Mahnmal zum Gedenken an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus

Am Sonntag, den 16.Oktober 1955, wurde unter großer Anteilnahme der Wuppertaler Bevölkerung  auf dem jüdischen Friedhof am Weinberg das Mahnmal für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus eingeweiht. Diesen Friedhof legte die jüdische Kultusgemeinde um die Jahrhundertwende 1900 an.[1] 1933 lebten noch 2.471 Juden in Barmen und Elberfeld, 1939 waren es noch 1093.[2] 1.500 Juden wurden vor und während des Zweiten Weltkrieges deportiert und ermordet, nur 80 überlebten den Holocaust.[3]
Das Mahnmal zum Gedenken an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus auf dem Friedhof am Weinberg.
Das 2,50m breite und 3,50m hohe Denkmal aus Beton und Glasmosaik wurde vom Wuppertaler Bauingenieur Friedrich Collenbusch im Auftrag der jüdischen Kultusgemeinde entworfen und von der Bauunternehmung Hermann Seynsche ausgeführt. Die Pflanzschale kam aus der Keramikwerkstatt des Bildhauers Grüttefien. [4]

Ergänzung vom 03.April 2012: Ruth Meyer-Kahrweg erklärt, dass die deutsche und hebräische Inschrift identisch ist und so wurde es auch an dieser Stelle behauptet. Dies ist jedoch falsch. Die hebräische Inschrift zitiert einen Teil des Jiskor-Gebets, einem traditionellen Gebet zur „Seelengedächtnisfeier“ für Verstorbene. Die deutsche Übersetzung lautet:

„Es gedenke Gott der Seele der Märtyrer, die da Starben in der Zeit der Vernichtung. Gott schweige nicht zu meinem Blute!“[5]

Ende der Ergänzung.

Der zweite Teil der Inschrift in lateinischen Buchstaben und deutscher Sprache lautet:

„Dem Gedenken
der Opfer des Hasses
der Nachwelt
zur
Mahnung

1933                           1945“

Zur Einweihung erinnerte der Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal, Josef Heimann, an das Schicksal der Deportierten und sprach den Wunsch aus, dass nicht Hass und Rache die Menschen leite, sondern die Hoffnung auf Liebe und Verständigung. Anschließend warben Oberbürgermeister Schmeißing, Oberrabiner Dr.Holzer, Julius Dreyfuß, Voristzender des Landesverbands der Jüdischen Kultusgemeinde,  Superintendent Stöver und Stadtdechant Meiß um Verantwortung füreinander und gegenseitiges Verständnis.[6]
Dem jüdischen Element in der Wuppertaler (und bergischen) Geschichten widmet sich die Dauerausstellung der Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal. Auf der Homepage findet sich auch eine Liste mit aktueller Literatur zum Thema.

[1] RMK, S.356f..
[2] Ulrike Schrader, Tora und Textilien. Zur Geschichte der Juden im Wuppertal, herausgegeben vom Trägerverein Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal e.V., Wuppertal 2007, S.179.
[3] RMK, S.357.
[4] RMK, S.356f..
[5] Ulrike Schrader, Tora und Textilien. Zur Geschichte der Juden im
Wuppertal, herausgegeben vom Trägerverein Begegnungsstätte Alte Synagoge
Wuppertal e.V., Wuppertal 2007, S.216.
[6] RMK, S.356f..


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