar­ti­gen Wer­kes, des­sen Flü­gel­tü­ren, geschlos­sen, das Inne­re ber­gen. Gedan­ken und Gefüh­le, dem All­ta­ge preis­ge­ge­ben, in gleich­gül­ti­gen Stun­den gespro­chen und gezeigt, ver­lie­ren Herbheit und Kraft, sie wel­ken wir­kungs­los. So auch fürch­te­ten wir es von einer Tafel, an der der All­tag vor­über­flu­tet. Des­halb soll die­ser Schrein nur geöff­net sein an Tagen, an denen wir Fes­te feie­ren. Ernst hal­ten die schwer­tra­gen­den Gestal­ten das Inne­re ver­schlos­sen, der gefal­le­ne Jüng­ling und die stüt­zen­de Frau aber las­sen den Besu­cher ahnen, was es birgt…“2

1931 wur­de das Bar­mer Gym­na­si­um, das sich selbst auf die 1579 gegrün­de­te ers­te Bar­mer Amts­schu­le zurück­führ­te, mit dem Elber­fel­der Gym­na­si­um an der Köl­ner Stra­ße zusam­men­ge­legt und trug erst den Namen “Bar­mer Gym­na­si­um in Elber­feld” und seit 1936 trägt es den Namen “Wil­helm-Dör­pfeld-Gym­na­si­um”. Bereits ein Jahr zuvor hat­te man im dor­ti­gen Schul­ge­bäu­de ein Krie­ger­denk­mal für die Gefal­le­nen ein­ge­weiht. In das Gebäu­de an der Blei­cher­stra­ße zog 1931 das Bar­mer Mäd­chen­gym­na­si­um ein.
Im Zwei­ten Welt­krieg wur­den bei­de Schul­ge­bäu­de zer­stört und mit ihnen die Ehren­ta­fel.3


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Denkmal für die verdienstvollen Männer des Nordstädter Bürgervereins

Am 5. Juli 1931 ent­hüll­te der Nord­städ­ter Bür­ger­ver­ein im Bar­mer Nord­park sein Denk­mal, das er ver­dienst­vol­len Män­nern des Ver­eins erbaut hat­te. Im Denk­mal­so­ckel wur­de bereits am 19. Mai 1931 eine Urkun­de depo­niert, in der erklärt wur­de:


Die Leis­tun­gen die­ser Män­ner für die Schaf­fung des Nord­parks und die Belan­ge des Ver­eins mögen uns und unse­ren Nach­kom­men für alle Zei­ten in Erin­ne­rung blei­ben. Möge unse­re lie­be Vater­stadt und ins­be­son­de­re unse­re gelieb­te Nord­stadt wei­ter wach­sen und gedei­hen. Das wal­te Gott!“1


Das Denk­mal für die ver­dienst­vol­len Män­ner des Nord­städ­ter Bür­ger­ver­eins.

Ent­wor­fen wur­de das Denk­mal — ein ein­fa­cher gemau­er­ter Block (1,75m x 2m) aus rhei­ni­scher Grau­wa­cke — von Prof.Peter Klotz­bach, aus­ge­führt von der Fir­ma Som­mer & Frohn. Die Front zier­te eine Tafel aus Muschel­kalk mit einer Inschrift aus Bron­ze­buch­sta­ben:


Den ver­dienst­vol­len
Män­nern
des nord­städ­ti­schen
Bür­ger­ver­eins
Karl Feld­gen, Alber Heu­ser,
Alex Tienes, Dr.Fr.Voswinkel”


Die guten Wün­sche der Grün­dungs­ur­kun­de hiel­ten bekannt­lich auf­grund des von den Natio­nal­so­zia­lis­ten ent­fes­sel­ten Zwei­ten Welt­kriegs nicht und das Denk­mal wur­de im Krieg beschä­digt und die Bron­ze­buch­sta­ben der Inschrift fehl­ten. Der Ver­ein mach­te sich an die Wie­der­errich­tung des Denk­mals und ent­schloss sich dies­mal die Inschrift als hel­le Buch­sta­ben in grau­em Stein mei­ßeln zu las­sen. Am 31. Juli 1954 konn­te der Gedenk­stein recht­zei­tig zum 25jährigen Stadt­ju­bi­lä­um erneut ein­ge­weiht. Man ergänz­te in der Inschrift die Namen
“Fried­rich Lan­gen­bach
Richard Rid­der”
und den Hin­weis:

Erbaut  1931 — Zer­stört 1945 — erneu­ert 1954“2



Inzwi­schen gibt es aber eine neue, drit­te Inschrift­ta­fel (errich­tet vor 1991), in der die Namen

Erich Bauck­ha­ge
Karl Hardt”

ergänzt wur­den, obwohl der Vor­stand 1954 beschlos­sen hat­te, dies nicht zu tun. Die Tafel wur­de gestif­tet von der Fir­ma Paul-Heinz Schmitz, Grab­mal­kunst, Hugo­stra­ße 13, Wup­per­tal 2, was auch auf der Tafel ver­ewigt wur­de. 3Nach 1999 [Ergän­zung vom 14. März 2012, sie­he Fuß­no­te 3] folg­te noch der Name:

Wer­ner Zan­ner”



Der Nord­städ­ter Bür­ger­ver­ein wur­de 1893 mit dem Ziel gegrün­det, den heu­ti­gen Nord­park als Erho­lungs­ge­biet zu erhal­ten und vor der Bebau­ung zu sichern und macht sich seit­dem um die Bar­mer Nord­stadt ver­dient.

Steinfigur Schütze

Die Schüt­zen­stras­se beginnt hier und führt nach links, rechts die Rödi­ger Stras­se.

Unge­fähr im Jahr 1932 wur­de die Häu­ser Rödi­ger Str.150 und Schüt­zen­str. 2 und 2a im Nor­den Bar­mens fer­tig­ge­stellt. Sie wur­den errich­tet im Auf­trag der Bau­ge­nos­sen­schaft Eigen­heim aus Mül­heim (Ruhr) vom Archi­tek­ten Prof. Peter Klotz­bach. Auf einem gemau­er­ten Pfei­ler steht in Höhe der ers­ten Eta­ge eine Stein­fi­gur, die mit einem Gewehr bewaff­net ist. Unklar ist, ob die Figur von Peter Klotz­bach stammt.


Der Schüt­ze.

Die Schüt­zen­str., die hier beginnt, wur­de 1873 nach der Bar­mer Schüt­zen­ge­sell­schaft  benannt, die ihr Schüt­zen­haus 1868 in der Schüt­zen­str. Nr. 25 erbau­te. Doch bereits 1889 war das Haus nicht mehr in ihrem Besitz.1

Johannes-Langermann-Denkmal

Am Höhen­weg in den Bar­mer Anla­gen weih­te der Pro­vin­zi­al­ver­band Rhein­land des Deut­schen Leh­rer­ver­bands am 9.April 1926 das von Prof. Peter Klotz­bach gestal­te­te Denk­mal für den ver­stor­be­nen Kol­le­gen Johan­nes Lan­ger­mann ein. Jener Lan­ger­mann, gebo­ren am 24.Oktober 1848 in Broock, voll­ende­te 1878 das Leh­rer-Semi­nar und arbei­te­te von 1880 bis 1906 in Bar­men. Der enga­gier­te Leh­rer wur­de zum Schul­re­for­mer und träum­te von einer Schu­le, in der die Schü­ler frei die eige­ne Per­sön­lich­keit ent­wi­ckeln könn­ten, ohne dass Staat oder Kir­che in die Erzie­hung ein­grif­fen. Er sah es als Auf­ga­be des Leh­rers an, die Talen­te eines Kin­des zu för­dern und zu ent­wi­ckeln. Sei­ne Ide­en brach­ten ihm zahl­rei­che Anhän­ger auch im fer­nen Aus­land ein, so sand­te ihm der japa­ni­sche Kul­tus­mi­nis­ter, der in Deutsch­land stu­diert hat­te, um 1900 ein wert­vol­les Schwert. Sein Erzie­hungs­prin­zip for­mu­lier­te Lan­ger­mann in knap­pen The­sen:


“Nicht Stoff­an­häu­fung — son­dern Kraft­ent­wick­lung
nicht Wis­sen — son­dern Kön­nen
nicht Zwang  — son­dern frei­es, freu­di­ges Wol­len
nicht Kon­kur­renz — son­dern Ergän­zung
nicht Iso­lie­rung — son­dern orga­ni­sche Ein­glie­de­rung
nicht Ler­nen zu Prü­fungs­zwe­cken — son­dern Erle­ben zum Zweck des Lebens.“1

Lan­ger­mann bekam nach 1906 die Mög­lich­keit sei­ne Ide­en in Darm­stadt (Stein-Fich­te-Schu­le) und Oberst­dorf (Stil­lach-Schu­le) zu ver­wirk­li­chen. Er starb am 28.Juli 1923 und wur­de in Lüden­scheid bei­gesetzt, wo ihm der West­fä­li­sche Leh­rer­ver­ein zu sei­nem 100.Geburtstag 1948 auf Berg­fried­hof ein Grab­mal errich­te­te.


Das Lan­ger­mann-Denk­mal. Heu­te fehlt eine halb­kreis­för­mi­ge Mau­er, die den Denk­mal­platz nach hin­ten abschloss.

Das Denk­mal besteht aus einem Stein­wür­fel auf einem klei­nen, run­den Platz. Über der Inschrift­ta­fel befand sich bis zum Zwei­ten Welt­krieg ein Bron­ze­bild­nis Lan­ger­manns von Wil­helm Koop­mann. Am 1.April 1951 konn­te das Denk­mal erneut ein­ge­weiht wer­den, nach­dem die Kriegs­schä­den besei­tigt wor­den waren. Im Herbst 1985 erneu­er­te der Bar­mer Ver­schö­ne­rungs­ver­ein die ver­wit­ter­te Inschrift­ta­fel und änder­te die­se dabei leicht ab.


Die Inschrift seit 1985.

Die alte Inschrift lau­te­te:

“Joh.Langermann
Volks­ge­sun­dung
durch Erzie­hung
Lie­be zur Jugend
Lie­be zu allen
Kin­dern unse­res Vol­kes
Stein — Pes­ta­loz­zi — Fich­te”
Heu­te lau­tet die Inschrift:
“Johan­nes
Lan­ger­mann
1848–1923
Volks­ge­sun­dung
durch Erzie­hung
Lie­be zur Jugend
Lie­be zu allen
Kin­dern des Vol­kes
Stein — Pes­ta­loz­zi — Fich­te“2

Ehrentafel für die Gefallenen der lutherischen Gemeinde Wichlinghausen


Am 28.Februar 1926 wur­de an der Fried­hofs­ka­pel­le des luthe­ri­schen Fried­hofs in Wich­ling­hau­sen eine Gedenk­ta­fel für die Gefal­le­nen der Kir­chen­ge­mein­de ein­ge­weiht. Her­ge­stellt wur­de sie von Prof. Peter Klotz­bach und finan­ziert wur­de sie durch Spen­den der Gemein­de. Die Samm­lung begann bereits im Jahr 1922 und neben Spen­den wur­de auch mit Kon­zer­ten, z.B. des Wich­ling­hau­ser Gesang­ver­eins, um finan­zi­el­le Mit­tel gewor­ben. Im Gie­bel zeigt sie das Eiser­ne Kreuz und Eichen­laub, an den Sei­ten wird die Tafel von Pflan­zen umrank­ten Schwer­tern flan­kiert. In der Inschrift heißt es unter einem mit Laub bekränz­ten Stahl­helm:


Ihren im Welt­krie­ge
1914–1918
gefal­le­nen Söh­nen
zum Gedächntis
die dank­ba­re Gemein­de
Wich­ling­hau­sen”



700–800 Gefal­le­ne hat­te die Gemein­de im Osten des Wup­per­tals zu betrau­ern, deren Namen zusam­men mit Geburts-, Todes­tag und Ster­be­ort in einem Gedächt­nis­buch ver­zeich­net wur­den.1


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Kriegerdenkmal in Langerfeld

Das Denk­mal im Janu­ar 2010.

Das Schwert.

Oben, am Hang des Hedt­bergs und am Ende der Wil­helm-Hedt­mann-Stra­ße leg­ten die Lang­er­fel­der im Jahr 1929 ihr Krie­ger­denk­mal an. Die Plä­ne dafür leg­ten der Archi­tekt Peter Klotz­bach und Regie­rungs­bau­meis­ter Flie­t­her vor. Es besteht aus einer 12,50m hohen stei­ner­nen Säu­le aus Ruhr­koh­len­sand­stein, auf der frü­her ein vier Meter hohes Bron­ze­schwert mit Johan­ni­ter­kreuz sei­ne Spit­ze in den Him­mel streck­te, und einem Pla­teau, auf dem eine sar­ko­pha­g­ähn­li­cher Gedenk­stein aus Muschel­kalk auf­ge­stellt ist. Zur Ein­wei­hung am 24.November 129 erschie­nen fast 10.000 Bür­ger, um zusam­men mit Ange­hö­ri­gen, dem Posau­nen­chor und den Mit­glie­dern der Lang­er­fel­der Gesang­ver­ei­ne den Toten zu geden­ken. Nach Abschluss der Fei­er ließ man tau­send Brief­tau­ben die Nach­richt von der Ein­wei­hung in die Stadt tra­gen.


Am 24.November 1929 wur­de das Denk­mal ein­ge­weiht. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 19.6.5


Der Sar­ko­phag trägt an sei­nem “Deckel” die Namen berühm­ter Schlacht­fel­der des Ers­ten Welt­kriegs: “Ska­gerak, Ypern + Kow­no, Arras, Tan­nen­berg + Ver­dun”. Außer­dem ist an einer Längs­sei­te der Auf­schrei “Sie wer­den auf­er­ste­hen!” ein­ge­mei­ßelt. Die Inschrift am Auf­gang zum Pla­teau lau­te­te frü­her:

Den im Welt­krie­ge 1914–18 gefal­le­nen Soeh­nen
der ehe­ma­li­gen Gemein­de Lang­er­feld
zum ewi­gen Gedächntis”



Heu­te ver­kün­det eine Bron­ze­ta­fel:

Den Toten zum Geden­ken,
den Leben­den zur Mah­nung.”



Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de das Schwert ein­ge­schmol­zen und das Denk­mal durch Bom­ben beschä­digt. Am 22.November 1953 konn­te das Denk­mal wie­der ein­ge­weiht wer­den, anstel­le des Schwer­tes wur­de ein 3,50 m hohes, mit Kup­fer umman­tel­tes Kreuz auf­ge­stellt. Am Pfei­ler wur­den die Nach­bil­dung eines Stahl­helms und die Jah­res­zah­len der Welt­krie­ge ange­bracht.1


Der obe­re Teil des Denk­mals im Mai 2010.

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Kriegerdenkmal Cronenberg


Das Krie­ger­denk­mal in Cro­nen­berg (Am Ehren­mal) wur­de am 14. Okto­ber 1928 ein­ge­weiht. Vor­an­ge­gan­gen waren der Beschluss zur Errich­tung eines sol­chen Denk­mals der Cro­nen­ber­ger Stadt­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung am 10.Februar 1925, eine Sam­mel­ak­ti­on unter den Cro­nen­ber­ger Bür­gern, die die finan­zi­el­len Mit­tel erbrach­te, eine Aus­ein­an­der­set­zung um die Fra­ge, ob das Denk­mal mit­ten in der Stadt errich­tet wer­den soll­te oder lie­ber im Wald, wel­cher Bild­hau­er es aus­füh­ren soll­te und die Grund­stein­le­gung am 17. Juli 1927 anläss­lich der Fei­er 100 Jah­re Stadt­rech­te.

Man ent­schloss sich schließ­lich Edu­ard Timaeus aus Kas­sel mit dem Bau des Denk­mal zu beauf­tra­gen, dass inner­halb eines neu­en Parks zwi­schen den Stra­ßen Hüt­ter­str, Am Ehren­mal und Auf dem Eigen ent­ste­hen soll­te. Timä­us hat­te bereits 1925 die Gedenk­ta­fel der Cro­nen­ber­ger Real­schu­le gestal­tet. Die Anla­ge selbst plan­ten Prof. Peter Klotz­bach aus Bar­men und der Cro­nen­ber­ger Stadt­bau­rat Sie­den­topf.



Der Bild­hau­er wähl­te die unge­wöhn­li­che Form einer Pyra­mi­de für das Ehren­mal. Vor­ge­la­gert ist eine schlich­te, kni­en­de, trau­ern­de Frau­en­fi­gur, auf der lin­ken, vor­de­ren und rech­ten Sei­te sind die Namen der Gefal­len (über 400) ange­bracht. Auf der Spit­ze der Pyra­mi­de pran­gen die Wor­te “1914–18”, “Cro­nen­berg”, “sei­nen”, “Hel­den”. Am Fun­da­ment links neben der Frau­en­fi­gur: “Ihr starbt”, rechts: “Ihr lebt!”. Unter­halb der Frau­en­fi­gur brach­te man am 26.Juli 1956 eine ergän­zen­de Tafel für die Opfer des Zwei­ten Welt­kriegs an, die der Bild­hau­er Harald Schmahl schuf. In den 1980er Jah­ren wur­de das Denk­mal von Stein­metz­meis­ter Barnd Wald restau­riert.1


Das Band, wel­ches die Namen ent­hält, ist an den Sei­ten zwei­mal durch Sym­bol­ta­feln unter­bro­chen, die Sym­bo­le von Krie­ge und Frie­den zei­gen.

Zu sehen sind Reichs­ad­ler, Schwert mit Blät­tern, Artil­le­rie­ge­schoss, Cro­nen­ber­ger Wap­pen (Ber­gi­scher Löwe mit Sen­se)

Zu sehen sind Frie­dens­tau­be, Stahl­helm, Eiser­nes Kreuz, Sie­ger­kranz

Die Inschrift des Denk­mals ist nicht leicht zu erken­nen. An der Spit­ze der Pyra­mi­de steht an drei Sei­ten: “Cro­nen­berg — sei­nen — Hel­den — 1914- 1918” Unter dem Band der Namen steht ein­ge­mei­ßelt in den Stein links und rechts der Figur “Ihr starbt — Ihr lebt”

In Cro­nen­berg fan­den sich kurz nach dem Volks­trau­er­tag die meis­ten Krän­ze. Es ist inter­es­sant, wel­che Insti­tu­tio­nen und Ver­ei­ne heu­te noch der Toten geden­ken: Die Stadt Wup­per­tal, Cro­nen­ber­ger Hei­mat- und Bür­ger­ver­ein, CDU Cro­nen­berg, DRK Bereit­schaft Cro­nen­berg, RSC Cro­nen­berg, Frei­wil­li­ge Feu­er­wehr Cro­nen­berg, SSV 07 Sud­berg, Frei­wil­li­ge Feu­er­wehr Hah­ner­berg, Sozi­al­ver­band VdK Cro­nen­berg, Cro­nen­ber­ger Sport­club, Bür­ger­ver­ein Hahnerberg/Cronenfeld, Ski-Club Cro­nen­berg 1929, Volks­bund Deut­sche Kriegs­grä­ber­für­sor­ge e.V.


Am 26. Juli 1958 wur­de zum Geden­ken der Opfer des Zwei­ten Welt­krie­ges eine Bron­ze­ta­fel ange­bracht, die vom Bild­hau­er Harald Schmahl gestal­tet wur­de. Plä­ne für ein eigen­stän­di­ges Denk­mal wur­den ver­wor­fen. Über dem Eichen­blatt steht die schlich­te Inschrift: “Den Toten des Welt­kriegs 1939–1945”

Ergän­zung vom 06.Juni 2012:
In der Nacht auf Diens­tag, den 5.Juni 2012 haben Bron­ze­die­be die Tafeln mit den Namen der Gefal­le­nen und die Sym­bol­ta­feln ent­wen­det. Mit gro­ßer Bru­ta­li­tät wur­den die ein­ze­men­tier­ten ver­an­ker­ten Tafeln her­aus­ge­bro­chen, die Wie­der­her­stel­lungs­kos­ten lie­gen bei 30.000 Euro. Nur eine der 22 Tafeln wur­den an Ort und Stel­le gelas­sen.2


Eine der nun gestoh­le­nen Gedenk­ta­feln.

Ergän­zung vom 18.06.2012:
Der Cro­nen­ber­ger Hei­mat- und Bür­ger­ver­ein und der SPD-Stadt­ver­ord­ne­te Oli­ver Wag­ner haben 1200 € Beloh­nung für sach­dien­li­che Hin­wei­se aus­ge­setzt, davon stam­men 1000 € vom CHBV.3 Die Befürch­tun­gen, dass die Namen nicht mehr rekon­stru­iert wer­den kön­nen (s.Kommentare), haben sich zum Glück auf­ge­löst. Die Namen sind im Stadt­ar­chiv in der Akte S VII 65, “Gedenk­ta­fel der im Welt­krieg 1914–1918 gefal­le­nen…, Ein­wei­hung des Ehren­mals, 14.10.1928” ent­hal­ten.4

Der CHBV sam­melt nun Spen­den zur Wie­der­her­stel­lung der Bron­ze­ta­feln: Das Kon­to des CHBV: „Stadt­spar­kas­se Wup­per­tal, Kon­to-Num­mer 219 0 14, BLZ 330 50 000.[3]Ergän­zung vom 01.11.2012:

Wie die Cro­nen­ber­ger Woche berich­tet, beant­wor­te­te die Stadt eine Anfra­ge der Bezirks­ver­tre­tung Cro­nen­berg zur Wie­der­her­stel­lung der Tafel nega­tiv, es ist kei­ne Geld dafür vor­han­den. 30.000 Euro ver­an­schlagt das Res­sort Grün­flä­chen für die Her­stel­lung und dieb­stahl­si­che­re Anbrin­gung. Dage­gen sag­te das Res­sort zu, im Win­ter die Bäu­me und Sträu­cher im Bereich zurück­zu­schnei­den, um das Are­al bes­se­re ein­seh­bar zu gestal­ten.5


Zum Volks­trau­er­tag am 18.11.2012 stell­te man als pro­vi­so­ri­schen Ersatz für die gestoh­le­nen Namen­s­ta­feln die­se Tafel auf

Ergän­zung vom 21.11.2012 :
Am Volks­trau­er­tag 2012 sorg­te der Dieb­stahl der Namen­s­ta­feln für eine Ver­än­de­rung im übli­chen Ritu­al. Neben Schü­lern und Pfar­rer Mon­hof ergriff auch der stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de des Cro­nen­be­ger Hei­mat- und Bür­ger­ver­eins, Ste­phan Ries, das Wort und erklär­te den 150 Teil­neh­mern, dass die Wei­ge­rung der Stadt, die Tafeln zu erset­zen, eine “wei­te­re Schan­de” sei. 94 Jah­re nach Kriegs­en­de und 84 Jah­re nach der Errich­tung des Denk­mals beton­te er, dass die­ses kein “anony­mes, nack­tes Bau­werk aus Stein” sei, und die Namen­s­ta­feln der Trau­er und Erin­ne­rung ein Gesicht geben wür­de. Sie sei­en tra­gen­de Säu­len des Erin­nerns. Mitt­ler­wei­le bezif­fert die Stadt die Kos­ten der Wie­der­her­stel­lung und dieb­stahl­si­che­ren Anbrin­gung auf 65.000 €.6


Das Pro­vi­so­ri­um

Ergän­zung vom 02.01.2013:
Am Neu­jahrs­tag 2013 wur­de die­se pro­vi­so­ri­sche Ehren­ta­fel zer­stört auf­ge­fun­den. Ob die Ursa­che Van­da­lis­mus oder Wind­bö­en waren, war unklar. Rolf Tesche, Vor­sit­zen­der des CHBV, erklär­te, das Pro­vi­so­ri­um mög­lichst schnell repa­rie­ren zu las­sen, da es nicht nur die Toten ehren, son­dern auch mah­nen, dass die Stadt die gestoh­le­nen Tafeln ersetzt.7


Ergän­zung vom 08.12.2013:
Im Dezem­ber 2013 wur­de zwi­schen dem CHBV und der Stadt Wup­per­tal auf­grund des hart­nä­cki­gen Nach­ha­kens sei­tens des Bür­ger­ver­eins ver­trag­lich ver­ein­bart, dass die Stadt bei der Wie­der­her­stel­lung der Gedenk­ta­feln die Hälf­te der Kos­ten über­nimmt, die ande­re Hälf­te in Höhe von 18.000 € wird vom CHBV (3.000 €), von der Spar­kas­se (3.000 €), der Ein­zel­han­dels­ge­mein­schaft W.I.C (1.000 €), dem Ver­si­che­rungs­bü­ro Gross & Co (3.000 €) und sowie Pri­vat­spen­dern getra­gen, wes­we­gen erneut ein Spen­den­auf­ruf getä­tigt wur­de. Im Dezem­ber 2013 begann die kos­ten­freie Sanie­rung des Denk­mals durch den Maler­be­trieb Tesche und die Gerüst­bau­fir­ma Klaus Hobels­ber­ger.8


Ergän­zung 16.10.2015
Am 12. Okto­ber 2015 teil­te die Stadt mit, dass eine Ste­le mit einer Info­ta­fel am nord­west­li­chen Zugang zum Denk­mal auf­ge­stellt wur­de. Der Text vom His­to­ri­schen Zen­trum erklärt die Geschich­te des Denk­mals bis in die jüngs­te Zeit, her­ge­stellt wur­de sie vom Res­sort Grün­flä­chen und Fors­ten, die Auf­stel­lung über­nah­men durch Kräf­te des zwei­ten Arbeits­mark­tes der GESA.9
Seit April 2014 ist das Denk­mal auch wie­der voll­stän­dig, nach­dem die gestoh­le­nen Namen­s­ta­feln durch Repli­ken ersetzt wur­den. Die­se bestehen aber nicht aus Bron­ze, son­dern aus Kunst­guß und wur­den von der Fir­ma EGO3D aus Mül­heim her­ge­stellt. Damit konn­ten die Kos­ten von 65.000 € auf 35.000 € redu­ziert wer­den.10


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Gedächtniskapelle der Reformierten Gemeinde Gemarke

Auch die Kir­chen, genau­er die ein­zel­nen Gemein­den im Tal, betei­lig­ten sich dar­an, den Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­kriegs zu geden­ken. Die evan­ge­lisch-refor­mier­te Gemein­de Gemar­ke ent­schied sich dazu, ihren Gefal­le­nen in der Fried­hofs­ka­pel­le des Fried­hofs Hugo­stra­ße eine Sei­ten­ka­pel­le ein­zu­rich­ten, um dort einen Ort der Trau­er zu haben. Das Fens­ter der Kapel­le ver­weist auch auf das Jahr der Ein­wei­hung:



Am 13.Juni 1926 wur­de die von Prof. Klotz­bach aus Bar­men ent­wor­fe­ne Kapel­le ein­ge­weiht. Die Gedächt­nis­hal­le ist schlicht gestal­tet. Schma­le Pfei­ler unter­tei­len den Raum, in den Zwi­schen­räu­men wur­de Mar­mor­ta­feln ange­bracht, die 700 Namen ver­zeich­nen.1


 

Namen­s­ta­feln fin­den sich auch an der lin­ken und rech­ten Wand. Gegen­über des Ein­gangs fin­det sich eine Tafel:



Die Inschrift lau­tet:

“Welt­krieg 1914–1918
Ihren gefal­le­nen Mit­glie­dern zum
Ehren­ge­dächt­nis in Dank­bar­keit
die Refor­mier­te Gemein­de Gemar­ke
*
Jes. 55,8–9
Mei­ne Gedan­ken sind nicht Eure
Gedan­ken, und Eure Wege sind
nicht mei­ne Wege, spricht der
Herr; Son­dern soviel der Him­mel
höher ist denn die Erde, so sind
auch mei­ne Wege höher denn
Eure Wege und mei­ne Gedan­ken
denn Eure Gedan­ken”

 


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te