Gedenktafel zur ersten urkundlichen Erwähnung Cronenbergs

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Der alte Cronenberger Bahnhof am Ende der Sambatrasse.

Am 19. April 2013 wurden am alten Cronenberger Bahnhof, heute im Besitz der Spedition Digass, zwei Metall-Tafeln aufgestellt, die einst im Cronenberger Altenheim zu Hause waren. Sie erinnerten an einen alten Baum, der 1982 dem Bau des Altenheims weichen musste und an die erste urkundliche Erwähnung Cronenbergs. Als 2005 das Foyer des Altenheims umgestaltet wurde, sollten die Tafeln verschrottet werden. Harald Biedebach und der Cronenberger Heimat- und Bürgerverein sicherten die Tafeln und lagerten sie ein. Nachdem sich Digass-Chef Karl-Werner Gass bereit erklärte, die Tafeln aufzustellen, fanden sich mit Firma Gisbert Krämer, Jochen Radeke, Inhaber des Stahlhandels Julius Greis KG, und dem Malerbetrieb Tesche Sponsoren, die die Tafeln aufarbeiteten und für den Aufenhalt im Freien präparierten.1


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Die Tafel am Lagerhaus der Spedition.

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Die Tafel mit Baum und Gedicht am Bahnhof

Position des Denkmals auf der Karte


Turmkreuz zur Erinnerung an das Cronenberger Rathaus

Das alte Cronenberger Rathaus, 1900-1943. Es wurde 1953 trotz der Möglichkeit des Wiederaufbaus und großer Proteste der Cronenberger abgerissen.

Am 8. Mai 2011 wurde neben dem alten Cronenberger Rathaus an der Ecke Hauptstraße und Herichhauser Straße ein kompaktes, steinernes Kreuz aufgestellt. Es handelt sich hierbei um das Turmkreuz des im Zweiten Weltkrieg zerstörten neuen Rathauses. Die Geschichte des Kreuzes begann im Jahr 1900, als das Rathaus in Cronenberg errichtet wurde und mit seinem hohen Turm weithin sichtbar die Stadt Cronenberg vertrat. Zehn Jahre nach dem verheerenden Bombenangriff im Jahr 1943 konnte Horst Donner, Metzger und Gastwirt, das Turmkreuz beim Abriss des Bauwerks vor der Zerstörung bewahren und stellte es in seiner Gastwirtschaft an der Schorfer Straße aus. 2002 wurde das Kreuz von den Nachfolgern Donners, den Eheleuten Kaufmann, an den Cronenberger Heimat- und Bürgerverein übergeben.


Das Cronenberger Rathauskreuz.

An diese Geschichte des Kreuzes erinnerte der Vorsitzende des CHBV, Rolf Tesche, bei Einweihung des kleinen Denkmals am 8. Mai 2011 und bedankte sich für die Hilfe bei Dr. Heinz Häuschen, dem Besitzer des Grundstücks, dem Architekturbüro Fligge für den Entwurf der Halterung, die der Form des einstigen Turmes entspricht, der Firma Gisbert Krämer für die Ausführung derselbigen und der Firma Schoenen Baustoffe für die Bereitstellung des Materials hierfür. Walter Friedrich erhielt den Dank für die Gestaltung der Informationstafeln, die neben dem neuen Denkmal angebracht wurden. Der Cronenberger Bezirksbürgermeister, Michael-Georg von Wenczowsky, begrüßte in einer Ansprache die Aufstellung des Denkmals und wies daraufhin, dass dies in einem Jahr geschehe, in dem städtischen Sparmaßnahmen die Öffnungszeiten des Cronenberger Bürgerbüros weiter einschränkten.1


Neu und Alt. Im Hintergrund das alte Cronenberger Rathaus, im Vordergrund das Kreuz der Turmspitze des neuen.

1876 wurde das Haus an der Hauptstraße 61 erbaut und diente als erstes Cronenberger Rathaus. Der folgende rasante Aufschwung der Cronenberger Werkzeugindustrie ermöglichte und erforderte den Bau eines neuen Rathauses am heutige Rathausplatz. Das alte Gebäude diente nun einer höheren Töchterschule, die 1932 in die Realschule am Lenzhaus integriert wurde. Später zog das Café Trelle ein2, heute haben hier Ärzte ihre Praxen.

Bereits 2001 war das Sandsteinrelief mit dem Cronenberger Wappen, welches das Rathaus geziert hatte, zur Erinnerung an dieses Gebäude und Symbol Cronenberger Eigenständigkeit am Rathausplatz aufgestellt worden.


Ergänzung vom 3. Januar 2018:

Am 10. März 2017 wurde das Turmkreuz auf den Rathausplatz zum Sandsteinrelief versetzt. Der CHBV erhofft sich am historischen Ort mehr Aufmerksamkeit.3


Ob der Ort nun wirklich besser ist?

Schleifstein zur Erinnerung an das 100jährige Jubiläum des CHBV

Im Vordergrund der Schleifstein zur Erinnerung an das 100jährige Jubiläum des CHBV.

Als im Jahr 1992 der Cronenberger Heimat- und Bürgerverein 100 Jahre alt wurde, stifteten Karin und Manfred vom Cleff zu diesem Anlass ein kleines Denkmal. Diese besteht aus einem 150 Jahre alten Schleifstein, der an der kleinen Grünfläche an der Ecke Hauptstraße/Holzschneiderstraße aufgestellt wurde. (Von 1896 bis zum Zweiten Weltkrieg stand hier das Cronenberger Kriegerdenkmal für die Gefallenen von 1864, 1866 und 1870/71.)


Eine Fotografie von der Einweihung des Schleifsteins am 6.März 1992. Mit Dank an das Archiv des CHBV.

Zur Einweihung am 6. März 1992 – dem 100. Jahrestag der Gründung des “Cronenberger Bürgervereins” im Hotel zur Post – erschienen auf Einladung des Vorsitzenden Hans-Otto-Bilstein Bürgermeister Kurt Drees, Reinhard Graetz MdL, Altbürgermeister Hans Rauhaus, Vertreter der Bezirksvertretung, der Cronenberger Vereine und einige hundert Bürger. Bilstein erinnerte an die Entwicklung der Arbeitsstätten in Cronenberg und die Bedeutung der Schleifer, der Posaunenchor und der Cronenberger Männerchor sorgten für die musikalische Begleitung und die Stifter “tauften” “ihren” Stein mit hochprozentigem “Schlieperwasser”. Außerdem berichtete der 90jährige Knieschleifer Richard Klingelhöfer von seiner 50jährigen Tätigkeit. Anschließend hielt Stadtarchivar Dr.Uwe Eckhardt im Martin-Luther-Haus einen Vortrag über die Zeit, in der sich 31 Männer über 24 Jahren zusammen fanden, den Verein gründeten und Lebrecht Toellner zum ersten Vorsitzenden wählten. Die erste Eingabe des Vereins verlangte vom Steueramt mehr Steuergerechtigkeit, offensichtlich ein zeitloses Thema.1


Der vorgelagerte Stein mit Inschrift.

Am Rand der Grünanlage verweist eine kleine Metalltafel auf den Sinn und die Stifter des Schleifsteins:

“Einhundertfünzig Jahre alter
Schleifstein der traditions-
reichen Cronenberger Werkzeug-
industrie.
Den Cronenberger Bürgern gewidmet
von Manfred und Karin vom Cleff.
CHBV 1992”


Position des Denkmals auf der Karte


Gedenkstein für das alte Cronenberger Rathaus

Fotografie des eingemauerten Sandsteinreliefs im Treppenhaus des alten Stadtsaals. Archiv CHBV.

Als 1994 der Cronenberger Festsaal am Standort des alten Rathauses (1900-1943) abgerissen wurde, “entdeckte” man, dass ein in die Wand eingelassenes Sandsteinrelief mit dem Wappen der einstigen Stadt ein Relikt des Cronenberger Rathauses war. Der Eigentümer und Bauherr des Nachfolgebaus, Bernd Matthäs, übernahm dann in Abstimmung mit dem Cronenberger Heimat- und Bürgerverein die Restauration und Aufstellung des Wappens.1


Das restaurierte Sandsteinrelief vor dem neuen Geschäfts- und Wohnhaus. Es zeigt das von Kletterpflanzen umrankte Stadtwappen der ehemals selbstständigen Stadt Cronenberg.

Die Inschrift der kleinen Metallplakette verrät: “Cronenberger Stadtwappen Sandsteinrelief Geborgen aus den Trümmern des 1900 erbauten und 1943 zerstörten Rathauses.”

Am 12.Mai 2001 wurde des Relikt, nachdem es schon seit Ende September 19992an Ort und Stelle vor dem neuen “Rathauscenter” zu finden war,  eingeweiht.3 Dazu hatte der CHBV eingeladen. Der Vorsitzende Hans-Otto Bilstein, begrüßte neben den Cronenberger Bürgern auch Bernd Matthäs, Bundestagsabgeordnete Ursula Lietz und Bürgermeister Peter Jung. In einer kurzen Ansprache blickte Hans-Otto Bilstein auf die Selbstständigkeit der Stadt Cronenberg zurück, deren Symbol Wappen und Rathaus waren. Die Einweihung übernahmen dann “De Obrams”, der Freundeskreis zur Erhaltung des Cronenberger Platts. Für die musikalische Begleitung sorgte der Cronenberger Männerchor, außerdem wurde im “alten Käseladen” in einer Ausstellung über die Geschichte Cronenbergs informiert.4


Das 1900 errichtete Cronenberger Rathaus wurde 1943 von Bomben zerstört und brannte aus. 1953 wurden die Überreste abgerissen, obwohl die Cronenberger für einen Wiederaufbau plädierten. Architekt war Wilhelm Haase.

Das Cronenberger Wappen zeigt den Bergischen Löwen auf einem (grünen) Hügel stehend, in den Pranken hält er ein Sensenblatt, das auf das Sensenprivileg hinweist. Darüber thronen drei Zinnen.

2001 wurde am Standort des ersten Cronenberger Rathauses das Turmkreuz des 1943 zerstörten Rathauses aufgestellt.

Gedenkstein für Georgi Ivanov Dobrev

Am 29. März 2006 wurde der Burgholztunnel eingeweiht, der vom Rutenbecker Bachtal zum Hahnerberg die A 46 an die L 418 anschließt.1 Im Juni des selben Jahres wurde oberhalb des Westportals von den Bürgervereinen Küllenhahn, Hahnerberg-Cronenfeld und vom Cronenberger Heimat- und Bürgerverein ein Gedenkstein zur Erinnerung an den Mineur Georgi Ivanov Dobrev aufgestellt. Der Bulgare gehörte zu den Arbeitern, die den Burgholztunnel bauten und verunglückte tödlich am 8.Mai 2003 bei Tunnelmeter 800. Bei einem LKW hatten sich auf der abschüssigen Baustraße im Tunnel die Bremsen gelöst und durch das führerlose Fahrzeug wurde der 23jährige am Abend des 8.Mai tödlich verletzt. Er wurde in seiner Heimat beigesetzt.


Der Gedenkstein für Gerogi Ivanov Dobrev.

Am 24.Juni 2006 berichtete die WZ von den letzten Vorbereitungen des Gedenksteins. Dieser besteht aus zwei Tonnen bergischer Grauwacke und stammt aus dem Abraum des Tunnelbaus. Steinmetzmeister Bernd Kaiser sorgte für die Verankerung der Bronzetafel, auf der folgende Inschrift zu sehen ist:2


Die Gedenktafel.

“Zum Gedenken an

Mineur
Georgi Ivanov Dobrev
+ 8.Mai 2003

Die Bürgervereine
Küllenhahn – Hahnerberg – Cronenberg”

Die Arbeitsgemeinschaft Tunnel Burgholz stellte eine Bank am Gedenkstein auf.


Blick vom Gedenkstein auf die L 418.

Position des Denkmals auf der Karte


Schmiedehammerdenkmal an der Sambatrasse

Ein alter Riemenfallhammer als Schmiededenkmal auf Cronenfeld.

Am 26.Januar 2008, einem Samstag, präsentierten der Cronenberger Heimat- und Bürgerverein (CHBV) und der Bürgerverein Hahnerberg-Cronenfeld an der Sambatrasse auf Cronenfeld ein Stück Cronenberger Industriegeschichte:  Einen alten Riemenfallhammer. Der Fallhammer wurde von Dieter Haas gekauft, mithilfe von Cronenberger Firmen und Privatleuten wetterfest aufgearbeitet und anschließend den Bürgervereinen gestiftet.1


Von der anderen Seite.

Der Fallhammer stammte aus der Reparaturwerkstatt der Straßen-und Tiefbaufirma Heikaus gegenüber dem Gartenhallenbad. Dort wurde das schätzungsweise über 175 Jahre alte Gerät bis ins Jahr 2000 zum Schmieden und Schärfen der Werkzeuge der Firma benutzt. Der Transmissionsriemen wurde über einen Elektromotor betrieben. Bezirksbürgermeisterin Ingeborg Alker gedachte mit einem plattdeutschen Stück von Hans Rauhaus an die Tradition der Cronenberger Schmiede, anschließend wurde mit einem “Klaren” angestoßen. Bei Kottenbutter und Glühwein wurde die Feierstunde mit dem Bergischen Heimatlied vom Hahnerberger Show-Chor “Show-Chor-Taler” beschlossen. 2


Detail des Hammers

Die Cronenberger Woche betonte, die Aufstellung des 1,4 Tonnen schweren Indsutriedenkmals sei auch Zeugnis für eine besondere Stärke des Standorts Cronenberg: Der Gemeinschaftssinn. Der Malerbtreib Tesche arbeitete das Objekt auf, die Firma Gisbert Krämer stiftete ein stilisiertes Lederband aus Stahl und die Firmen Gabelstapler Reichert und Garten- und Landschaftsbau Gelbrich übernahmen den Transport und die Aufstellung. Ursprünglich, so konnten zwei ehemalige Mitarbeiter der Firma Heikaus berichten, stammte der Fallhammer von der Wagenbaufirma Brinkhaus, die vorher in den Räumen an der Straße “Zum Tal” beheimatet gewesen war.3


Eine Tafel erklärt dem Passanten, was er gerade betrachtet.

Die am Riemenfallahmmer angebrachte Tafel erklärt:

“Alter
Riemenfallhammer
der Cronenberger-
Werkzeugindustrie
zum Schmieden von
Handwerkzeugen

Schmiedehämmer, bei denen sich die Hammer-
bären nur durch die Wirkung der Schwerkraft nach
unten bewegen, nennt man Fallhämmer.

Bei den ersten Ausführungen wurde der Hammer-
bär per Handkraft hochgezogen.
Nach Einführung der Dampfmaschine erfolgte der
Antrieb über Transmissionsriemen.

Geschmiedet wurde mit 2-4 Schlägen zwi-
schen Ober- und Untergesenk.”


Update vom 20. August 2015:
Am 20. August 2015 berichtete die Cronenberger Woche über die abgeschlossene Instandsetzung des Denkmals. Der Vorsitzende des Bürgervereins Hahnerberg Cronenfeld (BHC), Jochen Plate, und Klaus-Peter Gondolf reinigten und entrosteten das Denkmal in mühevoller Arbeit, bevor sie dann dem Schmiedehammer einen neuen Anstrich verpassen konnten. Die Farbe dafür stiftet der Vorsitzende des Cronenberger Heimat- und Bürgervereins, Rolf Tesche.4


Position des Denkmals auf der Karte


Der Cronenberger Nagelschmied

1992 wurde der Cronenberger Heimat- und Bürgerverein stolze hundert Jahre alt. Nachdem dieses Jubiläum mit der Errichtung eines Schleifsteins gewürdigt worden war, regte der CHBV an, dem Schleifer-Denkmal ein Gegenstück zu errichten: Ein Denkmal für “Obrahm, dem Nagelschmett”. Die Figur des Nagelschmieds Abraham wurde vom Cronenberger Mundart-Dichter Robert Lütters (1848-1918) als Sinnbild für die Cronenberger Kleineisenindustrie geschaffen. Das “Denkmal des Gewerbefleißes” sollte von den Cronenbergern über den Kauf von “Bausteinen” finanziert werden.1


“Obrahm”, der Nagelschmiedt und sein Geselle.

Am 24. März 1993 wurden in einer beschränkten Ausschreibung die Künstler Günther Thelen, Bernhard Kleinhans, Bernhard Guski und Ulla Hees um Entwürfe gebeten,2 der Cronenberger Karl-Heinz Dickinger lieferte als Anregung eine Vorlage.3 Anfang Oktober 1993 (laut CHBV am 15.10, allerdings gab es bereits am 7.10. einen Artikel in der Wuppertaler Rundschau (s.u.)) fiel die Entscheidung zugunsten von Bernhard Kleinhans,4 allerdings hatte nur der Kölner Bildhauer Günther Thielen einen weiteren Entwurf abgegeben. Mit fünf von sechs Stimmen entschied sich das verantwortliche Gremium für den Sandenhorstener, der die Vorlage stark verändert hatte und dem Hufnagelschmied noch einen Gesellen zur Seite stellte.5 Allerdings bemängeln die älteren Cronenberger heute, dass dabei die Rollenverteilung getauscht wurde. Nicht der Schmied schwang im historischen Vorbild den Hammer, sondern der Geselle.


Der Schmied.

Es begann anschließend die Standortsuche und auch der Verkauf von Bausteinen war noch nicht abgeschlossen.6 Der vom CHBV favorisierte Standort nahe Krings Eck musste 1994 noch einige Widersprüche seitens des Bauordnungsamtes und der Polizei überstehen, insbesondere die Verlegung einer Litfaßsäule der “Deutschen Städtereklame” auf die andere Straßenseite wurde zum Problem. Nach mehreren Ortsterminen wurde dann doch eine Lösung gefunden.7

Am 20. Oktober 1994 wurde das 1,90 Meter hohe Bronze-Denkmal aufgestellt und konnte am folgenden Sonntag, dem 23. Oktober 1994 eingeweiht werden.8Zur Feier spielte der Cronenberger Posaunenchor, es sang der Männerchor, Vorträge wurden gehalten und Bürgermeister Kurt Drees enthüllte in Vertretung der Oberbürgermeisterin Ursula Kraus, die verletzungsbedingt fehlte9, das Denkmal. Zu diesem Anlass gab der CHBV auch Gedenkmünzen im Wert von 15 DM heraus und Arbeiten des Bildhauers Bernhard Kleinhans wurden in der Galerie im Reihenhaus ausgestellt.10 35.000 DM kostete “Obram der Nagelschmett” am Ende inklusive der Aufstellung.11


Gedicht zur Denkmaleinweihung, mit Cronenberger Wappen.

Später ergänzte man am Standort des Denkmals noch ein an diesem Tage vorgetragenes Gedicht von Karl-Heinz Dickinger. Die Übersetzung ins Hochdeutsche lautet:

“Seh’ ich das Denkmal
vor mir stehen,
komm ich an’s überlegen.
Könnte niemals stur vorübergehen
und mich an gar nichts kehren!
Das Gegenteil wäre hier angebracht;
ich müßte mich tief verneigen,
um ihm mit Herz, ganz bedacht,
und ehrlich Ehre zu zeigen!Wer kennt das Bild nicht allzugut
vom Hammerschmied und Jungen,
die vor der mächtigen Höllenglut
in ihrer Schmiede standen?
Wo alles gehen musste, Hand in Hand,
die Schwielen hatten und Blasen,
wo das Feuer schmiss Schatten
an die Wand.
Blut kochte in den Adern.
Wer kennt das Bild nicht allzugut,
hört nicht die Hämmer fallen?
Hört nicht, wie noch mit frohem Mut
dabei auch Lieder schallen?
Wer hört nicht noch den
Amboßklang,
das Schlagen und das Klingen?
Wer nicht den stählernen Lobgesang
aus allen Winkeln dringen?
Wer guckt nicht dankbar heute zurück
auf unsere fleißigen Alten
und will, in dem Erinnerungsstück
sie nicht in Ehren halten?
Kommst Du an’s Denkmal
bleibe einmal stehen
um auch zu überlegen!
Du willst doch nicht vorübergehen
und dich an gar nichts kehren!?Es wäre mehr als angebracht,
dich ganz tief zu verneigen;
um ihm mit Herz, ganz bedacht
und ehrlich Ehre zu zeigen!”12

Der Geselle.

Position des Denkmals auf der Karte


Gedenktafel für Carl Riedel

Am 6. Oktober 1827 wurde in Cronenberg “An der Hütte” im Haus des Apothekers Gustav Riedel und seiner Frau Wilhelmine (geb. Schlieper) Carl Riedel geboren. Er erlernte später das Seidenfärberhandwerk, entschloss sich aber 1848 das Studium der Musik aufzunehmen. Nach einem Vorbereitungskurs in Krefeld ging er im Herbst 1849 an das Konservatorium in Leipzig und ließ sich dort später nach dreijährigem Studium (unter anderem auch der Philosophie, Naturwissenschaften und Literatur) als Musiklehrer nieder. Seine besondere Leidenschaft war der Chorgesang. 1854 gründete er ein Männerquartett, das sich später zum gemischten Chor und anschließend zum weltbekannten Riedel-Verein mit 300 Mitglieder entwickelte. 1868 wurde Carl Riedel Präsident des Allgemeinen Deutschen Musikvereins, außerdem war er Vorsitzender des Leipziger Wagner-Vereins und Mitbegründer der Beethoven-Stifung. Am 400. Todestag Martin Luthers erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Leipzig, Herzog von Altenburg ernannte ihn zum Professor und 1884 wurde er Großherzoglich Weimarischer Kapellmeister. Seiner Heimatstadt, seinen Freunden und seiner Familie blieb Zeit seines Lebens verbunden und war hier oft zu Gast. Am 3. Juni 1888 starb er in Leipzig.


Gedenktafel für Prof. Dr. Carl Riedel, Hütter Str. 4

1976 feierte der Cronenberger Heimat- und Bürgerverein sein 25jähriges Bestehen und erinnerte zu diesem Anlass an den Sohn der ehemaligen Stadt Cronenberg. Am Geburtshaus im Cronenberger Ortskern (heute Hütter Str. 4, damals Schulstr. 117) brachte man eine Gedenktafel an, die ein Enkel des Musikers, Werner Schneider, gestiftet hatte. Die Inschrift lautet:1


“Geburtshaus von
Professor Dr. Carl Riedel
* 6.Oktober 1827
+ 3.       Juni 1888
Begründer und Leiter des Reidelvereins
in Leipzig, einer später weltberühmten
Chorgemeinschaft.
———————-
Präsident des Allgemeinen Deutschen
Musikvereins 1868 – 1888”