Entelechie II

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Die Skulptur

Am 13. Dezember 2005 schenkte Eberhard Robke, langjähriger Vorsitzender des Kunst- und Museumsvereins und Mitgründer der “Renate und Eberhard Robke-Stiftung”, die das Von der Heydt-Museum unterstützt, der Stadt die Skulptur Entelechie II des Barmer Künstlers Friedrich Werthmann, die seitdem im Foyer des Barmer Rathauses steht.1


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Andere Perspektive

Das zerbrochene Herz

Die Ballons gehören nicht zum Konzept.

Im Dezember 2000 stellte man im Rathaus Barmen die Skulptur “Das zerbrochene Herz” auf, mit der die 2012 verstorbene Wuppertaler Bildhauerin Ulle Hees an die Dichterin Else Lasker-Schüler erinnerte. Das zerbrochene Herz symbolisiert die drei Begriffe Trauer, Exil und Poesie, die das Wesen und Leben Else Lasker-Schülers beschreiben. Sie mahnt vor der von Nationalsozialisten verordneten Wortlosigkeit durch erzwungene Emigration und Bücherverbrennung, erinnert an das literarische Schaffen Lasker-Schülers, ihre Wegbegleiter und ihre Kindheit in Elberfeld. Die 1,65 m hohe Stele wurde der Stadt Wuppertal vom Ronsdorfer Unternehmer Enno Springmann gestiftet. Nachdem sie zunächst im Eingang des Barmer Rathauses eine Heimat gefunden hatte, sollte sie zur Spielzeit 2001/2002 ins Schauspielhaus umziehen.1


Auf den Herzteilen finden sich Wort und Motive aus Lasker-Schülers Werken.

Im Juni 2014 zog die Skulptur dann vom Opernhaus in das Rathaus Elberfeld. Enno Springmann hatte darum gebeten, da er der Meinung war, dass im Opernhaus zu wenig Betrachter “Das zerbrochen Herz” sehen konnten. Nun steht sie auf dem ersten Treppenabsatz gegenüber dem Haupteingang.2


Die Inschrift

Das zerbrochene Herz
Bronze-Stele von Ulle Hees
zur Erinnerung an die Dichterin Else Lasker Schüler
Geb. 1869 in Wuppertal, Gest. 1945 in Jerusalem
Geschenk der Enno- und Christa Springmann-Stiftung
an die Stadt Wuppertal, Dezember 2000


Die Bodenplatte.

Weitere Gedenkzeichen zur Erinnerung an Else Lasker-Schüler:
Meinwärts
Gedenktafel am Geburtshaus
Gedenktafel am Wohnhaus


Position des Denkmals auf der Karte


Karl-Roth-Büste


Wer im Barmer Rathaus ein und aus geht und dabei stets die linke Treppe im Altbau benutzt, sieht auf dem Treppenabsatz auf einem schmalen Sockel eine Büste mit dieser Inschrift:

 “Karl Roth
1875 – 1932

Architekt
des
Rathauses
der Stadt
Barmen”


Karl Roth wurde am 17. August 1875 in Mannheim geboren und studierte Architektur an der Technischen Hochschule Karlsruhe und der Technischen Hochschule München. Er errichtete als Architekt nicht nur das Barmer Rathaus, sondern auch jene in Kassel, Bochum und Dresden. 1919 wurde Roth Stadtbaurat in Mannheim, 1920 ging er an die Technische Hochschule in Darmstadt und war dort unter anderem Professor für Baukunst und Städtebau, Dekan und Rektor. Am 9. Februar 1932 verstarb er in Darmstadt. 1 Ob die Büste wirklich 1987, wie auf Barmen-200-Jahre.de behauptet wird, aufgestellt wurde lässt sich mangels Quellen nicht überprüfen. 2


Position des Denkmals auf der Karte


 

Gedenkplakette zum NRW-Tag

Unten rechts, im Vergleich zum Figurenschmuck des Rathauses unscheinbar, die Plakette zum NRW-Tag.

Vom 29. bis zum 31. August 2008 war Wuppertal einmal die Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens, denn die Stadt war stolze Gastgeberin des NRW-Tags. Aus diesem Anlass bekam sie, wie vor wenigen Tagen Bielefeld, vom Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers die NRW-Tag-Plakette überreicht. 1 Sie hängt heute am Eingang des Barmer Rathauses und zeigt neben dem Umriss des Bundeslandes und dem Wappen die Inschrift:


“Nordrhein-Westfalen-Tag
Wuppertal
29.-31. August 2008
Der Ministerpräsident
des Landes Nordrhein-Westfalen

Die Plakette

Im November 2008 wurde im Botanischen Garten noch ein Baum zur Erinnerung an den NRW-Tag gepflanzt.


Position des Denkmals auf der Karte


Mahnmal Berliner Mauer

Entnommen aus: General-Anzeiger der Stadt Wuppertal, vom 19. Juni 1962.

Während einer Kundgebung am 17. Juni 1962 (bis 1990 war der 17. Juni der Tag der deutschen Einheit) wurde vor der Stadthalle in Elberfeld provisorisch eine Mauer errichtet, die am 18. Juni 1962 im Foyer des Barmer Rathauses einen festen Platz fand. Die vier Meter lange Mauer mit der gemalten Aufschrift “13. August 1961” erinnerte an die Errichtung der Berliner Mauer an jenem Datum durch die DDR. Als Mahnmal und Symbol der deutschen Teilung stand sie, durchaus umstritten, für neun Jahre im Barmer Rathaus. Die einen sahen in ihr eine Verniedlichung der Berliner Mauer, die anderen ein Mahnmal gegen Unmenschlichkeit und die Spaltung Deutschlands. Anfängliche Pläne, die Mauer an der “Berliner Allee” (heute nur Berliner Straße) aufzustellen, wurden nicht verwirklicht.

Am 30. April 1971 wurde auf dem Berliner Platz in Oberbarmen der Berliner Bär eingeweiht, gewissermaßen als neues Zeichen der Einheit Deutschlands und der Solidarität der Wuppertaler mit den (West-)Berlinern. Am 26. April entschied bereits der Rat der Stadt Wuppertal mit den Stimmen von SPD und FDP gegen die CDU (29:23) den Abriss der Mauer im Rathaus. Die Wuppertaler CDU blieb daraufhin der Einweihung des Berliner Bärs am 30.April 1971 um 15 Uhr fern. Zwei Stunden später war im Barmer Rathaus Dienstschluss und die Berliner Mauer wurde zerstört. Bis das Original das gleiche Schicksal ereilte, sollten noch 18 Jahre vergehen.1

Position des Denkmals bei der Karte


Neuschöpfung des Figurenschmucks am Elberfelder Rathaus: Mein Standpunkt

Am Dienstag der letzten Woche (2. Juli) berichtete die WZ vom Plan des Wuppertaler Mäzens Hans-Joachim Camphausen, am Elberfelder Rathaus die vier Fürstenfiguren zu erneuern, die  Barbarossa, Johann III. von Jülich-Kleve-Berg, Friedrich Wilhelm III. und Wilhelm II. darstellen. Während es erst zunächst so schien, als sei alles schon beschlossene Sache (WZ vom 9.Juli), führte die einsetzende Diskussion in den Augen der Wuppertaler Zeitung zu einer Spaltung der Stadt. Gestern erteilte der unglücklich agierende Oberbürgermeister dem Vorhaben die endgültige Absage, zusätzlich wird sich die Stadt aufgrund dieser Erfahrung eine Schenkungssatzung geben, sodass der Stadtrat zukünftig zu entscheiden hat. Schaut man sich die Kommentare unter den WZ-Artikeln an, ist die Beobachtung einer Spaltung der Stadt sicher nicht von der Hand zu weisen, auch wenn es dort eher lautstark als sachlich zuging. 
Ich habe dort auch ein wenig kommentiert (sachlich, natürlich), und ich denke, es ist sinnvoll, wenn ich in diesem Blog meinen Standpunkt zur Diskussion stelle.

Vorab der Verweis auf die beiden Einträge zur den alten Figuren und den bereits erfolgten Rekonstruktionen:

Es gibt in meinen Augen drei wesentliche Punkte, die man bei der Debatte berücksichtigen muss und von denen die ersten beiden dazu führen, dass ich eine Neuschöpfung der Standbilder ablehne.

  1. Der zentralste Punkt ist der Fakt, dass es sich nicht um Restaurationen, sondern um Neuschöpfungen handelt. Die in den WZ-Kommentaren und der Stellungnahme der CDU zu lesenden Formulierung,
    man stelle ja nur den “damaligen” oder “Ur-“Zustand des Rathauses wieder her, ist
    irreführend. Es bleibt zunächst unklar, welcher Zustand gemeint ist. Bei der Einweihung des Rathauses 1900 durch eben jenen nun den Streit erzeugenden Kaiser, waren die Figuren noch nicht vor Ort. Darüber hinaus gibt es mehrere “historische” Phasen des Rathauses, aber deswegen hängen wir ja am 30. Januar auch keine Hakenkreuz-Fahnen am Rathaus auf. Warum also soll genau dieser Zustand wiederhergestellt werden? Das bleibt in der Argumentation der Befürworter unklar.
    Aber viel entscheidender ist: Hier wird nichts restauriert, hier wird Neues
    geschaffen. Denkmäler sind, nach dem Berliner
    Politikwissenschaftler und Historiker Peter Reichel, Deutungs- und
    Identifikationsangebote, sie dienen der Festschreibung eines
    Geschichtsbildes in der Öffentlichkeit und treffen eine Aussagen
    über den historischen Gegenstand und den Stifter und
    seine Zeit. Da es Neuschöpfungen sind, träfen die Denkmäler eine Aussage über unsere Gegenwart von 2013, nicht jene von 1901/02! Welche Aussage wird also heute getroffen, in dem wir unter anderem Wilhelm II. ein Denkmal setzen? Warum sind die genannten Herrscher auch heute noch erinnerungswürdig?
    1901/02 dienten sie der Illustration der Geschichte Elberfelds,
    entsprechend dem Geschichts- und Politikverständnis der Zeit
    übernahm man die damals gängige Verehrung der deutschen Könige
    und Kaiser. Wie aber können wir in einer Demokratie, in der das
    Volk der Souverän ist, Monarchen ehren? Wie können wir, wenn wir
    den Namen Lettow-Vorbeck von unseren Straßenschildern nehmen,
    seinen obersten Dienstherren neu ehren? Einen Antisemiten und
    Antidemokraten, einen Militaristen und Kolonialisten? Einen Herrscher, unter dessen Diplomatie das
    Deutsche Reich sich selbst in Europa isolierte und schließlich die
    entscheidende Rolle beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs spielte. Man
    mag darüber streiten, ob dieser schwache Mann und schwache Regent,
    der zu keiner konsequenten, langfristigen Politik in der Lage war,
    ein „Kriegstreiber“ war. Faktum ist, dass er den Krieg nicht
    verhindert hat, obwohl die Entscheidung über Krieg und Frieden
    gemäß der Verfassung des Deutschen Reiches bei ihm lag. Die
    hektischen Versuche den Krieg in letzter Minute zu verhindern,
    sprechen dabei eher für sein mangelndes Urteilsvermögen und die
    Launenhaftigkeit des Kaisers als dafür, dass er den Krieg von Anfang nicht wollte. Welche Schlagzeile provozierten wir mit der Ehrung Wilhelms II. 99 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg?
    Friedrich Wilhelm III. wurde dafür geehrt, Elberfeld von
    den Franzosen 1813 befreit und 1815 Preußen angegliedert zu haben.
    Wollen wir diese Aussage, die damals eng im Zusammenhang mit der
    deutsch-französischen Feindschaft stand, heute wiederholen? Wollen
    wir einen Herrscher ehren, der vom Gottesgnadentum seiner
    Königswürde überzeugt war? Wollen wir einen Herrscher ehren, der
    die Pressezensur einführte und die Universitäten überwachen ließ?
  2. Mindestens ebenso wichtig ist es
    in meinen Augen, eine Stiftung von jemandem abzulehnen, der nicht in
    der Lage ist, das Versprechen einer historisch korrekten Rekonstruktion einzulösen. Wie die WZ am 2. Juli berichtet, erklärte Herr Camphausen, dass
    „keine historischen Abbildungen vorliegen“. Wie kann es sein,
    dass jemand mit einem so teuren und bedeutungsvollen Vorhaben, sich
    nicht im Stadtarchiv die entsprechenden Abbildungen besorgt? Oder
    sich an die Untere Denkmalschutzbehörde wendet? Hier auf denkmal-wuppertal.de sind solche Abbildungen vorhanden.
    Wenn man die bereits erfolgte
    Neustiftung des Ritters von Elberfeld, der Gerechtigkeit und Wahrheit betrachtet, erkennt man, dass von einer
    Rekonstruktion,  die “den Originalzustand” wieder herstellt, keine Rede sein kann. Es sind schlechten
    Kopien, die, da auf die „Rekonstruktion“ nicht verwiesen wird, den den historischen Eindruck für den unbedarften Betrachter eher verfälschen als wiederherstellen. Auch wenn man sich das
    Armenpflegedenkmal und den Gerechtigkeitsbrunnen ansieht, fällt auf, dass bei beiden sowohl der Standort als auch die Ausrichtung des Denkmals
    keineswegs dem historischen Vorbild nachempfunden wurde. Einen Hinweis dazu sucht man vergebens. (Die historischen Vorbilder: Armenpflege-Denkmal (1903),  Der Gerechtigkeitsbrunnen (1910) )
  1. Der dritte Punkt bezieht sich auf das Verfahren. Es kann in einer Demokratie nicht sein, dass die Legislative (der Stadtrat) und damit die Vertretung aller Bürger, aus diesem Verfahren ausgeschlossen wird. Ein öffentliches Denkmal an einem öffentlichen Gebäude, einst das Zentrum der Elberfelder Demokratie, kann nicht als Verwaltungsvorgang beschlossen werden. Die Stadt trifft mit der Annahme (oder Nichtannahme) einer solchen Schenkung eine Aussage. Die Stadt, das sind wir, und wir werden vertreten vom Stadtrat. Nicht vom Oberbürgermeister.
Zum Schluss will ich noch zwei Dinge klarstellen. Ich bin Herrn Camphausen dankbar, dass er sich so für seine unsere Stadt einsetzt. Leider überzeugen seine Bemühungen, das alte Elberfeld zurückzubringen, qualitativ nicht. Und er hat nicht bedacht, dass eine Neustiftung eines Denkmals einer historischen Person nicht das gleiche ist, wie die Neustiftung von allegorischen Figuren. Die Aussage “Gerechtigkeit” ist etwas anderes, als das Abbild deutscher Kaiser und Herrscher. 
Die Argumentation in Punkt
1 in kein Aufruf zum Denkmalsturm. Das Bismarck-Denkmal oder das
Kaiser Wilhelm II.-Denkmal am IC-Hotel sollen und dürfen
selbstverständlich das Stadtbild bereichern. Denn sie stehen dort
als historisches Relikt des Geschichtsbilds einer vergangenen Zeit
und erzählen von der Interpretation dieser Personen in ihrer Zeit.
Genauso wie die Denkmäler von heute unser Geschichtsbild den
nachfolgenden Generationen erzählen. Welche Aussagen wollen wir hinterlassen?

Hoeft-Plakette im Sitzungssaal des Elberfelder Rathauses

1935 stiftete Elisabeth Hoeft, die Tochter des ehemaligen Reichsbahnpräsidenten Christian Hoeft, der Stadt Wuppertal eine bronzene Plakette mit einem Relief ihres Vaters. Geschaffen wurde sie laut Stadtratsprotokoll von Prof. Janssen, möglicherweise ist damit der Düsseldorf Bildhauer Karl Janssen gemeint. Die Plakette des Wuppertaler Ehrenbürgers wurde zunächst im Sitzungszimmer der Ratsherren (Zimmer 18) und später im Sitzungssaal angebracht. Am 11. März 1935 nahmen die Ratsherren die Schenkung offiziell an.1


Lichtbild der Plakette, aufgenommen im Sitzungssaal des Elberfelder Rathauses im August 1940. Sammlung Untere Denkmalbehörde, N2736

Christian Hoeft wurde am 10. Mai 1847 in Schlesien (Riesenberg) geboren und war seit dem 15. Oktober 1894  in der Königlichen Eisenbahndirektion Elberfeld tätig, ein Jahr später wurde er zum Direktor ernannt. 1902 wurde er nach Königsberg versetzt und kehrte 1903 als Präsident der Eisenbahndirektion nach Elberfeld zurück. Dieses Amt übte er bis zu seinem Ruhestand am 30. September 1919 aus. 1910 wurde er bereits zum Ehrenbürger der Stadt Elberfeld ernannt. In seiner Amtszeit wurde die Bergisch-Märkische Eisenbahnlinie (BME), die heutige Eisenbahnstrecke durchs Tal, zwischen Vohwinkel und Oberbarmen auf vier Gleise erweitert, 15 weitere Eisenbahnstrecken wurden im Zuständigkeitsbereich der Direktion Elberfeld gebaut.2

Was mit der Plakette geschah, ist unklar. Möglicherweise wurde sie im Zweiten Weltkrieg zerstört.


 

Die Bronzesockel der Lichtmasten am Alten Markt

Der Alte Markt auf einer Postkarte. Im Hintergrund die Schwebebahn, im Vordergrund einer der Lichtmasten mit den heute noch existierenden Bronzesockeln. Die Aufnahme entstand um das Jahr 1930. Stadtarchiv Wuppertal, 12.6.1

1927 wurde auf dem Alten Markt in Barmen die Verkehrsinsel vergrößert und dabei umgestaltet. Dabei stellte man drei große, vierarmige Lichtmasten auf, deren aufwendigen Bronzesockel vom aus Elberfeld stammenden Bildhauer Paul Wynand gestaltet wurden. Im “Dritten Reich” dienten sie auch als Flaggenmasten.


Der Alte Markt im Jahr 1963. Vor der Verkehrsinsel ist einer der Lichtmasten zu sehen. Das Bild wurde freundlicher Weise zur Verfügung gestellt von Bernhard Terjung.

Die Luftangriffe des Zweiten Weltkriegs überstanden die Lichtmasten auf wundersame Weise unbeschadet. 1963 wurde der Alte Markt erneut umgestaltet. Die Straßenbahnen verschwanden aus diesem Bereich und wurden auf die neue B7 verlegt, die große Kreuzung und der neue Schwebebahnhof entstanden. Die Linie nach Hatzfeld wurde eingestellt. Die Verkehrsinsel (der “Pudding”) verschwand. Die Bronzesockeln der Lichtmasten verwendete man für drei neue Kandelaber mit gedrungenem Aufbau, die auf dem Rathausplatz in Barmen (zwei) und in der Elberfelder Fußgängerzone (einer) aufgestellt wurden. 1969 wurde der ersten Kandelaber am heutigen Johannes-Rau-Platz aufgestellt, 1971 wurde die dritte zum Abschluss des Umbaus des von-der-Heydt-Platzes in Elberfeld dort platziert.1


Einer der beiden Kandelaber am Johannes Rau Platz.

Den Abschluss der Sockel bilden Tiergestalten, hier ein Löwe, während am Fuß des Sockels…

…Darstellungen von sitzenden Menschen zu finden sind.

Der Kandelaber an der Ecke Herzogstr./Erholungstr.

Sitzender Mann.

Gehörntes Getier

Position des Kandelabers in Elberfeld


Position des Kandelabers in Barmen


Turmkreuz zur Erinnerung an das Cronenberger Rathaus

Das alte Cronenberger Rathaus, 1900-1943. Es wurde 1953 trotz der Möglichkeit des Wiederaufbaus und großer Proteste der Cronenberger abgerissen.

Am 8. Mai 2011 wurde neben dem alten Cronenberger Rathaus an der Ecke Hauptstraße und Herichhauser Straße ein kompaktes, steinernes Kreuz aufgestellt. Es handelt sich hierbei um das Turmkreuz des im Zweiten Weltkrieg zerstörten neuen Rathauses. Die Geschichte des Kreuzes begann im Jahr 1900, als das Rathaus in Cronenberg errichtet wurde und mit seinem hohen Turm weithin sichtbar die Stadt Cronenberg vertrat. Zehn Jahre nach dem verheerenden Bombenangriff im Jahr 1943 konnte Horst Donner, Metzger und Gastwirt, das Turmkreuz beim Abriss des Bauwerks vor der Zerstörung bewahren und stellte es in seiner Gastwirtschaft an der Schorfer Straße aus. 2002 wurde das Kreuz von den Nachfolgern Donners, den Eheleuten Kaufmann, an den Cronenberger Heimat- und Bürgerverein übergeben.


Das Cronenberger Rathauskreuz.

An diese Geschichte des Kreuzes erinnerte der Vorsitzende des CHBV, Rolf Tesche, bei Einweihung des kleinen Denkmals am 8. Mai 2011 und bedankte sich für die Hilfe bei Dr. Heinz Häuschen, dem Besitzer des Grundstücks, dem Architekturbüro Fligge für den Entwurf der Halterung, die der Form des einstigen Turmes entspricht, der Firma Gisbert Krämer für die Ausführung derselbigen und der Firma Schoenen Baustoffe für die Bereitstellung des Materials hierfür. Walter Friedrich erhielt den Dank für die Gestaltung der Informationstafeln, die neben dem neuen Denkmal angebracht wurden. Der Cronenberger Bezirksbürgermeister, Michael-Georg von Wenczowsky, begrüßte in einer Ansprache die Aufstellung des Denkmals und wies daraufhin, dass dies in einem Jahr geschehe, in dem städtischen Sparmaßnahmen die Öffnungszeiten des Cronenberger Bürgerbüros weiter einschränkten.1


Neu und Alt. Im Hintergrund das alte Cronenberger Rathaus, im Vordergrund das Kreuz der Turmspitze des neuen.

1876 wurde das Haus an der Hauptstraße 61 erbaut und diente als erstes Cronenberger Rathaus. Der folgende rasante Aufschwung der Cronenberger Werkzeugindustrie ermöglichte und erforderte den Bau eines neuen Rathauses am heutige Rathausplatz. Das alte Gebäude diente nun einer höheren Töchterschule, die 1932 in die Realschule am Lenzhaus integriert wurde. Später zog das Café Trelle ein2, heute haben hier Ärzte ihre Praxen.

Bereits 2001 war das Sandsteinrelief mit dem Cronenberger Wappen, welches das Rathaus geziert hatte, zur Erinnerung an dieses Gebäude und Symbol Cronenberger Eigenständigkeit am Rathausplatz aufgestellt worden.


Ergänzung vom 3. Januar 2018:

Am 10. März 2017 wurde das Turmkreuz auf den Rathausplatz zum Sandsteinrelief versetzt. Der CHBV erhofft sich am historischen Ort mehr Aufmerksamkeit.3


Ob der Ort nun wirklich besser ist?

Figurenschmuck am Barmer Rathaus

Die Attika des Barmer Rathauses im Herbst 2012.

Am 23.April 1921 wurde das neue Barmer Rathaus eingeweiht. Der Grundstein für den vom Darmstädter Professor Karl Roth entworfenen Bau wurde bereits am 23.Mai 1908 durch Kaiser Wilhelm II. gelegt, doch finanzielle Schwierigkeiten und der Erste Weltkrieg sorgten dafür, dass der Bau erst fertig gestellt wurde, als Deutschland bereits eine Republik war. Karl Roth, der zuvor bereits das Dresdner Rathaus geplant hatte, beauftragte den Dresdner Bildhauer Richard Guhr mit der Ausschmücken des Rathauses durch Bauplastiken. Für die Attika schuf Guhr daraufhin die Modelle für die “acht Beigeordneten”, die vor Ort vom Barmer Bildhauer Heinrich Ostlinning geschaffen wurden. Sie stellen – von links nach rechts – die folgenden Zweige der städtischen Verwaltung dar:


Wohlfahrtspflege und Allgemeine Verwaltung

Tiefbau und Rechtspflege
Gesundheitspflege und Hochbau

Finanzwesen und Schulwesen.

Im Zweiten Weltkrieg wurden die Figuren auf der Attika beschädigt und entfernt, bis sie ab 1953 vom Wuppertaler Bildhauer Joachim Wolf-Müller und der Werkstatt Hugo Wesselmann restauriert wurden, einige Figuren wurden auch in der Firma Dorgatehn in Duisburg-Hamborn aufgearbeitet. Im Dezember 1957 konnten sie ihren Platz in luftiger Höhe wieder einnehmen.
An den Seiten der Freitreppe finden sich – ebenfalls von Guhr entworfen und von Ostlinning ausgeführt – die allegorischen Darstellungen der Rheinprovinz und der Barmenia, die das Selbstverständnis der Stadt selbst und ihrer Zugehörigkeit zur preußischen Rehinprovinz ausdrücken sollen.


Die allegorische Figur der Rheinprovinz “Rhenania” mit Kind, Schild und Adler.

Rhenania von der anderen Seite.

Barmenia mit Helm.

… Kind und Löwe.

Über dem Seiteneingang an der Wegnerstraße wurde ein wiederum von Richard Guhr entworfenes und diesmal vom Barmer Bildhauer Georg Kauper in Muschelkalk ausgeführtes Relief angebracht.


Das Relief an der Wegnerstraße. Es zeigt unter anderem einen Löwenkopf, Putten, einen verwundeten Soldaten, ein junges Mädchen, zwei Nonnen, und mehrere Gelehrte oder auch Ratsherren. Außerdem ist eine Flamme auf einem Sockel auszumachen, an deren Schale ein Eisernes Kreuz zu sehen ist.

An der Westseite des Rathauses, am heute geschlossenen Eingang am Heubruch, findet sich eine Bronzefigur des aus Elberfeld stammenden und in Berlin arbeitenden Bildhauer Paul Wynand. Die Figur, die früher vergoldet war, symbolisiert die für Barmen so wichtige Textilindustrie.


Die Figur der Textilindustrie mit ihrer Spindel von Paul Wynand.

Paul Wynand entwarf auch die Modelle der Putten aus Stein für den Innenhof des Rathauses, die vom Düsseldorfer Bildhauer Theodor Haake ausgeführt wurden und nicht mehr existieren. Paul Wynand schuf außerdem die Bronzesockel der beiden Fahnenmasten auf dem Rathausplatz.1


Der figurenreiche Sockel.

Detailansicht

Ende Mai 1999 mussten die 80 Jahre alten Masten wegen Rostschäden entfernt und durch rostfreie Nachfolger ersetzt. Bei der Gelegenheit wurden die Bronzesockel mit ihren Figuren gereinigt und poliert. Die für 80.000 DM sanierten Masten mit ihren Sockeln wurden Ende Juni 2000 wieder aufgestellt.2


nsicht des Rathauses auf einer Postkarte, die 1932 verschickt wurde. Die ursprüngliche Dachform ist gut zu erkennen. (Bild ergänzt am 7.November 2012)

Position der Kunstwerke auf der Karte