Kriegergedächtniskapelle der Pfarrgemeinde St. Remigius

Von die­sem Denk­mal ist bis­lang kei­ne Abbil­dung bekannt.

Anfang Novem­ber 1921 konn­te die katho­li­sche Pfarr­ge­mein­de St. Remi­gius in Sonn­born in der gleich­na­mi­gen Kir­che ihre Gedächt­nis­ka­pel­le für die im Ers­ten Welt­krieg gefal­le­nen Gemein­de­mit­glie­der ein­wei­hen. Eigent­lich hat­te man geplant, auf dem alten Fried­hof in Ver­bin­dung mit einer Lei­chen­hal­le ein Denk­mal zu errich­ten, doch die finan­zi­el­le Lage der Zeit ließ das nicht zu. Also ent­schloss man sich, eine viel­be­such­te Pie­ta der Kir­che in einer Nische der Turm­hal­le auf­zu­stel­len und dane­ben eine im neu­go­ti­schen Stil geschnitz­te Ehren­ta­fel anzu­brin­gen, die die 76 Gefal­len ver­zeich­ne­te.


Blick auf Sonn­born mit einer Post­kar­te, die 1956 gelau­fen ist. Man erkennt sehr schön das Feh­len des Sonn­bor­ner Kreu­zes, die Kir­che St. Remi­gius und auch die evan­ge­li­sche Haupt­kir­che im Hin­ter­grund. (Bild ergänzt am 16.11.2012.)

Die Ehren­ta­fel wur­de irgend­wann, womög­lich im Zwei­ten Welt­krieg, irrepa­ra­bel beschä­digt und schließ­lich ent­fernt. Das 1878/79 errich­te Kir­chen­ge­bäu­de an der Haupt­stra­ße 107 wur­de 1974 für den Bau der spä­te­ren A 46 und des Sonn­bor­ner Kreu­zes abge­ris­sen und 1976 durch einen Neu­bau an der Gart­erlaie 23/29 ersetzt.1


Kari­tas­haus” und St. Remi­gius auf einer Post­kar­te unbe­kann­ten Datums. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal 15.6.17 (Bild ergänzt am 22.11.2012)

Figurenschmuck am Barmer Rathaus

Die Atti­ka des Bar­mer Rat­hau­ses im Herbst 2012.

Am 23.April 1921 wur­de das neue Bar­mer Rat­haus ein­ge­weiht. Der Grund­stein für den vom Darm­städ­ter Pro­fes­sor Karl Roth ent­wor­fe­nen Bau wur­de bereits am 23.Mai 1908 durch Kai­ser Wil­helm II. gelegt, doch finan­zi­el­le Schwie­rig­kei­ten und der Ers­te Welt­krieg sorg­ten dafür, dass der Bau erst fer­tig gestellt wur­de, als Deutsch­land bereits eine Repu­blik war. Karl Roth, der zuvor bereits das Dresd­ner Rat­haus geplant hat­te, beauf­trag­te den Dresd­ner Bild­hau­er Richard Guhr mit der Aus­schmü­cken des Rat­hau­ses durch Bau­plas­ti­ken. Für die Atti­ka schuf Guhr dar­auf­hin die Model­le für die “acht Bei­geord­ne­ten”, die vor Ort vom Bar­mer Bild­hau­er Hein­rich Ost­lin­ning geschaf­fen wur­den. Sie stel­len — von links nach rechts — die fol­gen­den Zwei­ge der städ­ti­schen Ver­wal­tung dar:


Wohl­fahrts­pfle­ge und All­ge­mei­ne Ver­wal­tung

Tief­bau und Rechts­pfle­ge
Gesund­heits­pfle­ge und Hoch­bau

Finanz­we­sen und Schul­we­sen.

Im Zwei­ten Welt­krieg wur­den die Figu­ren auf der Atti­ka beschä­digt und ent­fernt, bis sie ab 1953 vom Wup­per­ta­ler Bild­hau­er Joa­chim Wolf-Mül­ler und der Werk­statt Hugo Wes­sel­mann restau­riert wur­den, eini­ge Figu­ren wur­den auch in der Fir­ma Dor­gatehn in Duis­burg-Ham­born auf­ge­ar­bei­tet. Im Dezem­ber 1957 konn­ten sie ihren Platz in luf­ti­ger Höhe wie­der ein­neh­men.
An den Sei­ten der Frei­trep­pe fin­den sich — eben­falls von Guhr ent­wor­fen und von Ost­lin­ning aus­ge­führt — die alle­go­ri­schen Dar­stel­lun­gen der Rhein­pro­vinz und der Bar­me­nia, die das Selbst­ver­ständ­nis der Stadt selbst und ihrer Zuge­hö­rig­keit zur preu­ßi­schen Rehin­pro­vinz aus­drü­cken sol­len.


Die alle­go­ri­sche Figur der Rhein­pro­vinz “Rhen­ania” mit Kind, Schild und Adler.

Rhen­ania von der ande­ren Sei­te.

Bar­me­nia mit Helm.

… Kind und Löwe.

Über dem Sei­ten­ein­gang an der Weg­ner­stra­ße wur­de ein wie­der­um von Richard Guhr ent­wor­fe­nes und dies­mal vom Bar­mer Bild­hau­er Georg Kau­per in Muschel­kalk aus­ge­führ­tes Reli­ef ange­bracht.


Das Reli­ef an der Weg­ner­stra­ße. Es zeigt unter ande­rem einen Löwen­kopf, Put­ten, einen ver­wun­de­ten Sol­da­ten, ein jun­ges Mäd­chen, zwei Non­nen, und meh­re­re Gelehr­te oder auch Rats­her­ren. Außer­dem ist eine Flam­me auf einem Sockel aus­zu­ma­chen, an deren Scha­le ein Eiser­nes Kreuz zu sehen ist.

An der West­sei­te des Rat­hau­ses, am heu­te geschlos­se­nen Ein­gang am Heu­bruch, fin­det sich eine Bron­ze­fi­gur des aus Elber­feld stam­men­den und in Ber­lin arbei­ten­den Bild­hau­er Paul Wyn­and. Die Figur, die frü­her ver­gol­det war, sym­bo­li­siert die für Bar­men so wich­ti­ge Tex­til­in­dus­trie.


Die Figur der Tex­til­in­dus­trie mit ihrer Spin­del von Paul Wyn­and.

Paul Wyn­and ent­warf auch die Model­le der Put­ten aus Stein für den Innen­hof des Rat­hau­ses, die vom Düs­sel­dor­fer Bild­hau­er Theo­dor Haa­ke aus­ge­führt wur­den und nicht mehr exis­tie­ren. Paul Wyn­and schuf außer­dem die Bron­ze­so­ckel der bei­den Fah­nen­mas­ten auf dem Rat­haus­platz.1


Der figu­ren­rei­che Sockel.

Detail­an­sicht

Ende Mai 1999 muss­ten die 80 Jah­re alten Mas­ten wegen Rost­schä­den ent­fernt und durch rost­freie Nach­fol­ger ersetzt. Bei der Gele­gen­heit wur­den die Bron­ze­so­ckel mit ihren Figu­ren gerei­nigt und poliert. Die für 80.000 DM sanier­ten Mas­ten mit ihren Sockeln wur­den Ende Juni 2000 wie­der auf­ge­stellt.2


nsicht des Rat­hau­ses auf einer Post­kar­te, die 1932 ver­schickt wur­de. Die ursprüng­li­che Dach­form ist gut zu erken­nen. (Bild ergänzt am 7.November 2012)

Posi­ti­on der Kunst­wer­ke auf der Kar­te


Gedenktafel für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen des Postamts 2

Von die­sem Denk­mal exis­tiert kei­ne bekann­te Abbil­dung.

Am 1. Mai 1921 weih­te man im Post­amt 2 am Elber­fel­der Haupt­bahn­hof in einer Gedächt­nis­fei­er mit den Ange­hö­ri­gen und Kol­le­gen eine Gedenk­ta­fel für die im Ers­ten Welt­krieg gefal­le­nen Beam­ten und Ange­stell­ten ein. Die finan­zi­el­len Mit­tel brach­te das Per­so­nal des Post­amts selbst auf. Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de die Gedenk­ta­fel mit­samt dem Gebäu­de zer­stört.1
1936 wur­de auch in der Haupt­post an der Mori­an­stra­ße ein Krie­ger­denk­mal ein­ge­weiht.

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


 

Kriegerdenkmal für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen des Gymnasiums an der Kölner Straße

Die­se Zeich­nung aus der 1925 erschie­ne­nen Fest­schrift zeigt das 1921 errich­te­te Ehren­mal des Gym­na­si­ums an der Köl­ner Stra­ße. Ent­nom­men aus: Erin­ne­rungs­schrift an die Hun­dert­jahr­fei­er des Gym­na­si­ums mit Real­gym­na­si­um zu Elber­feld, Elber­feld 1924, S .67.

Am 20. März 1921 weih­te das “Gym­na­si­um mit Real­gym­na­si­um zu Elber­feld” im Erd­ge­schoss des Schul­ge­bäu­des an der Köl­ner Stra­ße 41/45 ihr Krie­ger­denk­mal für die gefal­le­nen Leh­rer und Schü­ler ein, die im Ers­ten Welt­krieg im Fel­de den Tod fan­den. In der Fest­schrift zum hun­dert­jäh­ri­gen Jubi­lä­um der staat­li­chen Aner­ken­nung vom 24. Febru­ar 1924 wird das Denk­mal so beschrie­ben:1

Das Denk­mal ist in grie­chi­schem Stil und wei­ßem Main­sand­stein errich­tet. Auf dem qua­dra­ti­schen, zwi­schen zwei Säu­len dori­scher Ord­nung lie­gen­den Mit­tel­feld ist ein Bron­ze­ta­fel ange­bracht, auf der die Namen sowie Geburts- und Todes­jahr der 169 Gefal­le­nen in erha­be­ner Schrift ver­ewigt sind. Ein mäch­ti­ger Stahl­helm in Bron­ze bil­det die Bekrö­nung der wür­dig und schlicht gehal­te­nen Anla­ge.“2


Auf der Zeich­nung in der Fest­schrift ist außer­dem noch eine Inschrift über der Bron­ze­ta­fel erkenn­bar, die von zwei run­den Tafeln mit den Jah­res­zah­len 1914 und 1918 ein­ge­rahmt wird:

Dul­ce et deco­rum est pro patria mori”

Süß und ehren­voll ist es, fürs Vater­land zu ster­ben”, lau­tet die Über­set­zung die­ses Ver­ses von Horaz. Über der Bron­ze­ta­fel ist auch noch ein Eiser­nes Kreuz aus­zu­ma­chen.


Das Gym­na­si­um an der Cöl­ner Stra­ße vor dem Jahr 1943. (Bild hin­zu­ge­fügt am 27.12.16)

Die Errich­tung des Denk­mals wur­de mit­hil­fe von Spen­den der Schu­le und Ver­ei­ni­gung  ehe­ma­li­ger Schü­ler rea­li­siert. Zur Ein­wei­hung sprach der Direk­tor Dr. Reich, so berich­tet die Fest­schrift, die in unse­ren moder­nen Ohren zynisch klin­gen­den Wor­te:3

Es gerei­che der Schu­le zur Ehre, daß sie in den Gefal­le­nen Men­schen her­an­bil­den durf­te, fähig zu leben und zu ster­ben für die höchs­ten sitt­li­chen Zie­le des Men­schen­ge­schlechts.“4

Jedes Jahr wur­de mit einer Gedächt­nis­fei­er, die von den obers­ten Klas­sen selbst­stän­dig durch­ge­führt wur­de, am Toten­sonn­tag den Gefal­le­nen gedacht.
Es ist unbe­kannt, wer das Denk­mal schuf. Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de es mit dem Schul­ge­bäu­de zer­stört.  (Bil­der und eine 3D-Ani­ma­ti­on des Gebäu­des fin­den sich auf der Home­page des Wil­helm-Dör­pfeld-Gym­na­si­ums.)

Das Gym­na­si­um, das sei­nen Ursprung auf eine Latein­klas­se der refor­mier­ten Gemein­de zurück­führ­te, die 1592 gegrün­det wor­den war, fusio­nier­te 1931 im eben­falls ver­ei­nig­ten Wup­per­tal mit dem Bar­mer Gym­na­si­um, das sich selbst auf die Bar­mer Amts­schu­le zurück­führ­te, zum „Bar­mer Gym­na­si­um zu Elber­feld“. 1936 wur­de die Schu­le auf den Namen des bekann­ten Wup­per­ta­ler Archäo­lo­gen Wil­helm Dör­pfeld getauft und trägt ihn bis heu­te. Das Schul­ge­län­de an der Köl­ner Stra­ße 41/45 trägt heu­te die Adres­se Johan­nis­berg 20.5(Abge­ru­fen am 17.10.2012)


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


 

Das Barmer Bismarck-Denkmal

Das Bis­marck-Denk­mal vor dem alten Bar­mer Rat­haus. Zwei der Säu­len des Ein­gangs sind heu­te noch in Wup­per­tal zu fin­den. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum 020/428 (Bild ergänzt am 8. Novem­ber 2012)

Am 1. April 1895 fei­er­te Fürst Otto von Bis­marck, ehe­ma­li­ger Reichs­kanz­ler und ehe­ma­li­ger preu­ßi­scher Minis­ter­prä­si­dent, sei­nen 80.Geburtstag. Anläss­lich die­ses Jubi­lä­ums erhielt er von der Stadt Bar­men die Ehren­bür­ger­wür­de und die Bür­ger­schaft sam­mel­te bei einer Jubel­fei­er in der Con­cordia Spen­den für ein Denk­mal zu sei­nen Ehren. 110 000 Mark kamen zusam­men. Hugo Lede­rer aus Ber­lin wur­de mit dem Denk­mal beauf­tragt, das am 18.Januar 1900 — dem Jah­res­tag der Kai­ser­pro­kla­ma­ti­on in Ver­sailles — vor dem alten Bar­mer Rat­haus ent­hüllt wur­de. Im Herbst 1921 wur­de das Denk­mal an sei­nen heu­ti­gen Platz auf dem Geschwis­ter-Scholl-Platz neben der “Ruh­mes­hal­le” (heu­te Haus der Jugend) ver­setzt, da das neue Bar­mer Rat­haus den alten Stand­ort bean­spruch­te.


Das alte Bar­mer Rat­haus (von dem zwei Säu­len des Altan noch vor­han­den sind) und das Bis­marck-Denk­mal.

Das Bis­marck-Denk­mal und das heu­te noch ste­hen­de Haus Con­cordia. (Bild ergänzt an 19. April 2014)


Das Denk­mal zeigt auf einem 3,50 m hohen Sockel aus schwe­di­schem Gra­nit Bis­marck in der Inter­rims­uni­form der Hal­ber­stät­ter Kür­as­sie­re, dem Regi­ment, dem Bis­marck ange­hör­te. In der lin­ken Hand hält er den Pal­lasch. Auf den Stu­fen des Sockels, zu Bis­marcks Füßen, sitzt die Muse der Geschich­te, Klio, “um mit eher­nem Grif­fel die Großt­ha­ten des gewal­ti­gen Reichs­schmie­des ins Buch der Geschich­te ein­zu­tra­gen…” (Köl­ner Zei­tung, Nr.50, 19.01.1900) Der Schrift­zug “Bis­marck” ziert die unters­te Stu­fe des Denk­mals.



An der Sei­te Kli­os lie­gen zu ihrer lin­ken Helm, Schwert und das Reich­sie­gel  auf der Tafel zu ihrer rech­ten Sei­te steht: “18.Januar 1871” als Hin­weis auf die Reichs­grün­dung.



Der Ein­wei­hungs­re­de durch den Vor­sit­zen­den des Denk­mal-Aus­schus­ses, Herrn Erbs­löh, folg­te ein Fest­mahl von 250 Bür­gern in der Bar­mer Stadt­hal­le. Nach vie­len Tisch­re­den folg­te ein Kon­zert und abends die Illu­mi­na­ti­on des Denk­mals.

Otto von Bis­marck starb am 30. Juli 1898.1

Bereits 1898 war in Elber­feld ein Bis­marck-Denk­mal ein­ge­weiht wor­den. 1907 errich­te­ten Bar­men und Elber­feld gemein­sam auf der Hardt einen Bis­marck­turm.


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Denkmäler für die Gefallenen des Kapp-Putsches (2): Barmen

Auch auf dem Bar­mer Ehren­fried­hof wur­de am 20.März 1921 ein Denk­mal für die Gefal­le­nen des Kapp-Put­sches ein­ge­weiht, zur sel­ben Stun­de und unter eben­falls gro­ßer Anteil­nah­me der Bevöl­ke­rung wie beim Elber­fel­der Kapp-Putsch-Denk­mal. Aller­dings wur­de das Denk­mal hier nicht direkt in die Anla­ge des Ehren­fried­hof inte­griert, son­dern sie liegt deut­lich abge­trennt von den Grab­stät­ten der Welt­kriegs­ge­fal­le­nen.
Grab­stät­te und Denk­mal für die Opfer das Kapp-Put­sches in Bar­men

Die Tafeln auf den Grab­stei­nen ver­zeich­nen sehr schlicht nur Name und Lebens­da­ten.
Das Denk­mal.

Das Denk­mal zeigt ein Reli­ef eines Säman­nes, der “das sieg­haft dahin­schrei­ten­de Pro­le­ta­ri­at” sym­bo­li­siert, wie der Fest­red­ner Sauer­brey der USPD ver­kün­de­te. Wäh­rend der star­ke, mus­ku­lä­re Mann den Samen aus­bringt, bricht die Son­ne aus den Wol­ken. Das heu­te an die­sem Stand­ort sicht­ba­re Denk­mal stammt von Fritz Kuhn­le und wur­de 1946 nach dem Vor­bild des von den Natio­nal­so­zia­lis­ten zer­stör­ten Ori­gi­nals von Paul Kuhn­le errich­tet. Das Denk­mal Paul Kuhn­les wur­de im Früh­som­mer 1980 auf dem Fries­dofs­ge­län­de wie­der­ge­fun­den und ist heu­te in auf­ge­fun­de­nen Zustand auf der “Ter­ras­se” unter­halb des Löwen auf dem Ehren­fried­hof auf­ge­stellt.

Die Inschrift des Denk­mals von 1946 lau­tet:

“Das Ban­ner muss ste­hen,
wenn der Mann auch fällt”
Die Inschrift des Denk­mals von 1921 lau­te­te:

Das Ban­ner bleibt ste­hen,
wenn der Mann auch fällt
März 1920“1

Die Inschrif­ten ori­en­tie­ren sich an Wor­ten des Lie­des “Tord Fole­son” des Nor­we­gers Per Sivi­le. (Lied­text aus dem Web) Ein wei­te­res Denk­mal errich­te­te man in Cro­nen­berg. 2003 wur­de am Osters­baum ein wei­te­res Denk­mal errich­tet.


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


 

Denkmäler für die Gefallenen des Kapp-Putsches (1): Elberfeld

Im März 1920, vor fast hun­dert Jah­ren, putsch­ten in Ber­lin meh­re­re rechts­ge­rich­te­te Natio­na­lis­ten und ehe­ma­li­ge Offi­zie­re um den Gene­ral­land­schafts­di­rek­tor Wolf­gang Kapp, den Reichs­wehr­ge­ne­ral Walt­her von Lütt­witz und die Mari­ne­bri­gar­de Ehr­hardt. Die Regie­rung der Wei­ma­rer Repu­blik floh erst nach Dres­den und dann nach Stutt­gart. Nach fünf Tagen brach der Auf­stand, der bür­ger­kriegs­ähn­li­che Zustän­de in die jun­ge Repu­blik gebracht hat­te, zusam­men.
Auch im Wup­per­tal wur­de gekämpft. Zen­trum der Kämp­fe waren die Stadt­gren­zen zwi­schen Elber­feld und Bar­men am Osters­baum, Neu­en­teich und Klau­sen. Um die 50 Tote wur­den — je nach Quel­le — gezählt. Ein Jahr spä­ter, am 20.März 1921, wur­den auf den Ehren­fried­hö­fen der Städ­te Bar­men und Elber­feld Denk­mä­ler ein­ge­weiht, am 18.März 1923 folg­te ein Denk­mal auf dem ev.ref.Friedhof in Cro­nen­berg.
In die­sem Bei­trag soll es zunächst um das Elber­fel­der Denk­mal gehen, die ande­ren wer­den in den nächs­ten Tagen fol­gen. Bei­de Denk­mä­ler wur­den -bezeich­nen­der­wei­se- auf den Ehren­fried­hö­fen errich­tet, vom Elber­fel­der Archi­tek­ten Hein­rich Mül­ler ent­wor­fen und man bestat­te­te eini­ge der Gefal­le­ne dort. Auf dem Elber­fel­der Ehren­fried­hof wur­de der unte­re Bereich der gro­ßen Lich­tung aus­ge­wählt. In einer Rei­he fin­den sich dort die 20 Grab­mä­ler, in der Mit­te steht als Denk­mal ein stei­ner­ner Sar­ko­phag.
Denk­mal und Grab­mä­ler des Kapp-Put­sches

Die Gestal­tung der Grab­mä­ler unter­schei­det sich deut­lich von denen der Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­kriegs, denen der Ehren­fried­hof gewid­met ist. Es sind ein­fa­che Stein­ta­feln, oben spitz zulau­fend, die Namen und Lebens­da­ten des Toten ver­zeich­nen.


Denk­mal und Grab­stein von Karl Dahl, im Hin­ter­grund Gedenk­stei­ne von Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­kriegs

Eine Bron­ze­ta­fel an der Vor­der­sei­te des Sar­ko­phags ver­zeich­net fol­gen­de Inschrift:

Doch fall ich unbe­siegt,
und mei­ne Waf­fen sind nicht gebro­chen
-nur mein Her­ze brach.”

Die Zei­len stam­men aus einem Gedicht von Hein­rich Hei­ne: “Enfant per­du”.
Blick auf den Elber­fel­der Ehren­fried­hof

Die Tafeln, Grab­stei­ne und Denk­mä­ler sind kei­ne Ori­gi­na­le. 1933 lie­ßen die Natio­nal­so­zia­lis­ten die Denk­mä­ler zer­stö­ren. 1946 wur­de die Grab­stei­ne erneu­ert, 1947 erneu­er­teJ Hugo Wes­sel­mann den Sar­ko­phag. 1981 wur­de die Bron­ze­ta­fel ver­misst, wann sie erneu­ert wur­de, ist unklar. Seit 2003 gibt es am Osters­baum ein wei­te­res Denk­mal. 1


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Ehrentafel für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Kameraden der Männerbereitschaft Barmen des Deutschen Roten Kreuzes

Am 14. August 1921 wur­de die Ehren­ta­fel  des “Sama­ri­ter-Ver­eins und Frei­wil­li­ger Sani­täts­ko­lon­ne des Roten Kreu­zes Bar­men” im Frie­dens­heim am Müh­len­weg ein­ge­weiht. Ob die Tafel hier ver­blieb oder im Ver­eins­heim in der Gast­stät­te “Zur Glo­cke” auf­ge­stellt wur­de, ist unklar. Ent­wor­fen und ver­mut­lich aus­ge­führt wur­de sie von Ernst Bor­n­e­mann, Leh­rer der Bar­mer Kunst­ge­wer­be­schu­le. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg fand sich das Bereit­schafts­heim in der Bach­stra­ße, heu­te hängt die Tafel in den Räu­men der Bereit­schaft in der Hum­boldt­stra­ße.

Die Ehren­ta­fel ist aus Kup­fer und auf einer Eichen­ta­fel ange­bracht.


Ehren­ta­fel der Bar­mer Män­ner­be­reit­schaft des DRK

Die Inschrift lau­tet:

Sama­ri­ter-Ver­ein
und
Freiw.Sanitätskolonne
vom Roten Kreuz
Bar­men
In dem
gro­ßen Welt­krie­ge
star­ben aus unse­rer Mit­te
[20 Namen]
den Hel­den­tod
für Hei­mat und Vater­land”


Am 12. Janu­ar 1897 wur­de der Sama­ri­ter­ver­ein vom Roten Kreuz Bar­men  gegrün­det, sein ers­ter Vor­sit­zen­der war der Kran­ken­haus-inspek­tor Wil­helm Faust. Ab 1901 gab man auch Aus­bil­dungs­kur­se für Damen, 1902 rich­te­te man im Bar­mer Stadt­ge­biet 13 Unfall­sta­tio­nen ein, die mit einer Tra­ge und einem Ver­bands­kas­ten aus­ge­rüs­tet wur­den. 1913 stell­te man in Ver­bin­dung mit dem Vater­län­di­schen Frau­en­ver­ein ein Ver­eins­la­za­rett in der Schu­le Süd­stra­ße (heu­te Ger­ma­nen­stra­ße) vor und führ­te eine Trans­port­übung vom Bahn­hof Heu­bruch zum Schu­le durch. Man trat außer­dem dem Rhei­nisch-West­fä­li­schen Sani­täts­ko­lon­nen-Ver­band bei und trug nun Uni­form. Den Namen änder­te man in “Sama­ri­ter­ver­ein und Sani­täts­ko­lon­ne vom Roten Kreuz Bar­men”. Im Ers­ten Welt­krieg betreu­ten 16 Kolon­nen­mit­glie­der und 35 Sama­ri­te­rin­nen ein Laza­rett des Roten Kreu­zes in der Schu­le Klee­stra­ße. 21 Kame­ra­den star­ben Lau­fe des Krie­ges, 12 als Sol­da­ten und 9 als Kran­ken­pfle­ger. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg Krieg nann­ten man sich um in “DRK-Män­ner­be­reit­schaft Wup­per­tal-Bar­men” und “DRK-Frau­en­be­reit­schaft Wup­per­tal-Bar­men”.1

Ich bedan­ke mich bei Kreis­be­reit­schafts­lei­ter Jür­gen Eck­hardt für die Gele­gen­heit, die Fotos anzu­fer­ti­gen und hier zu ver­öf­fent­li­chen,

1953 wur­de eine Ehren­ta­fel für die im Zwei­ten Welt­krieg gefal­le­nen Kame­ra­den ein­ge­weiht.


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Kriegerdenkmal des Realgymnasiums zu Barmen

Ehren­ta­fel des Real­gym­na­si­ums zu Bar­men

Am 15.Juni 1921 weih­te man im Bar­mer Real­gym­na­si­um an der Sedan­stra­ße eine stei­ner­ne Gedenk­ta­fel für die 152 Schü­ler und acht Leh­rer ein, die im Ers­ten Welt­krieg fie­len. Das Denk­mal wur­de von dem Bar­mer Archi­tek­ten C.J. Man­ger geschaf­fen, der sel­ber die­se Schu­le besuch­te.


Abbil­dung des Denk­mals aus der “Fest­schrift zur 100-Jahr­fei­er des Real­gym­na­si­ums, Sedan­stra­ße, 1823–1923”. Ent­nom­men aus RMK, S. 209

Das Denk­mal wur­de seit­dem ver­än­dert. Dort wo heu­te die Jah­res­zah­len 1914–1918 ste­hen, war frü­her fol­gen­de Inschrift ein­ge­mei­ßelt:

“Wir star­ben für Euch, dass Ihr könn­tet leben;
Was wir nicht gewan­nen, Ihr sollt es erstre­ben.”

Viel revi­sio­nis­ti­scher geht es nicht mehr.


Dar­un­ter folgt dann die noch erhal­te­ne Inschrift.

Unten links am Sockel fin­det sich die Signa­tur des Archi­tek­ten Mang­ner.

Unter­halb die­ser mitt­le­ren Kolon­ne, in der die Leh­rer ver­zeich­net sind, waren frü­her zwei Lan­zen zu sehen, die einen Stahl­helm flan­kie­ren, hin­ter dem zwei Waf­fen gekreuzt sind. An des­sen Stel­le befin­det sich heu­te, eine Bron­ze­ta­fel, die mit den Wor­ten

1939                       1945
Allen Opfern des Krie­ges
Leh­rern und Schü­lern
zum ehren­den Gedächt­nis”


Die Gedenk­ta­fel für die Opfer des Zwei­ten Welt­kriegs

den Opfern des Zwei­ten Welt­kriegs gedenkt. Sie wur­de am 19.November 1967 ein­ge­weiht und vom Bild­hau­er Eugen Bus­mann geschaf­fen. Gestif­tet hat­te sie die Ver­ei­ni­gung der Ehe­ma­li­gen.1

Anmer­kung: Die Bil­der des Arti­kels wur­den am 6. Novem­ber 2012 aus­ge­tauscht.


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


 

Ehrentafel des Staatlichen Realgymnasiums Elberfeld

Im Staat­li­chen Real­gym­na­si­um Elber­feld (heu­te Gym­na­si­um Bay­reu­ther Stra­ße) wur­de am 20.November 1921 (Toten­sonn­tag) mit einem Fest­akt die Ehren­ta­fel für die Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­kriegs ein­ge­weiht. Stu­di­en­di­rek­tor Ispert hielt die Gedenk­re­de. Die Eichen­ta­fel des Elber­fel­der Bild­hau­ers Edmund Nol­den trägt oben Fah­nen, an den Sei­ten sind Säu­len ange­deu­tet, am unte­ren Ende ist das Eiser­ne Kreuz zu sehen. Über den Säu­len ruht ein “Dach”, in dem fol­gen­de Inschrift steht:


Sei­nen 1914–18
für das Vater­land gefal­le­nen
Hel­den das Staatl. Real­gym­na­si­um Elber­feld”



Dar­un­ter sind die Namen von fünf Leh­rern und 44 Schü­lern ver­zeich­net. Unter dem Namen schließt die Tafel mit dem 5.Vers des Lie­des “Ich hab’ mich erge­ben mit Herz und mit Hand” von Hans Fer­di­nand Maß­mann. Der Vers passt in der heu­ti­gen Zeit über­haupt nicht mehr zu unse­rem Ver­ständ­nis von Vater­land, Kame­rad­schaft und Hel­den­tum, sodass sich die Schul­lei­tung 1985 genö­tigt sah, sich in einer Erklä­rung von der Ehren­ta­fel zu distan­zie­ren.1 Der Vers lau­tet:


Lass Kraft mich erwer­ben in Herz und in Hand
zu leben und zu ster­ben für’s heil’ge Vater­land”


Ich dan­ke dem Rek­tor des Gym­na­si­ums Bay­reu­ther Str., Herrn OStD Appen­zel­ler, für die Erlaub­nis das Foto zu ver­öf­fent­li­chen.