Relief Ronsdorf

Foto: Elias Monhof, Verwendung mit freundlicher Genehmigung von Fotostudio Monhof

Foto: Elias Monhof, Verwendung mit freundlicher Genehmigung von Fotostudio Monhof

Das neue Ronsdorfer Verwaltungshaus bekam 1960 im Rahmen von „Kunst am Bau“ ein Kunstwerk aus Remanit an der Außenfassade. Der Künstler, der Düsseldorfer Friedrich Werthmann, hatte sich im Wettbewerb der Stadt mit seinem Werk „Relief Ronsdorf“ gegen Fritz Bernuth und E. Oberhoff aus Wuppertal und Prof. Hartung aus Berlin durchgesetzt. Das Werk hat die Maße 140 x 300 x 30cm und zeigt eine dynamische Bewegungsform in Form eines Dreiecks. Den Hintergrund stellte die Wand aus römischen Travertin.[1]

Als Ende 2005 das Verwaltungshaus aufgrund baulicher Mängel, mangelnder Barrierefreiheit und veralteter Ausstattung abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wurde[2], nahm Werthmann das Werk, das im Volksmund den Namen „Vogelschwarm“[3] abbekommen hatte, wieder zurück und stiftete stattdessen die Plastik „Großer Gong“ für das Treppenhaus.[4]

Weitere Bilder aus Ronsdorf zu jener Zeit finden sich in diesem Beitrag bei Njuuz.de


[1] RMK, S. 384 f.

[2] Ronsdorf: Mit dem Pilotprojekt zum neuen Verwaltungshaus, Pressemitteilung der Stadt Wuppertal vom 10.10.2005.

[3] Die rote Telefonzelle, in: Ronsdorfer Wochenschau vom 1. April 2015

[4] Anne Grages, Carmen Klement: „Kunst hat oft provoziert“, in: WZ online vom 13. August 2016.

 

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Hallo Welt!

Unter dieser Überschrift beginnt für gewöhnlich der erste WordPress-Eintrag, und in der Tat, dies ist einer. Denkmal-Wuppertal.de ist umgezogen von Blogger zu WordPress. Es sieht nicht wirklich anders aus und sollte nun auch alles funktionieren. Falls ein Link nicht geht oder etwas anderes nicht stimmt, bitte ich um Nachricht in den Kommentaren oder per Mail.

Josef-Keusch-Gedenkstein

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Der Gedenkstein

Am 1. Oktober 1934, so steht es auf der Gedenkplakette, wurde im Rosengarten des Zoologischen Gartens ein Gedenkstein für Josef Keusch gesetzt, der am 14. September 1934 nach 34 Jahren im Dienst der Aktiengesellschaft in den Ruhestand getreten war. An jenem 1. Oktober 1934 übernahm sein Nachfolger, der ehemalige Postbeamte Wilhelm Seiffge den Direktorenposten, nicht aufgrund seiner Qualifikation, sondern aufgrund seines NSDAP-Parteibuches.

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Die Gedenkplakette

Josef Keusch, am 1. Mai 1900 als Garteninspektor eingestellt, hatte ein Examen als königlicher Obergärtner und baute den Zoologischen Garten zu der Anlage aus, die wir heute im Grunde auch noch kennen, wenn auch sich die Gehege teilweise verändert haben. Er setzte nach dem Vorbild Hagenbecks in Hamburg auf gitterlose Freianlagen, wie beim Nordlandpanorama für Robben, Eisbären und Rentiere, das heute noch in Teilen existiert. Er steuerte den Zoo durch die schwierigen Jahre des Ersten Weltkriegs und der Nachkriegszeit. Keusch war auch kein Freund der neuen Machthaber im Jahr 1934. So berichtet der ehemalige Zoodirektor, Ulrich Schürer, in seiner Jubiläumsschrift, dass Keusch kurz vor seiner Pensionierung das Wasser des großen Teiches im Vorfeld eines Gondelfestes der SA einfach abgelassen habe. Josef Keusch starb 1945. [1]

Die Inschrift der Gedenkplakette am Gedenkstein lautet:

„Dem langjährigen Leiter des Gartens
Direktor Josef Keusch
für treue und verdienstvolle Arbeit
Wuppertal, den 1.10.1934
Aktiengesellschaft Zoologischer Garten
der Aufsichtsrat und Vorstand“


[1] Ulrich Schürer, 125 Jahre Zoologischer Garten Wuppertal, Erfurt 2006, S. 30 und 65 f.


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Paul-Boeddinghaus-Gedenkstein

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Der Gedenkstein im Kräutergarten des Zoos.

Im ehemaligen Rosengarten des Zoologischen Garten Wuppertals finden sich ganz am Rand, beinahe vergessen, zwei Gedenksteine für verdienstvolle Männer des Zoos. Einer davon ist Paul Boeddinghaus gewidmet, der andere Josef Keusch. Beide Männer wurden am 1. Mai 1925 geehrt, der erstere durch die Setzung des Gedenksteins, der andere für sein 25jähriges Dienstjubiläum. Die Ansprache zur Einweihung des Gedenksteins hielt Freiherr August von der Heydt, der würdigte, dass Paul Boeddinghaus 43 Jahre lang als Aufsichtsrat der Zoologischer-Garten-Aktiengesellschaft gewirkt hatte. Die „Festgesellschaft“ bestand, wie der General Anzeiger festhielt, aus Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, dem Oberbürgermeister Dr. Kirschbaum, verschiedenen Stiftern des Zoos und den Leitern der Zoologischen Gärten von Berlin, Königsberg, Düsseldorf und Köln. Den Gedenkstein, der unter zwei Kastanien auf einer leichten Anhöhe platziert wurde, bezeichnet der GA als schlicht und dennoch wirkungsvoll.

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Die Inschrift.

Die Inschrift ist heute verwittert und kaum lesbar:

„Paul Boeddinghaus,
dem verdienten Gründer
und Freund dieses Gartens
1890 – 1923“


[1] Eine Doppelfeier im Zoo, in: General-Anzeiger für Elberfeld-Barmen vom 2. Mai 1925. (StA Wuppertal, G VI 450)


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Friedrich-Lienhard-Gedenktafel

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Die Gedenktafel

Am Haus Lienhardstr. 1 in Vohwinkel findet sich eine Gedenktafel auf Kunststoff, die an den Namensgeber der Straße erinnert. Die Inschrift lautet:

„Friedrich Lienhard
Schriftsteller und Journalist
* 4.10.1865 Rothbach / Elsaß
+ 30.4.1929 Eisenach
Herausgeber des „Türmer“

Hintergründe zur Gedenktafel sind nicht bekannt.

Am Ort des Lienhard-Platzes, der sich gegenwärtig einer großen Bautätigkeit ausgesetzt sieht, stand früher das Gut Vohwinkel, Namensgeberein des westlichsten Wuppertal Stadtteils. Als 1929 die Stadt gegründet wurde, hatte man in vielen Stadtteilen doppelte oder auch mehrfache Straßennamen. Die städtische Kommission, die die Umbenennung gestalten sollte, hatte als Richtschnur mit auf den Weg bekommen, jeweils den ältesten Namen zu behalten, und die jüngeren Namen zu ersetzen. In Vohwinkel betraf das nicht nur den Martkplatz, der Lienhards Namen annahm, sondern viele Straßen, die dann nach preußischen und kaiserlichen Generälen benannt wurden. Man wählte Friedrich Lienhard, einen völkisch-nationalistischen[2] Schriftsteller, der nach 1933 – die Umbenennung fand 1935 statt – unter nationalsozialistischer Herrschaft wieder rezipiert wurde. Einen Bezug zu Vohwinkel hatte er nicht.[1]

[1] H.J. Momberger, Wie der Lienhardplatz zu seinem Namen kam, in: Bürger-Info des Vohwinkler Bürgervereins, 2016-I, S. 17 f.
[2] Hilegard Châtellier, Friedrich Lienhard, in: Uwe Puschner (Hg.), Handbuch zur »Völkischen Bewegung« 1871-1918, München 1999.
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Kreuz zur Erinnerung an die russisch-orthodoxe Gemeinde

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Im Hintergrund die Kapelle

Vor der Kapelle am ehemaligen Krankenhaus St. Anna an der Vogelsangstr. weist ein 1,60 Meter hohes Kreuz auf das Gotteshaus der russisch-orthodoxen Gemeinde hin. Gemeindemitglied Oganes Sarkisjan holte es im September 2012 persönlich mit dem Auto aus Armenien, eine einfache Wegstrecke von über 4500 km. Nun ist es das Wahrzeichen der 150 Personen starken Gemeinde.
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Zweisprachige Inschrift.

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Katharina Zinke, 9000 Kilometer Autofahrt durch Europa – für ein neues Kreuz, in: WZ vom 25. September 2012.


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Kriegerdenkmal der niederländisch-reformierten Gemeinde

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Das Kriegerdenkmal der niederländisch-reformierten Gemeinde auf dem Friedhof an der Katernberger Straße.

Am 8. Dezember 1953 beschloss das Presbyterium der niederländisch-reformierten Gemeinde das bestehende Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, das bislang nicht dokumentiert ist, durch ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen beider Weltkriege zu ersetzen. Vermutlich wurde der neue Gedenkstein vom Wuppertaler Steinmetz Aretz hergestellt.[1] 1961 wurde der Basiskörper nach unten verlängert und die alten drei Gedenktafeln wurden durch sechs neue, einheitliche ersetzt. Auf dem Denkmal sind neben den Namen der Gefallenen das Todesdatum, zwei Stahlhelme, vier Schwerter und die Inschrift zu sehen:

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„1914 1918
Für’s Vaterland
1939 – 1945“
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Die untere rechte Tafel trägt zusätzlich noch vier Namen von Opfern des Luftangriffs auf Elberfeld vom 25. Juni 1943


[1] Auskunft des Vorsitzenden des Archiv-Ausschusses der Niederl.-reform. Gemeinde Wuppertal vom 27. Mai 2016.

 


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Gedenkstein für Volker Schultheiß

Der Gedenkstein im Farn.

Der Gedenkstein im Farn.

Einen Halbmarathon und einen Zehn-Kilometer-Lauf bietet die Laufveranstaltung „Zuckerspiel“ im Burgholz jedes Jahr im Frühjahr an – und ist genau das nicht, ein Zuckerspiel. Am 6. April 2013 verstarb Volker Schultheiß, ein erfahrener Läufer auf der Distanz, im Krankenhaus am Arrenberg, nachdem er während des Halbmarathons zusammengebrochen war. [1] Dem 56jährigen Mann aus Kerpen setzten die Veranstalter am Unglücksort im April 2014 einen Gedenkstein.[2]


[1] Todesfall überschattet „Zuckerspiel“, in: WZ vom 7.4.2013.
[2] Auskunft Guido Gallenkamp 22. Mai 2016


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William-Booth-Gedenktafel der Heilsarmee

Fotografie der Tafel mit freundlicher Erlaubnis des Korps Wuppertal der Heilsarmee.

Fotografie der Tafel mit freundlicher Erlaubnis des Korps Wuppertal der Heilsarmee.

Am 19. September 1928 weihte die Barmer Heilsarmee, die heute natürlich das Korps Wuppertal stellt, in ihrem Haus in der Bartholomäusstr. eine Gedenktafel ein, die den Gründer der Heilsarmee, William Booth, anlässlich seines bevorstehendes 100. Geburtstages ehrte. Brigadier Hein sprach den Willkommensgruß, Pastor Krafft von der reformierten Gemeinde Barmen überbrachte Glückwünsche und betonte die erfreuliche christliche Weltanschauung der Heilsarmee im Angesicht eines gleichzeitigen Kulturtags der Freidenker. Stadtsyndiskus Dr. Bremme überbrachte die Glückwünsche der Barmer Stadtverwaltung. Die Weiherede sprach die Enkelin Booth‘, Mary Booth, die daran erinnerte, das Booth im März 1897 das Wuppertal besuchte.
Die Gedenktafel trägt die Inschrift:

„Zum Gedächtnis an die beiden Versammlungen die
GENERAL WILLIAM BOOTH
der Gründer der Heilsarmee
am 13.+14. März 1897 in diesem Saal hielt
in denen 55 Seelen zum Herrn kamen
wurde diese Tafel geweiht
und am 19. September 1928 von seiner Enkelin
OBERSTIN MARY BOOTH
Leiterin der Heilsarmee in Deutschland enthüllt
Rettet Seelen! Geht den Schlimmsten nach!


Die Heilsarmee ehrt ihren Gründer, in: General-Anzeiger vom 20. September 1928.


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