Mahnmal KZ-Kemna

Mahn­mal KZ Kem­na

In der Kem­na, jener Teil des Wup­per­tals, der zwi­schen Rau­en­tal, Laa­ken und Bey­en­burg liegt, bestand zwi­schen Juli 1933 und Janu­ar 1934 eines der ers­ten Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger im NS-Reich. Es lag zwi­schen der Wup­per und der Wup­per­tal­bahn neben der die Bey­en­bur­ger Stra­ße ent­lang führt. Es war für bis zu 300 Häft­lin­ge aus­ge­legt und war doch mit 1000 Häft­lin­gen heil­los über­füllt. Als es am 19.Januar 1934 geschlos­sen wur­de, waren über 4500 Häft­lin­ge der Gewalt des Nazi-Regimes aus­ge­setzt gewe­sen und ihre Lei­dens­zeit war mit der Auf­lö­sung des Wup­per­ta­ler KZs nicht zu Ende.


Blick auf das Fabrik­ge­län­de, wo ca. ein hal­bes Jahr das KZ bestand. Im Vor­der­grund die Land­stra­ße und die Wup­per­tal­bahn.

1982 — 49 Jah­re spä­ter — reg­te der Jugend­ring Wup­per­tal an ein Mahn­mal an die­ser Stel­le zu errich­ten und der Taten zu erin­nern. Die Stadt Wup­per­tal rich­te­te dar­auf­hin einen Wett­be­werb aus, der an Schü­ler und Aus­zu­bil­de­nen von der 5.Klasse bis zum Alter von 25 Jah­ren gerich­tet war. 18 Grup­pen und acht Ein­zel­per­so­nen betei­lig­ten sich dar­an und der Kunst­kurs 13/2 des Gym­na­si­ums am Kothen ging am 21.Dezember 1982 als Sie­ger dar­aus her­vor. Am 3.Juli 1983 — 50 Jah­re nach Eröff­nung des KZs — wur­de das Mahn­mal unter gro­ßer Anteil­nah­me von 3000 Bür­gern am Hang gegen­über des KZs ein­ge­weiht. Ober­bür­ger­meis­ter Gott­fried Gur­land, Minis­ter­prä­si­dent Johan­nes Rau, Karl Ibach — Über­le­ben­der des KZs und Autor des Kem­na-Reports -, der Vor­sit­zen­de des Jugend­rings Sieg­fried Wirtz und Gre­te Thie­le von der DKP hiel­ten die Anspra­chen.

Das Denk­mal besteht aus roten (Fabrik-)Ziegeln und drei Bron­ze­plat­ten.



Ein ZEIT-Arti­kel beschreibt das zen­tra­le Ele­ment des Mahn­mals:

Drei Ent­wür­fe gestal­te­te der Grund­kurs in drei Grup­pen: der Ent­wurf Rai­ner Lör­kens und sei­ner Mit­schü­le­rin Sil­via Sülz erhielt unter 27 Ein­sen­dun­gen den ers­ten Preis. Das Modell: eine sich aus­stre­cken­de Hand, Bahn­glei­se (als Hin­weis, daß Kem­na für vie­le Durcn­gangs­sta­ti­on war), eine zer­brö­ckeln­de Fabrik­mau­er und Hügel rings­um — ein­fa­che Zei­chen für den Tat­ort Kem­na.“1


Die rech­te Tafel

Die­ses Mahn­mal
wur­de im Rah­men
eines Jugend­wett­be-
werbs von Schü­lern
des Gym­na­si­ums am
Kothen ent­wor­fen
und von Wup­per­ta­ler
Bür­gern und Jugend-
lichen durch Spen-
den und Mit­ar­beit
errich­tet
Wup­per­tal 1983”


Die lin­ke Tafel.

KZ Kem­na
Auf dem gegen­über-
lie­gen­den Fabrik-
gelän­de bestand von
Juli 1933 bis Janu­ar
1934 das Kon­zen­tra-
tions­la­ger Kem­na.
Hier wur­den über
4000 Geg­ner des
Natio­nal­so­zia­lis­mus
gequält und gefol­tert.


Die Kos­ten von 30.000 DM wur­de durch die Eigen­ar­beit der Schü­ler und Spen­den in Höhe von 15.000 DM gedeckt. Der Stand­ort des Mahn­mals liegt heu­te am Karl-Ibach-Weg. Seit Herbst 2001 führt ein Mahn­mal­weg vom Lang­er­fel­der Markt zum Mahn­mal.2

Fußnoten:

  1. Anne Lin­sel, Schluß mit dem Schwei­gen, in: DIE ZEIT: vom 8. April 1983)
  2. RMK, S. 497.