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Sonntag, 18. März 2012

Der Siegesbrunnen in Vohwinkel

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Als am 24.Oktober 1900 Kaiser Wilhelm II. zusammen mit Kaiserin Auguste das Wuppertal besuchte, weihte er erst in Barmen die Kaiserstandbilder in der Ruhmeshalle ein, dann das neue Elberfelder Rathaus und kam anschließend gegen 13:00 Uhr mit der Schwebebahn nach Vohwinkel. Bevor sich die Majestäten auf den Weg nach Mettmann machten, weihten sie am Kreishaus in der Solinger Straße (heute Gräfrather Straße) den Siegesbrunnen ein. Kaiser Wilhelm I. sprach dem Künstler mehrfach seiner Anerkennung aus, wie die Elberfelder Zeitung notierte. Postkartenansichten von diesem Ereignis finden sich auf www.wuppertal-vohwinkel.net
Die Anlage mit dem Siegesbrunnen vor dem ehem. Kreishaus in der Gräfrather Straße in Vohwinkel.
Postkartensammlung Historisches Zentrum
 Anlässlich des 100.Jahrestages der Geburt Kaiser Wilhelms I. hatten sich 1897 die patriotisch gesinnte Bürger Vohwinkels entschlossen, diesem Anlass ein entsprechendes Monument zu errichten. Im Frühjahr 1900 waren dann 30.000 Mark zusammengekommen, von denen 24.000 Mark von den Vohwinkler Bürgern und auswärtigen Freunden stammten und der Rest von der Gemeinde Vohwinkel. 
Der Siegesbrunnen auf einer Postkarte.
Stadtarchiv Wuppertal, 19.4.
Die Figur der Siegesgöttin, mit geflügeltem Helm und dem Reichsapfel auf der gen Himmel gestreckten rechten Hand, wurde vom Bildhauer Gustav Rutz entworfen und von der Galvanoplastischen Kunstanstalt Geislingen-Steige in Galvanobronze ausgeführt. Auf dem Schild zeigt die Göttin ein Relief eines Männerkopfes, vermutlich der geehrte Kaiser Wilhelm I. Die Göttin fand ihren Platz auf einem gewaltigen mehrstufigem Unterbau aus Granit, der von der Firma Rademacher Söhne aus Aachen hergestellt wurde. Das Wasserbecken des Brunnens befand sich auf einem 25 m breiten Fundament, von dem das Wasser dem Betrachter in einer Kaskade entgegen rauschte.
Die Siegesbrunnen auf einer Fotografie im August 1940.
Sammlung Untere Denkmalbehörde, Nr. 2757.
Am 27.Januar 1901, dem Geburtstag Kaiser Wilhelms II., wurde der Brunnen unter großer Anteilnahme der Bevölkerung, der Schulen und der Vereine in die Obhut der Gemeinde übergeben. Vermutlich  wurde der Siegesbrunnen im Zweiten Weltkrieg zerstört.
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[1] RMK, S.125f.
 

Karte des vorgestelten Stadtschmucks in Wuppertal auf einer größeren Karte anzeigen

Donnerstag, 15. März 2012

Gedenktafel für Oswald Laufer

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Am 7.März 1933 wurde in Elberfeld der 27jährige Oswald Laufer ermordet. Der junge Deutsche jüdischen Glaubens, Sozialdemokrat und Mitglied des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold verließ zwischen Mittag[1] und frühem Abend[2] das Geschäft seines Vaters Simon an der Wilhelmstraße. Von der Klotzbahn aus lauerten ihm fünf SA-Männer des "Mord-Sturmes August Puppes" auf und erschossen ihn. Zwei Kameraden vom Reichsbanner brachten ihn sofort ins Krankenhaus, wo nur noch der Tod des Demokraten festgestellt werden konnte. Er war das erste von mindestens 20 Opfern, die in diesem Jahr durch den Terror des NS-Regimes in Wuppertal sterben mussten.[3]
Erst nach dem Krieg wurden zwei der fünf Täter zur Rechenschaft gezogen. Willi Schneider und Erich Wohlgemuth wurden zu 1948 zu fünf und vier Jahren Zuchthaus verurteilt.[4]
Die Gedenktafel für Oswald Laufer.
Die Eltern Laufers überlebten den Holocaust nicht, nur seine Schwester Rosa konnte mit ihrem Mann und den Kindern rechtzeitig in die USA flüchten. Am 7.März 1998, 63 Jahre nach dem Tod Oswald Laufers, wurde in Anwesenheit seines Neffen, Prof.Dr. Gerd Korman, der aus den USA angereist war, die Gedenktafel zur Erinnerung an den Mord durch Wolfgang Ebert, Vorsitzender der Wuppertaler SPD, enthüllt. Der ebenfalls Anwesende Ministerpräsident Johannes Rau mahnte: "Wenn wir die Erinnerung an die nicht wachhalten, die Demokraten waren, dann werden wir die Demokratie nicht erhalten können."[5] Prof.Dr. Korman erinnerte in einer kurzen Ansprache an das Leben und Wirken seines Onkels. Der Kontakt zwischen ihm und der SPD war über die Leiterin der Begegnungsstätte Alte Synagoge, Dr.Ulrike Schrader, zustande gekommen.[6]
Die Inschrift der Gedenktafel am Gebäude der Rathaus Galerie in der Wilhelmstraße lautet:
"Oswald Laufer

Wuppertaler Bürger,
Jude und Sozialdemokrat,
Mitglied des Reichsbanners
Schwarz-Rot-Gold,
wurde an dieser Stelle
am
7.März 1933
von Angehörigen der SA erschossen.
Er war 27 Jahre alt.

Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Unterbezirk Wuppertal"
Oswald Laufer ist auf dem jüdischen Friedhof Am Weinberg beigesetzt worden.

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[1] Wuppertal ist historischer Boden des Sozialismus, 140 Jahre SPD Wuppertal, Dokumentation zur Ausstellung 2003, S.23. (PDF hier)
[2] Wolfgang Gärtner, Erinnerung an früheres NS-Opfer, in: WZ vom 9.März 1998.
[3] Wuppertal ist historischer Boden des Sozialismus, 140 Jahre SPD Wuppertal, Dokumentation zur Ausstellung 2003, S.23. (PDF hier)
[4] Reiner Kessler, Erinnerung an Oswald Laufer, in: Bergische Blätter, 06/98, S.12.
[5] Wolfgang Gärtner, Erinnerung an früheres NS-Opfer, in: WZ vom 9.März 1998.
[6] Reiner Kessler, Erinnerung an Oswald Laufer, in: Bergische Blätter, 06/98, S.12.


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Mittwoch, 14. März 2012

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