Kriegerdenkmal Ronsdorf- Linde


Am 6. Dezem­ber 1931 weih­ten die Lin­der Bür­ger ihr eige­nes Denk­mal für die Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­kriegs ein. Es wur­de in Eigen­leis­tung finan­ziert und errich­tet und steht gegen­über der Ein­mün­dung der Stra­ße Kleins­po­kert. Neben der Bereit­stel­lung von Bau­platz und Arbeits­kraft durch die Bür­ger sorg­ten der evan­ge­li­sche Schul­ver­ein des Bezirks Lin­de, der Krie­ger- und Land­wehr­ver­ein, der Turn­ver­ein Frisch Auf Jäger­haus und die Fabri­kan­ten Lum­beck und Wol­ters für die finan­zi­el­len Mit­tel.
Das Denk­mal besteht aus einem Pfei­ler aus Bruch­stein, der von einem Eiser­nen Kreuz gekrönt wird und zwei angren­zen­den Bruch­stein­mau­ern, die die klei­ne Anla­ge begren­zen. Ent­wor­fen wur­de das Denk­mal vom Rons­dor­fer Stadt­bau­in­spek­tor Abel ent­wor­fen.



In die angren­zen­de Bruch­stein­mau­er wur­de die Gedenk­ta­fel aus Bron­ze ein­ge­las­sen, die 26 Namen aus dem Schul­be­zirk Rons­dorf-Lin­de ver­zeich­net. Am Kopf der Tafel sind die Jah­res­zah­len, ein Stahl­helm auf Eichen­laub und die Inschrift

Es star­ben den Hel­den­tod”

ange­bracht. Am Fuß der Bron­ze­ta­fel steht “Schul­be­zirk Rons­dorf Lin­de.



Die­se Anla­ge ist inter­es­sant, da sie zwei Trends bei­spiel­haft auf­zeigt:
1. Auch nach über drei­zehn Jah­ren, nach­dem die letz­ten Patro­nen ver­schos­sen wur­den, die letz­ten Kriegs­la­za­ret­te geschlos­sen wur­den und die letz­te Ehe­frau jene ver­häng­nis­vol­le Nach­richt bekam (wenn man von den Ver­miß­ten absieht), ist der Ver­lust der Mit­men­schen immer noch so groß, dass man den Mit­bür­gern ein Denk­mal errich­tet und dafür eini­ge Anstren­gun­gen, auch in der Welt­wirt­schafts­kri­se, unter­nimmt. Das Geden­ken an die Toten des “Gran­de Guer­re” wie ihn die Fran­zo­sen bis heu­te nen­nen, oder des “Gre­at War”, wie ihn die Eng­län­der bezeich­nen, über­steht alle exis­ten­zi­el­len Kri­sen der Wei­ma­rer Repu­blik. Das Toten­ge­den­ken scheint nicht abzu­neh­men — bis im Sep­tem­ber 1939 der nächs­te Krieg aus­bricht und mit sei­nen Unta­ten alles Grau­en des Ers­ten Welt­kriegs ver­drän­gen wird.

2. Das Toten­ge­den­ken ist nicht in zeit­li­cher Hin­sicht inter­es­sant, son­dern auch lokal. Die vie­len Sport­ver­ei­ne, die Feu­er­weh­ren, das Mili­tär, von dem hier noch nicht die Rede war, und die loka­len Gemein­de wie Nächs­te­breck, Sonn­born und in die­sem Fall Lin­de zei­gen, dass es zwar auch zen­tra­le Gedenk­stät­ten gab, doch der Bedarf noch grö­ßer. Die Lücke, die in der Bür­ger­schaft geris­sen wur­den, waren anschei­nend so groß und so auf­fäl­lig, dass den Gefal­len auch im klei­nen, nicht-anony­men Rah­men gedacht wer­den sollte.Am 9.Juli 1962 wur­de am Pfei­ler des Denk­mals eine zwei­te Bron­ze­ta­fel ange­bracht, die ohne Namens­nen­nung den Opfern des Zwei­ten Welt­kriegs gedenkt.1


Die Inschrift lau­tet:

Zum Geden­ken
der Opfer des
2.Weltkrieges
1939–1945

Die Toten
ver­pflich­ten
die Leben­den”



Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Kriegerdenkmal Ronsdorf

Als letz­te der fünf Städ­te im Wup­per­tal weih­te Rons­dorf am 30.November 1930 sein Krie­ger­denk­mal im Park am Stadt­bahn­hof ein. Dafür war die Gedenk­stun­de um so fei­er­li­cher. Pfar­rer der luthe­ri­schen, der refor­mier­ten und der katho­li­schen Gemein­den, sowie ein Rab­bi­ner hiel­ten Anspra­chen zu Ehren der Toten. 300 Sän­ger san­gen das Lied “Sanc­tus” von Schu­bert. Am 25.März 1929 hat­te die Stadt­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung in einer ihrer letz­ten Sit­zun­gen vor der Grün­dung der Stadt Wup­per­tal dem Antrag der mili­tä­ri­schen Ver­ei­ne zur Errich­tung des Denk­mals statt­ge­ge­ben.



Das Denk­mal besteht aus Ruhrs­and­stein und hat eine Sei­ten­län­ge von 3x3 Metern und eine Höhe von 3,60 Metern. Es erin­nert in sei­ner trut­zi­gen Art an die zahl­rei­chen Bis­marck­tür­me, die vor dem Ers­ten Welt­krieg auf­ge­stellt wur­den. Ent­wor­fen wur­de es vom Archi­tek­ten Mang­ner aus Bar­men, der am 19.Juni 1930 den Wett­be­werb des Denk­mal­aus­schus­ses gewann.



An den vier Sei­ten fin­den sich Bron­ze­ta­feln, die 450 Namen ver­zeich­nen. Dar­über steht über alle vier Sei­ten:

Den im Welt­krieg 1914–1918
gefal­le­nen Söh­nen
der Stadt Rons­dorf
zu ehren­den Geden­ken”

Gekrönt wird das Denk­mal von einem grie­chi­schen Kreuz.



Die letz­te Tafel ent­hält am unte­ren Ende auch einen Abschnitt, in dem die Ver­miss­ten auf­ge­führt sind.



An der unte­ren rech­ten Basis der “Vor­der­sei­te” des Denk­mals sind außer­dem die Wor­te “Ich hatt’ einen Kame­ra­den” ein­ge­meis­selt sind. Es ist der ers­te Vers eines Lie­des, das auf dem Gedicht “Der gute Kame­rad” von Lud­wig Uhland basiert. Es ent­stand 1809, als badi­sche Trup­pen für die Fran­zo­sen einen Auf­stand in Tirol nie­der­schlu­gen. Das Lied ist heu­te fes­ter Bestand­teil des Lied­gu­tes eini­ger Arme­en, die Bun­des­wehr ver­wen­det das Lied in ihrem Trau­er­ze­re­mo­ni­ell.1

Der Text in der Wiki­pe­dia



Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Kriegerdenkmal der Freiwilligen Feuerwehr Ronsdorf

Der alte Stei­ger­trum der FFW Rons­dorf.

An ihrem Domi­zil an der Tal­sper­ren­stra­ße hat die FFW Rons­dorf im Jah­re 1930 einen Gedenk­stein ange­bracht, der den fünf­zehn Gefal­le­nen Kame­ra­den gewid­met ist. Am 27.Juli des Jah­res konn­te man das Denk­mal ein­wei­hen, das die Feu­er­wehr­män­ner selbst errich­tet und über Spen­den finan­ziert hat­ten. Der Gedenk­stein stammt aus dem Stein­bruch an der Kem­na.



Die Inschrift auf der Bron­ze­ta­fel lau­tet:

Den im Welt­krie­ge gefal­le­nen Kame­ra­den
zum treu­en Geden­ken
die Frei­wil­li­ge Feu­er­wehr Rons­dorf”

Dazu fin­den sich die Jah­res­zah­len und ein Feu­er­wehr­helm mit gekreuz­ten Äxten.1


 

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Kriegerdenkmal auf dem lutherischen Friedhof in Ronsdorf

Das frü­hes­te Denk­mal zu Ehren der Gefal­le­nen wur­de in Rons­dorf auf dem luthe­ri­schen Fried­hof errich­tet. Das aus einem Find­ling mit Ehren­ta­fel und einem klei­nen Grä­ber­feld bestehen­de Denk­mal wur­de am 12. Dezem­ber 1926 ein­ge­weiht. Pfar­rer Schoen zeich­ne­te für die Gedenk­re­de ver­ant­wort­lich, der luthe­ri­sche Kir­chen­chor und der Müh­ler Posau­nen­chor sorg­ten für die musi­ka­li­sche Beglei­tung. Der Bei­geord­ne­te O.J. Ben­ning­ho­ven leg­te als Ver­tre­ter von Stadt und Bür­ger­schaft einen Kranz nie­der.


Das Denk­mal mit schnee­be­deck­ten Grä­bern

Die Gedenk­ta­fel

Die Tafel auf dem Find­ling aus Grau­wa­cke, der aus einem Bey­en­bur­ger Stein­bruch stammt, ver­zeich­net fol­gen­de Inschrift:

Unse­ren
Gefal­le­nen Brü­dern
in Dank­bar­keit
1914–1918
Die
luthe­ri­sche
Kir­chen­ge­mein­de
2.Sam 1 v.27

In der Bibel heißt es bei 2.Sam 1 v.27:

Wie sind die Hel­den gefal­len und die Streit­ba­ren umge­kom­men!”


 

Grä­ber­feld und Denk­mal für die Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­kriegs auf dem luthe­ri­schen Fried­hof

Eini­ge der Grab­stei­ne, sind, so wie die­ser, schon sehr ver­wit­tert, so dass die Schrift kaum noch les­bar ist.

Die­ser Grab­stein hin­ge­gen wur­de offen­sicht­lich erneu­ert. Er zeigt die typi­schen Merk­ma­le der Inschrif­ten auf: Rang, Name, Ein­heit, Geburts­da­tum und -ort, Todes­da­tum und -ort.

Vie­le der ins­ge­samt 36 Gefal­le­nen sind erst nach dem Krieg  gestor­ben, ande­re sind schon sehr früh gestor­ben, im Sep­tem­ber 1914. Fast alle Sol­da­ten sind in Deutsch­land gestor­ben, ver­mut­lich in Laza­ret­ten, wie Köln, Crefeld oder Ratin­gen.1

Ergän­zung vom 14. März 2012:

Bereits 1935 erfuhr das Grä­ber­feld eine Sanie­rung. Eini­ge Grä­ber hat­ten sich gesenkt, Inschrif­ten waren bereits ver­bli­chen und die Bepflan­zung nicht mehr anspre­chend. Der Kir­chen­vor­stand und die Orts­grup­pe des Volks­bunds deut­sche Kriegs­grä­ber­für­sor­ge ent­schei­den sich für eine Neu­an­la­ge. Die Wege wur­den neu gestal­tet und mit Splitt ver­se­hen, die Grab­stei­ne erhiel­ten eine Band­ei­sen­ein­fas­sung und neue Efeu­pflan­zen wur­den ange­bracht. Durch Umbet­tun­gen konn­te man zwei wei­te­re Krie­ger­grä­ber anle­gen. Die Inschrif­ten wur­den erneu­ert und man plan­te eine Gedenk­fei­er zur Neu­ein­wei­hung der Ehren­grä­ber.2

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te