Jürgen-Kuczynski-Gedenktafel


Die Gedenk­ta­fel ist lei­der unglück­lich ange­bracht, sodass den Text nur gro­ße Men­schen lesen kön­nen.

Im Novem­ber 2017 wur­de in der Jae­ger­stra­ße im Zoo-Vier­tel eine Gedenk­ta­fel für Prof. Dr. Jür­gen Kuc­zyn­ski ein­ge­weiht, der im Haus Nr. 17 am 17. Sep­tem­ber 1904 gebo­ren wur­de. Er wur­de geehrt als Uni­ver­sal­ge­lehr­ter der deut­schen Gesell­schafts­wis­sen­schaf­ten und Wider­stands­kämp­fer gegen den Natio­nal­so­zia­lis­mus. Sei­ne Ehrung hat­te Ober­bür­ger­meis­ter Mucke vor­ge­schla­gen. Zur Ein­wei­hung reis­ten auch sein Kuc­zynskis Sohn und ande­re Ver­wand­te an. Der Vater Kuz­cynskis war in Wup­per­tal als Direk­tor des sta­tis­ti­schen Amtes der Stadt Elber­feld tätig, 1906 ver­zog die Fami­lie nach Schö­ne­feld. Die Gäs­te der Ein­wei­hung wur­de anschlie­ßend im His­to­ri­schen Zen­trum begrüßt.1
Die Inschrift lau­tet:


Prof. Dr. Kuc­zyn­ski
In die­sem Haus leb­te von 1904 bis 1906 der Begrün­der der moder­nen Bevöl­ke­rungs­sta­tis­tik, Robert Rene Kuc­zyn­ski, mit sei­ner Ehe­frau Ber­tha. Er war seit Febru­ar 1904 Direk­tor des Sta­tis­ti­schen Amtes der damals noch selbst­stän­di­gen Stadt Elber­feld.
Sein Sohn, Jür­gen Kuc­zyn­ski, wur­de in die­sem Haus am 17. Sep­tem­ber 1904 gebo­ren.
Als letz­ter Uni­ver­sal­ge­lehr­ter der deut­schen Gesell­schafts­wis­sen­schaf­ten erlang­te der Mar­xist deutsch-jüdi­scher Her­kunft, der „hoff­nungs­lo­se Opti­mist und lini­en­treue Dis­si­dent“, natio­na­le und inter­na­tio­na­le Bedeu­tung.
Unver­ges­sen bleibt sein Wider­stands­kampf gegen die natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Dik­ta­tur.“


Kuc­zyn­ski war nach sei­nem Stu­di­um der Phi­lo­so­phie, Sta­tis­tik und Polit­öko­no­mie seit 1930 Mit­glied der KPD. 1936 ging er auf­grund natio­nal­so­zia­lis­ti­scher Ver­fol­gung ins Exil nach Eng­land und wur­de als Sta­tis­ti­ker vom ame­ri­ka­ni­schen Geheim­dienst Office of Stra­te­gic Ser­vices rekru­tiert. Im Dienst der Ame­ri­ka­ner kehr­te er auch nach dem Zwei­ten Welt­krieg nach Deutsch­land zurück und ver­haf­te­te per­sön­lich den Chef der I.G. Far­ben. Anschlie­ßend wech­sel­te er in die sowje­ti­sche Zone und lei­te­te an der Ber­li­ner Uni­ver­si­tät das Insti­tut für Wirt­schafts­ge­schich­te. Nach sei­ner Eme­ri­tie­rung wur­de er als Kri­ti­ker der Ver­hält­nis­se in der DDR bekannt und pfleg­te gleich­zei­tig eine per­sön­lich Bezie­hung zu Erich Hon­ne­cker. Er ver­starb am 6. August 1997 in Ber­lin.2


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Martin-Gauger-Gedenktafel

Die Gedenk­ta­fel am Land­ge­richt.

Im Sep­tem­ber 2017 wur­de unmit­tel­bar neben der Schwe­be­bahn-Hal­te­stel­le Land­ge­richt an der Brü­cke über die Wup­per eine Gedenk­ta­fel für den Juris­ten und Pazi­fis­ten Mar­tin Gau­ger ein­ge­weiht und gleich­zei­tig die Brü­cke zur Gerichts­in­sel nach ihm benannt. Unter den 50 Anwe­sen­den waren Bezirks­bür­ger­meis­ter Jür­gen Viteni­us, Sieg­fried Miel­ke, Vize­prä­si­dent des Land­ge­richts und  zwei Nich­ten Gau­gers. Initi­iert wur­de die Gedenk­ta­fel vom “Ver­ein zur Erfor­schung der sozia­len Bewe­gung”.

Mar­tin Gau­ger ver­wei­ger­te in sei­nem Dienst bei der Staats­an­walt­schaft in Wup­per­tal 1934 den Treue­eid auf Dik­ta­tor Adolf Hit­ler, nach­dem sein Vater, der Pfar­rer Joseph Gau­ger, ver­haf­tet wor­den war. Gau­ger wur­de aus dem Staats­dienst ent­las­sen und sei­ne Dis­ser­ta­ti­on 1936 beschlag­nahmt. Gau­ger war einer der weni­gen Juris­ten, die Wider­stand gegen den Natio­nal­so­zia­lis­mus leis­te­ten. 1939 ver­wei­ger­te er den Wehr­dienst trotz der für die­sen Fall vor­ge­se­he­nen Todes­stra­fe. Der dro­hen­den Ent­haup­tung ver­such­te er durch Sui­zid zu ent­ge­hen, was aber nicht gelang. Ein Flucht­ver­such nach Eng­land schei­ter­te im Mai 1940 in den Nie­der­lan­den, wo er ver­wun­det und ver­haf­tet wur­de. Im Juni 1941 wur­de er ins KZ Buchen­wald gebracht und am 14. Juli 1941 in der Tötungs­an­stalt Pir­na-Son­nen­stein ermor­det.1


Die Gedenk­ta­fel.

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Gedenkstätte NS-Zwangsarbeiterkinder

Die Gedenk­stät­te am Ende des Fried­hofs.

Am 6. Okto­ber 2017 wur­de auf dem evan­ge­li­schen Fried­hof in Wich­ling­hau­sen an der Fried­hof­stra­ße ein Mahn­mal für die ver­stor­be­nen Kin­der von Zwangs­ar­bei­te­rin­nen ein­ge­weiht. Es besteht aus 26 Ste­len mit den Namen von Kin­dern.


Die Gedenk­stät­te besteht aus Ste­len, Namen und einer Gedenk­ta­fel.

Wie über­all in Deutsch­land wur­den auch in Wup­per­tal in der Zeit des Natio­nal­so­zia­lis­mus Zwangs­ar­bei­te­rin­nen und Zwangs­ar­bei­ter unter zum Teil furcht­ba­ren Lebens­be­din­gun­gen aus­ge­beu­tet. Mut­ter­schutz wur­de vor allem für die Zwangs­ar­bei­te­rin­nen aus Ost­eu­ro­pa nicht gewährt. In Wich­ling­hau­sen wur­den auf dem Fried­hof 26 Säug­lin­ge und Klein­kin­der bestat­tet und ihr Schick­sal nun in Erin­ne­rung geru­fen.


Zwei Opfer haben nicht mal einen Namen. Sie star­ben am Tag des Ein­mar­sches des Ame­ri­ka­ner in Wup­per­tal.

Der Ver­ein “Spu­ren­su­che NS Geschich­te in Wup­per­tal e.V.” hat es sich zur Auf­ga­be gemacht, an die­se Men­schen zu erin­nern und Kon­tak­te zu den noch leben­den ehe­ma­li­gen Zwangs­ar­bei­te­rin­nen und Zwangs­ar­bei­tern her­zu­stel­len. So war zur Ein­wei­hung des Mahn­mals durch Ober­bür­ger­meis­ter Mucke auch Lujs­ja Shaty­lo ein­ge­la­den, deren Bru­der mit 14 Mona­ten an den men­schen­un­wür­di­gen Lebens­be­din­gun­gen ver­stor­ben war. Durch einen ver­spä­te­ten Flug ver­pass­te sie die Ein­wei­hung, die durch Musik und Reden, sowie dem Ver­le­se­nen der Namen der ver­stor­be­nen Kin­der beglei­tet wur­de. Außer­dem wur­de im Okto­ber eine Aus­stel­lung in der Uni­bi­blio­thek gezeigt. 1
Der ent­schei­den­de Hin­weis auf die Grä­ber, die spä­ter vom Evan­ge­li­schen Fried­hofs­ver­band loka­li­siert wur­den, stamm­te von Cesa­re Bor­gia, der 2013 durch Wolf­gang Stocks Werk über “Wup­per­ta­ler Grä­ber: His­to­ri­scher Spa­zier­gang über alle Wup­per­ta­ler Fried­hö­fe” dar­auf auf­merk­sam wur­de. Dar­in wird die Bestat­tung von Kin­dern von Zwangs­ar­bei­te­rin­nen, die bei Metall­wa­ren­fa­brik Kolb GmbH in der Rathen­aus­tr. aus­ge­beu­tet wur­den, beschrie­ben.2


Die Gedenk­ta­fel.

Die Gedenk­ta­fel erklärt:

Hier ruhen 27 Kin­der aus­län­di­scher, über­wie­gend sowje­ti­scher Zwangs­ar­bei­te­rin­nen. Die­se Kin­der wur­den zwi­schen 1944 und 1945 hier beer­digt.
Auch Wup­per­ta­ler Fir­men beschäf­tig­ten wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs aus­län­di­sche Arbeits­kräf­te, zu einem gro­ßen Teil zwangs­wei­se depor­tiert. Sie wur­den in Lagern nahe den Unter­neh­men inter­niert. So arbei­te­ten z. B. im Novem­ber 1944 bei der Fir­ma Kolb & Co. in der Rathen­aus­trra­ße / W.-Wichlinghausen 272 Zwangs- und Fremd­ar­bei­ter, davon 196 Frau­en. Von den in Wup­per­tal gebo­re­nen Zwangs­ar­bei­ter­kin­dern star­ben etwa 175, vie­le davon in einer Säug­lings­ba­ra­cke in der Ger­ma­nen­str. Infor­ma­tio­nen über deren Schick­sa­le sind kaum doku­men­tiert, sicher ist aber: Den Müt­tern wur­de nach der Ent­bin­dung nur eine kur­ze Erho­lungs­zeit zuge­stan­den. Eine natür­li­che oder aus­rei­chen­de Ernäh­rung der Säug­ling war nicht mög­lich oder wur­de ihnen ver­wehrt. Dazu kamen man­geln­de Hygie­ne, schlech­te Unter­brin­gung und gene­rel­le Ver­nach­läs­si­gung. Eine extrem hohe Zahl starb schon im Säug­lings oder Klein­kind­al­ter. Als Todes­ur­sa­che wur­de oft­mals Ernäh­rungs­stö­rung, Darm­er­kran­kun­gen oder Lun­gen­krank­hei­ten genannt.
Im Lager oblag die Kin­der­be­treu­ung der deut­schen Mar­tha L. aus Bar­men: ihre Gehil­fin­nen waren die Rus­sin Kla­wa und Lida. Über­lie­fert ist der erschüt­tern­de Bericht der ukrai­ni­schen Mut­ter Tat­ja­na Bilyk (geb. Tito­wa), die 2004 wäh­rend eines Besuchs in Wup­per­tal die Gleich­gül­tig­keit der Betreue­rin­nen gegen­über den Kin­dern beschreibt. Sie schil­dert die men­schen­ver­ach­ten­den Umstän­de, unter denen ihr 14 Mona­te alter Sohn Vik­tor durch Ver­wahr­lo­sung ster­ben muss­te, ohne dass sie ihm hel­fen konn­te.”


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Familie-Paßquali-Gedenktafel

Im April 2017 wur­de am Zaun der Chris­ti­an-Mor­gen­stern-Schu­le in Unt­er­bar­men eine Gedenk­ta­fel für die Sin­ti-Fami­lie Paß­qua­li ein­ge­weiht. Die 10köpfige Schau­stel­ler-Fami­lie wur­de von den Natio­nal­so­zia­lis­ten 1940 in einem Haus an der Ober­ber­gi­schen Stra­ße zwangs­an­ge­sie­delt. Im Febru­ar 1940 und im März 1943 wur­den Fami­li­en­mit­glie­der in die Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Sach­sen­hau­sen und Ausch­witz depor­tiert und bis auf weni­ge Aus­nah­men, ermor­det. Das Wohn­haus wur­de im Zwei­ten Welt­krieg zer­stört. Nur vier Fami­li­en­mit­glie­der, die am Ende des Zwei­ten Welt­krie­ges von der Roten Armee und der US-ame­ri­ka­ni­schen Armee aus den Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern befreit wur­den, über­leb­ten den Geno­zid.


Die Gedenk­ta­fel zeigt Fotos der Ver­folg­ten des Natio­nal­so­zia­lis­mus und erklärt aus­führ­lich Leben und Ver­fol­gung der Fami­lie.

Der Ver­ein zur Erfor­schung der sozia­len Bewe­gung und die 12. Klas­se der Mor­gen­stern-Schu­le haben die Geschich­te, Leben und Ver­fol­gung der Fami­lie recher­chiert und die Gedenk­ta­fel gestif­tet. Zur Ein­wei­hung der Tafel mit einer Gedenk­fei­er in der alten Turn­hal­le kam auch Adria­no Paß­qua­li1, des­sen Vater das Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger über­leb­te, sich aber nie davon erhol­te. 220.000 bis 500.000 Sin­ti und Roma wur­den durch die natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Ver­fol­gung ermor­det.2

Aus­führ­li­che Infor­ma­tio­nen fin­den sich auf: http://www.gedenkbuch-wuppertal.de/de/sinti-und-roma-wuppertal


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Sussy-Dakaro-Gedenkstein

Am 24. Mai 2017 wur­de auf dem alten ev. Fried­hof in Sonn­born ein Gedenk­stein für die dort bestat­te­te Sus­sy Daka­ro errich­tet. Die Abori­gi­ne wur­de auf den Palm Islands im Nord­os­ten Aus­tra­li­ens gebo­ren und im Alter von 14 Jah­ren von Men­schen­händ­lern ver­schleppt. In soge­nann­ten Völ­ker­schau­en muss­te sie mit ande­ren Opfern des Kolo­nia­lis­mus in den USA und in Euro­pa für das dor­ti­ge Publi­kum eine „Neger­prin­zes­sin“ spie­len. Das Bild, das sie von der Kul­tur der Abori­gi­nes dar­stel­len muss­te, war frei erfun­den. Sol­che Völ­ker­schau­en waren damals beliebt. Beson­ders Robert Cun­ning­ham, der die Völ­ker­schau mit Sus­sy Daka­ro und ande­ren betrieb, beu­te­te sei­ne „Dar­stel­ler“ rück­sichts­los aus. Im Juni 1885 führ­te der Weg der Völ­ker­schau in den jun­gen Zoo im Wup­per­tal. Hier starb Sus­sy Daka­ro am 23. Juni 1885 im Alter von 17 Jah­ren an Tuber­ko­lo­se und wur­de auf dem Fried­hof bei­ge­setzt.1


Der Gedenk­stein für Sus­sy Daka­ro

Der Gedenk­stein geht auf eine Initia­ti­ve des Wup­per­ta­lers Cesa­re Laza­ros Bor­gia zurück, der das Schick­sal Sus­sy Daka­ros ent­deck­te und dar­auf auf­merk­sam mach­te. Der Jour­na­list Man­fred Gör­gens recher­chier­te und Det­lef West­phal vom Evan­ge­li­schen Fried­hofs­ver­band mach­te das Grab aus­fin­dig. Mit­hil­fe von Spen­den konn­te der Gedenk­stein errich­tet wer­den. Er ist mit zwei Abori­gi­ne-Sym­bo­len für „Frau“ und „Weg“ der Künst­le­rin Karo­la Krä­mer ver­ziert. Die Inschrift, ver­fasst von Man­fred Gör­gens, lau­tet:


1883 aus ihrer aus­tra­li­schen Hei­mat ver­schleppt, um die Schau­lust zu stil­len. Nach ent­wür­di­gen­der Rei­se durch ame­ri­ka­ni­sche und euro­päi­sche Zoos am 23. Juni 1885 im Alter von nur 17 Jah­ren in Sonn­born gestor­ben. Unter frem­den Namen im frem­den Land begra­ben. Unter die­sen Eiben ruht “Sus­sy Daka­ro”.”


Bei der Ein­wei­hung wur­den ver­schie­de­ne Lie­der der Abori­gi­nes vom Inter­na­tio­na­len Else Chor vor­ge­tra­gen und Mar­vin Dill­mann spiel­te auf einem Did­ge­ri­doo. Nicht nur die Erin­ne­rung an das Schick­sal Sus­sys sol­le der Gedenk­stein leis­ten, son­dern auch, zusam­men mit der Ein­wei­hungs­fei­er, durch mit­füh­len­des Geden­ken der Ver­schlepp­ten „zumin­dest einen Teil der Men­schen­wür­de“ zurück­ge­ben, erklär­te Bezirks­bür­ger­meis­te­rin Inge­lo­re Ockel.2


Die Zei­chen ste­hen für Frau und Weg.

Der Wup­per­ta­ler Gedenk­stein sorg­te auch für Bericht­erstat­tung in der aus­tra­li­schen Pres­se, nach­dem sich Bor­gia an Jacob Cas­sa­dy, den Lei­ter des Mun­gal­la Sta­ti­on Muse­ums gewandt hat­te. Dar­über kam auch ein Kon­takt zu den Nach­fah­ren Daka­ros zustan­de, die nun über­le­gen, die sterb­li­chen Über­res­te der Abori­gi­ne zu repa­tri­ie­ren und gemäß der Riten der Abori­gi­nes zu bestat­ten.3 Ihr Ehe­mann Tam­bo, der in den USA starb, wur­de bereits 1993 repa­tri­iert. Jacob Cas­sidy bezeich­ne­te den Gedenk­stein in Wup­per­tal als „a won­der­ful ges­tu­re“, eine wun­der­vol­le Ges­te. Man kön­ne die Ver­gan­gen­heit nicht ändern, aber die Zukunft, in dem man über die Schick­sa­le der Kolo­ni­al­po­li­tik infor­mie­re und auf­klä­re. 4


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


 

 

Das Drei-Kaiser-Denkmal und die Freiheitseiche

Am 9. Novem­ber 1814 wur­de auf dem Elber­fel­der Neu­markt eine Eiche gepflanzt, die dar­an erin­nern soll­te, dass genau ein Jahr zuvor die Stadt von der napo­leo­ni­schen Herr­schaft befreit wor­den war. Dem vor­aus­ge­gan­gen war ein Auf­ruf “zahl­rei­cher ächt deutsch gesinn­ter Män­ner” im Nie­der­rhei­ni­schen Anzei­ger (Nr. 37 vom 2.November 1814), einer Bei­la­ge der Pro­vin­zi­al-Zei­tung Elber­feld. In dem Auf­ruf wur­den die stol­zen Gefüh­le der wie­der­ge­won­nen deut­schen Frei­heit beschwo­ren. Die auf­ru­fen­den Män­ner konn­ten “unmög­lich umhin, den Wunsch, der in ihrer See­le ruht, laut aus­zu­spre­chen, daß man doch auch hier zum ewi­gen Andenken der ret­ten­den Schlacht bei Leip­zig ein Denk­mal stif­ten möch­te[…]”. Die­ses Denk­mal soll­te um die zu pflan­zen­de Eiche ent­ste­hen, wes­we­gen das Denk­mal auch den Namen “Frei­heits­ei­che” trägt. Auf vier Qua­der­stei­nen soll­ten die drei ver­bün­de­ten Mäch­te geehrt und der Grund der Errich­tung erklärt wer­den. Der Ober­bür­ger­meis­ter Brü­ning stimm­te in der nächs­ten Aus­ga­be am Fol­ge­tag der Errich­tung zu und reg­te an, dem Denk­mal eine “Fon­tai­ne” hin­zu­zu­fü­gen, da für kla­res, hel­les Was­ser auf dem Markt­platz ein drin­gen­des Bedürf­nis bestand. Schließ­lich über­leg­te man einen Tag spä­ter sogar, hei­len­des Mine­ral­was­ser zuzu­füh­ren und so “sie­chen Kör­pern” Gene­sung zu ver­schaf­fen. Doch zunächst wur­de die Eiche gepflanzt.


Das Drei-Kai­ser-Denk­mal auf dem Neu­markt, vor dem 21.6.1894, an dem der Düs­sel­dor­fer Hof (das Haus an der rech­ten Sei­te hin­ter dem der Schorn­stein zu sehen ist) abge­ris­sen wur­de. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/7/2

Am 3.Januar 1815 grün­de­ten dann 46 Män­ner mit “ächt deut­scher Gesin­nung” die Eichen­ge­sell­schaft und began­nen mit der Pla­nung des Denk­mals. Am 29.August 1817 konn­te der Grund­stein gelegt wer­den, am 26.September erklär­te der König sei­ne Zustim­mung zu dem Denk­mal und am 9.November 1817 fand die Ein­wei­hung statt.


Post­kar­te mit der Ansicht des Neu­markts vor 1894. Links vom Mit­tel­punkt des Bil­des die Frie­dens­ei­che und ihre Ein­he­gung. (Bild ergänzt am 9. Juli 2018)

Post­kar­te mit der Ansicht des Neu­markts aus einer ande­ren Per­spek­ti­ve vor 1894. Im Zen­trum die Frie­dens­ei­che. (Bild ergänzt am 9. Juli 2018)

Im Jahr 1894 wur­de der Neu­markt umge­stal­tet und das Denk­mal muss­te an einen neu­en Stand­ort ver­setzt wer­den. Man ent­schied sich für die Alte Hardt. Am 9.November 1894 rief der “Hülfs-Ver­ein für gedien­te Wehr­män­ner” zur Teil­nah­me an einer neu­en Pflan­zung einer Eiche am sel­ben Tag um 10:30 Uhr auf.


Das Drei-Kai­ser-Denk­mal um 1910 auf der Hardt. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 2.11.2

Der genaue Stand­ort ist ein wenig schwer zu bestim­men, da die Hardt ja auch mehr­fach umge­baut und ver­än­dert wur­de. Auf jeden Fall erkennt man im Hin­ter­grund der Post­kar­te die Kirch­tür­me von Sankt Mari­en. Ruth Mey­er-Kahr­weg loka­li­siert das Denk­mal ober­halb des Suid­bert-Denk­mals, wel­ches wie­der­um auf dem heu­ti­gen Spiel­platz­be­reich der Alten Hardt stand.


Die Inschrif­ten der Säu­len lau­ten:
“Franz
dem I.
Kai­ser
von
Oes­ter­reich”
“Alex­an­der
dem I.
Kai­ser
aller
Reus­sen.”

Fried­rich
Wil­helm
dem III.
König
von Preus­sen.”

 “Zum Andenken
des IX.Novembers
MCCCXIII
des Ein­zugs­ta­ges
der ers­ten
ver­bün­de­ten
Trup­pen
Errich­tet
von der
Eichen
Gesell­schaft

Nach­dem das Denk­mal an sei­nem neu­en Stand­ort auf­ge­stellt wur­de, ergänz­te man, ohne dass sich heu­te ein Datum ermit­teln lie­ße, eine Tafel, wie auf dem fol­gen­den Foto zu erken­nen ist. Die Tafel exis­tiert nicht mehr.


Das Drei-Kai­ser-Denk­mal auf der Hardt Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/9/15

Die Inschrift lau­te­te:

Errich­tet
auf dem Neu­markt
A.D.1817
————
Über­ge­führt
nach der Hardt
im Novem­ber
1894”

Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de die Eiche beschä­digt und muss­te ent­fernt wer­den, der Rest blieb zunächst erhal­ten, bis man das Denk­mal (in den 50er Jah­ren 1) wegen der Erwei­te­rung des Spiel­plat­zes demon­tier­te und auf dem Lager­platz auf der Hardt depo­nier­te.2


Das Drei-Kai­ser-Denk­mal 2011.
Am 13.Januar 1990 erin­ner­te Ulla Dah­men-Ober­bos­sel in der West­deut­sche Zei­tung an das Denk­mal und beklag­te, dass es auf der Hardt ver­gam­me­le. Ein bereits zwei­ein­halb Jah­re zuvor durch die WZ ange­reg­te Auf­stel­lung im Hof des His­to­ri­schen Zen­trums wur­de aus Platz­grün­den vom Gar­ten­amt abge­lehnt.3 Erst fünf Jah­re spä­ter konn­te die WZ einen neu­en Sach­stand ver­mel­den: am 4.März 1995 pflanz­te Minis­ter­prä­si­dent Johan­nes Rau einen neu­en Baum, der eben­so wie das Fun­da­ment des Denk­mals vom Bezirks­ver­band Gar­ten- u. Land­schafts­bau Ber­gisch Land gestif­tet wor­den war. Als Stand­ort bot das Gar­ten- und Forst­amt die ehe­ma­li­ge Kut­schen­auf­fahrt des Ber­gi­schen Hau­ses an. Minis­ter­prä­si­dent Rau bezeich­ne­te die Pflan­zung als “gute Tra­di­ti­on” und Bäu­me als “Sinn­bild des Lebens”. Das Pflan­zen von Bäu­men habe er in Isra­el gelernt, gleich­wohl war er froh, dass er ange­sichts der Grö­ße des Bau­mes die Pflan­zung nur sym­bo­lisch vor­neh­men muss­te. Die Ober­bür­ger­meis­te­rin Ursu­la Kraus freu­te sich über einen neu­en Anzie­hungs­punkt auf der Hardt, aller­dings fehl­ten noch 50.000 DM zur Sanie­rung der Säu­len.4 War­um die WZ in ihren Arti­keln 1995 den Baum hart­nä­ckig als Frie­dens­ei­che bezeich­net, ist unklar, die Moti­va­ti­on war 1814 ein­deu­tig ein Sym­bol der Frei­heit zu schaf­fen.
Wei­te­re vier Jah­re spä­ter konn­te die WZ end­lich die Ret­tung des Denk­mals berich­ten. Die Fir­ma Vor­werk & Co. schenk­te der Stadt zum 70jährigen Stadt­ju­bi­lä­um am 1.August 1999 die Restau­rie­rung der Säu­len in Höhe von 50.000 DM.5 Zunächst muss­te jedoch ein Rück­schlag ver­kraf­tet wer­den, Unbe­kann­te hat­ten im Früh­jahr 2000 die von Johan­nes Rau gepflanz­te Eiche zer­stört. Der Bezirks­ver­ein Gar­ten- u. Land­schafts­bau Ber­gisch Land stif­te­te erneut eine Eiche für das Denk­mal. Am 9.November 2000 — ent­spre­chend der his­to­ri­schen Tra­di­ti­on — wur­de das restau­rier­te Denk­mal vom Ober­bür­ger­meis­ter Hans Kre­men­dahl in Anwe­sen­heit des Stif­ters Dr.Jörg Mit­tels­ten Scheid (der per­sön­lich haf­ten­de Gesell­schaf­ter der Fir­ma Vor­werk & Co.) sei­ner Bestim­mung über­ge­ben.6 Am 15.November 2001 muss­te die WZ erneut ver­kün­den, dass die Eiche ersetzt wer­den muss­te, da man sie gefällt hat­te.7

Zur Neu­errich­tung wur­de auch eine neue Tafel ange­fer­tigt, die am Rand des klei­nen Plat­zes über das Denk­mal und sei­ne Geschich­te auf­klärt:


Die neue Tafel unweit des Denk­mals.

Die Inschrift lau­tet:

 “Drei-Kai­ser-Denk­mal
Die Frei­heits­ei­che
Denk­mal der Eichen­ge­sell­schaf­tAm 9.November 1814 Jah­res­tag der Befrei­ung Elber­felds von der napo­leo­ni­schen Herr­schaft auf dem Neu­markt in Elber­feld gepflanzt. Am 9.November 1817 mit einem stei­ner­nen Denk­mal umge­ben.
1894 zur Hardt über­führt
1943, im 2.Weltkrieg, stark zer­stört
Am 4.März 1995 vom Bezirks­ver­band Gar­ten- und Land­schafts­bau Ber­gisch Land unter der Schirm­herr­schaft  des Minis­ter­prä­si­den­ten von Nord­rhein-West­fa­len, Johan­nes Rau, als neu­er Baum gepflanzt.
Rekon­struk­ti­on des Denk­mals unter Ver­wen­dung der his­to­ri­schen Stein­frag­men­te mit einer gross­zü­gi­gen Spen­de der Fami­lie Mit­tels­ten Scheid anläss­lich des 70.Jahrestages der Grün­dung der Stadt Wup­per­tal im Jahr 1999 und Wie­der­eröff­nung des Denk­mals am 9.November 2000.”
[Es fol­gen die Inschrif­ten der vier Säu­len.]
Im Dezem­ber 2011 wur­de bekannt, dass rus­si­sche Poli­ti­ker der Stadt ange­bo­ten haben, die Instand­set­zung des gesam­ten Denk­mals zu finan­zie­ren.8 Urhe­ber des Vor­schlags war das Wup­per­ta­ler Deutsch-Rus­si­sche Kul­tur­zen­trum “Applaus”.9  Laut Radio Wup­per­tal zwei­felt die Stadt aber am Wil­len, die Sanie­rung ent­spre­chend dem deut­schen Denk­mal­schutz-Richt­li­ni­en durch­zu­füh­ren.10 Ende Dezem­ber erklär­te die Ver­wal­tung zum Vor­ha­ben des rus­si­schen Par­la­ments­ab­ge­ord­ne­ten Gen­adj Kli­mow, dass kei­ne denk­mal­schutz­recht­li­chen Beden­ken vor­lä­gen. Aller­dings mahn­te man eine gründ­lich über­leg­te poli­ti­sche Ent­schei­dung an, schließ­lich besitzt eine Instand­set­zung die­ses Denk­mals, das drei auto­ri­tä­re Herr­scher ehrt, erheb­li­chen Sym­bol­cha­rak­ter — eben­so wie die Ableh­nung die­ses Vor­schlags.11 Ergän­zung vom 29.November 2012:
Am 21. Mai 2012 stell­te die Kom­mis­si­on der Kul­tur des Erin­nerns fest:

Dr. Ill­ner erläu­tert die his­to­ri­sche Aus­gangs­si­tua­ti­on des Drei-Kai­ser-Denk­mals. Wie ande­re Denk­mä­ler sei auch das Drei-Kai­ser-Denk­mal auf der Hardt als Hin­weis auf die Macht des rus­si­schen Zaren zu ver­ste­hen. Aus sei­ner Sicht ist es frag­lich, das Denk­mal in sei­nen ursprüng­li­chen Zustand zurück­zu­ver­set­zen. Auf­grund einer Restau­rie­rung des Denk­mals vor acht Jah­ren mit Unter­stüt­zung von Dr. Mit­tels­ten Scheid befin­det es sich in einem gepfleg­ten Zustand. Eine Hin­weis­ta­fel zur Bedeu­tung des Denk­mals ist vor­han­den.
Die Kom­mis­si­on ist sich einig, dem Anlie­gen der Initia­to­ren nicht zu ent­spre­chen.”
12


Im Juni 2012 fand auf Ein­la­dung des Sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Kul­tur­fo­rums im Deutsch-Rus­si­schen Kul­tur­zen­trums “Applaus” eine Podi­ums­dis­kus­si­on zur Fra­ge der Restau­rie­rung des Denk­mals statt. Teil­neh­mer waren der Lei­ter des His­to­ri­schen Zen­trums, Dr. Ill­ner, der Wup­per­ta­ler His­to­ri­ker Micha­el Oko­ry, Lud­mil­la Guti­na, die Geschäfts­füh­re­rin von “Applaus”, Jew­ge­nij Schma­gin, Gene­ral­kon­sul der Rus­si­schen Föde­ra­ti­on in Bonn und der SPD-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Rein­hard Grätz. Wäh­rend Schma­gin und Guti­na die rus­si­sche Initia­ti­ve als Bei­trag zur deutsch-rus­si­schen Völ­ker­ver­stän­di­gung  und eine Erin­ne­rung an deutsch-rus­si­sche Gemein­sam­keit (der Kampf gegen Napo­le­on) ver­stan­den wis­sen woll­ten, lehn­ten die His­to­ri­ker Okroy und Ill­ner die Ein­mi­schung Russ­lands in eine Denk­mal der Elber­fel­der Bür­ger­schaft ab. Außer­dem ver­deut­li­che der jet­zi­ge Zustand die wech­sel­vol­le Geschich­te des Denk­mals und der Stadt und eben­so die Geschich­te der deutsch-rus­si­schen Bezie­hun­gen.13
Im Juli 2012 beton­te Lud­mil­la Guti­na noch ein­mal den Wil­len, das Denk­mal mit Hil­fe von Spen­den, unter ande­rem aus Russ­land, zu restau­rie­ren, da es ein­zig­ar­tig in Euro­pa sei. Im Vor­der­grund ste­he das Geden­ken an die Befrei­ung Elber­felds von den Fran­zo­sen und nicht das Geden­ken an die Mon­ar­chen. Die Moti­va­ti­on der rus­si­schen Initia­ti­ve, die das Kul­tur­zen­trum ver­trat, sei die Erin­ne­rung an die Rus­si­sche Geschich­te.14
Im Novem­ber 2012 star­te­ten dann 15 Wup­per­ta­ler Bür­ger einen neu­en Auf­ruf zur Restau­rie­rung des Denk­mals, unter ihnen die His­to­ri­ker Klaus Goe­bel, Ruth Mey­er-Kahr­weg und der ehe­ma­li­ge Kul­tur­de­zer­nent Heinz Theo­dor Jüch­ter. Idea­ler­wei­se soll­te die Restau­rie­rung des Bür­ger­denk­mals von den Wup­per­ta­ler Bür­gern auch finan­ziert wer­den.15
Am 28. Novem­ber 2012 beschloss über­ra­schen­der Wei­se der Kul­tur­aus­schuss der Stadt auf einen am sel­ben Tag ein­ge­reich­ten Antrag der CDU und der SPD, dass die Ver­wal­tung das Denk­mal restau­rie­ren soll­te und die Finan­zie­rung dafür ver­trag­lich mit der Rus­si­schen Föde­ra­ti­on geklärt wer­den soll­te. Begrün­det wur­de der Antrag damit, dass die Hardt-Anla­ge als Gar­ten­denk­mal ins Euro­päi­sche Gar­ten­netz­werk auf­ge­nom­men wur­de und dabei auch das Denk­mal als eines der ältes­ten in Deutsch­land eine Rol­le gespielt habe. Die­se Sach­ver­hal­te sei­en der Kom­mis­si­on für die Kul­tur des Erin­nerns bei ihrer gegen­tei­li­gen Ent­schei­dung nicht bekannt gewe­sen.16
Im Okto­ber 2013 berich­te­te die West­deut­sche Zei­tung, dass Gaz­prom Ger­ma­nia 70.000 € für die Restau­rie­rung des Denk­mals zur Ver­fü­gung stel­le. Den Kon­takt her­ge­stellt habe der Duma-Abge­ord­ne­te Vla­di­mir Sche­mya­kin. Obwohl damit augen­schein­lich die 71.000 € teu­re Sanie­rung des Denk­mals bis zum 200. jäh­ri­gen Jubi­lä­um des Denk­mals am 9. Novem­ber 2014 erfol­gen könn­te, sah Lud­mil­la Guti­na eine Finan­zie­rungs­lü­cke, da man die “dile­t­an­ti­sche” Teil­re­stau­rie­rung aus dem Jahr 2000 kor­ri­gie­ren müs­se, um eine ori­gi­nal­ge­treue Wie­der­her­stel­lung zu errei­chen.17

Ergän­zung vom 15. Novem­ber 2014
Die für den 9. Novem­ber 2014 geplan­te Ein­wei­hung wur­de auf­grund eines Beschlus­ses des Ältes­ten­ra­tes des Stadt­ra­tes ver­scho­ben. Grund hier­für war die Ankün­di­gung des rus­si­schen Bot­schaf­ters aus Ber­lin anrei­sen zu wol­len, was vor dem Hin­ter­grund des wei­ter schwe­len­den, undurch­sich­ti­gen Ukrai­ne-Kon­flikts für pro­ble­ma­tisch gehal­ten wur­de. “Es sah so aus, als ob das eine groß­rus­si­sche Ver­an­stal­tung wer­den könn­te”, sagt Kul­tur­de­zer­nent Mat­thi­as Nocke der Süd­deut­schen Zei­tung.18 “Ich wün­sche mir, dass Russ­land zu einer inne­ren Sou­ve­rä­ni­tät zurück­fin­det, die es ihm gestat­tet, die äuße­re Sou­ve­rä­ni­tät und ter­ri­to­ria­le Inte­gri­tät sei­ner Nach­barn zu ach­ten”, äußer­te Nocke gegen­über der WZ. Andern­falls gibt es dem­nach kei­ne Ein­wei­hungs­fei­er mit dem rus­si­schen Bot­schaf­ter.19 Die­ser beschwer­te sich dar­auf­hin bei der nord­rhein-west­fä­li­schen Lan­des­re­gie­rung, die die­sen Brief nach Rück­spra­che mit der Stadt­ver­wal­tung beant­wor­te­te. Die Ent­hül­lung erfolg­te nun am 9.11 infor­mell, die Arbei­ten sind abge­schlos­sen. Eine Ein­wei­hung wird es erst 2015 geben — wenn über­haupt.20

Ergän­zung vom 16. Febru­ar 2015
So sieht das reno­vier­te Denk­mal aus.


Win­ter auf der Hardt
Blick von der ande­ren Sei­te.
Inschrift für Alex­an­der I.

Ergän­zung vom 3. Janu­ar 2017:
Am 18. Novem­ber 2017 wur­de eine Infor­ma­ti­ons­ste­le gegen­über dem Denk­mal ein­ge­weiht. Sie erklärt die Geschich­te des Denk­mals und sei­ner Restau­rie­rung. Finan­ziert wur­de sie von der Spar­kas­se. Damit wur­de der Streit um das Denk­mal in Anwe­sen­heit des rus­si­schen Gene­ral­kon­suls und in Abwe­sen­heit des Ver­eins Applaus e.V. abge­schlos­sen. “Erin­nern ist gar nicht so ein­fach”, erklärt Ste­fan Seitz von der Wup­per­ta­ler Rund­schau.21


Reno­vier­tes, besprüh­tes Denk­mal mit Ergän­zungs­ta­fel aus dem Jahr 2000 (li.) und 2017 (re.)

Die Ste­le, mit QR-Code für mehr­spra­chi­ge Über­set­zung.

Das Diemel-Denkmal auf der Hardt

Es ist eines des ältes­ten Denk­mä­ler Wup­per­tals und es liegt ver­steckt auf der Hardt, am stei­len Fuß­weg, der vom Spiel­platz­haus an der Wald­büh­ne hin­auf zum Gärt­ner­haus führt. Der genaue Zeit­punkt der Ein­wei­hung ist nicht bekannt, es gibt zwei sich wider­spre­chen­de Quel­len, die ein­mal vom 31. März 1824 und vom 30. April 1824 spre­chen. Klar ist jedoch, wer mit die­sem Denk­mal geehrt wer­den soll­te: Dr. Johann Ste­phan Anton Die­mel, Wund­arzt in der Schö­nen Gas­se in Elber­feld (zwi­schen Alte Frei­heit und Platz am Kolk). In sei­ner Funk­ti­on als Arzt drang er dar­auf, dass für die städ­ti­sche Bevöl­ke­rung, die in Elber­feld immer dich­ter bei­sam­men wohn­te, ein Aus­gleich geschaf­fen wur­de und setz­te sich für Auf­fors­tung am Hardtberg ein, wo bis­her nur ein Stein­bruch lag. In der Fol­ge setz­te er sich für die Anle­gung der Hardtan­la­gen ein, mit deren Pla­nung man 1810 begann.


Die­mel-Denk­mal auf der Hardt (vor 2017)

Am 31. März 1821 ver­starb Dr. Die­mel und Elber­fel­der Bür­ger um den Ober­bür­ger­meis­ter Brü­ning ent­schlos­sen sich ihm ein Denk­mal zu set­zen. Man beauf­trag­te den Bild­hau­er Peter Joseph Imhoff mit der Aus­füh­rung des Denk­mals, des­sen Ent­wurf am 19. März 1922 vor den Mit­glie­dern der Denk­mals-Depu­ta­ti­on bestand. Sie beauf­trag­ten den Ober­bür­ger­meis­ter das Denk­mal in Auf­trag zu geben, wenn er sich mit dem Künst­ler auf 800 Reichstha­ler eini­gen kön­ne, Imhoff hat­te 1.000 Reichstha­ler gefor­dert. Die end­gül­ti­ge Sum­me, die nicht über­lie­fert ist, wur­de durch Spen­den auf­ge­bracht.


Der Kopf des Engels (vor 2017)

Das Denk­mal aus Sand­stein zeigt einen Engel Geni­us, der gelas­sen an einem Grab­stein lehnt, und mit der lin­ken Hand einen Äsku­lap­stab, das Sym­bol der Medi­zin, umfasst. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg wur­de das Denk­mal weni­ge Meter nach Osten gesetzt, als man die Anla­gen umge­stal­te­te. 1974 muss­te die Hand erneu­ert wer­den, nach­dem man sie zer­stört hat­te, dabei wur­de auch die Inschrift auf­ge­frischt. Heu­te ist das Denk­mal in kei­nem guten Zustand, die Inschrift ist  mehr­fach beschmiert wor­den, der Kopf des Engels weist Beschä­di­gun­gen auf.


Die Inschrift (vor 2017)

Die Inschrift lau­tet:

Unse­rem
gemein­nüt­zi­gem
Mit­bür­ger
dem Dr. J.S.A
Die­mel
Stif­ter die­ser
Anpflan­zun­gen”


Inschrift an der Sei­te. 

An der Sei­te des Gedenk­steins fin­det sich die Behaup­tung, dass das Denk­mal 1823 errich­tet wur­de, was even­tu­ell den Zeit­punkt sei­ner Fer­tig­stel­lung in der Köl­ner Werk­statt des Bild­hau­ers meint. Die Ent­hül­lung fand spä­ter statt (s.o.) Unab­hän­gig davon ist das Die­mel-Denk­mal eines des ältes­ten noch erhal­te­nen Bür­ger-Denk­mal des Rhein­lands aus dem 19.Jahrhundert. 1


Das restau­rier­te Denk­mal im Som­mer 2017

Ergän­zung vom 3. Janu­ar 2018:
Im Juni 2017 wur­de das Denk­mal an sei­nen ursprüng­li­chen Stand­ort ver­setzt und restau­riert erneut ein­ge­weiht. Die Kos­ten in Höhe von 40.000 € haben die Lions- und Rota­ri­er Clubs Wup­per­tals, der För­der­ver­ein His­to­ri­sche Park­an­la­gen Wup­per­tal und der Ver­ein der Freun­de und För­de­rer des Bota­ni­schen Gar­tens Wup­per­tal sowie die Bezirks­ver­tre­tung Elber­feld seit 2014 gesam­melt. 2 Bei der Restau­rie­rung wur­den auch Feh­ler der Restau­rie­rung 1974 kor­ri­giert, so erhielt die Hand des Geni­us den Lor­beer­kranz zurück. Mitt­ler­wei­le ist das Die­mel-Denk­mal nicht nur der Erin­ne­rung an eine Per­son des 19. Jahr­hun­derts, son­dern viel­mehr der Kunst des 19. Jahr­hun­derts. Das klas­si­zis­ti­sche Denk­mal ori­en­tiert sich an anti­ken For­men und Figu­ren. Der Geni­us  der Stadt Elber­feld hält den Lor­beer­kranz in der einen Hand und das Sym­bol der Ärz­te, den Äsku­lap­stab. Das Die­mel-Denk­mal gehört zu den frü­hes­ten von Bür­gern — nicht Ade­li­gen — gestif­te­ten Erin­ne­rungs­zei­chen des 19. Jahr­hun­derts.3


Der Äsku­lap-Stab.

Der Genuis mit Lor­beer­kranz in der Hand.

Die restau­rier­te und unbe­schmier­te Inschrift

Auch die Umzäu­nung wur­de rekon­stru­iert.

Kriegerdenkmal im Ehrenhain Vohwinkel

Das Ehren­mal auf einer Foto­gra­fie vor 1943. Bild ent­nom­men aus: RMK, S. 269. Dor­ti­ge Quel­len­an­ga­be: Samm­lung Stadt­ar­chiv Wup­per­tal.

Am 7. Juli 1929, ein Sonn­tag im letz­ten Monat der Selbst­stän­dig­keit Voh­win­kels, weih­te Bür­ger­meis­ter Dr. Land­wehr das Voh­wink­ler Krie­ger­denk­mal für die Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­kriegs ein. 345 von 3000 Voh­wink­ler Sol­da­ten hat­ten ihr Leben im Fel­de gelas­sen. Ent­wor­fen hat­te die Anla­ge Prof. Hans Fischer aus Bar­men. Auf einer halb­run­den Ter­ras­se, zu der sechs Stu­fen hin­auf führ­ten, stand im Schei­tel auf einem Pos­ta­ment mit einer unbe­kann­ten Inschrift ein dunk­les Holz­kreuz. Davon aus­ge­hend waren acht fla­che Stein­so­ckel auf dem Boden im Halb­rund ange­ord­net, die Bron­ze­ta­feln mit den Namen der Gefal­len tru­gen.


Das Denk­mal um 1929. Bild ent­nom­men aus: Zieg­ler, Geschich­te der Stadt Voh­win­kel, 1929, Neu­druck 1982, Ver­lag Ute Kier­dorf, Rem­scheid, S. 160.

Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de der Ehren­hain und das Denk­mal zer­stört. Auf Antrag des Bezirks­ver­eins Wup­per­tal-Voh­win­kel-Süd wur­de die Anla­ge 1950 not­dürf­tig her­ge­rich­tet. Am 1.Juli 1956 wur­de der Ehren­hain erneut der Bevöl­ke­rung im Rah­men der 600-Jahr-Fei­er über­ge­ben. Auch dies­mal hielt Dr. Land­wehr die Anspra­che am Krie­ger­denk­mal, das seit­dem den Toten bei­der Welt­krie­ge gewid­met ist. Es besteht nun nur noch aus einem Holz­kreuz und einer davor im Boden ein­ge­las­se­nen Inschrift: 1



Die Inschrift.

Den Toten
bei­der
Welt­krie­ge”


Die Grund­form des Denk­mals ist noch erkenn­bar.


Ergän­zung vom 3. Janu­ar 2018:
Im Okto­ber 2017 wur­de das Kreuz ent­fernt, da es maro­de und z.T. durch­ge­fault war. Die Stadt bemüht sich um Ersatz im Jahr 2018.2 Vor dem Volks­trau­er­tag 2017 wur­de vom Res­sort Grün­flä­chen und Fors­ten ein 3 Meter hohes Pro­vi­so­ri­um erstellt und auf­ge­stellt.3


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


 

Kriegerdenkmal auf dem Elberfelder Ehrenfriedhof

Der Elber­fel­der Ehren­fried­hof  wur­de schon im Novem­ber 1914 ein­ge­rich­tet und war für 150 Grab­stel­len vor­ge­se­hen. Bereits im Dezem­ber 1914 fand der ers­te Gefal­le­ne hier sei­ne letz­te Ruhe­stät­te. In den fol­gen­den Jah­ren muss­te der Fried­hof jedes Jahr erwei­tert wer­den.


Das eige­ne Grab als Trost auf einer Pro­pa­gan­da-Post­kar­te des Ver­eins Kriegs­hil­fe Elber­feld. Ger­ma­nia und der Reichs­ad­ler bekrän­zen das Grab des hel­den­haft Gefal­len mit einem Lor­beer-Kranz. Die Rea­li­tät sah bekannt­lich in den meis­ten Fäl­len anders aus. (Bild ergänzt am 28.12.2013)

Der Fried­hof liegt am Hang des Kies­bergs, unweit des Königs­hö­her Wegs, hin­ter einem Obe­lis­ken, der 1913 zur Erin­ne­rung an die Befrei­ungs­krie­ge gegen Napo­le­on 1813 auf­ge­stellt wur­de. Von dem Obe­lis­ken konn­ten man frü­her wahr­schein­lich wun­der­bar über die Stadt gucken. Heu­te ver­hin­dern vie­le Bäu­me aller­dings einen unge­trüb­ten Blick ins Tal. Eini­ge his­to­ri­sche Auf­nah­men zei­gen die Ent­wick­lung des Fried­hofs, des­sen Grab­stel­len anfangs noch mit Holz­schil­dern gekenn­zeich­net waren.


Der Ehren­fried­hof auf einer unda­tier­ten Post­kar­te. Der Sol­dat im Bild trägt noch die Pickel­hau­be, die 1915 aus dem Kriegs­ein­satz an der Front ent­fernt und 1916 im gesam­ten Heer durch den Stahl­helm ersetzt wur­de. Post­kar­ten­samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum (Bild hin­zu­ge­fügt am 27.12.2011)

Der Ehren­fried­hof mit den ers­ten Grab­stel­len. Post­kar­ten­samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum (Bild hin­zu­ge­fügt am 27.12.2011)

Der Ehren­fried­hof ver­mut­lich gegen Ende des Krie­ges oder sogar danach. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/19/12 (Bild hin­zu­ge­fügt am 27.12.2011)

Ein Schutz­haus am obe­ren Ende des Ehren­fried­hofs. Es exis­tiert heu­te nicht mehr. Da die Mau­er, die den Ehren­fried­hof umfrie­det, fer­tig zu sein scheint, ent­stand das Bild ver­mut­lich nach 1919. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum 010/19/13 (Bild hin­zu­ge­fügt am 27.12.2011)

Wenn man am unte­ren Ein­gang des Fried­hofs steht, bie­tet sich einem fol­gen­des Bild: Lin­kus und rechts füh­ren zwei Wege um eine gro­ße Lich­tung hoch zum Krie­ger­denk­mal am obe­ren Ende des Fried­hofs. Die Wege sind gesäumt von Grab­stel­len.

Auf dem  Ehren­fried­hof lie­gen heu­te 546 gefal­le­ne Sol­da­ten, davon sind 416  gebo­re­ne Elber­fel­der und 13 Aus­län­der. Die Fried­hofs­be­stim­mun­gen sahen vor, dass fol­gen­de Gefal­le­ne dort bestat­tet wer­den konn­ten: im Fel­de gefal­le­ne Elber­fel­der, in Elber­fel­der Laza­ret­ten Ver­stor­be­ne, Kriegs­in­va­li­den und Gefal­le­ne der Feind­staa­ten. Alle Fran­zo­sen und Eng­län­der, die dort ein­mal bestat­tet waren, wur­den nach dem Krieg wie­der in ihre Hei­mat über­führt.


Plan des Ehren­fried­hofs, ange­fer­tigt im April 1921. Ent­nom­men aus: Deutsch­lands Städ­te­bau, Elber­feld, bear­bei­tet und her­aus­ge­ge­ben von Stadt­bau­rat Koch, “DARI”, Ber­lin 1925, S.43. (Plan ergänzt am 07.09.2012)

Blick auf den Ehren­fried­hof vom “lin­ken” Weg.

Am Ran­de des Ehren­fried­hofs gibt es eine klei­ne Beson­der­heit. Auf einer Mau­er, abge­trennt vom Ehren­fried­hof, ste­hen vier Grab­stei­ne mit Namen aus dem sla­wi­schen Sprach­raum. Was es wohl mit die­sen Män­nern auf sich hat­te?

Das Denk­mal und die Grab­stei­ne erin­nert an die Opfer des Kapp-Put­sches.

Man kann den Unter­schied zwi­schen den Grab­stei­nen gut erken­nen. Den­noch die Grab­stei­ne auf dem Ehren­fried­hof noch ein­mal von nahem:

Links im Bild der pro­vi­so­ri­sche Grab­stein des Gra­bes von Paul Heeks auf einer Post­kar­te. (Bild ergänzt am 30. Mai 2015, Thanks to for­scher from findagrave.com)

Die Grab­stei­ne sind Eiser­nen Kreu­zen nach­emp­fun­den und sehr schlicht gestal­tet, im Ver­gleich zu denen auf dem Ehren­fried­hof Bar­men. Genannt wer­den Name, Dienst­grad und Lebens­da­ten.

Das Krie­ger­denk­mal wur­de 1926 ein­ge­weiht, nach­dem man 1921 den Beschluss zur Errich­tung in der Elber­fel­der Stadt­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung gefasst hat­te. Nach zwei Wett­be­wer­ben mit 255 und 22 Ein­sen­dun­gen ent­schied man sich 1922 für den Ent­wurf des in Elber­feld gebo­re­nen Archi­tek­ten H. Rudolph Jaobs und des Ham­bur­ger Bild­hau­ers Wil­helm Rex. Die Kos­ten betru­gen 6 1/2 Mio. RM, die zum Groß­teil von der Elber­fel­der Bür­ger­schaft gespen­det wur­den.
Die Sie­ger­ent­wurf “Hei­li­ge Stät­te” von Wil­helm Rex in der ursprüng­li­chen Ver­si­on. Bild ent­nom­men aus: Deutsch­lands Städ­te­bau, Elber­feld, bear­bei­tet und her­aus­ge­ge­ben von Stadt­bau­rat Koch, “DARI”, Ber­lin 1922, S.45. (Bild ergänzt am 07.09.2012)

Der Wett­be­werbs­ent­wurf von Paul Wyn­and, Ber­lin. Das Denk­mal zeigt ein Reli­ef aus Sol­da­ten und einer zen­tra­len, mög­li­cher­wei­ser weib­li­chen Figur. Die Bedeu­tung wird durch die Inschrift dar­über deut­lich: Invi­tis — Vic­ti — Vic­tu­ri “Den Unbe­sieg­ten, von den Besieg­ten, den künf­ti­gen Sie­gern”. Einer ande­re Über­set­zung lau­tet: “Den Unbe­sieg­ten die Besieg­ten, die wie­der sie­gen wer­den” Bild ent­nom­men aus: Deutsch­lands Städ­te­bau, Elber­feld, bear­bei­tet und her­aus­ge­ge­ben von Stadt­bau­rat Koch, “DARI”, Ber­lin 1922, S. 44. (Bild ergänzt am 07.09.2012)

Der Wett­be­werbs­ent­wurf von Prof. Wil­helm Wand­schnei­der aus Ber­lin. Unten ist die Gesamt­an­la­ge zu sehen, oben die zen­tra­le Figur ein­zeln. Bild ent­nom­men aus: Deutsch­lands Städ­te­bau, Elber­feld, bear­bei­tet und her­aus­ge­ge­ben von Stadt­bau­rat Koch, “DARI”, Ber­lin 1922, S. 44. (Bild ergänzt am 07.09.2012)

Wett­be­werbs­ent­wurf vom Archi­tek­ten Prof. Lud­wig Ruff und vom Bild­hau­er Kon­rad Roth aus Nürn­berg. Ein trut­zi­ges Mahn­mal, das an einen Wach­turm erin­nert. Bild ent­nom­men aus: Deutsch­lands Städ­te­bau, Elber­feld, bear­bei­tet und her­aus­ge­ge­ben von Stadt­bau­rat Koch, “DARI”, Ber­lin 1922, S. 44. (Bild ergänzt am 07.09.2012)

Am Ende sah der fina­le, vom Stadt­rat abge­seg­ne­te Ent­wurf so aus:
Bild ent­nom­men aus: Deutsch­lands Städ­te­bau, Elber­feld, bear­bei­tet und her­aus­ge­ge­ben von Stadt­bau­rat Koch, “DARI”, Ber­lin 1925, S. 43. (Bild ergänzt am 07.09.2012)

Das Denk­mal in fer­ti­gem Zustand auf einer unda­tier­ten Post­kar­te. (Bild ergänzt am 28.12.2013)

Und so sieht das Mahn­mal heu­te aus.

Das Denk­mal hat einen Durch­mes­ser von 12 Metern und ist aus frän­ki­schem Muschel­kalk gefer­tigt. An den Säu­len, die die bei­den Figu­ren-Dar­stel­lun­gen ver­bin­den, sind Namen­s­ta­feln ange­bracht. Sie ver­zeich­nen chro­no­lo­gisch jeden ein­zel­nen der 4704 gefal­le­nen Söh­nen der Stadt Elber­feld.1
Die Inschrift, gesäumt von den Wap­pen der Stadt, lau­tet:

Im Welt­krieg 1914/1918 gaben ihr Leben für das Vater­land die Söh­ne der Stadt Elber­feld”

Update 3. Janu­ar 2018:
Anfang Novem­ber 2017 wur­den sechs Gedenk­ta­feln von Metall­die­ben gestoh­len und die rest­li­chen dar­auf­hin ein­ge­la­gert.2


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te