Wasserspiele auf dem Von der Heydt-Platz

Der Brun­nen

Am 24. Sep­tem­ber 1971 weih­te man auf dem umge­bau­ten Von der Heydt-Platz in der Elber­fel­der Fuß­gän­ger­zo­ne die­se Was­ser­spie­le ein. Die­se bestehen aus zwei im rech­ten Win­kel ver­setzt über­ein­an­der lie­gen­den Becken inner­halb einer “mul­den­ar­ti­gen Ver­weil­zo­ne”. Im obe­ren 6 x 6m gro­ßen Becken sor­gen Fon­tä­nen für Spaß vor allem bei den klei­nen Wup­per­ta­lern, ein Über­lauf sorgt dafür, dass das Was­ser auch in das unte­re Becken gelangt.1

Wasserspiele auf dem Berliner Platz

1968 beschloss die Stadt Wup­per­tal in Bar­men und Ober­bar­men zwei “Was­ser­spie­le” zu errich­ten. Die Anla­ge an der Kreu­zung Alter Markt, zwi­schen Fischer­tal und der Schwe­be­bahn­sta­ti­on wur­de aller­dings nie ver­wirk­licht. Am Ber­li­ner Platz wur­den die  “Was­ser­spie­le” aber gebaut. Sie bestan­den aus einem qua­dra­ti­schem, fünf Meter brei­ten Was­ser­be­cken mit unter­schied­li­chen Boden­hö­hen und sechs in zwei Rei­hen ange­ord­ne­ten Fon­tä­nen. Wahr­schein­lich Anfang 1970 wur­de die Anla­ge fer­tig­ge­stellt.1


Der Ber­li­ner Platz auf einer unda­tier­ten Foto­gra­fie. Auf­grund der O-Bus-Lei­tun­gen und des Andert­halb­de­ckers im Hin­ter­grund dürf­te die Auf­nah­me spä­tes­tens 1971 ent­stan­den sein. (Dank an Micha­el Schad (@wupperbild) für den Hin­weis) Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 13.3.4

1991 wur­de der Platz, der damals den Bus­bahn­hof und eine Stra­ßen­bahn­hal­te­stel­le mit Unter­füh­rung beher­berg­te, bei der Umge­stal­tung der B7 zu einer bus­frei­en Zone. Die Bus­hal­te­stel­len wur­den vor den Bahn­hof ver­legt, die Schwe­be­bahn­sta­ti­on umge­baut (neue Auf­gän­ge) und die Stra­ßen­bahn­hal­te­stel­le zurück­ge­baut. Im Zuge des Umbaus  ver­schwan­den höchst­wahr­schein­lich auch die Was­ser­spie­le.2

Döppersberger Brunnen (1968)

Der Döp­pers­ber­ger Brun­nen von 1968, im Volks­mund auch Het­zelt-Dusche genannt.

Am 13. April 1968, dem Oster­sams­tag die­ses Jah­res, weih­te der Wup­per­ta­ler Bau­de­zer­nent Prof. Fried­rich Het­zelt den Döp­pers­ber­ger Brun­nen an der Ecke Hofaue und Alte Frei­heit ein, den er feder­füh­rend geplant hat­te. 150.000 DM kos­te­te der am 17. Juli 1967 vom Rat der Stadt beschlos­se­ne Brun­nen. Er bestand aus einem drei­stu­fi­gen Was­ser­be­cken. Das gro­ße Becken ver­füg­te über acht Fon­tä­nen, zudem besaß der Brun­nen 20 Unter­was­sergei­ser. Im Dun­keln wur­den die Was­ser­spie­le ange­strahlt. Die Aus­sen­ver­klei­dung bestand aus Tes­si­ner-Gra­nit, die Innen­ver­klei­dung aus geschlif­fe­nen Gani­ten. Der hel­le Mosa­ik­bo­den der Becken war aus spaltrau­hen Quar­zi­ten aus den Dolo­mi­ten.


Der Brun­nen von oben.

Als der Brun­nen in den 1980er Jah­ren zu einem belieb­ten Treff­punkt von Woh­nungs­lo­sen und der Dro­gen­sze­ne wur­de, ver­schmutz­te er zuse­hens und man ent­schied sich ihn zu ent­fer­nen, was im Som­mer 1988 aus­ge­führt wur­de. Er wur­de durch den neu­en Döp­pers­ber­ger Brun­nen ersetzt, wel­cher frei­lich beim Bau der City-Arca­den ent­fernt und ersetzt wur­de — durch einen Brun­nen der heu­te defekt und außer Funk­ti­on ist.1


Rai­ner Wermke / CC-BY-SA-3.0 (via Wiki­me­dia Com­mons)

Bökelbrunnen (1961)

Nach­dem der Bökel­brun­nen aus dem Jahr 1920 im Zwei­ten Welt­krieg zer­stört wor­den war, stif­te­te 1961 der Ver­lag W. Gira­det, Her­aus­ge­ber des Gene­ral Anzei­gers und der heu­ti­ge West­deut­schen Zei­tung, einen neu­en Brun­nen, der am 9.Juni 1961 an der Bahn­hofs­stra­ße ein­ge­weiht wur­de. Der damals über 80jährige Bild­hau­er Erich Cleff fer­tig­te die Kna­ben­fi­gur des Vor­gän­gers erneut. Im Gegen­satz zum Vor­bild besteht beim neu­en Brun­nen die Brun­nen­scha­le nicht aus Muschel­kalk, son­dern aus Gra­nit aus dem Fich­tel­ge­bir­ge.


Die Bahn­hof­stra­ße am 7.Juli 1964 mit Blick in Rich­tung Wes­ten zur Stadt­hal­le. Der Bökel­brun­nen steht auf einem klei­nen Platz, eine Trep­pe führt zur Süd­stra­ße, die Stra­ßen­bahn­glei­se der Meter­spur lie­gen dort, wo heu­te die Bus­spur ist, und zum Über­que­ren der brei­ten Stra­ße genügt ein Zebra­strei­fen. Samm­lung Unte­re Denk­mal­be­hör­de, Nr. 1825.

An der Wan­dung wur­de eine feh­ler­haf­te Inschrift ange­bracht:

Bökel­brun­nen
Auf­ge­stellt im Jah­re 1919 [rich­tig 1920, Anm.]
1960 [rich­tig 1961] wie­der errich­tet
als Erin­ne­rung an das alte Elber­feld
Bild­hau­er Prof. Erich Cleff
gestif­tet vom Ver­lag W. Gira­det
Gene­ral-Anzei­ger der Stadt Wup­per­tal“1


Der “neue” Bökel­brun­nen. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/3/147

Anfang des Jah­res 1994 wur­de der Brun­nen von sei­nen Stand­ort an der Bahn­hof­stra­ße ent­fernt, da die Spar­kas­se auf dem Gelän­de ihren Erwei­te­rungs­bau plan­te. 2 Ende 1996 fand er eine neue Hei­mat am Fuß der Trep­pe von der Stra­ße Am Johan­nis­berg zur Bahn­hof­stra­ße, gegen­über dem Wil­helm-Dör­pfeld-Gym­na­si­um.3


Der Bökel­brun­nen am heu­ti­gen Stand­ort unweit der Stadt­hal­le.

Heu­te ist der Brun­nen Teil des Skulp­tu­ren­parks Johan­nis­berg.

Bökelbrunnen (1920)

Das Vier­tel am Bökel auf einer colo­rier­ten Post­kar­te. (ergänzt am 24. Janu­ar 2014)

Im Mai 1920 wur­de der ers­te Bökel­brun­nen aus Anlass des 50jährigen Bestehens des Elber­fel­der Ver­schö­ne­rungs­ver­eins (gegrün­det am 23. Mai 1870) gestif­tet und ein­ge­weiht. Die Schen­kung wur­de dem Ober­bür­ger­meis­ter Elber­felds per Brief am 4. August 1917 ange­kün­digt und die Finanz­kom­mis­si­on nahm die­se am 11. August, die Stadt­ver­ord­ne­ten-Ver­samm­lung am 4. Sep­tem­ber 1917 an. Im Dezem­ber 1918 wur­de das Brun­nen­be­cken aus Muschel­kalk von der Fir­ma Schil­ling in Kirch­heim bei Würz­burg fer­tig­ge­stellt. Aller­dings konn­te es wegen der Umstän­de — der Ers­te Welt­krieg war ver­lo­ren, die Revo­lu­ti­on feg­te die Mon­ar­chie hin­weg — nicht ver­schickt wer­den. Auch die Beschaf­fung von Bron­ze für die Figur des Elber­fel­der Bild­hau­ers Prof. Erich Cleff war schwie­rig. Außer­dem wur­de der Bild­hau­er krank, sodass im Mai 1920 zunächst nur die Brun­nen­scha­le am Bökel auf­ge­stellt wur­de. Der Bereich Bökel wur­de durch den Zwei­ten Welt­krieg und den Umbau des Döp­pers­bergs mas­siv ver­än­dert, sodass es heu­te kei­ner­lei Spu­ren von die­sem Armen­vier­tel mit sei­nen Fach­werk­häu­sern mehr gibt. Heu­te befin­det sich hier das Wil­helm-Dör­pfeld-Gym­na­si­um und der Erwei­te­rungs­bau der Spar­kas­se.


Der Bökel­brun­nen vor 1928. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum 010/5/57

Die Kna­ben­fi­gur, die in den Hän­den zwei klei­ne Vögel hält, folg­te erst im Jahr 1922. Im April 1922 wur­de das “Brun­nen­bu­berl” beim Ver­such, es vom Sockel zu rei­ßen, beschä­digt und im Mai 1922 instand gesetzt. Eine Zei­tung berich­te­te, dass die Kin­der des Vier­tels bereits eine Trau­er­fei­er abge­hal­ten hat­ten und einen Eichen­kranz, ein sil­ber­nes Kreuz und eine Tafel mit der Inschrift “Zur Erin­ne­rung an unser totes Män­ne­ken” am Brun­nen nie­der­ge­legt hat­ten, da sie dach­ten, die Figur wäre für immer ent­fernt wor­den.

Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de der Brun­nen mit­samt dem Vier­tel zer­stört. 1961 wur­de er erneut gestif­tet und die Figur erneut von Erich Cleff gestal­tet. 1

Brunnen am Schwarzen Mann

Der Brun­nen am Schwar­zen Mann auf einer Foto­gra­fie unbe­kann­ten Datums. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum 010/18/11.

Aus den Wup­per­ta­ler Adress­bü­chern der Jah­re 1930 — 1942 stammt eine klei­ne Notiz, dass die­ser Brun­nen im Mai 1919 am Schwar­zen Mann errich­tet wur­de. Der Name des Ortes stammt von einer klei­ner Stra­ße zwi­schen der Augus­ta­stra­ße und der Rons­dor­fer Stra­ße, die wie­der­um nach eine gro­ßen, frei­ste­hen­den Lin­de in der Dis­tel­beck benannt wur­de, die man “Schwar­zer Mann” nann­te.

Die Brun­nen­scha­le über­stand den Zwei­ten Welt­krieg und die Umge­stal­tung des Are­als beim Neu­bau der Rons­dor­fer Stra­ße mit dem Bau der Blank­stra­ße zum Klee­blatt und steht heu­te am Ende eines Weges zur Dürer- und Augus­ta­stra­ße in der Grün­an­la­ge am Uel­len­berg neben dem Kin­der­spiel­platz.1


Die Brun­nen­scha­le nahe der Rons­dor­fer Stra­ße.

Posi­ti­on des Brun­nens auf der Kör­per


Der Springbrunnen vor “Dahls Schloss”

Um 1834 ließ sich der Elber­fel­der Kauf­mannn Carl Feld­hoff in Unt­er­bar­men, ober­halb des Unt­er­bar­mer Bahn­hofs, nach den Plä­nen des Archi­tek­ten Johann Peter Cre­mer, der bereits das alte Elber­fel­der Rat­haus (heu­te Von-der-heydt-Muse­um) errich­tet hat­te, einen Som­mer­sitz bau­en. Das Haus lag inmit­ten eines gro­ßen Gar­tens, besaß zwei Eta­gen mit begeh­ba­rem Dach, auf dem über­le­bens­gro­ße Sta­tu­en stan­den, und den ers­ten Spring­brun­nen im Tal. Das Haus lag zunächst an der “Auer Rot­te”, Sek­ti­on A, Nr.1233, spä­ter “Unter den Eichen 65”.


Bau­zeich­nung von J.P.Cremer (um 1824) vom Som­mer­sitz Carl Feld­hoffs, spä­ter Dahls Schloß genannt. Samm­lung Unte­re Denk­mal Behör­de.

Weni­ge Jah­re nach der Fer­tig­stel­lung des Hau­ses starb Carl Feld­hoff und sei­ne Wit­we ver­kauf­te das Haus zwi­schen 1845 und 1849 an den Öko­nom und Kom­mis­sär Lieb­recht Wer­ner Dahl, der den Bau um eine Eta­ge auf­sto­cken ließ. Das Gebäu­de mit dem park­ähn­li­chen Gar­ten wur­de im Volks­mund als “Dahls Schloss” bezeich­net, die Schloß­stra­ße, an der das Grund­stück heu­te liegt, erhielt daher sei­nen Namen.


Der Spring­brun­nen heu­te.

Der Spring­brun­nen an der ehe­ma­li­gen Vor­der­sei­te blieb erhal­ten. In einem gro­ßem stei­ner­ne Becken steht eine Brun­nen­säu­le, die die Brun­nen­scha­le trägt. Der Brun­nen ist nicht funk­ti­ons­tüch­tig und nicht öffent­lich zugänglich.Ich bedan­ke mich für die Mög­lich­keit Fotos anzu­fer­ti­gen und für die Erlaub­nis die­se hier zu ver­öf­fent­li­chen.1


Posi­ti­on des Brun­nens auf der Kar­te


Die streitenden Knaben

Der ange­se­he­ne Kauf­mann und ehe­ma­li­ge Elber­fel­der Bür­ger Juli­us Seyd schenk­te dem Elber­fel­der Ver­schö­ne­rungs­ver­ein im Jahr 1879 eine Figu­ren­grup­pe des Bild­hau­ers Gus­tav Eber­lein. Die aus Zink­guß gefer­tig­ten “strei­ten­den Kna­ben” soll­ten im alten Stein­bruch auf der Hardt als Spring­brun­nen die­nen. Im Werks­ver­zeich­nis Eber­leins taucht die Figu­ren­grup­pe unter dem Titel “Kna­ben, um eine Gans strei­tend” auf und wird auf das Jahr 1873 datiert. Damals war Eber­lein auf­grund finan­zi­el­ler Sor­gen gezwun­gen von sei­nen Arbei­ten meh­re­re Kopi­en zu ver­kau­fen.1


Die strei­ten­den Kna­ben, laut dem Bei­blatt “um 1880”. Es ist aber unklar, ob damit das Jahr der Foto­gra­fie gemeint ist, oder das Datum der Auf­stel­lung der Figu­ren. Zu sehen sind die bei­den Kna­ben auf einem Fels­stein, der wie­der­um in einem klei­nen was­ser­ge­füll­ten Becken steht. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/9/9

Die­se Post­kar­te wur­de 1918 abge­stem­pelt. Es ist aber unklar, wel­ches Bild älter ist. Auch hier ste­hen die Kna­ben um die Gans strei­tend auf einem Fel­sen. Das Was­ser­be­cken ist von Fels­ge­stein gesäumt. Auf der lin­ken Sei­te der Foto­gra­fie ist im Hin­ter­grund das Wil­berg-Denk­mal zu sehen. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/9/80

Wie an den Bil­der ersicht­lich, wur­de die Anla­ge min­des­tens ein­mal umge­stal­tet, mög­li­cher­wei­se wur­de auch der Stand­ort gewech­selt. Der Brun­nen ist heu­te nicht mehr vor­han­den.

Georg Kolbes Brunnen und Skulptur “Bellona”

Foto­gra­fie des Bel­lo­na-Brun­nens, ent­stan­den  ver­mut­lich zwi­schen 1933 und 1943, da die Fah­ne im lin­ken Bild­ab­schnitt das Haken­kreuz der Natio­nal­so­zia­lis­ten zu tra­gen scheint. Im Hin­ter­grund das Hotel Kai­ser­hof, hier fin­det sich heu­te die Asphalt­wüs­te des Döp­pers­berg. Die Stra­ße, die links hin­ab führt, ist die Alte Frei­heit, man kann den Schwe­be­bahn­hof Döp­pers­berg (Köbo-Haus) erken­nen. Post­kar­ten­samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum. (Bild hin­zu­ge­fügt am 27.12.2011)

1914 bemüh­ten sich Elber­fel­der Bür­ger eine Brun­nen­an­la­ge in der dama­li­gen Grün­an­la­ge am Haupt­bahn­hof  zu errich­ten und spen­de­ten dafür 4.600 Mk, im Juli 1915 waren unter ande­rem mit­hil­fe der Zin­sen der Lüh­dorf-Platz­hoff-Stif­tung 10.000 Mk zusam­men- gekom­men. Am 6.Juli 1915 konn­te Ober­bür­ger­meis­ter Funck den Stadt- ver­ord­ne­ten mit­tei­len, dass man erfolg­reich um Mit­tel aus dem Lan­des­kunst­fonds gewor­ben hat­te und das Kul­tus­mi­nis­te­ri­um sich bereit erklärt habe, für Elber­feld einen Brun­nen zu spen­den. Die Kos­ten in Höhe von 30.000 Mk soll­ten zu einem Drit­tel von der Stadt getra­gen wer­den. Aus einem Wett­be­werb war bereits ein Ent­wurf des Bild­hau­ers Georg Kol­be als Preis­trä­ger her­vor­ge­gan­gen. Der Brun­nen besaß zwei Scha­len, aus der klei­ne­ren ergoss sich das Was­ser in eine grö­ße­re. In der Mit­te fan­den sich die bei­den Bron­ze­fi­gu­ren: Die Kriegs­göt­tin reich­te einem “erwa­chen­den Krie­ger”, so die zeit­ge­nös­si­sche Beschrei­bung, ein Schwert.1


Foto­gra­fie des Bel­lo­na-Brun­nens in der Grün­an­la­ge vor dem Haupt­bahn­hof. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum 010/3/45 (Bild hin­zu­ge­fügt am 27.12.2011)

Auf die­ser Post­kar­te ist zuse­hen, wie der Brun­nen in Betrieb mög­li­cher­wei­se aus­sah. Post­kar­te gelau­fen am 10. Janu­ar 1933. (Bild hin­zu­ge­fügt am 9. Juli 2018)

OB Funck war erfreut, dass “jedem Besu­cher der Stadt schon beim Ein­tritt eine Vor­stel­lung davon gege­ben wird, daß bei uns nicht nur die nüch­ter­ne Arbeit, son­dern auch Sinn für Höhe­res zu Hau­se ist.“2 Aller­dings dau­er­te es noch bis 1922, bis die Besu­cher den Brun­nen bewun­dern konn­ten. Roh­stoff­man­gel wäh­rend des Krie­ges und die Infla­ti­on in Fol­ge des Krie­ges ver­hin­der­ten die Auf­stel­lung. Die Kos­ten für die Stadt stie­gen so von 10.000 Mk Eigen­be­tei­li­gung und 3.00 Mk Neben­kos­ten auf 13.333 Mk Eigen­be­tei­li­gung und 12.000 Mk Neben­kos­ten (!) im Mai  1919, im Novem­ber 1921 war die Gesamt­hö­he von 47.000 MK erreicht.3


Die Figu­ren des ehem. “Elber­fel­der Brun­nens”, bzw. “Brun­nen am Haupt­bahn­hof” vor der Zen­tral­bi­blio­thek.

Kol­be scheint dem Brun­nen kei­nen Namen gege­ben haben (er nann­te es ein­fach den Elber­fel­der Brun­nen), sodass schon vor dem Auf­stel­len ver­schie­de­nen Bezeich­nun­gen kur­sier­ten. Es ging von “Krie­ger­ge­denk­brun­nen”, über “Auf­ruf” bis zur Bezeich­nung “Das Erwa­chen”, 1933 folg­te die Bezeich­nung “Krie­ger und Geni­us” durch Rudolf Bin­ding, die Bun­des­bahn­di­rek­ti­on Wup­per­tal sprach in der Fest­schrift zum 100jährigen Jubi­lä­um 1950 von “Trost und Leid” und erklär­te, dass eine Gott­heit dem ermat­te­ten Krie­ger ein Schwert rei­che. 1949 sprach die West­deut­sche Zei­tung erst von einem “Ster­ben­dem Krie­ger” und spä­ter von der “Bel­lo­na”.


Die Bel­lo­na-Grup­pe mit der klei­nen Brun­nen­scha­le vor der Zen­tral­bi­blio­thek. Post­kar­ten­samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum (Bild hin­zu­ge­fügt am 27.12.2011)

In die­sem Jahr (1949) wur­de die Figu­ren­grup­pe von der Grün­an­la­ge am Haupt­bahn­hof zur klei­nen Grün­an­la­ge neben der Stadt­bi­blio­thek (Kol­ping­s­tr.) ver­setzt. Die Fir­ma Hugo Wes­sel­mann nahm die Umset­zung vor, zunächst wur­de auch die klei­ne Brun­nen­scha­le mit­ver­setzt, spä­ter aber wie­der ent­fernt.4



Gottesbrünnlein an der Tütersburg

Got­tes­brünn­lein an der Tüters­burg in Wich­ling­hau­sen

Zwi­schen 1780 und 1785 errich­te­te man in der Nähe des Wich­ling­hau­ser Markts das soge­nann­te Got­tes­brünn­lein auf dem Gebiet des dama­li­gen Wyneke­ho­fes. Das Got­tes­brünn­lein ist eine in Stein gefass­te Quel­le, deren Schacht mit der Pum­pe zunächst mit einem Eisen­git­ter und in spä­te­ren Zei­ten mit einer zwei­flü­ge­li­gen Holz­tür ver­schlos­sen wur­de. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg soll­te der Brun­nen, da er ver­fal­len war, zuge­mau­ert und somit ver­schlos­sen wer­den, woge­gen die Anwoh­ner auf­grund des his­to­ri­schen Alters pro­tes­tier­ten.


Das Got­tes­brünn­lein vor dem Zwei­ten Welt­krieg. Post­kar­ten­samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum (Bild hin­zu­ge­fügt am 27.12.2011)

1975 konn­te der Brun­nen im Rah­men des NRW- Städ­te­ver­schö­ne­rungs­pro­gramms restau­riert wer­den. Man sanier­te die Sand­stein­ein­fas­sung und restau­rier­te die “Inschrift”, die Vers 10 aus Psalm 65 zitiert:

“Got­tes Brunl
ein hat Wass
er die Ful­le
Anno 1781”
Fri­sches Nass

Seit 1975 bezieht der Brun­nen sein Was­ser aus dem Netz der WSW. Mit einer Natur­stein­mau­er stütz­te man die Böschung ab und errich­te­te den drei­stu­fi­gen Vor­bau  aus Natur­stein­plat­ten. Mit 24 Sitz­plät­zen und Sträu­chern schuf man eine klei­ne Anla­ge rund um das Got­tes­brünn­lein in unmit­tel­ba­rer Nähe zum Wich­ling­hau­ser Markt.1