Ehrentafel des Barmer Lehrer-Turnvereins für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs

Der Bar­mer Leh­rer-Turn­ver­ein (BLTV) wur­de am 4. April 1883 von 16 Leh­rern unter Lei­tung von Ober­turn­leh­rer Karl Schrö­ter gegrün­det und war damit der ers­te die­ser Art in West­deutsch­land. Sei Ziel war die För­de­rung des Schul­tur­nens und die Unter­rich­tung der Mit­glie­der in Metho­dik und Didak­tik des Tur­nens für ihre Tätig­keit als Leh­rer. Die Grün­dungs­ver­samm­lung fand im Krom­berg­schen Saal statt, spä­ter fand sich hier an der Hecking­hau­ser Stra­ße 27 die Gast­stät­te Wil­helm Klein. Heu­te ist dort die Holz- und Eisen­wa­ren­hand­lung Mat­they. Am 3.Oktober 1922, einem Diens­tag, gedach­te der Ver­ein in eben jenem Ver­eins­lo­kal mit der Ent­hül­lung der Ehren­ta­fel sei­nen Gefal­le­nen des vier Jah­re zuvor zu Ende gegan­ge­nen Ers­ten Welt­kriegs.


Abbil­dung der Ehren­ta­fel aus: Fest­schrift zur gol­de­nen Jubel­fei­er, 1883 — 1933, S. 9

Die ver­mut­lich aus Holz geschnitz­te Ehren­ta­fel wur­de von einem unbe­kann­ten Künst­ler geschaf­fen und von den Ver­eins­mit­glie­dern über Spen­den finan­ziert. Sie zeigt neben der Inschrift die Dar­stel­lung eines ver­wun­de­ten Man­nes, der sein Schwert nie­der­ge­legt hat und sich mit der lin­ken Hand die Brust am Herz hält. Die Inschrift lau­tet


Bar­mer Leh­rer-Turn­ver­ein
[Dar­stel­lung]
E h r e n t a f e l
Der im Welt­krie­ge 1914–18 gefal­le­nen Hel­den
[17 Namen]
Sie waren unser! Wir wer­den sie nie ver­ges­sen!”


Zusam­men mit dem Ver­eins­heim in der Gast­stät­te Wil­helm Klein wur­de die Ehren­ta­fel beim Luft­an­griff auf Bar­men 1943 zer­stört.1

Ehrentafel für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Schüler des Barmer Gymnasiums an der Bleicherstraße

Am 1. Okto­ber 1922 weih­te man in der Aula des Bar­mer Gym­na­si­ums an der Blei­cher­stra­ße die bron­ze­ne Ehren­ta­fel für die 166 im Ers­ten Welt­krieg gefal­le­nen Schü­ler ein, die von Prof. Peter Klotz­bach ent­wor­fen wor­den war. Die Tafel ist oben mit Fili­gran­werk abge­run­det und mit dem Reli­ef­bild einer Frau gestal­tet, die sich trös­tend zu einem ver­wun­de­ten Sol­da­ten nie­der­beugt. Dar­un­ter steht in grie­chi­scher Schrift und Spra­che:
“Des Lebens Maß ist das Edle, nicht die Län­ge”

Im Mit­tel­teil fin­den sich zwi­schen den Inschrif­ten die Namen der Gefal­le­nen:

Aus unse­ren Rei­hen
lies­sen ihr Leben

[166 Namen]

Saat, von Gott gesät,
dem Tage der Gar­ben zu rei­fen


Rechts und links davon befin­den sich Flü­gel­tü­ren, die Innen — wie auf dem Bild — zwei Schwer­ter auf erha­be­nen Grund zei­gen, sodass sie wie Schmuck auf Sär­gen wir­ken. Wur­den die Türen geschlos­sen, zeig­ten sie “schwer­tra­gen­de Gestal­ten”.1


Die Ehren­ta­fel des Bar­mer Gymne­si­ums an der Blei­cher­stra­ße. Ent­nom­men aus: Fest­schrift zum 350jährigen Jubi­lä­um des Bar­mer Gym­na­si­ums, her­aus­ge­ge­ben von Ober­stu­di­en­rat Prof. Boh­le, Bamen 1929, S. 144.

In der Ein­wei­hungs­re­de heißt es zur Gestal­tung der Ehren­ta­fel:


“Wie wir unse­re stärks­ten und tiefs­ten Gedan­ken und Gefüh­le nicht dem All­tag preis­ge­ben, so dach­ten auch wir es zu hal­ten mit dem Werk, das unser Sym­bol sein soll unse­rer tiefs­ten Lie­be, unse­rer Lie­be zum deut­schen Vol­ke. Aus die­sem Sin­ne her­aus ent­stand der Plan eines schreinar­ti­gen Wer­kes, des­sen Flü­gel­tü­ren, geschlos­sen, das Inne­re ber­gen. Gedan­ken und Gefüh­le, dem All­ta­ge preis­ge­ge­ben, in gleich­gül­ti­gen Stun­den gespro­chen und gezeigt, ver­lie­ren Herbheit und Kraft, sie wel­ken wir­kungs­los. So auch fürch­te­ten wir es von einer Tafel, an der der All­tag vor­über­flu­tet. Des­halb soll die­ser Schrein nur geöff­net sein an Tagen, an denen wir Fes­te feie­ren. Ernst hal­ten die schwer­tra­gen­den Gestal­ten das Inne­re ver­schlos­sen, der gefal­le­ne Jüng­ling und die stüt­zen­de Frau aber las­sen den Besu­cher ahnen, was es birgt…“2

1931 wur­de das Bar­mer Gym­na­si­um, das sich selbst auf die 1579 gegrün­de­te ers­te Bar­mer Amts­schu­le zurück­führ­te, mit dem Elber­fel­der Gym­na­si­um an der Köl­ner Stra­ße zusam­men­ge­legt und trug erst den Namen “Bar­mer Gym­na­si­um in Elber­feld” und seit 1936 trägt es den Namen “Wil­helm-Dör­pfeld-Gym­na­si­um”. Bereits ein Jahr zuvor hat­te man im dor­ti­gen Schul­ge­bäu­de ein Krie­ger­denk­mal für die Gefal­le­nen ein­ge­weiht. In das Gebäu­de an der Blei­cher­stra­ße zog 1931 das Bar­mer Mäd­chen­gym­na­si­um ein.
Im Zwei­ten Welt­krieg wur­den bei­de Schul­ge­bäu­de zer­stört und mit ihnen die Ehren­ta­fel.3


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Ehrentafel für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen des Bankhauses von der Heydt, Kersten & Söhne

Von die­ser Gedenk­ta­fel ist kei­ne Abbil­dung bekannt.

Im August/September 1922 weih­te man im Bank­haus von der Heydt, Kers­ten & Söh­ne am Neu­markt in Elber­feld die Ehren­ta­fel für die gefal­le­nen Ange­stell­ten des Ers­ten Welt­kriegs ein. Im Gene­ral-Anzei­ger wur­de am 9. August 1922 die Tafel wie folgt beschrie­ben:


Im Bank­haus von der Heydt, Kers­ten & Söh­ne ist vor eini­ger Zeit eine Ehren­ta­fel für die im Welt­krieg gefal­le­nen Ange­stell­ten der Fir­ma ange­bracht wor­den. Sie gehört neben den Cleff’schen Gedenk­ta­feln unstrei­tig zu den schöns­ten und wür­digs­ten die­ser Art in unse­rer Stadt. Das Werk, das von der Hand des Pro­fes­sor Gra­seg­ger in Köln model­liert wur­de, besteht im wesent­li­chen aus einer Plat­te von grau­em Mar­mor, auf der die schlich­te Bron­ze­ta­fel mit dem Namen, Todes­jahr und Ruhe­stät­ten der Gefal­le­nen ruht. Die erha­be­ne dün­ne Schrift ist edel und deko­ra­tiv gehal­ten. Von gro­ßer, ruhi­ger Wir­kung ist das Hoch­re­li­ef eines kni­en­den Jüng­lings im abschlie­ßen­den obe­ren Halb­rund.“1


Beim Luft­an­griff auf Elber­feld in der Nacht auf den 25. Juni 1943 wur­de das Gebäu­de und mit ihm die Ehren­ta­fel zer­stört.2


Das Gebäu­de des Bank­hau­ses von der Heydt-Kers­ten und Söh­ne am Neu­markt wur­de nach dem Zwei­ten Welt­krieg nach dem his­to­ri­schen Vor­bild wie­der errich­tet. Heu­te steht hier das Gebäu­de der Com­merz­bank zwi­schen Kers­ten­platz und Neu­markt. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 11.9.1 (Bild ergänzt am 22.11.2012)

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


 

Gedenktafel für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen der Vereinigten Versicherungsgesellschaft AG

Von die­ser Gedenk­ta­fel ist kei­ne Abbil­dung bekannt.

Am 14. März 1922 weih­te man an der Vik­to­ria­stra­ße 17/21 im Elber­fel­der Bril­ler Vier­tel im Gebäu­de der Ver­ei­nig­ten Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft AG eine Gedenk­ta­fel für die 62 gefal­le­nen Beam­ten ein, die im Ers­ten Welt­krieg ihr Leben las­sen muss­ten. Der Anlass, die Ein­wei­hung an die­sem Diens­tag durch­zu­füh­ren, war der 100.Jahrestag der Grün­dung der “Vater­län­di­schen Feu­er-Ver­si­che­rungs-Akti­en-Gesell­schaft”. Die­se war die dritt­äl­tes­te deut­sche Feu­er­ver­si­che­rung und ging 1914 mit der Rhen­ania Ver­si­che­rung zur Ver­ei­nig­ten Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft AG zusam­men. Die 1872 gegrün­de­te Rhen­ania mach­te mit Unfall- und Haft­pflich­ver­si­che­rung ihre Geschäf­te. Die Ver­ei­nig­te Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft betrieb durch eini­ge frü­he­re Zukäu­fe auch Trans­port-, Ein­bruch­dieb­stahl- und Was­ser­lei­tungs­schä­den­ver­si­che­run­gen.
Ent­nom­men aus: Deutsch­lands Städ­te­bau, Bar­men, bear­bei­tet und her­aus­ge­ge­ben im Auf­trag des Ober­bür­ger­meis­ters vom Bei­ge­ord­ne­ten Stadt­bau­rat Köh­ler, 2. Auf­la­ge, 1926, S. 200.

Eine Abbil­dung des Gedenk­ta­fel ist nicht bekannt, so bleibt nur eine Abbil­dung des Gebäu­des, in dem sie zu fin­den war. Bis 1930 war das Gebäu­de im Besitz der Ver­ei­nig­ten Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft, dann über­nahm es die Nord­stern, All­ge­mei­ne Ver­si­che­rungs AG. Das Gebäu­de, das den Zwei­ten Welt­krieg ohne gro­ße Schä­den über­stand, beher­berg­te dann ab 1951 den Leip­zi­ger Ver­ein Bar­me­nia. 1966 wur­de das Gebäu­de abge­ris­sen und bis 1972 durch einen Neu­bau für die Haupt­ver­wal­tung der Bau-Berufs­ge­nos­sen­schaft ersetzt.1


Friedrich-Storck-Gedenktafel

 Von die­ser Gedenk­ta­fel ist kei­ne Abbil­dung bekannt.

Am 8. Febru­ar 1922 wur­de im Ver­eins­lo­kal “Becker” des Gemein­nüt­zi­gen Bür­ger­ver­eins Nord­stadt eine Gedenk­fei­er für den Hei­mat­dich­ter Fried­rich Storck aus­ge­rich­tet. Anläss­lich die­ser Fei­er, bei der auch der Sohn des Dich­ters, Vik­tor Fried­rich Storck Gedich­te sei­nes Vater rezi­tier­te, wur­de eine Gedenk­ta­fel aus schwar­zem Gra­nit an des­sen Geburts­haus am Neu­en­teich 79 ein­ge­weiht. Die Fei­er wur­de durch den Män­ner­ge­sang­ver­ein “Läe­ti­tia” unter­stützt, bei dem Storck Ehren­mit­glied gewe­sen war.

Fried­rich Storck wur­de am 27.Dezember 1838 als Sohn eines Fär­bers am Neu­en­teich gebo­ren. Damals lau­te­te die Adres­se des Hau­ses noch Sek­ti­on A, Nr. 87. Er besuch­te die Ele­men­tar­schu­le der alten refor­mier­ten Kir­che, die ab 1848 an der Berg­stra­ße zu fin­den war. Mit zwölf Jah­ren begann er bei der Sei­den­we­be­rei Johann Simons Erben zu arbei­ten und besuch­te nach der Arbeit die Abend­schu­le. Da er sich geleh­rig anstell­te, gab man ihm die Gele­gen­heit zu einer kauf­män­ni­schen Aus­bil­dung. 70 Jah­re blieb Storck der Fir­ma, die spä­ter als Simons & Fro­wein fir­mier­te, treu. In sei­ner Frei­zeit betä­tig­te er sich als Dich­ter und als Tur­ner, 1861 ver­fass­te ver­öf­fent­lich­te er als ers­te Wer­ke sei­ne Turner­lie­der. Ende der 1870er Jah­re begann er sich als Mund­art­dich­ter sich einen Namen zu machen und wur­de auch in den Nie­der­lan­den bekannt.

Fried­rich Storck war mit Julia­ne Ham­pel aus Bar­men ver­hei­ra­tet und das Paar hat­te elf Kin­der. Am 5. Dezem­ber 1915 starb Storck im Alter von 77 Jah­ren und wur­de auf dem refor­mier­ten Fried­hof an der Hoch­stra­ße bei­ge­setzt.
Das Haus Neu­en­teich 79 und die Gedenk­ta­fel über­leb­ten den Bom­ben­an­griff auf Elber­feld in der Johan­nis­nacht 1943 nicht. Es wur­de wie die Nach­bar­ge­bäu­de nicht wie­der auf­ge­baut.1

Bökelbrunnen (1920)

Das Vier­tel am Bökel auf einer colo­rier­ten Post­kar­te. (ergänzt am 24. Janu­ar 2014)

Im Mai 1920 wur­de der ers­te Bökel­brun­nen aus Anlass des 50jährigen Bestehens des Elber­fel­der Ver­schö­ne­rungs­ver­eins (gegrün­det am 23. Mai 1870) gestif­tet und ein­ge­weiht. Die Schen­kung wur­de dem Ober­bür­ger­meis­ter Elber­felds per Brief am 4. August 1917 ange­kün­digt und die Finanz­kom­mis­si­on nahm die­se am 11. August, die Stadt­ver­ord­ne­ten-Ver­samm­lung am 4. Sep­tem­ber 1917 an. Im Dezem­ber 1918 wur­de das Brun­nen­be­cken aus Muschel­kalk von der Fir­ma Schil­ling in Kirch­heim bei Würz­burg fer­tig­ge­stellt. Aller­dings konn­te es wegen der Umstän­de — der Ers­te Welt­krieg war ver­lo­ren, die Revo­lu­ti­on feg­te die Mon­ar­chie hin­weg — nicht ver­schickt wer­den. Auch die Beschaf­fung von Bron­ze für die Figur des Elber­fel­der Bild­hau­ers Prof. Erich Cleff war schwie­rig. Außer­dem wur­de der Bild­hau­er krank, sodass im Mai 1920 zunächst nur die Brun­nen­scha­le am Bökel auf­ge­stellt wur­de. Der Bereich Bökel wur­de durch den Zwei­ten Welt­krieg und den Umbau des Döp­pers­bergs mas­siv ver­än­dert, sodass es heu­te kei­ner­lei Spu­ren von die­sem Armen­vier­tel mit sei­nen Fach­werk­häu­sern mehr gibt. Heu­te befin­det sich hier das Wil­helm-Dör­pfeld-Gym­na­si­um und der Erwei­te­rungs­bau der Spar­kas­se.


Der Bökel­brun­nen vor 1928. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum 010/5/57

Die Kna­ben­fi­gur, die in den Hän­den zwei klei­ne Vögel hält, folg­te erst im Jahr 1922. Im April 1922 wur­de das “Brun­nen­bu­berl” beim Ver­such, es vom Sockel zu rei­ßen, beschä­digt und im Mai 1922 instand gesetzt. Eine Zei­tung berich­te­te, dass die Kin­der des Vier­tels bereits eine Trau­er­fei­er abge­hal­ten hat­ten und einen Eichen­kranz, ein sil­ber­nes Kreuz und eine Tafel mit der Inschrift “Zur Erin­ne­rung an unser totes Män­neken” am Brun­nen nie­der­ge­legt hat­ten, da sie dach­ten, die Figur wäre für immer ent­fernt wor­den.

Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de der Brun­nen mit­samt dem Vier­tel zer­stört. 1961 wur­de er erneut gestif­tet und die Figur erneut von Erich Cleff gestal­tet. 1

Georg Kolbes Brunnen und Skulptur “Bellona”

Foto­gra­fie des Bel­lo­na-Brun­nens, ent­stan­den  ver­mut­lich zwi­schen 1933 und 1943, da die Fah­ne im lin­ken Bild­ab­schnitt das Haken­kreuz der Natio­nal­so­zia­lis­ten zu tra­gen scheint. Im Hin­ter­grund das Hotel Kai­ser­hof, hier fin­det sich heu­te die Asphalt­wüs­te des Döp­pers­berg. Die Stra­ße, die links hin­ab führt, ist die Alte Frei­heit, man kann den Schwe­be­bahn­hof Döp­pers­berg (Köbo-Haus) erken­nen. Post­kar­ten­samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum. (Bild hin­zu­ge­fügt am 27.12.2011)

1914 bemüh­ten sich Elber­fel­der Bür­ger eine Brun­nen­an­la­ge in der dama­li­gen Grün­an­la­ge am Haupt­bahn­hof  zu errich­ten und spen­de­ten dafür 4.600 Mk, im Juli 1915 waren unter ande­rem mit­hil­fe der Zin­sen der Lüh­dorf-Platz­hoff-Stif­tung 10.000 Mk zusam­men- gekom­men. Am 6.Juli 1915 konn­te Ober­bür­ger­meis­ter Funck den Stadt- ver­ord­ne­ten mit­tei­len, dass man erfolg­reich um Mit­tel aus dem Lan­des­kunst­fonds gewor­ben hat­te und das Kul­tus­mi­nis­te­ri­um sich bereit erklärt habe, für Elber­feld einen Brun­nen zu spen­den. Die Kos­ten in Höhe von 30.000 Mk soll­ten zu einem Drit­tel von der Stadt getra­gen wer­den. Aus einem Wett­be­werb war bereits ein Ent­wurf des Bild­hau­ers Georg Kol­be als Preis­trä­ger her­vor­ge­gan­gen. Der Brun­nen besaß zwei Scha­len, aus der klei­ne­ren ergoss sich das Was­ser in eine grö­ße­re. In der Mit­te fan­den sich die bei­den Bron­ze­fi­gu­ren: Die Kriegs­göt­tin reich­te einem “erwa­chen­den Krie­ger”, so die zeit­ge­nös­si­sche Beschrei­bung, ein Schwert.1


Foto­gra­fie des Bel­lo­na-Brun­nens in der Grün­an­la­ge vor dem Haupt­bahn­hof. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum 010/3/45 (Bild hin­zu­ge­fügt am 27.12.2011)

Auf die­ser Post­kar­te ist zuse­hen, wie der Brun­nen in Betrieb mög­li­cher­wei­se aus­sah. Post­kar­te gelau­fen am 10. Janu­ar 1933. (Bild hin­zu­ge­fügt am 9. Juli 2018)

OB Funck war erfreut, dass “jedem Besu­cher der Stadt schon beim Ein­tritt eine Vor­stel­lung davon gege­ben wird, daß bei uns nicht nur die nüch­ter­ne Arbeit, son­dern auch Sinn für Höhe­res zu Hau­se ist.“2 Aller­dings dau­er­te es noch bis 1922, bis die Besu­cher den Brun­nen bewun­dern konn­ten. Roh­stoff­man­gel wäh­rend des Krie­ges und die Infla­ti­on in Fol­ge des Krie­ges ver­hin­der­ten die Auf­stel­lung. Die Kos­ten für die Stadt stie­gen so von 10.000 Mk Eigen­be­tei­li­gung und 3.00 Mk Neben­kos­ten auf 13.333 Mk Eigen­be­tei­li­gung und 12.000 Mk Neben­kos­ten (!) im Mai  1919, im Novem­ber 1921 war die Gesamt­hö­he von 47.000 MK erreicht.3


Die Figu­ren des ehem. “Elber­fel­der Brun­nens”, bzw. “Brun­nen am Haupt­bahn­hof” vor der Zen­tral­bi­blio­thek.

Kol­be scheint dem Brun­nen kei­nen Namen gege­ben haben (er nann­te es ein­fach den Elber­fel­der Brun­nen), sodass schon vor dem Auf­stel­len ver­schie­de­nen Bezeich­nun­gen kur­sier­ten. Es ging von “Krie­ger­ge­denk­brun­nen”, über “Auf­ruf” bis zur Bezeich­nung “Das Erwa­chen”, 1933 folg­te die Bezeich­nung “Krie­ger und Geni­us” durch Rudolf Bin­ding, die Bun­des­bahn­di­rek­ti­on Wup­per­tal sprach in der Fest­schrift zum 100jährigen Jubi­lä­um 1950 von “Trost und Leid” und erklär­te, dass eine Gott­heit dem ermat­te­ten Krie­ger ein Schwert rei­che. 1949 sprach die West­deut­sche Zei­tung erst von einem “Ster­ben­dem Krie­ger” und spä­ter von der “Bel­lo­na”.


Die Bel­lo­na-Grup­pe mit der klei­nen Brun­nen­scha­le vor der Zen­tral­bi­blio­thek. Post­kar­ten­samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum (Bild hin­zu­ge­fügt am 27.12.2011)

In die­sem Jahr (1949) wur­de die Figu­ren­grup­pe von der Grün­an­la­ge am Haupt­bahn­hof zur klei­nen Grün­an­la­ge neben der Stadt­bi­blio­thek (Kol­ping­s­tr.) ver­setzt. Die Fir­ma Hugo Wes­sel­mann nahm die Umset­zung vor, zunächst wur­de auch die klei­ne Brun­nen­scha­le mit­ver­setzt, spä­ter aber wie­der ent­fernt.4



Kriegerdenkmal auf dem Ehrenfriedhof Barmen

Unda­tier­te, nicht gelau­fe­ne Post­kar­te, die die Auf­bah­rung von vier Gefal­le­nen in der Ruh­mes­hal­le und zwei Bil­der vom Ehren­fried­hof zeigt. An den vier Sär­gen leh­nen je zwei Krän­ze, im Hin­ter­grund sind jun­ge Bäu­me zu sehen. Vier Kan­de­la­ber ste­hen hin­ter den Sär­gen. Die Sta­tu­en der Kai­ser Fried­rich III., Wil­helm I. und Wil­helm II. (v.l.n.r) bli­cken auf die Sze­ne­rie. Links des Bil­des ist das Eiser­ne Kreuz am Band zu sehen, indem die Kro­ne, ein “W” und die Zahl 1914 (von oben nach unten) zu erken­nen sind. An der rech­ten Sei­te, ver­bun­den über die “Gir­lan­de” ist das Bar­mer Wap­pen zu sehen. Die bei­den unte­ren Bil­der zei­gen den geschmück­ten Ehren­fried­hof im Jahr 1914 mit eben­falls vier Grä­bern.

Der Ehren­fried­hof Bar­men wur­de bereits 1914 ange­legt und im sel­ben Jahr wur­den schon die ers­ten Gefal­le­ne bestat­tet. Der Fried­hof war der ers­te im Regie­rungs­be­zirk Düs­sel­dorf und wur­de ande­ren Städ­ten zur Nach­ah­mung emp­foh­len. Er liegt in den Bar­mer Anla­gen an der Löns­stra­ße, das Grund­stück war ein Geschenk der Bar­mer Ver­schö­ne­rungs­ver­ei­nes. Wie die obi­ge Post­kar­te zeigt, wur­den die ers­ten Opfer des Krie­ges noch in der
Ruh­mes­hal­le auf­ge­bahrt. Ob man spä­ter wei­ter­hin die Gefal­le­nen, der ver­mut­lich in Bar­mer Laza­ret­ten ihren Ver­let­zun­gen erla­gen, vor der Sta­tue des Kriegs­her­ren päsen­tier­te und ehr­te, ist unklar, kann aber bezwei­felt wer­den.


Das Krie­ger­denk­mal auf eine unda­tier­ten Post­kar­te. Die Inschrift war noch deut­lich klei­ner als heu­te. (Bild ergänzt am 28.12.2013)

Der Ehren­fried­hof auf einer Fotof­gra­fie unbe­kann­ten Datums, am 14.2.1930 als Post­kar­te gelau­fen. Es zeigt den Ein­gang zum Ehren­fried­hof, auf dem Pos­ta­ment fehlt der Löwe, die Inschrift ist aber zu erken­nen. Mög­li­cher­wei­se stammt das Bild aus der Zeit der Her­rich­tung des “rich­ti­gen” Löwens im Jahr 1922.

Der Blick vom unte­ren Ein­gang des Ehren­fried­hofs auf den unte­ren Teil und das Krie­ger­denk­mal.

Der Ehren­fried­hof ist in drei Tei­le geteilt: Im unte­ren Teil sind die Grä­ber in Reih’ und Glied und dort steht das Krie­ger­denk­mal. Dar­an schließt sich im rech­ten Win­kel ein ter­ras­sen­ar­ti­ger Teil an, wo die Grä­ber eben­falls in Rei­hen vor den Mau­ern lie­gen. Im obe­ren Teil sind die Grä­ber in Krei­sen und sehr weit­läu­fig ange­ord­net, wäh­rend die spä­te­ren Grab­stel­len der Gefal­le­nen des Zwei­ten Welt­kriegs wie­der eng in Rei­hen gesetzt wur­den.

Das fol­gen­de Bild zeigt das Krie­ger­denk­mal genau­er. Die nie­der­ge­leg­ten Krän­ze stam­men vom Volks­trau­er­tag im Novem­ber. Auf dem Sockel thront ein Bar­mer Löwe, dar­un­ter ist eine uns heu­te bizarr vor­kom­men­de Inschrift ange­bracht.


Das Fun­da­ment des Löwen wur­de auf einem Last­wa­gen­mit 10 vor­ge­spann­ten Pfer­den zum Ehren­fried­hof geschafft. Umd as Krie­ger­denk­mal her­um ste­hen 10 Säu­len, die noch vor eini­gen Jah­ren ein offe­nes Dach, einem Wan­del­gang ähn­lich, tru­gen.

Der Löwe und die Inschrift.

Hier schwei­ge ein jeder von sei­nem Leid

und noch so gros­ser Not. Sind wir nicht
alle zum Opfer bereit und zu dem Tod.
Eines steht gross in den Him­mel gebrannt

Alles darf unter­ge­hen
Deutsch­land unser Kin­der und Vater­land,

Deutsch­land muss bestehen”


Am 30.September 1916 wur­de das Denk­mal anläss­lich der ers­ten Erwei­te­rung des Ehren­fried­hofs  vor­ge­stellt, aller­dings war es damals noch nicht fer­tig­ge­stellt. Der Löwe, geschaf­fen vom in Elber­feld gebo­re­nen und in Ber­lin arbei­ten­den Bild­hau­er Paul Wyn­and, stand damals zwar bereits auf dem Sockel, aller­dings war es noch nicht das gewünsch­te Denk­mal, denn dies soll­te in ver­gol­de­ter Bron­ze aus­ge­führt wer­den. Dafür stand das Mate­ri­al durch den Krieg nicht zur Ver­fü­gung. Am 6.Juli 1922 beschloss die Stadt­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung die Voll­endung des Denk­mals. Am 20.Oktober des Jah­res wur­de das Denk­mal des Löwen “als trut­zi­ges Wahr­zei­chen der Stadt” und “Sym­bol der todes­mu­ti­gen Treue und Tap­fer­keit” der Öffent­lich­keit vor­ge­stellt und zu Spen­den auf­ge­ru­fen, denn die Kos­ten waren noch nicht gedeckt. Die Inschrift stammt vom Bar­mer Schrift­stel­ler Will Ves­per (1882–1962).


Die­se Post­kar­te unbe­kann­ten Datums zeigt die Dach­kon­struk­ti­on, die von den Säu­len getra­gen wird. Die Kar­te befin­det sich im Besitz des Ver­fas­sers. (Bild ergänzt am 18.September 2012)

Nach dem Zwei­ten Welt­krieg wur­den unter der Inschrift von Ves­per vier Zei­len aus Bron­ze, geschaf­fen vom Wup­per­ta­ler Bild­hau­er Fritz Ber­nuth, ergänzt:

Den Toten
der Welt­krie­ge
1914–1818
1939–1945”



Die Grab­in­schrif­ten sind im Ver­gleich zu ande­ren Grab­stel­len gefal­le­ner Sol­da­ten recht aus­führ­lich. Der Name ist natür­lich ver­zeich­net, der Rang und die Waf­fen­gat­tung, die Ein­heit, der Geburts­ort und das -datum, der Ort der Ver­wun­dung und der Ort des Todes und das Todes­da­tum. Die Gestal­tung der Bron­ze­ta­feln wur­de den Bar­mer Unter­neh­mern Otto Wirth und Emil Meu­rer 1921 zu einem Stück­preis von 120 RM über­tra­gen.1



Am Krie­ger­denk­mal wen­det man sich dann nach rechts zum Erwei­te­rungs­teil, der durch die Zahl der Gefal­le­nen nötig wur­de. Über meh­re­re Trep­pen — auf den­Ter­ras­sen” lie­gen wei­te­re Gefal­le­ne, geht man auf ein schlich­tes Kreuz zu:



Anschlie­ßend, im drit­ten Teil, geht es in den Wald. Auch hier lie­gen noch Gefal­le­ne, im unte­ren Teil Sol­da­ten des Ers­ten, im obe­ren des Zwei­ten Welt­krie­ges.


 

So sieht es aus, wenn an einem Juni­mor­gen die Son­nen­strah­len sich einen Weg durch den Mor­gen­ne­bel bah­nen. Man sieht gut, dass die Grab­stei­ne hier zwi­schen den Bäu­men und Büschen lie­gen. Der Anblick ist fast schon roman­tisch. Den­noch haben sie auch hier meis­tens eine bestimm­te Anord­nung, näm­lich in Krei­sen:



 

Hier im obe­ren Teil hat man auch das Denk­mal des “Ster­ben­den Krie­gers” auf­ge­stellt. Die Sol­da­ten des Zwei­ten Welt­kriegs lie­gen am obe­ren Rand des Ehren­fried­hofs “in Reih und Glied” in mili­tä­ri­scher Ord­nung. Ihre Grab­stei­ne sind schmuck­los und ver­zeich­nen Rang, Name und die Lebens­jah­re.

Auch die­ses Bild stammt vom Volks­trau­er­tag und an eini­gen Grä­bern wur­den klei­ne Geste­cke hin­ge­legt. Auch bei eini­gen weni­gen Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­kriegs fand sich noch ein letz­ter Gruß:



Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Kriegerdenkmal des Langerfelder Turnvereins

Aus dem Jah­re 1922 stammt das Krie­ger­denk­mal des Lang­er­fel­der Turn­ver­eins (LTV). Es steht auf dem Hedt­berg in Lang­er­feld, an der Ver­län­ge­rung der Wil­helm-Hedt­mann-Str. mit­ten im Wald.


Das Lang­er­fel­der Krie­ger­denk­mal im Janu­ar 2010. Der Weg rechts führt zur Wil­helm-Hedt­mann-Stra­ße und zum Lang­er­fel­der Krie­ger­denk­mal. Weni­ge Meter links befin­det sich die A1.

Wenn man näher her­an geht, sieht man, dass auf die­sem mit einem Jäger­zaun abge­grenz­ten Wald­stück ein Find­ling steht, der zwei Bron­ze­ta­feln trägt. Der Find­ling stammt aus dem Oden­wald und wur­de mit einem vier­spän­ni­gen Pfer­de­fuhr­werk zum Hedt­berg gebracht. Im unweg­sa­men Gelän­de stürz­te der Wagen um und nur mit Hil­fe eines Kra­nes und aller Tur­ner konn­te der Find­ling an Ort und Stel­le auf­ge­stellt wer­den. Der Find­ling zeigt oben das vier­fa­che F der Tur­ner­schaft und zwei Bron­ze­ta­feln. Die rech­te, obe­re mit dem als Reli­ef gear­bei­te­ten Stahl­helm mit Eichen­laub gedenkt der 28 Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­krie­ges.


Das Krie­ger­denk­mal im Mai 2010.

Die Gedenk­ta­fel für die Toten des Ers­ten Welt­krie­ges.

Die Inschrift, die sich ober- und unter­halb der Namen fin­det, lau­tet:

“1914 Geden­ke ihrer 1918

Sie star­ben für Dich
[Namen]
Ihnen zur Ehre
Lang­er­fel­der Turn­ver­ein”


Am 22. Novem­ber 1953 wur­de am Denk­mal eine zwei­te Gedenk­ta­fel ange­bracht. Erneut waren 28 Lang­er­fel­der Tur­ner in einem Welt­krieg zu Tode gekom­men, acht Män­ner wur­den außer­dem ver­misst. An die­sem Toten­sonn­tag weih­ten ein Spre­cher der Tur­ner­ju­gend und der Män­ner­chor des CVJM die­ses Gedenk­zei­chen ein.1


Die Gedenk­ta­fel für die Gefal­le­nen und Ver­miss­ten des Zwei­ten Welt­kriegs.

Die Tafel trägt die schlich­te Inschrift: “1939 — 1945”.


Das Denk­mal auf einer Post­kar­te aus der Zwi­schen­kriegs­zeit. (Bild hin­zu­ge­fügt am 28.12.16)

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


 

Kriegerdenkmal der Gemeinde Schöller


Ganz im Wes­ten Wup­per­tals liegt -sehr gut ver­steckt- die Gemein­de Schöl­ler. Genau genom­men gehört die­se alte Gemein­de um den alten Wehr­turm erst seit 1975 zur Stadt Wup­per­tal. Im Kirch­gar­ten der roma­ni­schen Saal­kir­che der refor­mier­ten Gemein­de fin­den sich ver­schie­de­ne Grab­stei­ne. Die Kir­che selbst stammt aus dem Mit­tel­al­ter und ist damit eines der ältes­ten Bau­ten der Stadt Wup­per­tal. Laut Wiki­pe­dia wur­de das Hof­gut erst­mals 1182 erwähnt.



Die wei­ße Tafel an der hin­te­ren Wand des Kirch­gar­tens ist die Gedenk­ta­fel für die Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­krie­ges. Von nahem sieht sie so aus:



Wir sehen oben das Eiser­ne Kreuz und dar­un­ter die Inschrift:

“Den im Welt­krie­ge für König [sic!]
und Vater­land Gefal­le­nen
[9 Namen]
“Die dank­ba­re Gemein­de Schöl­ler”

Der Gedenk­stein schließt mit einer Inschrift aus dem Johan­nes Evan­ge­li­um (15,13):

 “Nie­mand hat grö­ße­re Lie­be denn die, daß er
sein Leben läßt für sei­ne Freun­de”.

Die Tafel ver­zeich­net 9 Namen inklu­si­ve Todes­da­tum und Todes­ort. Der ers­te Schöl­ler Bür­ger fiel bereits 27 Tage nach Kriegs­aus­bruch, vier wei­te­re noch 1914. Die ande­ren vier fie­len im April und Juni 1917, August 1918 und der letz­te am 10.Oktober 1918, knapp einen Monat bevor die Waf­fen schwie­gen.

Die­ser Gedenk­stein spricht nicht für sich selbst, jeder wird ihn anders inter­pre­tie­ren. Ein Mann, eine Frau, ein Kind im Jahr 1922 wird es anders gese­hen haben, als wir im Jah­re 2010. Für uns mute­te es heut­zu­ta­ge komisch an, ja fast maka­ber, für den Tod eines Mit­bür­gers, der im Krieg fiel, “dank­bar” zu sein. Doch damals emp­fand man so, dass man dank­bar war, dass die­se Men­schen als Sol­da­ten den Ver­tei­di­gungs­kampf für “König und Vater­land” führ­ten und dies so hel­den­haft taten, bis sie fie­len. Die Gefal­le­nen wer­den — gera­de nach Ein­set­zen des Stel­lungs­krie­ges in den mör­de­ri­schen Schüt­zen­grä­ben an der West­front — unter unmensch­li­chen Bedin­gun­gen gelebt haben. Sie wer­den Schreck­li­ches gese­hen haben, das man nicht in Wor­te fas­sen kann, son­dern nur erah­nen, wenn man bei­spiels­wei­se die Ver­ar­bei­tung des Erleb­ten bei Otto Dix sieht. Auf mich macht gera­de das Zitat aus dem Evan­ge­li­um des Johan­nes eines hilf­lo­sen Ein­druck, denn es passt so gar nicht in die Wirk­lich­keit des Abschlach­tens des maschi­ni­sier­ten Krie­ges von 1914–18. Es scheint der Ver­such zu sein, den Kampf und das Ster­ben erträg­li­cher zu machen, für die, die ihn über­lebt haben und die­je­ni­gen, denen der Bru­der, Vater, Sohn, Freund, Kame­rad genom­men wur­de.

Am 22. Juli 1922 wur­de das Denk­mal, das vom Bar­mer Prof. Hans Fischer ent­wor­fen und einem Düs­sel­dor­fer Stein­metz aus­ge­führt wor­den war, ein­ge­weiht. Die Kos­ten von 1000 RM und 2 Mark pro Buch­sta­ben wur­den durch Spen­den erbracht. Ein zuerst aus­ge­such­ter Ent­wurf vom Archi­tek­ten Frit­sche aus Elber­feld wur­de wegen zu hoher Kos­ten ver­wor­fen. Zunächst fand das Denk­mal sei­nen Platz zwi­schen zwei Fens­tern im Inne­ren der Kir­che, also in dau­er­haf­ter Gegen­wart der Gemein­de. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg soll­te eine zwei­te Gedenk­ta­fel ange­fer­tigt wer­den, für die aller­dings kein Platz in der Kir­che war. Man ent­schloss sich 1948 anläss­lich der Reno­vie­rung der Kir­che bei­de Tafeln außen anzu­brin­gen und ver­leg­te die Tafel schon mal neben den dama­li­gen seit­li­chen Ein­gang. Doch die zwei­te Gedenk­ta­fel wur­de zunächst nicht ange­fer­tigt. 1962 schuf man dann auf dem alten Kom­mu­nal­fried­hof ein eigen­stän­di­ges Denk­mal für die Gefal­le­nen des Zwei­ten Welt­kriegs. 1970 wur­de die Tafel bei einer aber­ma­li­gen Reno­vie­rung der Kir­che an sei­nen heu­ti­gen Platz ver­setzt.1


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te