Ehrentafel des Barmer Lehrer-Turnvereins für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs

Der Bar­mer Leh­rer-Turn­ver­ein (BLTV) wur­de am 4. April 1883 von 16 Leh­rern unter Lei­tung von Ober­turn­leh­rer Karl Schrö­ter gegrün­det und war damit der ers­te die­ser Art in West­deutsch­land. Sei Ziel war die För­de­rung des Schul­tur­nens und die Unter­rich­tung der Mit­glie­der in Metho­dik und Didak­tik des Tur­nens für ihre Tätig­keit als Leh­rer. Die Grün­dungs­ver­samm­lung fand im Krom­berg­schen Saal statt, spä­ter fand sich hier an der Hecking­hau­ser Stra­ße 27 die Gast­stät­te Wil­helm Klein. Heu­te ist dort die Holz- und Eisen­wa­ren­hand­lung Mat­they. Am 3.Oktober 1922, einem Diens­tag, gedach­te der Ver­ein in eben jenem Ver­eins­lo­kal mit der Ent­hül­lung der Ehren­ta­fel sei­nen Gefal­le­nen des vier Jah­re zuvor zu Ende gegan­ge­nen Ers­ten Welt­kriegs.


Abbil­dung der Ehren­ta­fel aus: Fest­schrift zur gol­de­nen Jubel­fei­er, 1883 — 1933, S. 9

Die ver­mut­lich aus Holz geschnitz­te Ehren­ta­fel wur­de von einem unbe­kann­ten Künst­ler geschaf­fen und von den Ver­eins­mit­glie­dern über Spen­den finan­ziert. Sie zeigt neben der Inschrift die Dar­stel­lung eines ver­wun­de­ten Man­nes, der sein Schwert nie­der­ge­legt hat und sich mit der lin­ken Hand die Brust am Herz hält. Die Inschrift lau­tet


Bar­mer Leh­rer-Turn­ver­ein
[Dar­stel­lung]
E h r e n t a f e l
Der im Welt­krie­ge 1914–18 gefal­le­nen Hel­den
[17 Namen]
Sie waren unser! Wir wer­den sie nie ver­ges­sen!”


Zusam­men mit dem Ver­eins­heim in der Gast­stät­te Wil­helm Klein wur­de die Ehren­ta­fel beim Luft­an­griff auf Bar­men 1943 zer­stört.1

Ehrentafel für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Schüler des Barmer Gymnasiums an der Bleicherstraße

Am 1. Okto­ber 1922 weih­te man in der Aula des Bar­mer Gym­na­si­ums an der Blei­cher­stra­ße die bron­ze­ne Ehren­ta­fel für die 166 im Ers­ten Welt­krieg gefal­le­nen Schü­ler ein, die von Prof. Peter Klotz­bach ent­wor­fen wor­den war. Die Tafel ist oben mit Fili­gran­werk abge­run­det und mit dem Reli­ef­bild einer Frau gestal­tet, die sich trös­tend zu einem ver­wun­de­ten Sol­da­ten nie­der­beugt. Dar­un­ter steht in grie­chi­scher Schrift und Spra­che:
“Des Lebens Maß ist das Edle, nicht die Län­ge”

Im Mit­tel­teil fin­den sich zwi­schen den Inschrif­ten die Namen der Gefal­le­nen:

Aus unse­ren Rei­hen
lies­sen ihr Leben

[166 Namen]

Saat, von Gott gesät,
dem Tage der Gar­ben zu rei­fen


Rechts und links davon befin­den sich Flü­gel­tü­ren, die Innen — wie auf dem Bild — zwei Schwer­ter auf erha­be­nen Grund zei­gen, sodass sie wie Schmuck auf Sär­gen wir­ken. Wur­den die Türen geschlos­sen, zeig­ten sie “schwer­tra­gen­de Gestal­ten”.1


Die Ehren­ta­fel des Bar­mer Gymne­si­ums an der Blei­cher­stra­ße. Ent­nom­men aus: Fest­schrift zum 350jährigen Jubi­lä­um des Bar­mer Gym­na­si­ums, her­aus­ge­ge­ben von Ober­stu­di­en­rat Prof. Boh­le, Bamen 1929, S. 144.

In der Ein­wei­hungs­re­de heißt es zur Gestal­tung der Ehren­ta­fel:


“Wie wir unse­re stärks­ten und tiefs­ten Gedan­ken und Gefüh­le nicht dem All­tag preis­ge­ben, so dach­ten auch wir es zu hal­ten mit dem Werk, das unser Sym­bol sein soll unse­rer tiefs­ten Lie­be, unse­rer Lie­be zum deut­schen Vol­ke. Aus die­sem Sin­ne her­aus ent­stand der Plan eines schreinar­ti­gen Wer­kes, des­sen Flü­gel­tü­ren, geschlos­sen, das Inne­re ber­gen. Gedan­ken und Gefüh­le, dem All­ta­ge preis­ge­ge­ben, in gleich­gül­ti­gen Stun­den gespro­chen und gezeigt, ver­lie­ren Herbheit und Kraft, sie wel­ken wir­kungs­los. So auch fürch­te­ten wir es von einer Tafel, an der der All­tag vor­über­flu­tet. Des­halb soll die­ser Schrein nur geöff­net sein an Tagen, an denen wir Fes­te feie­ren. Ernst hal­ten die schwer­tra­gen­den Gestal­ten das Inne­re ver­schlos­sen, der gefal­le­ne Jüng­ling und die stüt­zen­de Frau aber las­sen den Besu­cher ahnen, was es birgt…“2

1931 wur­de das Bar­mer Gym­na­si­um, das sich selbst auf die 1579 gegrün­de­te ers­te Bar­mer Amts­schu­le zurück­führ­te, mit dem Elber­fel­der Gym­na­si­um an der Köl­ner Stra­ße zusam­men­ge­legt und trug erst den Namen “Bar­mer Gym­na­si­um in Elber­feld” und seit 1936 trägt es den Namen “Wil­helm-Dör­pfeld-Gym­na­si­um”. Bereits ein Jahr zuvor hat­te man im dor­ti­gen Schul­ge­bäu­de ein Krie­ger­denk­mal für die Gefal­le­nen ein­ge­weiht. In das Gebäu­de an der Blei­cher­stra­ße zog 1931 das Bar­mer Mäd­chen­gym­na­si­um ein.
Im Zwei­ten Welt­krieg wur­den bei­de Schul­ge­bäu­de zer­stört und mit ihnen die Ehren­ta­fel.3


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Ehrentafel für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen des Bankhauses von der Heydt, Kersten & Söhne

Von die­ser Gedenk­ta­fel ist kei­ne Abbil­dung bekannt.

Im August/September 1922 weih­te man im Bank­haus von der Heydt, Kers­ten & Söh­ne am Neu­markt in Elber­feld die Ehren­ta­fel für die gefal­le­nen Ange­stell­ten des Ers­ten Welt­kriegs ein. Im Gene­ral-Anzei­ger wur­de am 9. August 1922 die Tafel wie folgt beschrie­ben:


Im Bank­haus von der Heydt, Kers­ten & Söh­ne ist vor eini­ger Zeit eine Ehren­ta­fel für die im Welt­krieg gefal­le­nen Ange­stell­ten der Fir­ma ange­bracht wor­den. Sie gehört neben den Cleff’schen Gedenk­ta­feln unstrei­tig zu den schöns­ten und wür­digs­ten die­ser Art in unse­rer Stadt. Das Werk, das von der Hand des Pro­fes­sor Gra­seg­ger in Köln model­liert wur­de, besteht im wesent­li­chen aus einer Plat­te von grau­em Mar­mor, auf der die schlich­te Bron­ze­ta­fel mit dem Namen, Todes­jahr und Ruhe­stät­ten der Gefal­le­nen ruht. Die erha­be­ne dün­ne Schrift ist edel und deko­ra­tiv gehal­ten. Von gro­ßer, ruhi­ger Wir­kung ist das Hoch­re­li­ef eines kni­en­den Jüng­lings im abschlie­ßen­den obe­ren Halb­rund.“1


Beim Luft­an­griff auf Elber­feld in der Nacht auf den 25. Juni 1943 wur­de das Gebäu­de und mit ihm die Ehren­ta­fel zer­stört.2


Das Gebäu­de des Bank­hau­ses von der Heydt-Kers­ten und Söh­ne am Neu­markt wur­de nach dem Zwei­ten Welt­krieg nach dem his­to­ri­schen Vor­bild wie­der errich­tet. Heu­te steht hier das Gebäu­de der Com­merz­bank zwi­schen Kers­ten­platz und Neu­markt. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 11.9.1 (Bild ergänzt am 22.11.2012)

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


 

Gedenktafel für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen der Vereinigten Versicherungsgesellschaft AG

Von die­ser Gedenk­ta­fel ist kei­ne Abbil­dung bekannt.

Am 14. März 1922 weih­te man an der Vik­to­ria­stra­ße 17/21 im Elber­fel­der Bril­ler Vier­tel im Gebäu­de der Ver­ei­nig­ten Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft AG eine Gedenk­ta­fel für die 62 gefal­le­nen Beam­ten ein, die im Ers­ten Welt­krieg ihr Leben las­sen muss­ten. Der Anlass, die Ein­wei­hung an die­sem Diens­tag durch­zu­füh­ren, war der 100.Jahrestag der Grün­dung der “Vater­län­di­schen Feu­er-Ver­si­che­rungs-Akti­en-Gesell­schaft”. Die­se war die dritt­äl­tes­te deut­sche Feu­er­ver­si­che­rung und ging 1914 mit der Rhen­ania Ver­si­che­rung zur Ver­ei­nig­ten Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft AG zusam­men. Die 1872 gegrün­de­te Rhen­ania mach­te mit Unfall- und Haft­pflich­ver­si­che­rung ihre Geschäf­te. Die Ver­ei­nig­te Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft betrieb durch eini­ge frü­he­re Zukäu­fe auch Trans­port-, Ein­bruch­dieb­stahl- und Was­ser­lei­tungs­schä­den­ver­si­che­run­gen.
Ent­nom­men aus: Deutsch­lands Städ­te­bau, Bar­men, bear­bei­tet und her­aus­ge­ge­ben im Auf­trag des Ober­bür­ger­meis­ters vom Bei­geord­ne­ten Stadt­bau­rat Köh­ler, 2. Auf­la­ge, 1926, S. 200.

Eine Abbil­dung des Gedenk­ta­fel ist nicht bekannt, so bleibt nur eine Abbil­dung des Gebäu­des, in dem sie zu fin­den war. Bis 1930 war das Gebäu­de im Besitz der Ver­ei­nig­ten Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft, dann über­nahm es die Nord­stern, All­ge­mei­ne Ver­si­che­rungs AG. Das Gebäu­de, das den Zwei­ten Welt­krieg ohne gro­ße Schä­den über­stand, beher­berg­te dann ab 1951 den Leip­zi­ger Ver­ein Bar­me­nia. 1966 wur­de das Gebäu­de abge­ris­sen und bis 1972 durch einen Neu­bau für die Haupt­ver­wal­tung der Bau-Berufs­ge­nos­sen­schaft ersetzt.1


Kriegergedächtniskapelle der Pfarrgemeinde St. Remigius

Von die­sem Denk­mal ist bis­lang kei­ne Abbil­dung bekannt.

Anfang Novem­ber 1921 konn­te die katho­li­sche Pfarr­ge­mein­de St. Remi­gius in Sonn­born in der gleich­na­mi­gen Kir­che ihre Gedächt­nis­ka­pel­le für die im Ers­ten Welt­krieg gefal­le­nen Gemein­de­mit­glie­der ein­wei­hen. Eigent­lich hat­te man geplant, auf dem alten Fried­hof in Ver­bin­dung mit einer Lei­chen­hal­le ein Denk­mal zu errich­ten, doch die finan­zi­el­le Lage der Zeit ließ das nicht zu. Also ent­schloss man sich, eine viel­be­such­te Pie­ta der Kir­che in einer Nische der Turm­hal­le auf­zu­stel­len und dane­ben eine im neu­go­ti­schen Stil geschnitz­te Ehren­ta­fel anzu­brin­gen, die die 76 Gefal­len ver­zeich­ne­te.


Blick auf Sonn­born mit einer Post­kar­te, die 1956 gelau­fen ist. Man erkennt sehr schön das Feh­len des Sonn­bor­ner Kreu­zes, die Kir­che St. Remi­gius und auch die evan­ge­li­sche Haupt­kir­che im Hin­ter­grund. (Bild ergänzt am 16.11.2012.)

Die Ehren­ta­fel wur­de irgend­wann, womög­lich im Zwei­ten Welt­krieg, irrepa­ra­bel beschä­digt und schließ­lich ent­fernt. Das 1878/79 errich­te Kir­chen­ge­bäu­de an der Haupt­stra­ße 107 wur­de 1974 für den Bau der spä­te­ren A 46 und des Sonn­bor­ner Kreu­zes abge­ris­sen und 1976 durch einen Neu­bau an der Gart­erlaie 23/29 ersetzt.1


Kari­tas­haus” und St. Remi­gius auf einer Post­kar­te unbe­kann­ten Datums. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal 15.6.17 (Bild ergänzt am 22.11.2012)

Gedenktafel für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen des Postamts 2

Von die­sem Denk­mal exis­tiert kei­ne bekann­te Abbil­dung.

Am 1. Mai 1921 weih­te man im Post­amt 2 am Elber­fel­der Haupt­bahn­hof in einer Gedächt­nis­fei­er mit den Ange­hö­ri­gen und Kol­le­gen eine Gedenk­ta­fel für die im Ers­ten Welt­krieg gefal­le­nen Beam­ten und Ange­stell­ten ein. Die finan­zi­el­len Mit­tel brach­te das Per­so­nal des Post­amts selbst auf. Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de die Gedenk­ta­fel mit­samt dem Gebäu­de zer­stört.1
1936 wur­de auch in der Haupt­post an der Mori­an­stra­ße ein Krie­ger­denk­mal ein­ge­weiht.

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


 

Kriegerdenkmal für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen des Gymnasiums an der Kölner Straße

Die­se Zeich­nung aus der 1925 erschie­ne­nen Fest­schrift zeigt das 1921 errich­te­te Ehren­mal des Gym­na­si­ums an der Köl­ner Stra­ße. Ent­nom­men aus: Erin­ne­rungs­schrift an die Hun­dert­jahr­fei­er des Gym­na­si­ums mit Real­gym­na­si­um zu Elber­feld, Elber­feld 1924, S .67.

Am 20. März 1921 weih­te das “Gym­na­si­um mit Real­gym­na­si­um zu Elber­feld” im Erd­ge­schoss des Schul­ge­bäu­des an der Köl­ner Stra­ße 41/45 ihr Krie­ger­denk­mal für die gefal­le­nen Leh­rer und Schü­ler ein, die im Ers­ten Welt­krieg im Fel­de den Tod fan­den. In der Fest­schrift zum hun­dert­jäh­ri­gen Jubi­lä­um der staat­li­chen Aner­ken­nung vom 24. Febru­ar 1924 wird das Denk­mal so beschrie­ben:1

Das Denk­mal ist in grie­chi­schem Stil und wei­ßem Main­sand­stein errich­tet. Auf dem qua­dra­ti­schen, zwi­schen zwei Säu­len dori­scher Ord­nung lie­gen­den Mit­tel­feld ist ein Bron­ze­ta­fel ange­bracht, auf der die Namen sowie Geburts- und Todes­jahr der 169 Gefal­le­nen in erha­be­ner Schrift ver­ewigt sind. Ein mäch­ti­ger Stahl­helm in Bron­ze bil­det die Bekrö­nung der wür­dig und schlicht gehal­te­nen Anla­ge.“2


Auf der Zeich­nung in der Fest­schrift ist außer­dem noch eine Inschrift über der Bron­ze­ta­fel erkenn­bar, die von zwei run­den Tafeln mit den Jah­res­zah­len 1914 und 1918 ein­ge­rahmt wird:

Dul­ce et deco­rum est pro patria mori”

Süß und ehren­voll ist es, fürs Vater­land zu ster­ben”, lau­tet die Über­set­zung die­ses Ver­ses von Horaz. Über der Bron­ze­ta­fel ist auch noch ein Eiser­nes Kreuz aus­zu­ma­chen.


Das Gym­na­si­um an der Cöl­ner Stra­ße vor dem Jahr 1943. (Bild hin­zu­ge­fügt am 27.12.16)

Die Errich­tung des Denk­mals wur­de mit­hil­fe von Spen­den der Schu­le und Ver­ei­ni­gung  ehe­ma­li­ger Schü­ler rea­li­siert. Zur Ein­wei­hung sprach der Direk­tor Dr. Reich, so berich­tet die Fest­schrift, die in unse­ren moder­nen Ohren zynisch klin­gen­den Wor­te:3

Es gerei­che der Schu­le zur Ehre, daß sie in den Gefal­le­nen Men­schen her­an­bil­den durf­te, fähig zu leben und zu ster­ben für die höchs­ten sitt­li­chen Zie­le des Men­schen­ge­schlechts.“4

Jedes Jahr wur­de mit einer Gedächt­nis­fei­er, die von den obers­ten Klas­sen selbst­stän­dig durch­ge­führt wur­de, am Toten­sonn­tag den Gefal­le­nen gedacht.
Es ist unbe­kannt, wer das Denk­mal schuf. Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de es mit dem Schul­ge­bäu­de zer­stört.  (Bil­der und eine 3D-Ani­ma­ti­on des Gebäu­des fin­den sich auf der Home­page des Wil­helm-Dör­pfeld-Gym­na­si­ums.)

Das Gym­na­si­um, das sei­nen Ursprung auf eine Latein­klas­se der refor­mier­ten Gemein­de zurück­führ­te, die 1592 gegrün­det wor­den war, fusio­nier­te 1931 im eben­falls ver­ei­nig­ten Wup­per­tal mit dem Bar­mer Gym­na­si­um, das sich selbst auf die Bar­mer Amts­schu­le zurück­führ­te, zum „Bar­mer Gym­na­si­um zu Elber­feld“. 1936 wur­de die Schu­le auf den Namen des bekann­ten Wup­per­ta­ler Archäo­lo­gen Wil­helm Dör­pfeld getauft und trägt ihn bis heu­te. Das Schul­ge­län­de an der Köl­ner Stra­ße 41/45 trägt heu­te die Adres­se Johan­nis­berg 20.5(Abge­ru­fen am 17.10.2012)


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


 

Das Hindenburg-Denkmal (Langemarck-Denkmal)(Hindenburg-Brunnen) in Barmen

Ver­mut­lich eine der Wer­be­post­kar­ten, mit deren Kauf man den Bau des Denk­mals unter­stüt­zen konn­te. Gelau­fen am 22.12.1915, auf der Rück­sei­te ist ver­merkt: “Aus­stel­lung für Kriegs­wohl­fahrts­pfle­ge im Fel­de und in der Hei­mat — Bar­men, im Dezem­ber 1915”. (Bild ergänzt am 28.12.2013.)

Im Juli des Jah­res 1917 wur­de am Ende der heu­ti­gen Stre­se­mann­stra­ße das Hin­den­burg-Denk­mal fer­tig gestellt und ohne Zere­mo­nie der Öffent­lich­keit über­ge­ben. An die­sem Stand­ort an der ehe­ma­li­gen Bahn­hof­stra­ße stand bis 1913 der alter Bar­mer Bahn­hof, des­sen Nach­fol­ge­bau von 1914 bis 1916 weni­ger Meter wei­ter west­lich erbaut wur­de und dort bis heu­te zu fin­den ist. 1915 such­te man für die Stra­ße einen wür­di­gen Abschluss zur Eisen­bahn­stre­cke und ent­schied sich für den Bau eines Denk­mals für den dama­li­gen Gene­ral­feld­mar­schall Paul von Hin­den­burg, der als Ber­fehls­ha­ber der 8.Armee in der Schlacht bei Allen­stein (spä­ter Schlacht von Tan­nen­berg genannt) Ende August 1914 den rus­si­schen Ein­marsch in Ost­preu­ßen vor­erst zurück schlug. Die Schlacht von Tan­nen­berg wur­de im Lau­fe des Ers­ten Welt­kriegs mythisch über­höht und mas­siv zu Pro­pa­gan­da­zwe­cken genutzt. Dies geschah auch mit der Schlacht bei den Masu­ri­schen Seen im Sep­tem­ber und der Win­ter­schlacht bei den Masu­ri­schen Seen,in denen die Bedro­hung Ost­preu­ßens durch die rus­si­schen Armee zer­schla­gen wer­den konn­te. Hin­den­burg wur­de im Novem­ber zum Gene­ral­feld­mar­schall und Ober­be­fehls­ha­ber Ost ernannt und von der Pro­pa­gan­da als Kriegs­held gefei­ert. So ist es nicht ver­wun­der­lich, dass man in Bar­men dem “Volks­hel­den” Hin­den­burg ein Denk­mal set­zen woll­te, wie es auch 1915 bereits auf der Elber­fel­der Königs­hö­he und am Laza­rett des Vater­län­di­schen Frau­en­ver­eins auf der Hardt gesche­hen war.


Eine ers­te Pla­nung des Denk­mals, ver­mut­lich aus der Bar­mer Zei­tung, vom 29.September 1915. Links und rechts, unter den anti­ken Hel­men soll­ten die Ehren­schil­de ange­bracht wer­den, dazwi­schen Wap­pen­schil­der der gro­ßen Schlach­ten Hin­den­burgs. Die Mau­er soll 3,20 Meter hoch sein, die Säu­le 10 Meter. Dar­auf soll­te ein Held einen Bären nie­der­rin­gen. Akte C II 42, Stadt­ar­chiv Wup­per­tal.

Mit dem Bau des Denk­mals eng ver­bun­den war die Nage­lung der Ehren­schil­de, die spä­ter am Denk­mal befes­tigt wer­den soll­ten. Aller­dings ist unklar, ob dies wirk­lich geschah. Ruth Mey­er-Kahr­weg ver­mu­tet, dass sie zum Schutz vor der Wit­te­rung in der Ruh­mes­hal­le unter­ge­bracht wur­den und dort 1943 ver­nich­tet wur­den.


Der “Hin­den­burg Brun­nen”, so lau­tet der Titel die­ser Post­kar­te aus dem Jahr 1918. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal.

Sowohl die Ehren­schil­der als auch die Figu­ren des Denk­mals schuf der in Elber­feld gebo­re­ne und in Ber­lin arbei­ten­de Bild­hau­er Paul Wyn­and. Im Mai 1916 began­nen die Arbei­ten am Hin­den­burg-Denk­mal und im Juli 1917 waren sie abge­schlos­sen. Die Kos­ten betru­gen 17.990 Mark. Das Denk­mal besteht aus einer Säu­le, die von einem ste­hen­den, ver­gol­de­ten Her­ku­les gekrönt war, der sich auf sein Schwert stütz­te. Zu sei­nen Füßen saß ein Adler. Dahin­ter befin­det sich eine hohe Sand­stein­wand, die links und rechts als Abschluss zwei “männ­li­che Kraft­ge­stal­ten” zeigt, wie die Pres­se damals fest­stell­te. Sie zei­gen links die zum Kampf berei­te und rechts die im Kampf ste­hen­de Jugend. Dazwi­schen ström­te aus zwei Löwen­kopfen Was­ser, sodass man auch von einem Hin­den­burg-Brun­nen sprach. An die­ser Rück­wand soll­ten auch die Ehren­schil­de ange­bracht wer­den. Die Inschrift an der Rück­wand, die vom Bar­mer Schrift­stel­ler Will Ves­per ver­fasst wor­den war, der auch die Inschrift am Krie­ger­denk­mal auf dem Bar­mer Ehren­fried­hof geschaf­fen hat­te, lau­te­te:

Erbaut im Jahr, da der Welt­krieg war, errich­tet zum Zei­chen, dass wir kei­ner / Not wei­chen. Dem Man­ne geweiht, der Füh­rer im Streit. Wo Hin­den­burg stand / war eine Mau­er ums Land. Die Ihr hier nun steht und vor­über geht, gedenkt / dar­an, was Man­nes­mut kann, was ein Schwert in deut­schen Hän­den wert!


Das rech­te Reli­ef der “Kraft­ge­stal­ten” heu­te.

Das lin­ke Reli­ef heu­te.

Die Bahn­hofs­stra­ße wur­de in den 1920er in Fritz-Ebert-Stra­ße und 1933 in Lan­ge­marck­stra­ße umbe­nannt. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg bestimm­ten die Anwei­sung Nr.30 des Alli­ier­ten Kon­troll­rats die Ent­na­zi­fi­zie­rung und Ent­mi­li­ta­ri­sie­rung aller deut­schen Denk­mä­ler. Der Instand­set­zungs­aus­schuss der Stadt Wup­per­tal beschloss dar­auf­hin am 22.April 1947 die Ent­fer­nung der Inschrift und der Her­ku­les-Figur. Von einer Besei­ti­gung des Obe­lis­ken sah man ab.


Aus die­sem Löwen­mund floss einst das Was­ser des Brun­nens.

Im Lau­fe der Zeit ver­blass­te die Erin­ne­rung an die Stif­tung des Denk­mals für den Gene­ral­feld­mar­schall und spä­te­re Reichs­prä­si­den­ten und der Stand­ort an der Lan­ge­marck­stra­ße ließ das Denk­mal zum Lan­ge­marck­denk­mal wer­den. Bei Lan­ge­marck, so der Mythos, hat­ten jun­ge deut­sche Sol­da­ten am 10. Novem­ber 1914 unter Sin­gen des Deutsch­land­lie­des die ers­te Linie des Geg­ners über­rannt und 2.000 fran­zö­si­sche Sol­da­ten gefan­gen genom­men und sechs Maschi­nen­ge­weh­re erobert. Der Mythos basiert auf einer Falsch­mel­dung der Obers­te Hee­res­lei­tung. In Wahr­heit waren frisch aus­ge­ho­be­ne und unge­nü­gend aus­ge­bil­de­te deut­sche Regi­men­ter aus Frei­wil­li­gen und Reser­vis­ten von erschöpf­ten Fran­zo­sen zurück­ge­schla­gen wor­den, hat­ten kei­ne bedeu­ten­den Gelän­de­ge­win­ne erzielt und 2.000 Mann ver­lo­ren.


Die Spit­ze des Obe­lis­ken.

Die fal­sche Erin­ne­rung an das Denk­mal als Lan­ge­marck-Denk­mal wur­de 1976 im Ein­ver­ständ­nis mit dem Gar­ten- und Forst­amt durch den Stein­metz Man­fred Stöl­zel in den Sockel des Obe­lis­ken gemei­ßelt. Seit­dem steht dort zu lesen:

“Lan­ge­marck
1914“1
Die heu­ti­ge Inschrift aus dem Jahr 1976.

Heu­te ist das Denk­mal am Ende der Stre­se­mann­stra­ße von par­ken­den Autos und Recy­cling-Con­tai­nern umge­ben und ver­wil­dert. Der Zustand ist schlecht und es wirkt wie ein Fremd­kör­per in einer ver­kom­me­nen Umge­bung.


Das Denk­mal in sei­ner Umge­bung

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Nagelbilder Ehrenschilde in Barmen

Nach­dem bereits die Nach­bar­stadt Elber­feld ange­kün­digt hat­te, zum Hohen­zol­lern-Gedenk­tag am 21. Okto­ber 1915 ein Nagel­bild, den Eiser­nen Rit­ter, vor­zu­stel­len und zuguns­ten der Kriegs­wohl­fahrt durch die Nage­lung Spen­den ein­zu­trei­ben, woll­te Bar­men dem natür­lich nicht nach­ste­hen. Auch im Osten des Wup­per­tals woll­te man für die dor­ti­ge Wohl­fahrts­zen­tra­le eine sol­che Akti­on durch­füh­ren und war damit am Ende sogar schnel­ler als Elber­feld, da man den 17. Okto­ber 1915 zum Hin­den­burg­tag erklär­te und somit drei Tage eher die Nage­lung an der Ruh­mes­hal­le begann. Man hat­te sich gegen die Nage­lung einer mensch­li­chen oder tie­ri­schen Figur ent­schie­den und den Bild­hau­er Paul Wyn­and gebe­ten zwei höl­zer­ne Schil­de her­zu­stel­len, die das Wap­pen Hin­den­burgs und das Wap­pen Bar­mens zeig­ten.1 Stadt­bau­rat Köh­ler schrieb im Sep­tem­ber 1915 an den aus Elber­feld stam­men­den und in Ber­lin arbei­ten­den Bild­hau­er:


“Da unser Publi­kum sehr ver­wöhnt ist, müs­sen wir mit den Schil­dern den Vogel abschie­ßen, schon unse­rer Nach­bar­stadt Elber­feld gegen­über. Die Nage­lung muss vor­ge­zeich­net sein. […] Ver­schie­de­ne far­bi­ge Nägel sol­len, mit Aus­nah­me wei­ßer ver­zink­ter Nägel, die als Rand­nä­gel ver­wandt wer­den kön­nen, nicht ver­wen­det wer­den. Sie müs­sen daher stark mit Gold­un­ter­bund arbei­ten.
Das Publi­kum inter­es­siert sich außer­ge­wöhn­lich hier für die Sache. Da, wie bekannt, star­ke Kri­tik bei allen sol­chen Sachen ein­setzt, so muss etwas tadel­los gemacht wer­den.“2
Am 4. Okto­ber 1915 berich­te­te die Bar­mer Zei­tung dann über die anste­hen­de Nage­lung:

Die bei­den Ehren­schil­de — eines zu Ehren Hin­den­burgs, eines zu Ehren der namen­lo­sen Hel­den —  wer­den unter der wür­dig geschmück­ten Säu­len­hal­le vor der Ruh­mes­hal­le auf­ge­hängt. Jeder, der nageln will, löst zunächst an Ort und Stel­le eine Kar­te; er bekommt dann einen Nagel. Nach dem Ein­schla­gen des Nagels erfolgt die Namens­ein­tra­gung in das Eiser­ne Buch, das an Ort und Stel­le aus­liegt. Es wird gebe­ten, bei der Ein­tra­gung der Namen recht sorg­fäl­tig zu ver­fah­ren; das Eiser­ne Buch wird als dau­ern­des Erin­ne­rungs­zei­chen an bevor­zug­ter Stel­le auf­be­wahrt.“3


Am Vor­abend der Ein­wei­hungs­fei­er der Ehren­schil­de am 17. Okto­ber 1915, gab es ein Mas­sen­kon­zert eines ver­ei­nig­ten Cho­res der Bar­mer Gesang­ver­ei­ne in der Stadt­hal­le, das vom städ­ti­schen Orches­ter beglei­tet wur­de und einen so gro­ßen Besu­cher­an­drang ver­zeich­ne­te, dass die Poli­zei die Zugän­ge zur Stadt­hal­le sper­ren ließ. Gespielt wur­den unter ande­rem der Kai­ser­marsch, Das blan­ke Wort und das Nie­der­län­di­sche Dank­ge­bet. Am Fest­ta­ge, einem Sonn­tag, ver­kauf­ten schon früh am Mor­gen jun­ge Mäd­chen eiser­ne “Hin­den­burg-Denk­mün­zen” und Ansichts­post­kar­ten zuguns­ten der Wohl­fahrts­zen­tra­le. Spä­ter am Tag zogen Ver­ei­ne und Schu­len unter Musik­be­glei­tung und mit ihren Fah­nen zur Ruh­mes­hal­le. Gegen­über der Ruh­mes­hal­le war ein Podest für die Sän­ger und Musi­ker auf­ge­baut wor­den, dane­ben stan­den die Fah­nen­ab­ord­nun­gen der Krie­ger-, Turn- und Gesang­ver­ei­ne, dar­an schlos­sen sich 500 “Feld­graue” (Sol­da­ten) aus den Laza­ret­ten und Ver­tre­ter aller Behör­den und Schu­len an. Die Fei­er begann mit dem Kai­ser­marsch, dann sprach der Ober­bür­ger­meis­ter, und schlug den ers­ten Nagel ein, bevor erneut die Lie­der des Vor­abends erschol­len.4
Am 19. Okto­ber 1915 ging ein Dank-Tele­gramm des geehr­ten Paul von Hin­den­burg ein:
Das Tele­gramm des Gene­ral­feld­mar­schall Paul von Hin­den­burg. Ent­nom­men aus: Akte C II 43, Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, S. 74.

Bereits am ers­ten Tag wur­den 6.000 Mark “gena­gelt”, zusam­men mit dem Ver­kauf der Post­kar­ten und Denk­mün­zen,  wur­den 38.600 Mark erlöst. Am 21. Okto­ber belief sich die Gesamt­sum­me bereits auf 300.000 Mark.5


Ein ers­ter Ent­wurf für die Hin­den­burg-Anla­ge. Ent­nom­men aus Akte C II 43, Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, S. 1

Bei die­sem “Kriegs­wahr­zei­chen” woll­te man es nicht belas­sen und schuf auch Plä­ne für ein Hin­den­burg-Denk­mal bzw. -brun­nen, das 1916 begon­nen und 1917 voll­endet wur­de. An ihm soll­ten die Ehren­schil­de befes­tigt wer­den. Links und rechts, unter den anti­ken Hel­men, soll­ten die Ehren­schil­de ange­bracht wer­den, dazwi­schen Wap­pen­schil­der der gro­ßen Schlach­ten Hin­den­burgs. Die Mau­er soll­te 3,20 Meter hoch sein, die Säu­le 10 Meter. Dar­auf soll­te ein Held einen Bären nie­der­rin­gen.6 Am Ende ent­stand dann das Denk­mal doch etwas anders. Ob die Ehren­schil­de wie geplant dort ange­bracht wur­den, ist unklar. Ruth Mey­er-Kahr­weg ver­mu­tet, dass sie aus Schutz vor der Wit­te­rung in der Ruh­mes­hal­le auf­ge­stellt wur­den und dort 1943 zer­stört wur­den.7

Neben dem Elber­fel­der Eiser­nen Rit­ter gab es ab 1916 auch in Voh­win­kel ein Nagel­bild, das Eiser­ne Schwert.

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


 

Nagelbild Eisernes Schwert

Nach­dem im Okto­ber 1915 in Elber­feld bereits ein Eiser­ner Rit­ter als Nagel­bild vor­ge­stellt wur­de, zogen die Voh­wink­ler am 17.Februar 1916 nach.1 In einem “Tem­pel­chen” an der Ecke Kai­ser­stra­ße und Bahn­stra­ße wur­de eine Holz­fi­gur eines Schwer­tes auf­ge­stellt, in das die Bür­ger, Ver­ei­ne und Schu­len ver­gol­de­te und ver­sil­ber­te Bron­ze­n­ä­gel nageln durf­ten. Der Preis war dabei sym­bo­lisch und ori­en­tier­te sich nicht am Wert des Nagels, son­dern dien­te der “Kriegs­wohl­fahrts­pfle­ge”.2

Wie so ein Besuch einer Schu­le aus­sah, ver­mit­telt ein Bericht aus der Fest­schrift der katho­li­schen Volks­schu­le Voh­win­kel:


Am 23.Februar 1916 besuch­ten sämt­li­che Klas­sen unse­rer Schu­le gemein­schaft­lich das Kriegs­wahr­zei­chen unse­rer Gemein­de, das “Eiser­ne Schwert”, das in einem geschmack­vol­len Tem­pel­chen auf dem Kai­ser­platz vor dem Zigar­ren­ge­schäft des Herrn Heyen­bruch Auf­stel­lung gefun­den hat­te. Die Fei­er gestal­te­te sich zu einer ein­drucks­vol­len vater­län­di­schen Kund­ge­bung. Unser Schü­ler­chor brach­te ker­ni­ge Vater­lands­lie­der wir­kungs­voll zum Vor­trag. Von Schü­lern und Schü­le­rin­nen wur­den mit fri­scher, kla­rer Stim­me sinn­rei­che vater­län­di­sche Gedich­te vor­ge­tra­gen. Die vom Rek­tor gehal­te­ne Anspra­che wies hin auf die gro­ße und erns­te Zeit, auf die Hel­den­ta­ten und Opfer unse­rer Väter, Brü­der und Müt­ter und klang aus in der Mah­nung an die Jugend, sich die­ser Opfer wür­dig zu zei­gen. Dann folg­te nach einem gemein­schaft­li­chem Lie­de die Nage­lung. Für die­je­ni­gen Kin­der, wel­che die Kos­ten eines Nagels nicht erschwin­gen konn­ten, hat­ten frei­gie­bi­ge Spen­der eine Sum­me gespen­det. Ein von Herrn Leh­rer Spät­gens auf­ge­nom­me­nes Bild hat den Augen­blick der Bena­ge­lung  des Schwer­tes durch das Leh­rer­kol­le­gi­um fest­ge­hal­ten.“3


Lei­der ist heu­te kei­ne Abbil­dung des “Eiser­nen Schwer­tes” mehr bekannt. Das Ver­zeich­nis ein­ge­gan­ge­ner Spen­den ist heu­te im Stadt­ar­chiv ein­seh­bar. (S XIII 187)

Am 18.Oktober 1916 wur­de die Ver­wal­tung der Gel­der, die gespen­det, bzw. gena­gelt wur­den, per Gemein­de­rats­be­schluss einem beson­de­ren Aus­schuss über­ge­ben. Die­ser sorg­te dann, dafür dass die Gel­der teil­wei­se in Lie­gen­schaf­ten und in Wert­pa­pie­ren bei der Spar­kas­se ange­legt wur­den und küm­mer­te sich um die Ver­tei­lung an Bedürf­ti­ge, die durch den Krieg in Schwie­rig­kei­ten gekom­men waren, zum Bei­spiel Krie­ger­wit­wen und -wai­sen. Man über­nahm aber auch Bürg­schaf­ten für Kre­di­te an Kriegs­teil­neh­mer, die nach dem Krieg ihre Geschäft wie­der auf­bau­en woll­ten oder gab sel­ber Dar­le­hen an die Kriegs­teil­neh­mer. 1916 wur­den 30.518,88 Mark gesam­melt, bis zum Jahr 1920 wuchs die Sum­me auf 174.978,53 Mark.4
Nach dem Ers­ten Welt­krieg wur­de das Kriegs­wahr­zei­chen in den unte­ren Flur des Voh­wink­ler Rat­hau­ses gebracht und dort im Zwei­ten Welt­krieg zer­stört. 5