Gedenktafel zur ersten urkundlichen Erwähnung Cronenbergs

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Der alte Cro­nen­ber­ger Bahn­hof am Ende der Sam­ba­tras­se.

Am 19. April 2013 wur­den am alten Cro­nen­ber­ger Bahn­hof, heu­te im Besitz der Spe­di­ti­on Digass, zwei Metall-Tafeln auf­ge­stellt, die einst im Cro­nen­ber­ger Alten­heim zu Hau­se waren. Sie erin­ner­ten an einen alten Baum, der 1982 dem Bau des Alten­heims wei­chen muss­te und an die ers­te urkund­li­che Erwäh­nung Cro­nen­bergs. Als 2005 das Foy­er des Alten­heims umge­stal­tet wur­de, soll­ten die Tafeln ver­schrot­tet wer­den. Harald Bie­de­bach und der Cro­nen­ber­ger Hei­mat- und Bür­ger­ver­ein sicher­ten die Tafeln und lager­ten sie ein. Nach­dem sich Digass-Chef Karl-Wer­ner Gass bereit erklär­te, die Tafeln auf­zu­stel­len, fan­den sich mit Fir­ma Gis­bert Krä­mer, Jochen Rade­ke, Inha­ber des Stahl­han­dels Juli­us Greis KG, und dem Maler­be­trieb Tesche Spon­so­ren, die die Tafeln auf­ar­bei­te­ten und für den Auf­en­halt im Frei­en prä­pa­rier­ten.1


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Die Tafel am Lager­haus der Spe­di­ti­on.

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Die Tafel mit Baum und Gedicht am Bahn­hof

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Turmkreuz zur Erinnerung an das Cronenberger Rathaus

Das alte Cro­nen­ber­ger Rat­haus, 1900–1943. Es wur­de 1953 trotz der Mög­lich­keit des Wie­der­auf­baus und gro­ßer Pro­tes­te der Cro­nen­ber­ger abge­ris­sen.

Am 8. Mai 2011 wur­de neben dem alten Cro­nen­ber­ger Rat­haus an der Ecke Haupt­stra­ße und Herich­hau­ser Stra­ße ein kom­pak­tes, stei­ner­nes Kreuz auf­ge­stellt. Es han­delt sich hier­bei um das Turm­kreuz des im Zwei­ten Welt­krieg zer­stör­ten neu­en Rat­hau­ses. Die Geschich­te des Kreu­zes begann im Jahr 1900, als das Rat­haus in Cro­nen­berg errich­tet wur­de und mit sei­nem hohen Turm weit­hin sicht­bar die Stadt Cro­nen­berg ver­trat. Zehn Jah­re nach dem ver­hee­ren­den Bom­ben­an­griff im Jahr 1943 konn­te Horst Don­ner, Metz­ger und Gast­wirt, das Turm­kreuz beim Abriss des Bau­werks vor der Zer­stö­rung bewah­ren und stell­te es in sei­ner Gast­wirt­schaft an der Schor­fer Stra­ße aus. 2002 wur­de das Kreuz von den Nach­fol­gern Don­ners, den Ehe­leu­ten Kauf­mann, an den Cro­nen­ber­ger Hei­mat- und Bür­ger­ver­ein über­ge­ben.


Das Cro­nen­ber­ger Rat­haus­kreuz.

An die­se Geschich­te des Kreu­zes erin­ner­te der Vor­sit­zen­de des CHBV, Rolf Tesche, bei Ein­wei­hung des klei­nen Denk­mals am 8. Mai 2011 und bedank­te sich für die Hil­fe bei Dr. Heinz Häus­chen, dem Besit­zer des Grund­stücks, dem Archi­tek­tur­bü­ro Flig­ge für den Ent­wurf der Hal­te­rung, die der Form des eins­ti­gen Tur­mes ent­spricht, der Fir­ma Gis­bert Krä­mer für die Aus­füh­rung der­sel­bi­gen und der Fir­ma Schoe­nen Bau­stof­fe für die Bereit­stel­lung des Mate­ri­als hier­für. Wal­ter Fried­rich erhielt den Dank für die Gestal­tung der Infor­ma­ti­ons­ta­feln, die neben dem neu­en Denk­mal ange­bracht wur­den. Der Cro­nen­ber­ger Bezirks­bür­ger­meis­ter, Micha­el-Georg von Wen­c­zow­sky, begrüß­te in einer Anspra­che die Auf­stel­lung des Denk­mals und wies dar­auf­hin, dass dies in einem Jahr gesche­he, in dem städ­ti­schen Spar­maß­nah­men die Öff­nungs­zei­ten des Cro­nen­ber­ger Bür­ger­bü­ros wei­ter ein­schränk­ten.1


Neu und Alt. Im Hin­ter­grund das alte Cro­nen­ber­ger Rat­haus, im Vor­der­grund das Kreuz der Turm­spit­ze des neu­en.

1876 wur­de das Haus an der Haupt­stra­ße 61 erbaut und dien­te als ers­tes Cro­nen­ber­ger Rat­haus. Der fol­gen­de rasan­te Auf­schwung der Cro­nen­ber­ger Werk­zeug­indus­trie ermög­lich­te und erfor­der­te den Bau eines neu­en Rat­hau­ses am heu­ti­ge Rat­haus­platz. Das alte Gebäu­de dien­te nun einer höhe­ren Töch­ter­schu­le, die 1932 in die Real­schu­le am Lenz­haus inte­griert wur­de. Spä­ter zog das Café Trel­le ein2, heu­te haben hier Ärz­te ihre Pra­xen.

Bereits 2001 war das Sand­stein­re­li­ef mit dem Cro­nen­ber­ger Wap­pen, wel­ches das Rat­haus geziert hat­te, zur Erin­ne­rung an die­ses Gebäu­de und Sym­bol Cro­nen­ber­ger Eigen­stän­dig­keit am Rat­haus­platz auf­ge­stellt wor­den.


Ergän­zung vom 3. Janu­ar 2018:

Am 10. März 2017 wur­de das Turm­kreuz auf den Rat­haus­platz zum Sand­stein­re­li­ef ver­setzt. Der CHBV erhofft sich am his­to­ri­schen Ort mehr Auf­merk­sam­keit.3


Ob der Ort nun wirk­lich bes­ser ist?

Schleifstein zur Erinnerung an das 100jährige Jubiläum des CHBV

Im Vor­der­grund der Schleif­stein zur Erin­ne­rung an das 100jährige Jubi­lä­um des CHBV.

Als im Jahr 1992 der Cro­nen­ber­ger Hei­mat- und Bür­ger­ver­ein 100 Jah­re alt wur­de, stif­te­ten Karin und Man­fred vom Cleff zu die­sem Anlass ein klei­nes Denk­mal. Die­se besteht aus einem 150 Jah­re alten Schleif­stein, der an der klei­nen Grün­flä­che an der Ecke Hauptstraße/Holzschneiderstraße auf­ge­stellt wur­de. (Von 1896 bis zum Zwei­ten Welt­krieg stand hier das Cro­nen­ber­ger Krie­ger­denk­mal für die Gefal­le­nen von 1864, 1866 und 1870/71.)


Eine Foto­gra­fie von der Ein­wei­hung des Schleif­steins am 6.März 1992. Mit Dank an das Archiv des CHBV.

Zur Ein­wei­hung am 6. März 1992 — dem 100. Jah­res­tag der Grün­dung des “Cro­nen­ber­ger Bür­ger­ver­eins” im Hotel zur Post — erschie­nen auf Ein­la­dung des Vor­sit­zen­den Hans-Otto-Bil­stein Bür­ger­meis­ter Kurt Drees, Rein­hard Graetz MdL, Alt­bür­ger­meis­ter Hans Rau­haus, Ver­tre­ter der Bezirks­ver­tre­tung, der Cro­nen­ber­ger Ver­ei­ne und eini­ge hun­dert Bür­ger. Bil­stein erin­ner­te an die Ent­wick­lung der Arbeits­stät­ten in Cro­nen­berg und die Bedeu­tung der Schlei­fer, der Posau­nen­chor und der Cro­nen­ber­ger Män­ner­chor sorg­ten für die musi­ka­li­sche Beglei­tung und die Stif­ter “tauf­ten” “ihren” Stein mit hoch­pro­zen­ti­gem “Schlie­per­was­ser”. Außer­dem berich­te­te der 90jährige Knie­schlei­fer Richard Klin­gel­hö­fer von sei­ner 50jährigen Tätig­keit. Anschlie­ßend hielt Stadt­ar­chi­var Dr.Uwe Eck­hardt im Mar­tin-Luther-Haus einen Vor­trag über die Zeit, in der sich 31 Män­ner über 24 Jah­ren zusam­men fan­den, den Ver­ein grün­de­ten und Leb­recht Toell­ner zum ers­ten Vor­sit­zen­den wähl­ten. Die ers­te Ein­ga­be des Ver­eins ver­lang­te vom Steu­er­amt mehr Steu­er­ge­rech­tig­keit, offen­sicht­lich ein zeit­lo­ses The­ma.1


Der vor­ge­la­ger­te Stein mit Inschrift.

Am Rand der Grün­an­la­ge ver­weist eine klei­ne Metall­ta­fel auf den Sinn und die Stif­ter des Schleif­steins:

Ein­hun­dert­fünzig Jah­re alter
Schleif­stein der tra­di­ti­ons-
rei­chen Cro­nen­ber­ger Werk­zeug-
indus­trie.
Den Cro­nen­ber­ger Bür­gern gewid­met
von Man­fred und Karin vom Cleff.
CHBV 1992”


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Gedenkstein für das alte Cronenberger Rathaus

Foto­gra­fie des ein­ge­mau­er­ten Sand­stein­re­li­efs im Trep­pen­haus des alten Stadt­saals. Archiv CHBV.

Als 1994 der Cro­nen­ber­ger Fest­saal am Stand­ort des alten Rat­hau­ses (1900–1943) abge­ris­sen wur­de, “ent­deck­te” man, dass ein in die Wand ein­ge­las­se­nes Sand­stein­re­li­ef mit dem Wap­pen der eins­ti­gen Stadt ein Relikt des Cro­nen­ber­ger Rat­hau­ses war. Der Eigen­tü­mer und Bau­herr des Nach­fol­ge­baus, Bernd Mat­t­häs, über­nahm dann in Abstim­mung mit dem Cro­nen­ber­ger Hei­mat- und Bür­ger­ver­ein die Restau­ra­ti­on und Auf­stel­lung des Wap­pens.1


Das restau­rier­te Sand­stein­re­li­ef vor dem neu­en Geschäfts- und Wohn­haus. Es zeigt das von Klet­ter­pflan­zen umrank­te Stadt­wap­pen der ehe­mals selbst­stän­di­gen Stadt Cro­nen­berg.

Die Inschrift der klei­nen Metall­pla­ket­te ver­rät: “Cro­nen­ber­ger Stadt­wap­pen Sand­stein­re­li­ef Gebor­gen aus den Trüm­mern des 1900 erbau­ten und 1943 zer­stör­ten Rat­hau­ses.”

Am 12.Mai 2001 wur­de des Relikt, nach­dem es schon seit Ende Sep­tem­ber 19992an Ort und Stel­le vor dem neu­en “Rat­haus­cen­ter” zu fin­den war,  ein­ge­weiht.3 Dazu hat­te der CHBV ein­ge­la­den. Der Vor­sit­zen­de Hans-Otto Bil­stein, begrüß­te neben den Cro­nen­ber­ger Bür­gern auch Bernd Mat­t­häs, Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Ursu­la Lietz und Bür­ger­meis­ter Peter Jung. In einer kur­zen Anspra­che blick­te Hans-Otto Bil­stein auf die Selbst­stän­dig­keit der Stadt Cro­nen­berg zurück, deren Sym­bol Wap­pen und Rat­haus waren. Die Ein­wei­hung über­nah­men dann “De Obrams”, der Freun­des­kreis zur Erhal­tung des Cro­nen­ber­ger Platts. Für die musi­ka­li­sche Beglei­tung sorg­te der Cro­nen­ber­ger Män­ner­chor, außer­dem wur­de im “alten Käse­la­den” in einer Aus­stel­lung über die Geschich­te Cro­nen­bergs infor­miert.4


Das 1900 errich­te­te Cro­nen­ber­ger Rat­haus wur­de 1943 von Bom­ben zer­stört und brann­te aus. 1953 wur­den die Über­res­te abge­ris­sen, obwohl die Cro­nen­ber­ger für einen Wie­der­auf­bau plä­dier­ten. Archi­tekt war Wil­helm Haa­se.

Das Cro­nen­ber­ger Wap­pen zeigt den Ber­gi­schen Löwen auf einem (grü­nen) Hügel ste­hend, in den Pran­ken hält er ein Sen­sen­blatt, das auf das Sen­sen­pri­vi­leg hin­weist. Dar­über thro­nen drei Zin­nen.

2001 wur­de am Stand­ort des ers­ten Cro­nen­ber­ger Rat­hau­ses das Turm­kreuz des 1943 zer­stör­ten Rat­hau­ses auf­ge­stellt.

Gedenkstein für Georgi Ivanov Dobrev

Am 29. März 2006 wur­de der Burg­holz­tun­nel ein­ge­weiht, der vom Ruten­be­cker Bach­tal zum Hah­ner­berg die A 46 an die L 418 anschließt.1 Im Juni des sel­ben Jah­res wur­de ober­halb des West­por­tals von den Bür­ger­ver­ei­nen Kül­len­hahn, Hah­ner­berg-Cro­nen­feld und vom Cro­nen­ber­ger Hei­mat- und Bür­ger­ver­ein ein Gedenk­stein zur Erin­ne­rung an den Mineur Geor­gi Iva­nov Dobrev auf­ge­stellt. Der Bul­ga­re gehör­te zu den Arbei­tern, die den Burg­holz­tun­nel bau­ten und ver­un­glück­te töd­lich am 8.Mai 2003 bei Tun­nel­me­ter 800. Bei einem LKW hat­ten sich auf der abschüs­si­gen Bau­stra­ße im Tun­nel die Brem­sen gelöst und durch das füh­rer­lo­se Fahr­zeug wur­de der 23jährige am Abend des 8.Mai töd­lich ver­letzt. Er wur­de in sei­ner Hei­mat bei­gesetzt.


Der Gedenk­stein für Gero­gi Iva­nov Dobrev.

Am 24.Juni 2006 berich­te­te die WZ von den letz­ten Vor­be­rei­tun­gen des Gedenk­steins. Die­ser besteht aus zwei Ton­nen ber­gi­scher Grau­wa­cke und stammt aus dem Abraum des Tun­nel­baus. Stein­metz­meis­ter Bernd Kai­ser sorg­te für die Ver­an­ke­rung der Bron­ze­ta­fel, auf der fol­gen­de Inschrift zu sehen ist:2


Die Gedenk­ta­fel.

Zum Geden­ken an

Mineur
Geor­gi Iva­nov Dobrev
+ 8.Mai 2003

Die Bür­ger­ver­ei­ne
Kül­len­hahn — Hah­ner­berg — Cro­nen­berg”

Die Arbeits­ge­mein­schaft Tun­nel Burg­holz stell­te eine Bank am Gedenk­stein auf.


Blick vom Gedenk­stein auf die L 418.

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Schmiedehammerdenkmal an der Sambatrasse

Ein alter Rie­men­fall­ham­mer als Schmie­de­denk­mal auf Cro­nen­feld.

Am 26.Januar 2008, einem Sams­tag, prä­sen­tier­ten der Cro­nen­ber­ger Hei­mat- und Bür­ger­ver­ein (CHBV) und der Bür­ger­ver­ein Hah­ner­berg-Cro­nen­feld an der Sam­ba­tras­se auf Cro­nen­feld ein Stück Cro­nen­ber­ger Indus­trie­ge­schich­te:  Einen alten Rie­men­fall­ham­mer. Der Fall­ham­mer wur­de von Die­ter Haas gekauft, mit­hil­fe von Cro­nen­ber­ger Fir­men und Pri­vat­leu­ten wet­ter­fest auf­ge­ar­bei­tet und anschlie­ßend den Bür­ger­ver­ei­nen gestif­tet.1


Von der ande­ren Sei­te.

Der Fall­ham­mer stamm­te aus der Repa­ra­tur­werk­statt der Stra­ßen-und Tief­bau­fir­ma Heikaus gegen­über dem Gar­ten­hal­len­bad. Dort wur­de das schät­zungs­wei­se über 175 Jah­re alte Gerät bis ins Jahr 2000 zum Schmie­den und Schär­fen der Werk­zeu­ge der Fir­ma benutzt. Der Trans­mis­si­ons­rie­men wur­de über einen Elek­tro­mo­tor betrie­ben. Bezirks­bür­ger­meis­te­rin Inge­borg Alker gedach­te mit einem platt­deut­schen Stück von Hans Rau­haus an die Tra­di­ti­on der Cro­nen­ber­ger Schmie­de, anschlie­ßend wur­de mit einem “Kla­ren” ange­sto­ßen. Bei Kot­ten­but­ter und Glüh­wein wur­de die Fei­er­stun­de mit dem Ber­gi­schen Hei­mat­lied vom Hah­ner­ber­ger Show-Chor “Show-Chor-Taler” beschlos­sen. 2


Detail des Ham­mers

Die Cro­nen­ber­ger Woche beton­te, die Auf­stel­lung des 1,4 Ton­nen schwe­ren Indsu­trie­denk­mals sei auch Zeug­nis für eine beson­de­re Stär­ke des Stand­orts Cro­nen­berg: Der Gemein­schafts­sinn. Der Malerb­treib Tesche arbei­te­te das Objekt auf, die Fir­ma Gis­bert Krä­mer stif­te­te ein sti­li­sier­tes Leder­band aus Stahl und die Fir­men Gabel­stap­ler Rei­chert und Gar­ten- und Land­schafts­bau Gelb­rich über­nah­men den Trans­port und die Auf­stel­lung. Ursprüng­lich, so konn­ten zwei ehe­ma­li­ge Mit­ar­bei­ter der Fir­ma Heikaus berich­ten, stamm­te der Fall­ham­mer von der Wagen­bau­fir­ma Brink­haus, die vor­her in den Räu­men an der Stra­ße “Zum Tal” behei­ma­tet gewe­sen war.3


Eine Tafel erklärt dem Pas­san­ten, was er gera­de betrach­tet.

Die am Rie­men­fall­ahm­mer ange­brach­te Tafel erklärt:

Alter
Rie­men­fall­ham­mer
der Cro­nen­ber­ger-
Werk­zeug­indus­trie
zum Schmie­den von
Hand­werk­zeu­gen

Schmie­de­häm­mer, bei denen sich die Ham­mer-
bären nur durch die Wir­kung der Schwer­kraft nach
unten bewe­gen, nennt man Fall­häm­mer.

Bei den ers­ten Aus­füh­run­gen wur­de der Ham­mer-
bär per Hand­kraft hoch­ge­zo­gen.
Nach Ein­füh­rung der Dampf­ma­schi­ne erfolg­te der
Antrieb über Trans­mis­si­ons­rie­men.

Geschmie­det wur­de mit 2–4 Schlä­gen zwi-
schen Ober- und Unter­ge­senk.”


Update vom 20. August 2015:
Am 20. August 2015 berich­te­te die Cro­nen­ber­ger Woche über die abge­schlos­se­ne Instand­set­zung des Denk­mals. Der Vor­sit­zen­de des Bür­ger­ver­eins Hah­ner­berg Cro­nen­feld (BHC), Jochen Pla­te, und Klaus-Peter Gon­dolf rei­nig­ten und ent­ros­te­ten das Denk­mal in mühe­vol­ler Arbeit, bevor sie dann dem Schmie­de­ham­mer einen neu­en Anstrich ver­pas­sen konn­ten. Die Far­be dafür stif­tet der Vor­sit­zen­de des Cro­nen­ber­ger Hei­mat- und Bür­ger­ver­eins, Rolf Tesche.4


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Der Cronenberger Nagelschmied

1992 wur­de der Cro­nen­ber­ger Hei­mat- und Bür­ger­ver­ein stol­ze hun­dert Jah­re alt. Nach­dem die­ses Jubi­lä­um mit der Errich­tung eines Schleif­steins gewür­digt wor­den war, reg­te der CHBV an, dem Schlei­fer-Denk­mal ein Gegen­stück zu errich­ten: Ein Denk­mal für “Obrahm, dem Nagel­schmett”. Die Figur des Nagel­schmieds Abra­ham wur­de vom Cro­nen­ber­ger Mund­art-Dich­ter Robert Lüt­ters (1848–1918) als Sinn­bild für die Cro­nen­ber­ger Klein­ei­sen­in­dus­trie geschaf­fen. Das “Denk­mal des Gewer­be­flei­ßes” soll­te von den Cro­nen­ber­gern über den Kauf von “Bau­stei­nen” finan­ziert wer­den.1


“Obrahm”, der Nagel­schmiedt und sein Gesel­le.

Am 24. März 1993 wur­den in einer beschränk­ten Aus­schrei­bung die Künst­ler Gün­ther The­len, Bern­hard Klein­hans, Bern­hard Guski und Ulla Hees um Ent­wür­fe gebe­ten,2 der Cro­nen­ber­ger Karl-Heinz Dickin­ger lie­fer­te als Anre­gung eine Vor­la­ge.3 Anfang Okto­ber 1993 (laut CHBV am 15.10, aller­dings gab es bereits am 7.10. einen Arti­kel in der Wup­per­ta­ler Rund­schau (s.u.)) fiel die Ent­schei­dung zuguns­ten von Bern­hard Klein­hans,4 aller­dings hat­te nur der Köl­ner Bild­hau­er Gün­ther Thie­len einen wei­te­ren Ent­wurf abge­ge­ben. Mit fünf von sechs Stim­men ent­schied sich das ver­ant­wort­li­che Gre­mi­um für den San­den­hors­te­ner, der die Vor­la­ge stark ver­än­dert hat­te und dem Huf­na­gel­schmied noch einen Gesel­len zur Sei­te stell­te.5 Aller­dings bemän­geln die älte­ren Cro­nen­ber­ger heu­te, dass dabei die Rol­len­ver­tei­lung getauscht wur­de. Nicht der Schmied schwang im his­to­ri­schen Vor­bild den Ham­mer, son­dern der Gesel­le.


Der Schmied.

Es begann anschlie­ßend die Stand­ort­su­che und auch der Ver­kauf von Bau­stei­nen war noch nicht abge­schlos­sen.6 Der vom CHBV favo­ri­sier­te Stand­ort nahe Krings Eck muss­te 1994 noch eini­ge Wider­sprü­che sei­tens des Bau­ord­nungs­am­tes und der Poli­zei über­ste­hen, ins­be­son­de­re die Ver­le­gung einer Lit­faß­säu­le der “Deut­schen Städ­te­re­kla­me” auf die ande­re Stra­ßen­sei­te wur­de zum Pro­blem. Nach meh­re­ren Orts­ter­mi­nen wur­de dann doch eine Lösung gefun­den.7

Am 20. Okto­ber 1994 wur­de das 1,90 Meter hohe Bron­ze-Denk­mal auf­ge­stellt und konn­te am fol­gen­den Sonn­tag, dem 23. Okto­ber 1994 ein­ge­weiht wer­den.8Zur Fei­er spiel­te der Cro­nen­ber­ger Posau­nen­chor, es sang der Män­ner­chor, Vor­trä­ge wur­den gehal­ten und Bür­ger­meis­ter Kurt Drees ent­hüll­te in Ver­tre­tung der Ober­bür­ger­meis­te­rin Ursu­la Kraus, die ver­let­zungs­be­dingt fehl­te9, das Denk­mal. Zu die­sem Anlass gab der CHBV auch Gedenk­mün­zen im Wert von 15 DM her­aus und Arbei­ten des Bild­hau­ers Bern­hard Klein­hans wur­den in der Gale­rie im Rei­hen­haus aus­ge­stellt.10 35.000 DM kos­te­te “Obram der Nagel­schmett” am Ende inklu­si­ve der Auf­stel­lung.11


Gedicht zur Denk­mal­ein­wei­hung, mit Cro­nen­ber­ger Wap­pen.

Spä­ter ergänz­te man am Stand­ort des Denk­mals noch ein an die­sem Tage vor­ge­tra­ge­nes Gedicht von Karl-Heinz Dickin­ger. Die Über­set­zung ins Hoch­deut­sche lau­tet:

“Seh’ ich das Denk­mal
vor mir ste­hen,
komm ich an’s über­le­gen.
Könn­te nie­mals stur vor­über­ge­hen
und mich an gar nichts keh­ren!
Das Gegen­teil wäre hier ange­bracht;
ich müß­te mich tief ver­nei­gen,
um ihm mit Herz, ganz bedacht,
und ehr­lich Ehre zu zeigen!Wer kennt das Bild nicht all­zu­gut
vom Ham­mer­schmied und Jun­gen,
die vor der mäch­ti­gen Höl­len­glut
in ihrer Schmie­de stan­den?
Wo alles gehen muss­te, Hand in Hand,
die Schwie­len hat­ten und Bla­sen,
wo das Feu­er schmiss Schat­ten
an die Wand.
Blut koch­te in den Adern.
Wer kennt das Bild nicht all­zu­gut,
hört nicht die Häm­mer fal­len?
Hört nicht, wie noch mit fro­hem Mut
dabei auch Lie­der schal­len?
Wer hört nicht noch den
Amboß­klang,
das Schla­gen und das Klin­gen?
Wer nicht den stäh­ler­nen Lob­ge­sang
aus allen Win­keln drin­gen?
Wer guckt nicht dank­bar heu­te zurück
auf unse­re flei­ßi­gen Alten
und will, in dem Erin­ne­rungs­stück
sie nicht in Ehren hal­ten?
Kommst Du an’s Denk­mal
blei­be ein­mal ste­hen
um auch zu über­le­gen!
Du willst doch nicht vor­über­ge­hen
und dich an gar nichts kehren!?Es wäre mehr als ange­bracht,
dich ganz tief zu ver­nei­gen;
um ihm mit Herz, ganz bedacht
und ehr­lich Ehre zu zei­gen!“12

Der Gesel­le.

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Gedenktafel für Carl Riedel

Am 6. Okto­ber 1827 wur­de in Cro­nen­berg “An der Hüt­te” im Haus des Apo­the­kers Gus­tav Rie­del und sei­ner Frau Wil­hel­mi­ne (geb. Schlie­per) Carl Rie­del gebo­ren. Er erlern­te spä­ter das Sei­den­fär­ber­hand­werk, ent­schloss sich aber 1848 das Stu­di­um der Musik auf­zu­neh­men. Nach einem Vor­be­rei­tungs­kurs in Kre­feld ging er im Herbst 1849 an das Kon­ser­va­to­ri­um in Leip­zig und ließ sich dort spä­ter nach drei­jäh­ri­gem Stu­di­um (unter ande­rem auch der Phi­lo­so­phie, Natur­wis­sen­schaf­ten und Lite­ra­tur) als Musik­leh­rer nie­der. Sei­ne beson­de­re Lei­den­schaft war der Chor­ge­sang. 1854 grün­de­te er ein Män­ner­quar­tett, das sich spä­ter zum gemisch­ten Chor und anschlie­ßend zum welt­be­kann­ten Rie­del-Ver­ein mit 300 Mit­glie­der ent­wi­ckel­te. 1868 wur­de Carl Rie­del Prä­si­dent des All­ge­mei­nen Deut­schen Musik­ver­eins, außer­dem war er Vor­sit­zen­der des Leip­zi­ger Wag­ner-Ver­eins und Mit­be­grün­der der Beet­ho­ven-Sti­fung. Am 400. Todes­tag Mar­tin Luthers erhielt er die Ehren­dok­tor­wür­de der Uni­ver­si­tät Leip­zig, Her­zog von Alten­burg ernann­te ihn zum Pro­fes­sor und 1884 wur­de er Groß­her­zog­lich Wei­ma­ri­scher Kapell­meis­ter. Sei­ner Hei­mat­stadt, sei­nen Freun­den und sei­ner Fami­lie blieb Zeit sei­nes Lebens ver­bun­den und war hier oft zu Gast. Am 3. Juni 1888 starb er in Leip­zig.


Gedenk­ta­fel für Prof. Dr. Carl Rie­del, Hüt­ter Str. 4

1976 fei­er­te der Cro­nen­ber­ger Hei­mat- und Bür­ger­ver­ein sein 25jähriges Bestehen und erin­ner­te zu die­sem Anlass an den Sohn der ehe­ma­li­gen Stadt Cro­nen­berg. Am Geburts­haus im Cro­nen­ber­ger Orts­kern (heu­te Hüt­ter Str. 4, damals Schul­str. 117) brach­te man eine Gedenk­ta­fel an, die ein Enkel des Musi­kers, Wer­ner Schnei­der, gestif­tet hat­te. Die Inschrift lau­tet:1


Geburts­haus von
Pro­fes­sor Dr. Carl Rie­del
* 6.Oktober 1827
+ 3.       Juni 1888
Begrün­der und Lei­ter des Rei­del­ver­eins
in Leip­zig, einer spä­ter welt­be­rühm­ten
Chor­ge­mein­schaft.
———————-
Prä­si­dent des All­ge­mei­nen Deut­schen
Musik­ver­eins 1868 — 1888”